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Synthese der mikro- und mesoporösen zeolithartigen Gerüstalumosilikate und Untersuchung ihres katalytischen Einflusses auf die Friedel-Crafts-Reaktion und die Kolbe-Schmidt-Carboxylierung

Synthese der mikro- und mesoporösen zeolithartigen Gerüstalumosilikate und Untersuchung ihres katalytischen Einflusses auf die Friedel-Crafts-Reaktion und die Kolbe-Schmidt-Carboxylierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Smeljansky
  • Abgabedatum: September 1997
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9654-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9654-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9654-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Smeljansky, Michael September 1997: Synthese der mikro- und mesoporösen zeolithartigen Gerüstalumosilikate und Untersuchung ihres katalytischen Einflusses auf die Friedel-Crafts-Reaktion und die Kolbe-Schmidt-Carboxylierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: organische Chemie, physikalische Chemie, Katalysator, Zeolithe, MCM

Diplomarbeit von Michael Smeljansky

Einleitung:

Seit einem halben Jahrhundert nimmt die Bedeutung der Katalysatoren auf Alumosilikatbasis ununterbrochen zu. Zu dieser Katalysatorengruppe zählen die natürlichen und synthetischen Zeolithe (kristalline mikroporöse „Molekularkäfige“) sowie die seit 1992 dazugekommenen MCM-Materialien (MCM = Mobil Oil Composition Matters), im folgenden als MCM bezeichnet (strukturkristalline mesoporöse „Molekulartunnel“).

Das Interesse der Industrie an diesen neuartigen Katalysatoren ist leicht zu verstehen, wenn man die Vorteile der zeolithartigen Gerüstalumosilikatkatalysatoren gegenüber den einfachen heterogenen Feststoffkatalysatoren, wie z.B. dem Aluminiumchlorid, auflistet. Zum einen sind es die wohldefinierte Form und Porengröße, die auch noch variabel und mit großer Präzision einstellbar sind, womit sie dem jeweiligen Zweck angepasst werden können. Zum anderen ist es die beträchtliche thermische Stabilität, die eine mehrmalige unkomplizierte Regeneration und damit die Wiederverwendung bzw. ein Recycling der deaktivierten Katalysatoren erlaubt.

Die Abtrennung der Produkte vom Katalysator z.B. durch Extraktion oder Desorption geht bei diesen neuartigen Katalysatoren oft vielfach effektiver als mit den herkömmlichen Katalysatoren. Diese Eigenschaft könnte insbesondere für die Kunststoffherstellung bedeutend werden.

Aluminiumsilikatkatalysatoren haben ein sehr breites Anwendungsspektrum, das vom katalytischen Cracken vom Schweröl (FCC-Verfahren am Zeolith Y) und von der Benzinsynthese aus Methanol (MTG-Prozess am ZSM-5) bis zur Katalyse der feinen stereoselektiven Synthesen von Feinchemikalien unter Anwendung der modernen chiralen Katalysatoren reicht.

Auch im Umweltschutzbereich sind Zeolithe und zeolithähnliche Katalysatoren unverzichtbar geworden. Trinkwasseraufbereitung, Wasserreinigung und Enthärtung, Aufarbeitung von schwermetallverseuchten Böden und von den Ölsanden, umweltschonende Waschmittel - das sind nur einige wenige Anwendungsbeispiele des alltäglichen Gebrauchs von verschiedenen Alumosilikatkatalysatoren.

Sogar in den hochspezialisierten Bereichen, wie Optik, Computer- und Elektronikbranche, sowie bei der Erzeugung und Speicherung von alternativen Energieträger haben diese Katalysatoren immer größer werdende Bedeutung erlangt.

Die in den letzten Jahren „explosionsartig“ wachsende Anzahl der Publikationen und Periodika auf diesem Gebiet manifestiert als deutlicher Indikator die zunehmende Wichtigkeit der obengenannten Gerüstalumosilikatkatalysatoren für die Industrie und Forschung.

Die verstärkte Anwendung der mesoporösen Katalysatoren (MCM) ist zum Teil durch die, insbesondere sich in den letzten Jahren abzeichnende Tendenz zur Katalyse der Umsetzung von immer größeren Molekülen, hervorgerufen worden. Zum anderen haben sich die MCM-Feststoffkatalysatoren als die sowohl Reaktivität als auch Regioselektivität steigernden Substanzen bei wichtigen organisch-chemischen Reaktionstypen, wie z.B. die perycyclischen Diels-Alder-Reaktionen, erwiesen.

Das Zusammenwirken der Acidität und der Formselektivität im Bereich des Mesoporösen (20-200 Angström) macht die Untersuchung gerade dieser Katalysatoren sehr reizvoll.

Problemstellung:

Vor dem oben beschriebenen Hintergrund soll die vorliegende Arbeit dazu dienen, einige neue mesoporöse Katalysatoren herzustellen und die Untersuchungen ihres katalytischen Einflusses auf ausgewählte Friedel-Crafts-Reaktionen (Elektrophile Aromatische Substitutionen) sowie Kolbe-Schmidt-Reaktionen (Carboxylierungen) durchzuführen. Dazu wird der katalytische Einfluss des mesoporösen Systems auf die Reaktivität und Selektivität der Reaktion untersucht und mit den Ergebnissen von mikroporösen Zeolithen verglichen.

Eine Fülle von Kinetikexperimenten wurde von Herrn Dipl.Chem. D. Genske im Rahmen seiner Diplomarbeit durchgeführt. Es bestand vorerst kein Bedarf an weiteren Adsorptions- und Kinetikuntersuchungen, weil elektrophile aromatische Substitution, genauso wie die Diels-Alder-Reaktion eine heterogen-katalysierte Reaktion ist, die nach einem Eley-Rideal- oder Langmuir-Hinshelwood-Mechanismus verläuft.

Mesoporöse Materialien stellen chemisch zeolithähnliche Strukturen dar, die jedoch raumrichtungsanisotrope Kristallinität aufweisen und „Molekulare-Tunnel“-Geometrie haben, während Zeolithe häufig als „Molekulare Käfige“ bezeichnet werden. Mesoporöse Materialien bilden sich durch die Silikatkondensation an Micellen. Da mesoporöse Materialien als zeolithähnliche Strukturen betrachtet werden können, muss auf die Theorie der Zeolithherstellung und Anwendung eingegangen werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Eidesstattliche Erklärung
1. Einführung 1
2. Darstellung des Problems 2
3. Mikroporöse und mesoporöse Gerüstalumosilikate 3
3.1 Allgemeines über die Zeolithe 3
3.2 Allgemeines über mesoporöse zeolithähnliche Materialien 6
3.3 Einige Beispiele für technisch wichtige Zeolithe 12
3.4 Beispiele für potentiell technisch wichtige MCM-Materialien 13
4. Synthese der MCM-41-Proben 15
4.1 Theoretischer Teil 15
4.1.1 Acidität, Acide Zentren 15
4.1.2 Präparative Erzeugung von aciden Zentren 16
4.2 Experimenteller Teil 16
4.2.1 Verwendete Chemikalien 16
4.2.2 Synthesevorschriften 17
4.3 Synthese des mikroporösen Gerüstalumosilikats: Zeolith Y 21
5. Untersuchung der hergestellten MCM-41-Proben 22
5.1 Röntgenuntersuchung (XRD [1,5-30 Grad 2-Theta]) 22
5.2 EDAX (Energiedispersive Röntgenuntersuchung) 23
5.3 Oberflächenbestimmung nach der BET-Methode 24
5.4 Ergänzende IR-Spektroskopische Untersuchungen 26
6. Untersuchungsergebnisse 28
6.1 Ergebnisse der XRD und BET-Untersuchungen der hergestellten MCM-41-Proben 28
6.2 Ergebnisse der Untersuchungen einiger Katalysatorproben mittels Hammet-Indikatoren (Oberflächenaciditätstest) 42
6.3 Ergebnisse der IR-Untersuchungen einiger MCM- Katalysatorproben 43
7. Organische Synthesen mit dem MCM-41 als Katalysator 46
7.1 Elektrophile aromatische Substitution 46
7.2 Alkylierungen 49
7.3 Acylierungen 50
7.4 Kolbe-Schmidt-Carboxylierungen 51
8. Experimenteller Teil 53
8.1 Friedel-Crafts-Alkylierung - Experimentelles 53
8.1.1 Orientierende Vorversuche 53
8.1.2 FC-Alkylierung des Anisols an H-MCM-41 55
8.1.3 FC-Alkylierung des Toluols an H-MCM-41 57
8.1.4 FC-Alkylierung des Toluols und des Anisolsam Zeolith H-Y 60
8.1.5 Vergleich aller hergestellten Gerüstalumosilikatproben bezüglich ihrer katalytischen Wirksamkeit für die FC-Alkylierung 61
8.2 Friedel-Crafts-Acylierung - Experimentelles 62
8.2.1 FC-Acylierung des Toluols an H-MCM-41 62
8.2.2 FC-Acylierung des Toluols am H-Y 64
8.2.3 FC-Alkylierung des Anisols am H-MCM-41 und am H-Y 65
8.3 Kolbe-Schmidt-Carboxylierung - Experimentelles 66
8.3.1 Carboxylierung des 1,4-Dihydroxybenzols am H-MCM-41 66
8.3.2 Carboxylierung des N,N-Diethyl-benzol-1,4-Diamins am Na-MCM-41 68
9. Diskussion der Ergebnisse 70
9.1 Ergebnisse zum Einfluss vom Si/Al-Verhältnis des Katalysators auf die katalytische Wirksamkeit 71
9.2 Ergebnisse bezüglich des Reaktionsortes 70
9.3 Ergebnisse bezüglich des Edukteinflusses 72
10. Zusammenfassung 74
11. Literaturverzeichnis 76-78

Automatisiert erstellter Textauszug:

einigen Aromaten bei tiefen Temperaturen als Zwischenstufe isolierbar. Im σ-Komplex bildet das angreifende Elektrophil eine echte Bindung zu einem Kohlenstoffatom des aromatischen Ringsystems. Die überschüssige positive Ladung des Elektrophils verteilt sich dabei über die restlichen fünf Kohlenstoffatome des Kerns. Der nächste Schritt ist die Rearomatisierung, d.h. die Rückbildung des aromatischen Ringsystems unter der Protoneliminierung. Auch hierbei spielt der Katalysator vom Typ des Aluminiumtrichlorids, diesmal als konjugierte Lewisbase [AlCl4]-, eine wesentliche Rolle. Kinetisch gesehen verlaufen elektrophile aromatische Substitutionen häufig als Reaktionen der 2.Ordnung. [23] Manchmal hängt die Reaktionsgeschwindigkeit auch von der Katalysatorkonzentration ab. Dann muß die Reaktionsgleichung in Folgereaktionen aufgegliedert werden. Der geschwindigkeitsbestimmende Schritt der Reaktion ist die Bildung des πKomplexes, die bei allen elektrophilen aromatischen Substitutionsreaktionen immer langsamer als die darauffolgende Bildung des σ-Komplexes und die Rearomatisierung erfolgt. Dies kann durch kinetische Messungen auch experimentell nachgewiesen werden. [...]

Trotz der Tatsache, daß die MCM-Trägerpeaks denen des Hydrochinons überlagert sind, kann man als Tendenz sehen: die Hydrochinon in MCM Peaks werden schmaler (z.B bei 3500 [cm-1]) und leicht bathochromer verschoben(z.B bei bei 1500 [cm-1]). Dies ist wahrscheinlich dadurch bedingt, daß das Molekül im Zeolith-Käfig oder im MCM-Kanal in seinen Möglichkeiten, Energie auf die Freiheitsgrade zu verteilen, eingeschränkt wird. Das führt zur Absenkung der Aktivierungsenergie der Reaktion, da die dem "eingesperrten" Molekül zugeführte Energie effektiver für die Reaktion ausgenutzt werden kann als beim "freien" Molekül. Im nächsten Teil der Arbeit wird von diesen katalytischen Eigenschaften der Gerüstalumosilikate für organische Synthesen Gebrauch gemacht. [...]

Man unterscheidet zwischen den internen Tetraederschwingungen, den sogenannten TO-Schwingungen, wobei "T" wieder für Si oder Al steht, und den "externen" Schwingungen, die den Tetraederverknüpfungen zugeordnet werden. Die Tetraederschwingungen (TO) sind bei allen Gerüstalumosilikattypen nur wenig von der Struktur abhängig. Die externen Schwingungen sind dagegen typisch für eine zeolithartige Struktur und ermöglichen die Identifizierung und Charakterisierung der einzelnen Zeolithe und MCM's. Die Schärfe der Banden liefert Aussagen über die Kristallinität der Gerüstalumosilikatprobe. Außerdem kann man mit Hilfe der IR-Spektroskopie auch Aussagen über adsorbierte Spezies gewinnen, und daraus sind dann auch Rückschlüsse auf die Adsorptionszentren im Alumosilikat, sowie die Wechselwirkungen zwischen Adsorbens und Adsorbat möglich. IR-Spektren wurden aufgenommen. exemplarisch bei einigen hergestellten MCM-Proben [...]

Arbeit zitieren:
Smeljansky, Michael September 1997: Synthese der mikro- und mesoporösen zeolithartigen Gerüstalumosilikate und Untersuchung ihres katalytischen Einflusses auf die Friedel-Crafts-Reaktion und die Kolbe-Schmidt-Carboxylierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
organische Chemie, physikalische Chemie, Katalysator, Zeolithe, MCM

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