Sustainability Leadership Training
Entwicklung und Evaluation eines Bildungsprogramms in nachhaltiger Entwicklung
- Art: MA-Thesis / Master
- Autor: Tobias Luthe
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 83 Seiten
- Dateigröße: 470,8 KB
- Note: 1,4
- Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
- Bibliografie: ca. 50
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0464-2
- ISBN (CD) :978-3-8366-0464-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Luthe, Tobias Januar 2005: Sustainability Leadership Training, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Führungskraft, Nachwuchs, Nachhaltige Entwicklung, Berufliche Fortbildung, Bildung
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MA-Thesis / Master von Tobias Luthe
Einleitung:
Pädagogen und Wissenschaftler, Journalisten und Agenturen arbeiten seit langem an Bildungs- und Marketingkonzepten die bewirken, dass Umweltthemen in attraktiver Form und effektiv gelehrt und gelernt werden können - mit summarisch relativem Erfolg. Auf die Umwelt Rücksicht nehmen bedeutet für viele Verzicht üben zu müssen, Verbote beachten und auf Spaß verzichten zu müssen.
Die Umweltpädagogik als Teildisziplin der Pädagogik ist heute auf einem Tiefpunkt angelangt. Umweltbildung hatte die Blütezeit in den achtziger Jahren, als Umweltprobleme wie das Waldsterben, der stark eutrophierte Rhein und andere Themen in der öffentlichen Diskussion an vorderster Stelle standen. Der Begriff Umweltbildung ist im Zusammenhang mit der Umweltpolitik entstanden.
Heute sind sozioökonomische Probleme an die erste Stelle der öffentlichen Diskussion zurückgekehrt, ohne dass die ökologischen in ihrer eigentlichen Bedeutung abgenommen hätten. Hauptfragen wie Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskraft sind primär existenzbedrohend und überlagern daher die sekundär und langfristig existenzbedrohenden Problematiken aus dem Umweltbereich. Reine Umweltthemen werden generell zweitrangig behandelt obwohl sie existenzielle Bedeutung haben. Oftmals sind die ökologischen Wechselwirkungen nicht direkt sichtbar und werden daher nicht in die Primärdiskussion miteinbezogen. Deutlich werden sie erst, wenn akute Probleme, meistens sogar Katastrophen lokalen oder regionalen Ausmaßes, die enge Verflechtung von Ökologie, Ökonomie und Sozialem erkennen lassen.
Ökologische Fragestellungen sind immer eng verwoben mit ökonomischen und sozialen. Nur wenn das ökologische Fundament tragbar ist, wird ein dauerhafter ökonomischer Erfolg mit sozialen Vorteilen machbar und eine Entwicklung möglich. Ein solch funktionierendes System wird als nachhaltig bezeichnet. Rückschlüssig können aber in einem nachhaltigen System auch Benefits für die Ökologie entstehen. Wirtschaftskraft ermöglicht die technologische Entwicklung von Lösungen, die zum Beispiel alternative Fahrzeugantriebe durchsetzbar machen. Nur durch ständig weiterzuentwickelnde Technologie ist es möglich, einen annehmbaren Lebensstandard für die wachsende Weltbevölkerung zu erwirken und zu erhalten.
Diesen Aspekt der Nachhaltigkeit zu erkennen, zu vermitteln und danach zu handeln ist eine große Herausforderung in einem sich ändernden Verständnis von Umweltbildung und Umweltproblematik. Trotzdem wurde und wird Umweltwissen immer noch losgelöst von anderen Disziplinen vermittelt. Die Vernetzung von sozioökonomischen mit ökologischen Fragen ist eine Tatsache, der in Kommunikation und Bildung stärker Rechnung getragen werden muss. Traditionelle Umweltbildung versuchte, aus den Lernenden Anwälte für den Erhalt der Natur zu machen. Nachhaltigkeitsbildung hat zur Aufgabe, aus den Anwälten Schiedsrichter zu machen, die zwischen den vielen berechtigten Interessen und Belangen eine balancierte Lösung finden.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 5 | |
| A. | Einleitung und Aufgabenstellung | 6 |
| 1. | Umweltbildung heute | 6 |
| 2. | Eine Neuausrichtung der Umweltkommunikationsstrategie | 6 |
| 3. | Vernetzung und Nachhaltigkeit | 6 |
| 4. | Sustainability Leaders | 7 |
| 5. | Bildung für Nachhaltigkeit bedingt besondere Lehr- und Lernformen | 8 |
| 6. | Weitere Schlüsselqualifikationen | 9 |
| 7. | Zusammenfassung | 9 |
| B. | Material und Methode | 10 |
| 1. | Die hier verwendete Methodik | 10 |
| 2. | Leitbild „Nachhaltige Entwicklung“ | 10 |
| 2.1 | Die „moderne“ Nachhaltigkeitsdiskussion | 10 |
| 2.2 | Der Vernetzungsgedanke | 13 |
| 3. | Bildung für eine nachhaltige Entwicklung | 14 |
| 3.1 | Leitvorstellungen und Grundsätze | 14 |
| 3.2 | Didaktische Prinzipien | 16 |
| 3.3 | Bedingungen erfolgreichen Lernens | 17 |
| 3.3.1 | Motivation | 18 |
| Der Lehrende | 19 | |
| 3.4 | Vorstellung und Diskussion relevanter Lehr- und Lernformen | 20 |
| 3.4.1 | Ganzheitliches Lernen | 20 |
| 3.4.2 | Lebenslanges Lernen | 20 |
| 3.4.3 | Informelles Lernen | 21 |
| 3.4.4 | E-Learning | 22 |
| 3.4.5 | Blended Learning | 23 |
| 3.4.6 | Erlebnisbasiertes Lernen | 24 |
| 3.4.6.1 | Historischer Bezug | 24 |
| 3.4.6.2 | Kurt Hahn | 25 |
| 3.4.6.3 | Gesellschaftsdiagnose | 25 |
| 3.4.6.4 | Erlebnistherapie | 25 |
| 3.4.6.5 | Warum Erlebnispädagogik? | 27 |
| 3.4.6.6 | Ziele moderner Erlebnispädagogik | 27 |
| 3.4.6.7 | Die Aktualität von Erlebnispädagogik | 28 |
| 3.5 | Die Komponente Outdoor – Lernen in und von der Natur | 29 |
| 3.5.1 | Outdoor | 29 |
| 3.5.2 | Systemdenken und Ökosysteme | 30 |
| 3.5.3 | Die Nachhaltigkeit des Lernens | 31 |
| 3.6 | Bestehende Programme und Profile einer Nachhaltigkeitsbildung | 31 |
| 3.7 | Auswahl geeigneter Methoden für Nachhaltigkeitskompetenz | 33 |
| 3.7.1 | Der Begriff „didaktisches Modell“ | 34 |
| 3.7.2 | Die Funktion didaktischer Modelle | 34 |
| 3.7.3 | Die Auswahl geeigneter didaktischer Modelle | 34 |
| 3.7.4 | Verknüpfung der Modelle mit den Lehrzielen | 38 |
| 3.7.4.1 | Fachliche Ziele | 38 |
| 3.7.4.2 | Instrumentelle Ziele | 39 |
| 3.7.4.3 | Mentale Ziele | 40 |
| 3.7.5 | Zusammenfassung der methodischen Auswahl | 41 |
| 3.8 | Programmplanung | 41 |
| 3.9 | Evaluation der Maßnahme | 43 |
| 3.9.1 | Qualitätsmanagement | 44 |
| 3.9.2 | Begriffsdefinition | 44 |
| 3.9.3 | Voraussetzungen für Evaluation | 45 |
| 3.9.4 | Evaluationsmodelle | 45 |
| 3.9.5 | Arbeitsschritte eines Evaluationsprozesses | 46 |
| 3.9.5.1 | Auswahl der Methoden | 47 |
| 3.9.5.2 | Konkrete Festlegung des Messinstrumentes | 48 |
| 3.9.5.3 | Interpretation der Ergebnisse und Abschlussbericht | 48 |
| 3.9.6 | Zusammenfassung | 49 |
| 3.9.7 | Evaluation von Erlebnispädagogik | 50 |
| 3.10 | Kritische Beurteilung der gewählten Methode | 50 |
| C. | Ergebnisse | 51 |
| 1. | Zielformulierung | 51 |
| 1.1 | Bedarf | 51 |
| 1.2 | Angebotsstruktur | 51 |
| 1.3 | Zielgruppenanalyse | 52 |
| 1.4 | Lernort | 54 |
| 1.5 | Lernzeit | 54 |
| 1.6 | Inhalte | 55 |
| 1.7 | Ziele | 55 |
| 1.7.1 | Sustainability Leaders – erwarteter Output für den Lernenden | 55 |
| 2. | Methodenwahl | 56 |
| 2.1 | Modul 1: Grundlagen | 57 |
| 2.2 | Modul 2: Feldarbeit | 59 |
| 2.2.1 | Outdoor und Erleben | 62 |
| 2.3 | Modul 3: Ergebnispräsentation | 63 |
| 3. | Durchführung | 64 |
| 4. | Evaluation | 65 |
| 4.1 | Benennung des Betrachtungsbereiches | 65 |
| 4.2 | Auswahl von Kriterien und Indikatoren | 66 |
| 4.3 | Auswahl einer geeigneten Untersuchungsmethode | 67 |
| 4.4 | Erstellen der einzelnen Erhebungsinstrumente | 68 |
| 4.5 | Zusammenfassung der Evaluation | 69 |
| D. | Zusammenfassung und Ausblick | 70 |
| 1. | Ausblick | 71 |
| Literaturverzeichnis | 74 | |
| Glossar | 77 | |
| Abbildungsverzeichnis | 78 | |
| Anlagen | 79 | |
| Erklärung | 82 |
Textprobe:
Kapitel 3.4.6.7, Die Aktualität von Erlebnispädagogik:
Die ursprünglichen Ziele des Erfahrungslernen haben nichts an Aktualität verloren. Gerade heute sind die sozialen Kompetenzen in immer engerem Zusammenleben wichtiger denn ja, das Alltagsleben ist konfliktträchtig und zunehmende Mobilität führt zum Verfall gewachsener Systeme. Die Zahl an erlebnispädagogischen Einrichtungen ist in den letzten Jahren gestiegen ebenso wie das Angebot an Trainings und Firmen, die diese anbieten.
Kapitel 3.5, Die Komponente Outdoor – Lernen in und von der Natur:
Kapitel 3.5.1, Outdoor:
„Outdoor“ als englischer und mittlerweile „eingedeutschter“ Begriff beschreibt Aktivitäten draußen in der Natur. Der Begriff ist zum Synonym für Aktionen und Bewegung in der Landschaft geworden, weshalb er in dieser Arbeit auch in dem Verständnis gebraucht wird.
Die sogenannten Outdoor-Aktivitäten haben das Verständnis der Erlebnispädagogik in dem Sinne geprägt dass man meinen könnte, Naturlandschaften wären Voraussetzung für diese Art des Lernens.
Tatsächlich können viele Übungen in jeglicher Atmosphäre stattfinden, die nicht ablenkend wirkt – theoretisch kann auch eine Turnhalle für Teamaufgaben genutzt werden. Programme wie „City Bound“ verlagern die Trainings in die Stadt und somit in das direkte Umfeld und das „Abenteuer Leben“ der Menschen.
Dabei sei kurz auf die sogenannten Lernzonen eingegangen. Unterschieden werden die Komfort-, die Lern- und die Panikzone. In der Komfortzone hat jeder seinen sicheren, bekannten Komfortbereich, in dem man sich wohl und sicher fühlt. Er dient als Rückzugsbereich, in dem grundlegend neue Erfahrungen nicht möglich sind.
Verlässt man diese Zone steigt die Herausforderung. Überwindung und sogar Angst führen in einem weiteren Schritt zur Panikzone. Genau in diesem Übergang von der Komfortzone liegt die Lernzone. Sind die neuen Erfahrungen positiv wächst die Komfortzone. Dringt man zu weit vor, steigt das Risiko zu scheitern. Die Komfortzone kann besonders leicht in der Natur überschritten werden.
Somit spielt der Outdoorgedanke nach wie vor eine wichtige Rolle. Neue und faszinierende Landschaften dienen zum einen als Motivationsfaktor, sie öffnen die Bereitschaft für neue Erfahrungen und machen Lust, Spaß an der Aktion.
Erfahrungen in der Natur, Outdoor, sind aufgrund ihrer hohen Intensität und subjektiven Einzigartigkeit besonders geeignet, lange in der Erinnerung zu bleiben und im Sinne eines „Memoryeffekts“ abrufbar und mit Gelerntem verknüpft zu werden.
Grenzerfahrungen diesseits der individuellen Komfortzone sind in einer extremen, unbekannten aber positiv wirkenden Umgebung sehr schnell zu machen. Die Natur bietet wirkliche Extreme, an denen hautnah eigene Erfahrungen gemacht und reflektiert werden können. Vorausschauendes Planen ist hier von immenser Bedeutung, da Fehler in der Natur ganz andere Auswirkungen haben können als in einer gewohnten und gesicherten städtischen Umgebung, in der Extreme oftmals nur simuliert werden können.
Kapitel 3.5.2, Systemdenken und Ökosysteme:
Die Vorteile einer erlebnispädagogischen Komponente für die Nachhaltigkeitsbildung wurden dargestellt und mit der Komponente Outdoor verknüpft. Entsprechend der angestrebten Gestaltungskompetenz für Nachhaltigkeit ist aber auch die instrumentell-fachliche Kernkompetenz des Systemdenken eng mit der Natur verknüpft. Wie eingangs erläutert stellen natürliche Ökosysteme ein ideales Beispiel für die Demonstration und das Verstehen von Kausalzusammenhängen dar. Die in der Schulzeit kennen gelernten „Nahrungsketten“ zum Beispiel sind in Wirklichkeit vereinfachte Nahrungsnetze. An dieses Vorwissen kann gemäß didaktischer Prinzipien angeknüpft werden und solche Netzwerke an vielfältigen Beispielen konkret erlebt werden.
Grundsätze und Gesetzmäßigkeiten die von der Natur gelernt werden können auf Fragestellungen des Alltag übertragen werden. Beispiele für solche erfolgreichen Strategien der Natur erwachsen aus der Organisation in Netzwerken (neuronale Netze). Diese sind hochflexibel in ihrer Reaktion auf Umweltveränderungen - wenn ein Nodium (Netzwerkknoten) ausfällt, werden Informationen umgeleitet und im System abgefangen. Es gibt dabei normal vernetzte und hoch vernetzte Nodien. Die hochvernetzten sind die wichtigsten Informationsknoten deren Ausfall am schwerwiegendsten ist, die aber auch die sicherste Stellung aufgrund ihrer vielfältigen Absicherung durch Internodien (Verbindungen zwischen den Nodien) besitzen. Systemdenken ist Denken in Begriffen von Beziehungen, Verbundenheit und Zusammenhang.
Aus solchen Gesetzmäßigkeiten an dem Beispiel der Natur lassen sich Strategien für das menschliche Leben, für soziale Netzwerke übertragen. Das für eine Nachhaltigkeitskompetenz substantielle Systemdenken lässt sich daran anschaulicher erlernen.
Lerninhalt ist Natur deshalb, da sich hier Vernetzungen aus dem Ökosystemverständnis in idealer Weise darstellen, ableiten und übertragen lassen. Es soll somit ein Modell von Vernetzung erstellt werden, dessen Beziehungsgefüge und Gesetzmäßigkeiten auf andere Bereiche des Managements bzw. des Alltagslebens mit seinen Entscheidungsprozessen übertragen werden können. Anhand der vielfältigen Beispiele und Demonstrationsmöglichkeiten wird ein sehr theoretisches Konstrukt anschaulich darstellbar und entsprechend den verschiedenen Lerntypen didaktisch erfolgreicher lehrbar. Ein weiteres Beispiel für den Lerninhalt Natur ist die Bionik, die Ableitung technischer Entwicklungen aus der Biologie.
Lernmedium ist Natur deshalb, da eine didaktische Verknüpfung der Lerninhalte mit erlebnisorientiertem Lernen erfolgen soll, was aus vielfältigen Gründen in der Natur stattfindet, wie im Abschnitt Erlebnispädagogik erläutert wurde.
Die beispielhafte Themenwahl „Managementplan für eine Naturregion“ des hier entwickelten Trainings ist zudem eng mit naturräumlichen Fragen verknüpft, die vor Ort erkundet und erlebt werden, um ein tieferes und dauerhafteres Verständnis der Beziehungen zu erwirken.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836604642
Arbeit zitieren:
Luthe, Tobias Januar 2005: Sustainability Leadership Training, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Führungskraft, Nachwuchs, Nachhaltige Entwicklung, Berufliche Fortbildung, Bildung



