Supply Chain Controlling
Integration von APS und SCOR Modell
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Wojciech Syrzysko
- Abgabedatum: August 2006
- Umfang: 93 Seiten
- Dateigröße: 705,0 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9997-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9997-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9997-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Syrzysko, Wojciech August 2006: Supply Chain Controlling, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Logistik, Supply Chain, APS, Wertschöpfung, Referenz
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Diplomarbeit von Wojciech Syrzysko
Problemstellung Mit der Entwicklung von neuen Maschinen, Technologien, dem enormen Zuwachs der Weltbevölkerung und zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Problemen weltweit verändern sich auch die Wettbewerbsbedingungen, denen Unternehmen heutzutage ausgesetzt sind. Die wirtschaftliche Dynamik, Globalisierung, Ressourcenknappheit und steigender Energiebedarf stellen Herausforderungen dar, mit denen nicht nur internationale Konzerne, sondern auch kleine Unternehmen zu kämpfen haben. Hinzu kommt der schnelle Wandel von Kundenanforderungen und neuen Trends; z.B. wurde das Internet innerhalb von einem Jahrzehnt zu einem unersätzlichen Instrument für das Funktionieren von Unternehmen.
Die Unternehmen sind heute nicht mehr in der Lage alleine auf dem Markt zu bestehen. Für viele besteht die einzige Chance weiter erfolgreich zu sein oder überhaupt zu überleben nicht mehr in der Konzentration auf ihre Kernkompetenzen, sondern in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, Bildung von Kooperationen und Wertschöpfungsketten (Supply Chains). Die Bildung von Supply Chains (SC) hat dazu geführt, dass nicht die einzelnen Unternehmen miteinander im Wettbewerb stehen, sondern vor allem ganze Wertschöpfungsketten. Die Integration der Geschäftsprozesse über die Grenzen der jeweiligen Unternehmen hinaus, von Rohstofflieferanten bis hin zu Endkunden bzw. Endverbrauchern, gestaltet sich aber als eine sehr komplexe Aufgabe. Von dem Zusammenspiel der Partner hängt der Erfolg oder Misserfolg der gesamten SC ab. Alle Aktivitäten, insbesondere die Planung, Steuerung, Verwaltung und Optimierung der Prozesse entlang der Wertschöpfungskette müssen auf die Zufriedenstellung der Bedürfnisse von Endkunden ausgerichtet werden. Aber wie soll das Zusammenspiel der Akteure funktionieren und kontinuierlich optimiert werden?
Vor diesem Hintergrund kommt dem Controlling und Informationssystemen eine wesentliche Bedeutung zu. Die Funktion des Controllings ist vielfältig. Seine wichtige Rolle kann mit dem bekanntem Zitat von Harrington (1991) erklärt werden: „if you cannot measure it, you cannot control it. If you cannot control it, you cannot manage it. If you cannot manage it, you cannot improve it”. Es reicht aber nicht, das Controlling in den einzelnen Unternehmen einzusetzen, um das Management von Wertschöpfungsketten zu unterstützen. Das Zusammenwirken der Beteiligten an einer SC braucht ein einheitliches, gemeinsames „Werkzeug“. Als logische Konsequenz rückt also das Supply Chain Controlling (SCC) in den Vordergrund, das die Ziele und Aufgaben des Controllings entlang der gesamten SC erfüllen soll. Hierbei können verschiedene Instrumente und Modelle angewendet werden, wie etwa das Supply Chain Organisation Reference Modell (SCOR-Modell) des Supply Chain Council.
Um die Anforderungen des Supply Chain Controlling und des Supply Chain Management (SCM) als Ganzes zu erfüllen, sind integrierte Software-Systeme notwendig. Mit der steigenden Komplexität zeigten sich die Schwächen der bisherigen Konzepte. Die Weiterentwicklung führte zu Advanced Planning Systems (APS), die die Planung, Steuerung, Gestaltung und nicht zuletzt die Kontrolle von Wertschöpfungsketten wesentlich verbessern sollen.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IIV | |
| TABELLENVERZEICHNIS | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 3 |
| 2. | SUPPLY CHAIN MANAGEMENT | 4 |
| 2.1 | Begriffliche Erläuterung des SCM | 4 |
| 2.2 | Grundprinzipien und Ziele | 6 |
| 2.3 | Aufgabenspektrum des SCM | 8 |
| 2.3.1 | Normatives SCM | 9 |
| 2.3.2 | Strategisches SCM | 10 |
| 2.3.3 | Operatives SCM | 11 |
| 3. | CONTROLLING | 13 |
| 3.1 | Definition und Funktionen des Controllings | 13 |
| 3.2 | Übersicht der Controllingziele | 17 |
| 3.3 | Aufgaben des Controllings | 19 |
| 4. | SUPPLY CHAIN CONTROLLING | 22 |
| 4.1 | Begriff des Supply Chain Controlling | 22 |
| 4.2 | Funktionen des SCC | 24 |
| 4.3 | Instrumente des SCC | 26 |
| 4.3.1 | Kennzahlen und Kennzahlensysteme | 26 |
| 4.3.2 | Prozessmapping | 29 |
| 5. | SCOR – SUPPLY CHAIN ORGANIZATION REFERENCE MODEL | 32 |
| 5.1 | Aufbau und Inhalt des SCOR-Modell | 32 |
| 5.2 | Prozesse des SCOR-Modells | 35 |
| 5.3 | Ebenen des SCOR-Modells | 36 |
| 5.4 | Messgrössen und Best Practices im SCOR-Modell | 39 |
| 6. | ADVANCED PLANNING SYSTEMS | 43 |
| 6.1 | Entwicklung der betrieblichen Planungssysteme | 43 |
| 6.1.1 | Material Requirements Planning und Manufacturing Resource Planning | 43 |
| 6.1.2 | Enterprise Resource Planning | 45 |
| 6.2 | APS - die fortgeschrittenen Planungssysteme | 46 |
| 6.3 | Architektur der APS | 48 |
| 6.3.1 | Strategic Network Planning | 49 |
| 6.3.2 | Demand Planning | 50 |
| 6.3.3 | Master Planning | 51 |
| 6.3.4 | Demand Fulfillment und ATP | 52 |
| 6.3.5 | Production Planning und Scheduling | 53 |
| 6.3.6 | Distribution und Transport Planning | 53 |
| 6.3.7 | Purchasing und Material Requirements Planning | 55 |
| 7. | INTEGRATION VON APS UND SCOR-MODELL | 56 |
| 7.1 | Rahmenbedingungen der Integration von APS und SCOR-Modell | 56 |
| 7.2 | Integration der einzelnen APS-Module mit SCOR-Modell | 58 |
| 7.2.1 | Integration des Strategic Network Planning mit SCOR-Modell | 58 |
| 7.2.2 | Integration des Demand Planning mit SCOR-Modell | 60 |
| 7.2.3 | Integration des Master Planning mit SCOR-Modell | 61 |
| 7.2.4 | Integration des Demand Fulfillment und ATP mit SCOR-Modell | 63 |
| 7.2.5 | Integration der Distribution- und Transport Planning mit SCOR-Modell | 65 |
| 7.2.6 | Integration des Production Planning und -Scheduling mit SCOR-Modell | 66 |
| 7.2.7 | Integration des Purchasing und Material Requirement Planning mit SCOR-Modell | 68 |
| 7.3 | Ergebnisse | 68 |
| 8. | ZUSAMMENFASSUNG | 72 |
| LITERATURVERZEICHNIS | 74 | |
| ANHANG | 84 | |
| Anhang 1 | Die 10 Prinzipien des SCM von PriceWaterCooper | 84 |
| Anhang 2 | Entwicklungspfad der Logistik | 85 |
| Anhang 3 | Das SCOR-Modell als Referenzmodell | 86 |
| Anhang 4 | Definitionen der Kennzahlen der 1. Ebene im SCOR-Modell | 87 |
| Anhang 5 | Module des ERP-Systems anhand SAP R/3 | 88 |
| Anhang 6 | Vorgehensweise des SCOR-Modells | 89 |
| Anhang 7 | Herstellungsprozess make-to-stock | 90 |
Textprobe:
Kapitel 3.2: Aufgaben des Controllings Aus den vielfältigen Funktionen und Zielen des Controllings lassen sich die Aufgaben ableiten. Nach der Einteilung der Controllingfunktionen lassen sich drei Hauptaufgaben des Controllings feststellen (siehe Kapitel 3.1):
Zielorientierte Koordination der unternehmensführungsteilprozes-se (Planungs-, und Kontrollsystem, Informationsversorgungssys-tem), Sicherstellung der Informationsversorgung, Gestaltung und Funktionssicherung der Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse.
Da in der vorliegenden Arbeit die strategische und operative Sicht in den Konzepten von SCM, SCOR-Modell und APS dargestellt wird, erscheint es sinnvoll an dieser Stelle die Controllingaufgaben aus dem Winkel der beiden Perspektiven darzustellen.
Strategisches Controlling unterstützt die langfristige Unternehmenspolitik bei der strategischen Planung und Kontrolle. Dabei spielt die Wahrnehmung der Managementaufgaben hinsichtlich der strategischen Planung eine wesentliche Rolle. Strategisches Controlling orientiert sich an zukunftsorientierten Zahlen und Ereignissen und berücksichtigt externe Entwicklungs- und Einflussfaktoren mit dem Ziel, die Unternehmensexistenz langfristig und nachhaltig zu sichern. Es versucht, einerseits die Chancen und Risiken unternehmensintern und -extern rechtzeitig zu erkennen und zu beachten sowie andererseits die zukünftigen Ergebnisse zu ermitteln und zu planen. Zu diesen Zwecken hat das Strategische Controlling die Planungs-, Kontroll-, Koordinations- und Informationsversorgungsaufgaben zu erfüllen.
Operatives Controlling wiederum sichert die kurz- und mittelfristig aufgestellten Ziele des Unternehmens. Damit sind insbesondere die Erfolgsziele, Sicherung der Liquidität und der Rentabilität im Fokus. Es orientiert sich an den vergangenheits- und/oder gegenwartsbezogenen Zahlen und Ergebnissen. Es ist weitgehend beschränkt auf das interne Geschehen im Unternehmen und wird wesentlich durch internes Rechnungswesen unterstützt. Durch die Koordination der Führungsteilsysteme innerhalb eines Ziel-, Ressourcen- und Handlungsalternativenrahmens soll eine optimale Ausrichtung des Unternehmens erreicht werden. Die aktuellen Entwicklungen sollen über Soll-Ist-Abweichungen analysiert und den Ergebnissen entsprechend eventuelle kurz- bzw. mittelfristige Maßnahmen formuliert werden. Für die Maßnahmen sind die zuständigen Führungskräfte verantwortlich.
Die strategischen und operativen Bereiche des Controllings sind miteinander eng verknüpft und sollten auf keinem Fall als ein Gegensatz gesehen werden. Einerseits gibt das strategische Controlling die langfristigen Ziele vor, die operativ umsetzbar sein müssen. Andererseits dürfen die kurz- bzw. mittelfristigen Maßnahmen und Handlungen nicht die Erreichung der langfristigen Ziele gefährden.
40 Leistungsattribute sind Eigenschaften von Supply Chains, die die Analyse und Bewertung der SC gegenüber anderen Supply Chains ermöglichen. Ohne die standardisierten Leistungsattribute wäre es sehr schwer, unterschiedliche Organisationen miteinander zu vergleichen, wie bspw. eine mit einer Low-Cost-Strategie mit einer anderen mit HighQuality-Strategie.153 Die detaillierte Beschreibung der Kennzahlen im SCOR-Modell und die einheitliche Sprache schaffen die Basis zu einem gemeinsamen Verständnis der Prozesse und somit die Voraussetzung für die Optimierung und Weiterentwicklung der Unternehmen. Es stellt sich nun aber die Frage, wie sich die Optimierung der Prozesse in den einzelnen Unternehmen tatsächlich auf den Erfolg der gesamten Kette auswirkt. Wenn ein Unternehmen weitere Potenziale zur eigenen Gewinnerhöhung auf Kosten anderer erkennt und damit eine Stärkung der eigenen Position auf dem Markt realisieren kann, ist es durchaus denkbar, dass dieses Unternehmen die Situation ausnutzen wird. Man sollte hierbei darauf achten, dass die meisten Unternehmen in vielen verschiedenen Netzwerken tätig sind. Lieferanten beliefern oft Unternehmen die miteinander konkurrieren. Es scheint realistisch, dass die Akteure der Wertschöpfungskette dann miteinander kooperieren, wenn die Kooperation für sie mehr Vorteile als Nachteile bringt. Außerdem kommt der Integration und dem Vertrauen eine wichtige Rolle zu. Abgesehen jedoch von der Frage des Nutzens des SCOR-Modells in der Praxis, lässt sich nicht verneinen, dass es eine gute Möglichkeit darstellt, die Leistungsfähigkeit einer Wertschöpfungskette durch ein Benchmarking mit anderen Ketten zu vergleichen. Im Rahmen der Supply Chain Management Benchmarking Series (vorher Integrated Supply Chain Benchmarking Study), einer Studie des Supply Chain Councils, wurden Informationen und Erfahrungen über alle Kennzahlen der ersten Ebene und einige der zweiten und der dritten Ebene gesammelt. Basierend auf diesen Informationen und Evaluierung der Kennzahlen können alle Anwender des Modells ihre Messgrößen mit diesen vergleichen. Darüber hinaus konnten auch Best Practices identifiziert werden.154 [...]
Tabelle 6: Hauptkennzahlen der Ebene 1 im SCOR-Modell in Anlehnung an Supply Chain Council (2005) S.9.150 Die „Cash-to-Cash cycle time“, als ein Beispiel für Kennzahlen der ersten Ebene, eignet sich sehr gut als Maßstab für die Effizienz in der Auftragsabwicklung. Mit dieser Kennzahl wird der Zeitraum gemessen, von der Bezahlung des Lieferanten bis zum Erhalt des Rechnungsbetrages vom Kunden.151 Derartige Messgrößen erlauben die Darstellung von verschiedenen Leistungsperspektiven, und ermöglichen einen Abgleich von verschiedenen Zielsetzungen, wie z.B. erhöhte Produktverfügbarkeit und schnelle Produktlieferung bei möglichst geringen Lagerbeständen. Dieser Abgleich wirkt sich dann wiederum auf den Gesamterfolg des Unternehmens und somit auch auf die SC aus. Eine Verkürzung von Lieferzeiten beispielsweise ohne Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Bestandsreichweite wäre völlig falsch. 152 Die [...]
Abbildung 6: Messgrößenhierarchie im SCOR-Modell in Anlehnung an Becker (2002) S. 82. Die Messgrößen (metrics) auf der ersten Ebene liefern ein Überblick über die Supply Chain aus Sicht des Managements. 147 Mit diesen Kennzahlen können die Anwender des SCORModells messen, wie erfolgreich sie in der Erreichung der Ziele gegenüber dem Wettbewerb sind. Da die erste Ebene die fünf Hauptprozesse beschreibt, ist es möglich, dass es zu zeitlichen Überschneidungen und Überlappungen zwischen den Prozessen kommt. Auf der zweiten Ebene findet die Messung der Leistung der Prozesse in den Prozesskategorien statt. Und letztendlich liefert die dritte Ebene Kennzahlen zur Festlegung von Verbesserungsansätzen und zur Verfolgung der Verbesserungsmaßnahmen.148 Die Kennzahlen auf allen Ebenen werden zusätzlich in fünf Kategorien an Leistungsattributen (Performance Attributes) unterteilt: SC-reliability, SC-responsiveness, SC-flexibility, SC-cost and SC-assets. Die ersten drei beziehen sich auf die externen Bereiche (kundenbezogen) und [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832499976
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Logistik, Supply Chain, APS, Wertschöpfung, Referenz




