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Sucht und Gesellschaft

Eine Beschreibung einer konstruktivistischen Auseinandersetzung und eines Projekts zur Suchtprävention mit konstruktivistischen Vorgaben

Sucht und Gesellschaft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Robert Korb
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 254 Seiten
  • Dateigröße: 918,6 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Evangelische Fachhochschule Freiburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6890-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6890-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6890-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Korb, Robert Dezember 2002: Sucht und Gesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konstruktivismus, Pädagogik, Systemtheorie, Sportvereine, Vorbildfunktion

Diplomarbeit von Robert Korb

Einleitung:

Diese Arbeit setzt sich aus drei Teilen zusammen. Teil setzt sich mit der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie des Konstruktivismus auseinander und stellt seine Denkstrukturen und Prinzipien vor.

In der Einführung soll es zunächst darum gehen, warum es notwendig war, dies Theorie zu begründen. Die Erklärung wichtiger Begriffe soll dazu beitragen, dass die Theorie verständlich wird. Eines dieser Begriffe ist das System oder die Systemtheorie, die in enger Verwandtschaft zum Konstruktivismus steht. Auf diese Theorie wird besonders ausführlich eingegangen, da sie Brücke zum nächsten Themenkomplex schlägt, die Auseinandersetzung mit dem Thema gesellschaftliche Phänomene und Konstruktivismus.

Eines dieser Phänomene ist das menschliche Handeln, welches im Anschluss auf die Spur gegangen wird. Menschliches Handeln steht im Bezug zu Ethik, Moral und Recht.

Das Ende des ersten Teils soll vor allem als Vorbereitung zu den nächsten Kapiteln dienen und beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Pädagogik und Konstruktivismus bzw. Pädagogik und Systemtheorie.

Kapitel zwei ist dann komplett der Auseinandersetzung von Sucht in unserer Gesellschaft gewidmet. Natürlich ist diese Diskussion am Konstruktivismus und der Systemtheorie orientiert. Diskutiert werden der Grund der Auseinandersetzung der Gesellschaft mit dem Thema Sucht, verschiedene Definitionen von Sucht sowie Suchtmuster. Im zweiten Teil dieses Kapitels werden dann verschiedene Umgangsformen von Sucht vorgestellt.

Eine dieser Umgangsformen ist die Suchtprävention (Suchtvorbeugung). In einer ausführlichen Auseinandersetzung werden verschiedene Ansätze der Suchtprävention und deren Menschenbilder diskutiert sowie Modelle der Suchtprävention vorgestellt. Unter anderem soll auch auf die Möglichkeiten von konstruktivistischer Suchtprävention hingewiesen werden.

Im abschließenden dritten Kapitel wird dann in aller Ausführlichkeit das Präventionsprojekt des Sportvereins SG Köndringen-Teningen aus dem Frühjahr 2002 vorgestellt und beschrieben, welches im Rahmen dieser Arbeit begleitet wurde und den Titel hatte: „Rolle der Vorbildfunktion in der Suchtprävention im Sportverein“. In diesem dritten Teil wird Stellung bezogen zur spezifischen Charakteristik der Kultur des Sportvereins, die sich unter anderem durch eine besondere Form der Gemeinschaft und auch des Trinkverhaltens kennzeichnet. Begriffe wie Verantwortung und Vorbildfunktion sollen wie auch bereits zuvor am Ende des zweiten Kapitels diskutiert werden. Ausführlich wird der Werdegang dieses Projektes von der Idee bis zur Auswertung begleitet.

Diese Arbeit ist keine empirische Arbeit, auch wenn sie sich empirischer Mittel zur Bestandsaufnahme bedient hat. Sämtliche durchgeführte wissenschaftliche Methoden werden in dieser Arbeit nur als Hilfswerk bzw. als zusätzliche Quelle verwendet. Daher sind die Ergebnisse, sofern man sie Ergebnisse nennen kann, im Anhang oder näherer Erklärung und Auswertung wiederzufinden. In diesem Anhang sind auch Auszüge von Transkriptionen von den Veranstaltungen integriert worden, die ebenfalls als Quelle in der Diplomarbeit dienlich sein sollen. Allerdings spiegelt der Anhang auch die Vorgehensweise des Projekts wieder und gibt Aufschluss über dessen Inhalte.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 9
EINLEITUNG 10
1. KONSTRUKTIVISMUS UND GESELLSCHAFT 12
1.1 Einführung in den Konstruktivismus 12
1.1.1 Was ist die Wirklichkeit? Ein Streifzug durch die Geschichte 12
1.1.2 Verabschiedung von Weltbildern 14
1.2 Der Konstruktivismus 15
1.2.1 Definition 15
1.2.2 Neurobiologische Abläufe 16
1.2.3 Wichtige Begriffe des Konstruktivismus 18
1.2.4 Das System (Systemtheorie) 21
1.2.5 Zusammenfassung 25
1.3 Konstruktivismus im alltäglichen Leben 26
1.4 Konstruktivismus und die soziale Systemtheorie 27
1.4.1 Entstehung und Bedeutung sozialer Systeme 27
1.4.2 Das Makrosystem Gesellschaft 29
1.4.3 Bedeutung von Werten, Moral und Recht in sozialen Systemen 31
1.5 Motive menschlichen Verhaltens 33
1.5.1 Ethik 33
1.5.2 „Imaginäres“, „Symbolisches“, „Rückkopplung“ und „Reales“ 35
1.6 Kultur 37
1.7 Pädagogik im Konstruktivismus 40
1.7.1 Definition von Pädagogik 41
1.7.2 Lehre und Lernen im Konstruktivismus 42
1.7.3 Erwartungen an die Pädagogik in der Gesellschaft 44
1.7.4 Erziehungsstile in der Gesellschaft 46
1.7.5 Konstruktivistische Pädagogik 47
2. WAS IST SUCHT? 50
2.1 Warum beschäftigt sich die Gesellschaft mit Sucht? 50
2.1.1 Richtet Sucht Schaden an? 50
2.1.2 Warum konsumiert die Gesellschaft Alkohol, Drogen oder Nikotin? 54
2.2 Was ist Sucht? 58
2.2.1 Definitionen von Sucht 58
2.2.2 Verschiedene Suchtmuster 61
2.2.2.1 Sucht als Krankheit 62
2.2.2.2 Sucht als Zustand krimineller Lebensweise 66
2.2.2.3 Sucht als selbstgewählte Lebensform 69
2.2.3 Zusammenfassung: Was ist Sucht? 71
2.3 Umgang mit Sucht 71
2.4 Prävention 75
2.4.1 Traditionelle Suchtprävention 75
2.4.2 Konstruktivistische Suchtprävention 82
3. PROJEKT 88
3.1 Gesellschaftliche Vorrausetzungen im Sportverein 88
3.1.1 Kultur des Sportvereins 88
3.1.2 Sportverein und Jugendarbeit/Pädagogik 94
3.1.3 Ausgangssituation für das Projekt 97
3.2 Die Projektvorbereitung 98
3.3 Durchführung der Planungsschritte 100
3.3.1 Notwendigkeit herausfinden 100
3.3.2 Projektzielvereinbarungen 102
3.3.3 Rahmenbedingungen festlegen 104
3.3.4 Verantwortungsbereiche festlegen 106
3.3.5 Was ist sonst noch wichtig? 111
3.4 Projektdurchführung 111
3.4.1 Einführungsveranstaltung 112
3.4.2 „Seminar 1“ 113
3.4.3 „Seminar 2“ 114
3.4.4 Aktionstag 115
3.4.5 Auswertungsveranstaltung 118
3.5 Auswertung des Projekts sowie der einzelnen Teilschritte 119
3.5.1 Einführungsveranstaltung 120
3.5.2 Seminar 1 122
3.5.3 Seminar 2 124
3.5.4 Aktionstag 125
3.5.5 Auswertungsveranstaltung 127
3.5.6 Gesamtprojekt 128
3.6 Persönliches Fazit 130
4. FAZIT 133
4.1 Konstruktivismus und Systemtheorie 133
4.2 Sucht und Konstruktivismus 134
4.3 Schlussbemerkung 136
LITERATURVERZEICHNIS 137
INTERNET-QELLENVERZEICHNIS 141
ANHANG

Automatisiert erstellter Textauszug:

165 denk wenn, wenn ein Trainer oder ein Vater oder eine Muter oder eine Trainerin oder wie auch immer ähm durch ihre Persönlichkeit und durch ihr Auftreten und durch ihr Handeln vor allem Werte vermitteln kann dann dann ist es dann ist es denk´ ich uninteressant ob ob da jetzt ähm Alkohol getrunken wird oder nicht. Wie denscht Du wirst Du Dich gegenüber Deinen Kindern verhalten oder wie siehst Du Deine Position da. Wie wirst Du sie erziehen? Ich wird´sie nicht so erziehen wie ich erzogen worden bin. Das ist mal der erste Punkt. (5) Offen, ehrlich, direkt Wirst Du darauf achten, was sie für - in welchen Umfeld sie sich bewegen? Ich werd´s beobachten ja, (3) Sag´ ich mal. Aber das ist alles, das ist alles ähm, das ist alles, das ist mir gerade zu theoretisch. Ähm, ich hab´ mir darüber auch noch nicht arg viel Gedanken gemacht. Ich hab´ da schon, ähm Maßstäbe so, die also einfach. Das was ich vorher auch schon gesagt hab eben, also Offenheit ja, also so eine Art schonungslose Offenheit auch ähm find´ ich wichtig. Also einfach die Dinge beim Namen zu nennen. Einfach, wie wie wie´s ist Das es das gibt und was passieren kann? Ja, Ja Und eben den Fehler den die Gesellschaft macht nicht machen, nämlich äh, dieses Verteufeln. Also ich will´s auch nicht verharmlosen, aber (5) Das ist ja immer ähm grad´ in der Pubertät halt auch, dass das das Verbotene reizt und so weiter und Alles und ähm pau mach das bloß nicht und so und da dann eher so´n versuchen ja einfach die Dinge beim Namen zu nennen einfach wie´s ist. Und halt ähm, was natürlich ganz wichtig ist, so ein Vertrauensverhältnis versuchen aufzubauen das dann auch mein Kind oder wenn´s dann auch älter ist, dann auch kommt wenn´s was wenn was konsumiert worden ist, so. Und dann nicht Angst haben muss, jetzt bricht da irgendwas zusammen oder so. Das ist natürlich fast das Wichtigste auch, ja. Und wirst Du darauf achten, wie Du Dich selbst vor dem Kind mit Suchtmittel sag´ ich mal oder potentiellen Suchtmittel so Rauchen ähm , Alkohol trinken gut Drogen, das ist ja denk´ ich sowieso dann nicht mehr drin aber, wirscht Du darauf achten oder? Ähm, beim Rauchen weiß ich das jetzt gar nicht, da hab´ ich mir jetzt noch gar keine Gedanken gemacht, also beim Zigaretten rauchen. Und (3) Also momentan kann ich mir´s nicht vorstellen, nochmal Alkohol zu trinken. Weil, einfach ich glaub´ nicht, dass ich mit Alkohol umgehen kann. Ich weiß nicht ob der Preis [...]

164 ne komische Art und Weise berührt bin. Insofern denk´ ich also würd schon gerne im Alltag suchtpräventiv tätig sein aber beruflich hab´ ich andere Ziele. Warum sollte man Suchtprävention forcieren? Wegen der Folgen ...gesundheitlich, sozial, ja, bis zum Tod halt hin. Und ist Deine Meinung, die Du jetzt darüber hast wa.. ist die ähnlich oder ist die anders, ganz anders wie vorher? Die ist ähm fast gleich, ja, also ich war eigentlich schon immer äh von von diesem Ansatz der akzeptierenden Drogenarbeit überzeugt so, also von nullschwelligen Angeboten sozusagen, bin´s eigentlich auch nach wie vor, ja In welcher Lebensphase sollte Suchtprävention beginnen? Also ich denk auf jeden Fall aktiv von Seiten der Eltern, von Seiten Lehrer, von Seiten ähm der Gesellschaft ähm zwischen zehn und zwölf. In welchen Lebensphasen sind welche Institutionen für Suchtprävention verantwortlich oder sollten in Deinen in Deinen Augen verantwortlich sein? (6) Also ich denk ähm (5) zur Schulzeit sollten sollten eigentlich ähm also Lehrer und Eltern gleichermaßen oder find ich sind gleichermaßen verantwortlich dafür, oder sollten sich verantwortlich fühlen dafür, ähm (4) ja und dannach (4) ist es schwierig weil´s dann auch schon oft zu spät sein kann ähm (3) ja Welche Rolle kann der Freizeitbereich spielen von Kindern und Jugendlichen? (4) Ich denk, das spielt ne sehr große Rolle also vor allem äh vor allem wenn wenn im Elternhaus Missstände da sind. Ich brauch ja nicht ähm unbedingt einen Vater als Vorbildfunktion das reicht ja wenn Kinder oder Jugendlicher eben eine Vorbildfunktion im Freizeitbereich hat, dann kann das viel ausgleichen was im Elternhaus schief läuft, sag´ ich mal, sei es im Sport oder in anderen Sachen (11). Da ist es dann aber auch halt wieder ähm, Sache der Schule oder der Eltern dann irgendwie Angebote zu vermitteln, dass ein Jugendlicher überhaupt dahin findet. Du hast ja schon angesprochen Vorbildfunktion, welche Rolle spielt Vorbildfunktion in der Suchtprävention. Vielleicht mal auch so diese Scalenfrage von eins bis zehn, zehn wieder das Höchste. Ich würd fast sagen neun zehn sogar fast schon. Wenn da jetzt der Jugendtrainer Bier trinkt ahm, denkscht Du dass das schon schädlich ist wenn der das das äh der Jugendspieler das sieht, das mitbekommt? Das kommt mal drauf an, wie alt der ist, ja, aber die Richtung, also. (7) Ich find´ die Persönlichkeit ist wichtiger wie, wie der Konsum jetzt mal also ich, also ich [...]

163 sivieren. Also, mein Freundeskreis beschränkt sich momentan auf fünf, vier oder fünf Personen, also das sind dann richtige Freundschaften. Und des sind äh bis auf einen sind des Ehemalige, also also Ex-Junkies sag´ ich mal die jetzt zweieinhalb bis drei Jahre clean sind jetzt. Wenn die rückfällig werden, dann ähm bricht dann bei mir auch irgendwas zusammen, also dann werd ich nicht zwangsläufig auch rückfällig aber dann muss ich mir halt ein anderen Freundeskreis suchen. Ähm, weil ich bei denen eben seh´ es geht, und ich seh´ auch wie´s geht und das ist wichtig. (3) Das ist eigentlich neben der Partnerin so die Hauptsäule sag´ ich mal die mich, die unterstützend ist, grade. Wenn Du´s jetzt beurteilen würdest von eins bis zehn, zehn ist das Beste, eins ist das Schlechteste. Wie würdest Du die drei Phasen beurteilen? Ja (7) Da würd´ ich dann sagen, das ist von null bis dreiundzwanzig. (3) Und (3) da würd´ ich ne sieben geben,(4) ja. Die zweite Phase sind dann die darauf folgenden sieben Jahre (8) Auf jeden Fall auch über fünf, aber keine sieben, also zwischen sechs und sieben, ja. Und jetzt? (8) Also momentan ist es noch sehr anstrengend. Und es wird auch das nächste Jahr noch sehr anstrengend werden. Es ist einfach ähm, ja, ist einfach so, dass das erste Jahr das härteste ist. Ich schwank so zwischen sechs und sieben. denkscht Du oder wenn Du zurücküberlegscht hast Du andere Leut dazu animiert Drogen zu nehmen bzw. dass sie süchtig wurden? Ne, klare Antwort, klares Nein Okay, wie wichtig findest Du Suchtprävention? Ja, imment wichtig, also ja sehr wichtig. Und denkst Du, dass sie in unserer Gesellschaft genügend wahrgenommen wird? Natürlich nicht (lacht) Ahm willst Du Dich persönlich für Suchtprävention engagieren bzw. engagierst Du Dich schon und in welcher Weise? Also ich engagier mich (4) nicht, also noch nicht würd´ ich sagen. Mir schwebt weniger die Suchtprävention sondern mehr dann die Arbeit mit Süchtigen vor, mit Jugendlichen. (3) Suchtprävention ist ein weites Feld, also wenn ein Jugendlicher auf mich zukommt der noch nicht süchtig ist und mich Dinge fragt über Sucht, ist es auch präventiv was ich ihm sag´, wenn ich´s ähm ja nicht grad´ irgendwie auf [...]

Arbeit zitieren:
Korb, Robert Dezember 2002: Sucht und Gesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konstruktivismus, Pädagogik, Systemtheorie, Sportvereine, Vorbildfunktion

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