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Sucht - (k)ein Thema im Alter

Epidemiologie von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit im dritten Lebensabschnitt und ihre Bedeutung für die Sozialarbeit

Sucht - (k)ein Thema im Alter
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Maria Vögtle, geb. Lais

Einleitung:

Es gilt dem Leben nicht nur Jahre zu geben, sondern den Jahren Leben zu geben. Langlebigkeit verpflichtet uns aber auch zu einem "gesunden Alter". Es kommt nicht darauf an, wie ALT man wird, sondern WIE man alt wird.

Ein Leben lang altern, ein Schicksal, das uns alle betrifft. Bin ich mir dessen bewußt?

Und dann bleibt noch die Frage, was "gesundes Altern" bedeutet. Gesundheit ist nach der WHO-Definition "körperliches, seelisch-geistiges und soziales Wohlbefinden". Es kommt also nicht nur auf den medizinischen, sondern auch auf den sogenannten "subjektiven Gesundheitszustand' an. ( Lehr in: Sozialministerium 1997, 13) Was passiert wenn sich jemand nicht gesund fühlt, wenn das Alter zur Last wird? Es ist leicht verständlich, daß die betroffene Person nach Hilfsmitteln Ausschau hält, die schnelle Linderung versprechen.

Handelt es sich bei den Hilfsmitteln um Medikamente und Alkohol, kann sich der scheinbare Problemlöser durch übermäßigen, länger anhaltenden Konsum als Problemverstärker, im Sinne einer Suchtmittelabhängigkeit entwickeln. Alte Menschen, die ihr aus welchem Grund auch immer empfundenes Unwohlsein mit Medikamenten und/oder Alkohol zu lindern versuchen, sind Zielgruppe der vorliegenden Diplomarbeit.

Gang der Untersuchung:

Das erste Kapitel ist mit "Alter und Altern in unserer Gesellschaft" überschrieben. Ältere Menschen bildeten schon immer einen Teil der Gesellschaft. Erst in neuerer Zeit werden sie als ein soziales Problem empfunden. Dies vor allem, da sich der Anteil der über 65jährigen an der Gesamtbevölkerung der hochentwickelten Gesellschaft in den letzten hundert Jahren verdreifacht hat und für das Jahr 2020 mit einem Drittel alter Menschen an der Gesamtbevölkerung gerechnet wird. Hintergründe für dieses Phänomen, das Erscheinungsbild der alten Menschen und mögliche belastende Situationen in denen sie leben, sind Inhalt des ersten Kapitels.

Ein mögliche Lösungsstrategie von Belastungen im Alter ist die Flucht in die Medikamenten- und Alkoholabhängigkeit. Bei süchtigen alten Menschen trifft man gleich auf zwei Tabuthemen: Alter und Sucht. Ob es sich dabei lediglich um ein kleines Grüppchen von Außenseitern oder um die Spitze eines Eisbergs handelt, wird im zweitenKapitel eruiert.

In dritten Kapitel wird die Bedeutung von Alter und Sucht für die Sozialarbeit aufgezeigt.

Im Abschnitt "Nachgefragt" haben alte Menschen und Praktiker die Möglichkeit erhalten, zum jeweiligen Thema ihre Erfahrungen und Meinungen zu äußern. Als aktuelle Ergänzung sind im Anhang Zeitungsartikel abgedruckt. Im Text wird auf die einzelnen Nummern im Anhang verwiesen.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 2
I. Alter und Altern in unserer Gesellschaft 4
1. Alterskategorien 4
2. Demographische Lage der älteren Menschen in der Bundesrepublik Deutschland 5
2.1. Altersstruktur der Bevölkerung 6
2.2. Gründe für die Veränderung der Altersstruktur 6
2.3. Nachgefragt - altere Menschen kommen zu Wort 8
3. Die Aufwertung bzw. Abwertung des Alters auf gesellschaftlicher Ebene 9
4. Altersbilder 10
5. Belastungen im Alter 12
5.1. Materielle Ausstattung 12
5.2. Wohnsituation 13
5.3. Pensionierung 15
5.4. Gesundheit 17
5.5. Soziale Kontakte 19
5.6. Partnerschaft 21
5.7. Sterben und Tod 21
5.8. Lebenssinn im Alter 23
II. Sucht - (k)ein Thema im Alter 24
1. "Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" Medikamente - das Risiko für Menschen im dritten Lebensabschnitt. .25
1.1. Definition von Mißbrauch und Abhängigkeit 25
1.2. Epidemiologie von Medikamentenmißbrauch 28
1.2.1. Die meistverkauften Arzneimittel 29
1.2.2. Die meistverordneten potentiell suchtauslösenden Mittel 30
1.2.3. Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel mit Mißbrauchspotential 33
1.2.4. Nachgefragt - ältere Menschen kommen zu Wort .. 36
2. "Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren." Alkohol - die Gesellschaftsdroge Nr. 1 37
2.1. Definition von Alkoholmißbrauch und Alkoholabhängigkeit 37
2.2. Bedingungsgefüge des Alkoholismus 39
2.3. Typologie des Alkoholismus .42
2.4. Verlaufsphasen des Alkoholismus 44
2.5. Diagnose 44
2.6. Suchttheorien 45
2.7. Epidemiologie von Alkoholkonsum in der Bundesrepublik Deutschland 47
2.7.1. Getränkeverbrauch 1995 47
2.7.2. Schädlicher Alkoholismus 49
2.7.3. Nachgefragt - Ältere Menschen kommen zu Wort 50
3. Mehrfachabhängigkeit durch Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit 52
III. Bedeutung von "Alter und Sucht" für die Sozialarbeit 53
1. Berufsbild von Sozialarbeitern in der Altenarbeit 53
2. Sozialarbeit in der Altenarbeit und der Altenhilfe 54
2.1. Stationärer Bereich von Alten- und Pflegeheimen 54
2.1.1. Nachgefragt 55
2.2. Ambulante Dienste 57
2.3. Offene Altenarbeit 58
2.3.1. Nachgefragt 58
3. Sozialarbeit in der Drogenpolitik 60
3.1. Repression .61
3.2. Suchtkrankenhilfe .61
3.2.1. Nachgefragt 63
3.3. Prävention 67
4. Aktueller Stand der Diskussion zum Thema "Alter und Sucht 68
4.1. Kritischerer Umgang mit Medikamenten 68
4.2. Eingeschränkte Verfügbarkeit von suchtauslösenden Arzneimitteln .69
4.3. Verhaltensprävention .70
4.4. Umgang mit alten Süchtigen in der Altenhilfe .71
4.5. Umgang mit alten Süchtigen in der Suchtkrankenhilfe 71
4.6. Enttabuisierung von Sucht im Alter 73
5. Eigene Stellungnahme zur Bedeutung von Alter und Sucht für die Soziale Arbeit 74
5.1 Sozialarbeiter müssen Profil zeigen 74
5.2. Der Soziale Dienst muß Teil stationärer Einrichtungen sein 75
5.3. Sozialarbeiter treten als Anwalt der Hilfsbedürftigen auf 75
5.4. Sozialarbeiter schaffen Strukturen für mehr Solidarität in der Gesellschaft 76
5.5. Sozialarbeit leitstet Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit 76
Schlußbemerkungen 77
Literaturverzeichnis 79
Anlagen Nr. 1-12

Arbeit zitieren:
Vögtle, geb. Lais, Maria Dezember 1997: Sucht - (k)ein Thema im Alter, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Medikamenten- und Alkoholsucht im Alter, Bedeutung von Sucht für die Sozialarbeit, Altern in unserer Gesellschaft, Sucht im Alter

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