Substitution von Reisebüros durch das Internet?
Das Konstrukt "Vertrauen" als Erklärungsgröße für das Fortbestehen einer Handelsstufe
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sabine Düx
- Abgabedatum: April 1999
- Umfang: 110 Seiten
- Dateigröße: 855,9 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2408-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2408-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2408-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Düx, Sabine April 1999: Substitution von Reisebüros durch das Internet?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Reisebüro, Internet, Vertrauen, Tourismus, Informationsökonomie
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Diplomarbeit von Sabine Düx
Gang der Untersuchung:
Diese Arbeit gliedert sich in fünf Teilbereiche. Im Rahmen des ersten Kapitels wird die allgemeine Hintergrundproblematik des Arbeitsthemas vorgestellt und anschließend auf das Fallbeispiel der Tourismusbranche übertragen. Der Leser wird mit den grundsätzlichen Charakteristika dieses exemplarisch herangezogenen Wirtschaftszweigs vertraut gemacht, indem der Tourismusmarkt mit seinen Akteuren, Besonderheiten des touristischen Produktes sowie der Dienstleistungs- charakter der Branche herausgearbeitet wird. Aktualität erlangt die gewählte Themenstellung durch die derzeitigen Entwicklungen innerhalb des Reisesektors, welche abschließend behandelt und eine Ursache für die gegenwärtigen Bewegungen im Handel dargestellt wird.
Kapitel 2 befaßt sich mit den theoretischen Grundlagen dieser Arbeit. Nach einer Einführung in das Gedankengut der Informationsökonomie werden allgemeine Funktionen des Handels herausgestellt. Auf dritter Ebene werden Spezifika des Reisebüros in seinem Dasein als Handelsbetrieb formuliert. Nach einer begrifflichen Klärung wird auf seine charakteristischen Handelsfunktionen eingegangen und ein Bezug zu den einführend behandelten informationsökonomischen Erkenntnissen hergestellt. Durch die Positionierung der im Reisebüro nachgefragten Produkte und Leistungen im informationsökonomischen Dreieck wird auf die Unsicherheitsprobleme touristischer Güter hingewiesen.
In Kapitel 3 wird das Internet als Repräsentant der Neuen Medien vorgestellt. Nach einer einleitenden Begriffsbestimmung wird auf Basis aktueller Nutzerdaten und zukünftiger Entwicklungspotentiale seine allgemeine Relevanz, insbesondere seine Funktion als Distributionsinstrument, herausgestellt. Eine Übertragung der allgemeinen Erkenntnisse auf den Handel macht den sich hier abzeichnenden Wandel erstmals deutlich und weist auf die potentielle Substitutionsgefahr hin, die das Internet für einige Handelsbetriebe heraufbeschwört. Unter Berücksichtigung des Fallbeispiels erfolgt anschließend eine Eignungsprüfung touristischer Güter für den Online-Vertrieb. Die derzeitige Nutzung von touristischen Internetangeboten weist auf die Veränderungen hin, mit denen das Reisebüro aufgrund der zunehmenden Internetausbreitung gegenwärtig zu kämpfen hat. Kapitel 3.4 stellt die derzeitige Situation der Reisebüros zusammenfassend dar und dient als Überleitung zu Kapitel 4, in welchem ‘Vertrauen’ als Erklärungsgröße für ein Überleben der Reisebüros diskutiert wird. Eine umfangreiche inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Vertrauenskonstrukt macht den Leser mit Besonderheiten dieses komplexen Phänomens vertraut und gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Literatur. In Anlehnung an eine eigene Begriffsbestimmung wird abschließend geprüft, ob ‘Vertrauen’ das Fortbestehen der touristischen Handelsbetriebe garantieren kann.
Im Rahmen des Resümees werden in Kapitel 5 die Erkenntnisse dieser Arbeit zusammengefaßt und Empfehlungen für ein zukünftiges Handeln der Reisebüros gegeben.
Konzeptionell stellt sich der Aufbau dieser Arbeit folgendermaßen dar:
auf der Basis anwendungsbezogener Grundlagen, welche fundamentale Einblicke in die Informationsökonomie, den Handel, die Tourismusbranche sowie das Vertrauensverständnis gewähren, erfolgt eine deskriptive Bestandsaufnahme und Beschreibung aktueller Entwicklungen der jeweiligen Materie. Innerhalb eines Kapitels wird eine fortlaufende Konkretisierung der Problematik angestrebt, indem einführend allgemeine Grundlagen geschaffen werden (Kapitel X.1), anschließend eine Übertragung der Erkenntnisse auf den Handel (Kapitel X.2) erfolgt und in dritter Ebene ein Transfer auf das Reisebüro als beispielhaften Handelsbetrieb (Kapitel X.3) bewerkstelligt wird. Der Schwerpunkt eines jeden Kapitels liegt jeweils auf der konkreten Behandlung des Fallbeispiels.
Inhaltliche Grundlage dieser Untersuchung bilden sowohl theorie- als auch praxis- orientierte Literaturquellen. Von einer empirischen Überprüfung der Erkenntnisse dieser wird abgesehen.
Inhaltsverzeichnis:
| Gliederung | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Thematische Einführung | 1 |
| 1.2 | Die Tourismusbranche als Fallbeispiel | 2 |
| 1.2.1 | Der Tourismusmarkt und seine Akteure | 3 |
| 1.2.2 | Branchenspezifische Besonderheiten des Tourismussektors | 5 |
| 1.2.2.1 | Das touristische Produkt | 5 |
| 1.2.2.2 | Der Dienstleistungscharakter touristischer Güter als Begründung für die Relevanz von Informationen im Tourismus | 6 |
| 1.2.3 | Derzeitige Entwicklungen der Tourismusbranche | 9 |
| 1.3 | Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit | 10 |
| 1.4 | Konzeption und Aufbau der Arbeit | 13 |
| 2. | Funktionen des (stationären) Handels aus informationsökonomischer Sicht | 15 |
| 2.1 | Die Informationsökonomie als Teildisziplin der Neuen Institutionenökonomik | 15 |
| 2.1.1 | Die Grundideen der Informationsökonomie | 18 |
| 2.1.2 | Die Unsicherheitsreduktion als zentrales Forschungsfeld der Informationsökonomie | 20 |
| 2.2 | Funktionen des Handels | 24 |
| 2.3 | Das Reisebüro als Handelsbetrieb im Tourismus | 29 |
| 2.3.1 | Der Begriff des Reisebüros | 29 |
| 2.3.2 | Traditionelle Funktionen des Reisebüros | 30 |
| 2.3.3 | Die derzeitige Situation des Reisebüros aufgrund veränderter Rahmenbedingungen auf dem Reisemittlermarkt | 35 |
| 3. | Das Internet - Instrument des elektronischen Handels | 37 |
| 3.1 | Grundlagen des Internets | 37 |
| 3.1.1 | Begriffsbestimmung und Ursprung des Internets | 38 |
| 3.1.2 | Allgemeine Relevanz des Internets | 40 |
| 3.1.3 | Die derzeitige Nutzung des Internets | 41 |
| 3.1.4 | Wachstumspotentiale des Internets | 45 |
| 3.2 | Die Relevanz des Internets für den Handel | 47 |
| 3.3 | Die Relevanz des Internets für das Reisebüro als Handelsbetrieb im Tourismus | 49 |
| 3.3.1 | Die Eignung touristischer Güter für den Internetvertrieb | 50 |
| 3.1.2 | Konkrete Zahlen der Internetnutzung im Tourismus | 53 |
| 3.1.3 | Konsequenzen der Interneteinführung für das Reisebüro | 55 |
| 3.4 | Überleitung: Wird eine Inanspruchnahme des Reisebüros aufgrund des Internets überflüssig? | 56 |
| 4. | Vertrauen als Determinante für das Überleben von Reisebüros | 60 |
| 4.1 | Der Vertrauensbegriff | 60 |
| 4.1.1 | Der Stand der Vertrauensforschung in der Literatur | 60 |
| 4.1.2 | Die Relevanz von Vertrauen auf der Basis seiner Funktionen | 63 |
| 4.1.3 | Begriffsbestimmung | 66 |
| 4.1.3.1 | Erste inhaltliche Annäherung an das Vertrauenskonstrukt | 66 |
| 4.1.3.2 | Definitionsversuche und Vertrauensansätze in der Literatur | 69 |
| 4.1.3.3 | Konstitutive Merkmale des Konstruktes Vertrauen | 71 |
| 4.1.3.4 | Eigener Definitionsversuch des Vertrauensbegriff | 78 |
| 4.2 | Die Relevanz von Vertrauen im Handel | 80 |
| 4.3 | Die Relevanz von Vertrauen für das Reisebüro als Handelsbetrieb im Tourismus | 81 |
| 4.3.1 | Vertrauen als möglicher Grund für eine Inanspruchnahme des Reisebüros | 81 |
| 4.3.2 | Die Entwicklung von Vertrauen als unsicherer Prozeß | 84 |
| 5. | Resümee | 89 |
| 5.1 | Zusammenfassung | 89 |
| 5.2 | Ausblick | 90 |
| Literaturverzeichnis | 92 |
(22,4%), Angestellte (39,2%) und Selbständige (14,9%) genannt.189 Beruflich ist der ‘typische Internetnutzer’ in den Bereichen EDV/Elektronik (29,9%), Medien/Werbung (11,8) und Wirtschaft/Bildung/Kunst (7%) beschäftigt.190 Er hat hauptsächlich drei Wünsche: er will einfach, sicher und schnell bedient werden.191 Meist handelt es sich um preisbewußte, routinierte Kunden, für die eine aktive Informationssuche wesentlicher Bestandteil ihrer Entscheidungsfindung ist.192 Die ‘Sammlung von Informationen’(77%) gehört neben der ‘Zusammenarbeit mit anderen’(54%) zu den beliebtesten Betätigungsfeldern.193 Zwar überwiegt der Anteil der ‘Browser’ momentan noch, doch wird mit einem zukünftigen Abbau von technischen und persönlichen Barrieren, z.B. der Verbesserung der Sicherheitsstandards, gerechnet, der zukünftig einen Anstieg des Online-Shoppings erwarten läßt.194 Das Vorurteil, daß es sich bei Internetnutzern um Einzelgänger handelt, konnte inzwischen beseitigt werden. Ist die Hürde zur Internetnutzung erst einmal überwunden, fühlen sich die Nutzer nach kurzer Zeit „more connected“195. Nach Holewa handelt es sich bei den ‘Usern’ um gesellige Beziehungsmenschen.196 Wert auf die Wahrung ihrer Privatsphäre legen sie dennoch, was m.E. jedoch keinen Widerspruch darstellt.197 Die grundsätzliche Bereitschaft der Internetnutzung ist zumindest bei einer nicht zu unterschätzenden Zielgruppe gegeben. Aufgrund ihrer typischen Eigenschaften stellt diese für viele Anbieter einen interessanten (neuen) Kundenkreis dar, den es nun zu erobern gilt. Mit einem zunehmenden Nutzervolumen verbessern sich auch die Rahmenbedingungen eines möglichen Internetvertriebs. Welche Determinanten die Nutzung bisher unausgeschöpfter Entwicklungspotentiale zukünftig beeinflussen werden, soll im nächsten Kapitel erörtert werden. [...]
Wachstum schlägt sich auch in der Zunahme der angeschlossenen Rechner180 und des Anstiegs von Websites181 nieder. Im Vergleich zu den USA liegt Deutschland in bezug auf die Internetnutzung dennoch weit zurück. Neben technischen Voraussetzungen, die - wie z.B. die Höhe der Telefonkosten182 - international verschieden sein können, sind vorwiegend mentale Gründe183 für eine zögerliche Nutzung des Internets verantwortlich. Nach herrschender Meinung ist der Abbau dieser Akzeptanzbarrieren jedoch nur eine Frage der Zeit. Die Fachpresse betont die Entfaltung einer neuen Generation, welche sich momentan ihren Weg durch die digitalisierte Medienwelt bahnt: Nobuyuki Idei, Chef des Sony-Konzerns, spricht von den sog. „digital dream kids“ 184 Konsumenten, die sich mit computerisierten Produkten bestimmte Träume verwirklichen und folglich ein wachsendes Interesse an der steigenden Auseinandersetzung mit der Internetthematik heraufbeschwören. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt läßt sich eine Personengruppe definieren, die das Internet bevorzugt nutzt. Zwar ist diese nicht vollkommen homogen, dennoch sind bei ihr bestimmte personenspezifische Merkmale vorherrschend. Im folgenden soll dieser ‘typische Internet-User’ grob skizziert werden. Im Durchschnitt hat der Internetnutzer ein Alter von 35 Jahren, doch ist in jüngster Zeit eine Glättung der Alterskurve zu erkennen.185 Das Internet stellt kein primär jugendliches Medium mehr dar, sondern hat seinen Weg bis in die Gruppe der 50jährigen gemacht.186 Der Anteil der weiblichen Nutzer ist mit ca. 1/3 immer noch relativ niedrig, jedoch konnte in den letzten Jahren ein stetiger Zuwachs verzeichnet werden, der auch für die Zukunft prophezeit wird.187 Ein ausgeprägter Bildungsgrad sowie relativ hohe Einkommensverhältnisse können bei der Mehrheit der Nutzer nachgewiesen werden.188 Im Rahmen einer Studie des Deutschen Seminars für Fremdenverkehr werden als typische Nutzergruppen Studenten [...]
Fragebögen im Internet plaziert, entweder auf einem WWW-Server oder bei Newsgroups.172 Da i.d.R. nur eine bestimmte Zielgruppe auf die jeweilige Studie aufmerksam wird, ergeben sich hierbei allerdings Probleme für die Validität der Daten. Eine Alternative bietet das sog. „Webtracking“173. Bei der Gewinnung von Nutzerdaten über das automatisch generierte Logfile-Protokoll können z.B. die ‘pageviews’, d.h. die Anzahl der Seitenabrufe innerhalb eines Online-Auftritts, zu Analysezwecken herangezogen werden. Neben der Besucherfrequenz (‘traffic’) können Rückschlüsse auf die Attraktivität der einzelnen Angebotsbereiche gezogen werden. Die Erhebung detaillierter personenspezifischer Daten wird heute aus Datenschutzgründen noch erheblich erschwert. Die Kommerzialisierung der Privatsphäre der Nutzer hat auf der Verbraucherseite zu heftigem Widerstand geführt, so daß zukünftig Techniken entwickelt werden müssen, die den User entscheiden lassen, welche Informationen er wem zukommen lassen will. Diese Problematik muß bei der Interpretation bereits erhobener Daten berücksichtigt werden, außerdem lassen sich aufgrund von (internationalen) Abweichungen bzgl. begrifflicher Abgrenzungen, verschiedener Zielgruppen u.ä. nicht alle Studien untereinander vergleichen.174 Desweiteren ist die ausgeprägte Dynamik des Internets dafür verantwortlich, daß es sich bei jeder Interneterhebung um eine Momentaufnahme handelt, die bereits im Erhebungsmoment veraltet ist. Eine Abbildung stabiler Nutzungsverhältnisse wird somit unmöglich. An dieser Stelle soll dem Leser jedoch lediglich ein Gefühl für aktuelle Größenordnungen gegeben und zukünftige Entwicklungstrends angedeutet werden.175 Die derzeitige Zahl der Internetnutzer wird weltweit auf 40-60 Mio. geschätzt.176 In Deutschland wird von ca. 7,5 Mio. Nutzern ausgegangen177, bis zum Jahr 2002 soll sich diese Zahl laut „Media & Marketing“ auf 27,4 Mio. deutsche Nutzer mehr als verdreifachen.178 Die jährliche Wachstumsrate in diesem Zeitraum wird nach Expertenmeinung folglich ca. 40% betragen.179 Dieses explosionsartige [...]
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