Subjektive Lebensqualität von Frauen in Führungspositionen im europäischen Vergleich
Sekundäranalyse mit dem European Social Survey
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Lea Ellwardt
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 136 Seiten
- Dateigröße: 1,2 MB
- Note: 1,1
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9518-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9518-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9518-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ellwardt, Lea September 2005: Subjektive Lebensqualität von Frauen in Führungspositionen im europäischen Vergleich, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Glück, Geschlecht, Gender, Soziologie, Work-Life-Balance
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Diplomarbeit von Lea Ellwardt
Einleitung:
Niedersachsens Sozialministerin Ursula von der Leyen gelte bei Wahlsieg als feste Größe in Angela Merkels Kabinett, titelt das Spiegel-Magazin im Juni 2005. Dazu ist ein Foto der 46-jährigen Ärztin, die erst seit zwei Jahren in der Landespolitik tätig ist, auf ihrem Bauernhof mit Ehemann, ihren sieben Kindern, zwei Ponys und zwei Ziegen abgebildet. Offenbar handelt es sich um eine Ausnahmeerscheinung: Von der Leyen verfolgte nicht nur Karrieren als Medizinerin und Spitzenpolitikerin, sie gründete ebenso eine Familie mit einer Vielzahl von Kindern. Ursula von der Leyen lächelt auf dem Familiengruppenbild glücklich, als ob sie wüsste, dass sie ein ‚privilegiertes Vorzeigeleben’ führt.
Heutzutage drängen immer mehr Frauen in oberste Führungsetagen. Das Erreichen einer statushohen Berufsposition, wie sie Ursula von der Leyen innehat, birgt nach wie vor spezifische Hindernisse für Frauen. Denn die Vereinbarkeit von Karriere und Familienleben gestaltet sich in den meisten Teilen Europas besonders schwierig für Mütter. Im männerdominierten Wettbewerb entscheiden sich Frauen mit Karriereambitionen deshalb häufig für ein Berufsleben ohne Familiengründung.
Langfristig brachte dies z.B. in Deutschland geburtenschwache Jahrgänge und ein demographisches Ungleichgewicht mit sich. Mit anderen Worten nimmt die Durchsetzung der europäischen Modernität in den gesellschaftlichen Strukturbildungen und ihren kulturellen Deutungen den Charakter unterschiedlicher Geschlechterdiskurse an. Die Europäische Union will dies verhindern: Einer Pluralisierung der Lebensstile muss eine adaptive Modernisierung der Wohlfahrtssysteme folgen. Geschlechter- und Gleichberechtigungspolitik sind daher zentrale Bestandteile des sechsten Rahmenprogramms, welches die Angleichung und Erhöhung von Lebensqualität in den Mitgliedsländern als oberstes Ziel der Staatengemeinschaft nennt.
Die Lebenssituation bzw. Lebensqualität von erwerbstätigen Frauen ist bisher recht gut beschrieben, allerdings häufig aus einer objektiven, teilweise normativen, Sicht der Beobachter. Die psychosozialen Folgen einer Karriereentscheidung für die Akteure sind dabei kaum thematisiert. Die objektive Beschreibung von Lebensqualität spiegelt nicht notwendigerweise das subjektive Wohlbefinden eines Menschen wider.
Wie Führungsfrauen ihre eigene Situation tatsächlich subjektiv wahrnehmen und beurteilen, bleibt unberücksichtigt und folglich ungeklärt. Möglicherweise hat Ursula von der Leyen eine zwiespältige Einstellung zu ihrem beruflichen Vorzeige-Erfolg: Sie wird zum Erhalt ihres ‚trauten Familienglücks’ zusätzliche Ressourcen mobilisieren müssen, will sie zukünftig im entfernten Berlin Politik machen.
Gang der Untersuchung:
Familienformen und Karrierechancen von Frauen stehen eng mit kulturellen Rollenmodellen und Staatssystemen in Verbindung. In Bezug auf die subjektiv beurteilte Lebensqualität von Führungsfrauen ergibt sich folglich der Fokus des Ländervergleiches. Es existieren zwar vielfältige Europastudien zum Thema ‚Glück’ (z.B. Studien des Eurobarometers und Veenhovens Datenbank), jedoch nur wenige mit der Perspektive auf berufstätige Frauen.
Die vorliegende Arbeit möchte diese Forschungslücke empirisch schließen, indem sie an die bestehende Forschung anknüpft und neue Fragestellungen bearbeitet. Die Arbeit thematisiert verstärkt die subjektive Wahrnehmung der Lebenssituation durch Führungsfrauen und vergleicht diese innerhalb der Europäischen Union.
Die primäre Forschungsfrage lautet also: Wie glücklich sind die Führungsfrauen in den europäischen Ländern? Am Schluss dieser Arbeit sollten außerdem folgende Teilfragen beantwortet sein:
1. Was ist Lebensqualität? Welche Indikatoren gibt es und wie hängen diese mit subjektiver Lebensqualität zusammen?
2. Treten Unterschiede in der subjektiven Lebensqualität von Frauen in Führungspositionen innerhalb der Europäischen Union auf?
3. Treten Unterschiede in der subjektiven Lebensqualität von Frauen mit Führungspositionen und Frauen ohne Führungspositionen auf?
4. Treten Unterschiede in der subjektiven Lebensqualität von Frauen in Führungspositionen und Männern in Führungspositionen auf?
Die Beantwortung der ersten Teilfrage erfolgt bereits im zweiten Kapitel: Hier wird das Konstrukt der Lebensqualität in seiner Komplexität vorgestellt. Dabei stehen die wissenschaftliche Kontroverse von objektiv beschreibbarer und subjektiv beurteilter Lebensqualität im Mittelpunkt sowie die theoretische und empirische Verbindung dieser beiden Ansätze.
Im dritten Kapitel stellt die Diskussion zentrale Befunde subjektiver Lebensqualität vor und generiert Hypothesen im Hinblick auf Führungsfrauen. Der Fokus liegt hierbei auf den für die Forschungsfrage relevanten Bereichen der europäischen Wohlfahrtssysteme, der Work-Life-Balance sowie der Barrieren von Führungsfrauen beim Karriereaufstieg. Die Darstellung mündet in einem theoretischen Modell zur subjektiven Lebensqualität von Führungsfrauen.
Der vierte und fünfte Teil der Arbeit beinhalten die empirische Sekundäranalyse anhand der Statistikdaten des European Social Survey: Im vierten Kapitel erfolgt die Deskription der Lebenssituation europäischer Führungsfrauen anhand soziodemographischer Variablen.
Die im Theorieteil hergeleiteten Hypothesen zur subjektiven Lebensqualität erhalten im fünften Kapitel die statistische Überprüfung. Neben dem Ländervergleich stehen Führungsfrauen im Vergleich zu Führungsmännern und Frauen bzw. Männern ohne Führungsposition, was zur Beantwortung der obigen Teilfragen (2) bis (4) führt.
Die Vergleiche ermöglichen die Identifizierung der für Führungsfrauen spezifischen Charakteristika. Abschließend werden die Ergebnisse im theoretischen Bezugsrahmen sowie bezüglich der Forschungsliteratur diskutiert. Die Arbeit endet mit Überlegungen zu zukünftigen Fragestellungen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| Tabellen- und Abbildungsverzeichnis | iii | |
| 1. | Einleitung und Problemstellung | 1 |
| 2. | Lebensqualität als komplexes Forschungskonzept | 4 |
| 2.1 | Zentrale Begriffsklärung von Lebensqualität | 4 |
| 2.1.1 | Zwei traditionelle Paradigmen | 4 |
| 2.1.2 | Eine Arbeitsdefinition | 5 |
| 2.2 | Sozialindikatoren als generalisierte Maße von Lebensqualität | 7 |
| 2.2.1 | Objektive Lebensqualität | 7 |
| 2.2.2 | Subjektive Lebensqualität | 9 |
| 2.2.3 | Verbindung objektiver und subjektiver Sozialindikatoren im Bottom-Up-Modell | 10 |
| 2.3 | Kognitive Theorien zu subjektivem Wohlbefinden (SWB) | 12 |
| 2.3.1 | Persönlichkeitsvariablen | 12 |
| 2.3.2 | Diskrepanz-Theorie | 12 |
| 2.4 | Objektive Hauptkorrelate von subjektiver Lebensqualität | 13 |
| 2.4.1 | Sozioökonomischer Status | 14 |
| 2.4.2 | Soziale Integration | 16 |
| 2.4.3 | Gesundheit | 18 |
| 2.4.4 | Positive Lebensereignisse | 19 |
| 2.5 | Zusammenfassung | 20 |
| 3. | Theoretischer und empirischer Erkenntnisstand zur subjektiven Lebensqualität von Führungsfrauen in Europa | 22 |
| 3.1 | Subjektive Lebensqualität und Sozialsysteme im europäischen Vergleich | 22 |
| 3.1.1 | Metaanalyse empirischer Befunde | 23 |
| 3.1.2 | Wohlfahrtsstaatlichkeit | 25 |
| 3.1.3 | Länderklassifikation für die Aggredatdatenanalyse und Problempunkte | 27 |
| 3.1.4 | Work-Family-Balance und Gender Mainstreaming ausgewählter Länder | 29 |
| 3.2 | Work-Life-Balance und subjektive Lebensqualität von Frauen | 34 |
| 3.2.1 | Empirische Geschlechterdifferenzen | 34 |
| 3.2.2 | Zur Bedeutsamkeit familialer Geschlechterrollen | 35 |
| 3.2.3 | Konflikt beruflicher und privater Interessen | 38 |
| 3.2.4 | Europäische Lebensentwürfe: Entwicklungen der Familien- und Karriereplanung | 40 |
| 3.3 | Chancen und Barrieren weiblicher Führungskräfte im Erwerbsleben | 43 |
| 3.3.1 | Empirische Befunde zu Arbeitszufriedenheit | 43 |
| 3.3.2 | Geschlechtersegregation auf dem europäischen Arbeitsmarkt | 46 |
| 3.3.3 | Auswirkungen von organisatorischer Geschlechtersegregation auf die subjektive | 49 |
| 3.3.4 | ‚Think manager, think male’: Klassenerhalt durch Glass Ceiling | 51 |
| 3.4 | Theoretische Verknüpfung der empirischen Befunde untereinander | 52 |
| 3.5 | Zusammenfassung | 54 |
| 4. | Sekundäranalyse mit dem European Social Survey: Portrait von der europäischen Führungsfrau | 56 |
| 4.1 | Datengrundlage für die Hypothesenüberprüfung | 57 |
| 4.2 | Herleitung zentraler Variablen aus dem Datensatz | 59 |
| 4.2.1 | Verwendeter Indikator von subjektiver Lebensqualität (Glück) | 59 |
| 4.2.2 | Operationalisierung von ‚Führungsfrau’ | 60 |
| 4.3 | Soziodemographische Charakteristika der Führungsfrauen im Vergleich | 62 |
| 4.3.1 | Geschlechtersegregation | 62 |
| 4.3.2 | Alter und Gesundheit | 64 |
| 4.3.3 | Familienstand und Kinder | 65 |
| 4.3.4 | Bildungsniveau | 68 |
| 4.3.5 | Haushaltsnettoeinkommen | 69 |
| 4.5 | ‚Typisch Führungsfrau?’ | 72 |
| 4.6 | Zusammenfassung | 74 |
| 5. | Merkmale und Einflussfaktoren der subjektiven Lebensqualität von Frauen in Führungspositionen | 76 |
| 5.1 | Wohlfahrtsstaatlichkeit | 78 |
| 5.1.1 | Varianz der subjektiven Lebensqualität in den Wohlfahrtsregimes | 78 |
| 5.1.2 | Zufriedenheit mit dem Wohlfahrtsstaat | 81 |
| 5.1.3 | Wahrgenommene Karrierechancen | 84 |
| 5.2 | Work-Life-Balance | 87 |
| 5.2.1 | Paarbeziehung und Kinder im Haushalt | 87 |
| 5.2.2 | Arbeitszeit und soziale Aktivitäten | 91 |
| 5.3 | Arbeitszufriedenheit | 94 |
| 5.3.1 | Kontrollgefühl im Job | 94 |
| 5.3.2 | Konstruktive Arbeitsunzufriedenheit | 97 |
| 5.3.3 | Diskriminierung gegen das Geschlecht | 100 |
| 5.4 | Zusammenfassung, Einordnung und Diskussion der Befunde | 102 |
| 6. | Fazit und Ausblick | 107 |
| Anhang 1 - 3 | 107 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 112 | |
| Literaturverzeichnis | 113 |
Weibliche Supervisoren sind in den Einkommenskategorien bis unter 2.000 Euro überrepräsentiert und im Gegenzug in den oberen Kategorien ab 3.000 Euro unterrepräsentiert. Dass diese Bezahlungsungleichheit auf die Geschlechtervariable zurückgeht, passt zu den obigen Ergebnissen zur Bildung: Frauen weisen insgesamt eine analoge Ausbildungsdauer zu Männern auf. Des Weiteren ergibt die Spearman Korrelation der Einkommensklassen (UV, Einpersonenhaushalte) mit dem Bildungsniveau einen schwächeren Zusammenhang für Frauen (R = .285***) gegenüber Männern (R = .334***). Die Einschränkung auf Einpersonenhaushalte und der Vergleich von sieben Einkommenskategorien führen zu geringen Fallzahlen und verhindern folglich eine detaillierte Betrachtung auf Länderebene. Vergleicht man stattdessen die Einkommensverteilung zwischen den vier Wohlfahrtsclustern, die die Europäische Kommission (2000a) definiert (siehe oben Abb. 3.2), so sind immerhin Aussagen für die Grundgesamtheit der beiden mitteleuropäischen Wohlfahrtscluster zulässig: Die Bezahlungsungleichheit von Männern und Frauen ist demnach im liberalen Wohlfahrtscluster (Cramers V = .300***) größer als in der konservativen Staatengruppe (Cramers V = .152*), zu der auch Deutschland – laut Eurostat (2002: 91) das Land mit der geringsten Bezahlungsgleichheit zum Befragungszeitpunkt – gehört. In Bezug auf die subjektive Lebensqualität von Führungsfrauen resultieren die Ergebnisse zum sozioökonomischen Status in folgender Überlegung: Wahrscheinlich sind Führungsmänner gegenüber Führungsfrauen in Bezug auf ihre finanzielle Zufriedenheit im Vorteil. Im Gegenzug sollten weibliche Supervisoren hier gegenüber anderen erwerbstätigen Frauen von einem besseren Einkommensstatus profitieren. Zusammen mit der Einkommensfrage gibt es im ESS die Frage (F31) nach der Einstellung zum eigenen Haushaltseinkommen, d.h. ob die Befragten gut oder schlecht damit „auskommen“ (Vierer-Ratingskala, 1...leicht bis 4...schwer). Eine Korrelation der Nettoeinkommen von Einpersonenhaushalten mit der subjektiven Zufriedenheit bezüglich des eigenen Gehalts belegt tatsächlich einen starken Einfluss (Spearmans Rho = -.532***), d.h. die finanzielle Zufriedenheit und die Lebenszufriedenheit (Rho = -.296*** zwischen beiden Zufriedenheiten) steigen mit dem Einkommen. De facto kommt es zu deutlichen Zufriedenheitsunterschieden bei den Führungspositionen: 47,2% der Männer und 35,6% der Frauen meinen, dass sie „bequem“ von ihrem Haushaltseinkommen leben können (Cramers V = .133*; ähnliche Differenzen zu Frauen ohne Führungstätigkeit: 23,9% „leben bequem“, Cramers V = .138*). Insgesamt lässt sich festhalten, dass Führungspersonen und Männer über das höchste Einkommen verfügen und dadurch subjektiv Vorteile wahrnehmen. [...]
Job erzielte Gehalt. Ähnliche Probleme ergeben sich bei der Verwendung des genaueren Maßes des Äquivalenzeinkommens67: Mögliche Erwerbslose im Haushalt verhindern einen direkten Vergleich des Einkommens von Männern und Frauen. Eine Gegenüberstellung ist hier also nur im Falle der Einpersonenhaushalte realisierbar. Vollzeiterwerbstätige Befragte, deren Haushaltsnettoeinkommen hauptsächlich aus Gehältern stammt (vs. Sozialhilfe, Renten o. ä., ESS Frage F29), verfügen im Durchschnitt über 2.000 bis 2.500 Euro monatlich (entsprechend dem Median). Der Modalwert liegt auf der höheren Kategorie von monatlich 3.000 bis 5.000 Euro. Der χ²-Homogenitätstest der vier Vergleichsgruppen führt, wie zu erwarten, zu keinen statistisch bedeutsamen Ergebnissen (Somers d = -.066*)68 und enthält lediglich Hinweise auf ein größeres verfügbares Haushaltseinkommen durch die Männer. Umso deutlicher sind die geschlechtsbedingten Gehaltsunterschiede von Führungspersonen hinsichtlich der Einpersonenhaushalte (Somers d = -.219***): [...]
Führungsfrauen unterscheiden sich entgegen der Erwartung nicht von Frauen ohne Führungsposition (Eta = .013, p = .106), wahrscheinlich weil beide Populationen vollzeitberufstätig sind und über ein vergleichbares Zeitbudget verfügen.61 Führungsfrauen sind aber mit 50,2% etwas häufiger kinderlos als männliche Supervisoren (44,7%, Eta = .097***). Diese Geschlechterdifferenz geht wahrscheinlich darauf zurück, dass Führungsmänner oftmals auf die private Kinderbetreuung durch die Lebensgefährtin setzen können („breadwinner modell“). Immerhin jeder zehnte Mann mit Führungsposition – doppelt so viele wie bei den Führungsfrauen – hat drei oder mehr Kinder. Weitere Unterschiede (Eta = .113***) gibt es daneben zu den erwerbstätigen Männern mit zehn Prozentpunkten Differenz: 54,1% der Personen ohne Supervisor-Status haben keine im Haushalt lebenden Kinder. Dies könnte allerdings eine überschätzte Größe von Kinderlosigkeit sein, denn im ESS gibt es keine Frage zum Vorhandensein von Kindern außerhalb des eigenen Haushaltes (z.B. nach Ehescheidung). Schließt man nur Befragte mit Paarbeziehung in die Analyse ein, so sind vollzeiterwerbstätige Frauen, insbesondere die mit Führungsposition, signifikant häufiger kinderlos als Männer mit und ohne Führungsposition (Eta = .103***). Der Ländervergleich resultiert in geringen Differenzen (Eta = .118***): Die meisten Kinder verzeichnen (abermals) Irland und Österreich sowie Frankreich (je über eins). Großbritannien hat die wenigsten Haushalte mit Kindern, gefolgt von Deutschland und Dänemark. Die Ergebnisse stehen insgesamt im Einklang zur vorangegangenen theoretischen Diskussion der selbständigen Lebensentwürfe von Karrierefrauen (siehe Kap. 3.2.4): Sie sind in den jeweiligen Ländern seltener verheiratet und häufiger kinderlos als Männer in Führungspositionen. Rückblickend auf die Eheforschung und die Lebensqualitätsliteratur (Kap. 2.4.2) können sich [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832495183
Arbeit zitieren:
Ellwardt, Lea September 2005: Subjektive Lebensqualität von Frauen in Führungspositionen im europäischen Vergleich, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Glück, Geschlecht, Gender, Soziologie, Work-Life-Balance



