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Stuhlverstopfung

Das vorwiegend ernährungsbedingte Symptom einer Erkrankung

Stuhlverstopfung
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Bernd Graupner
  • Abgabedatum: April 2002
  • Umfang: 51 Seiten
  • Dateigröße: 534,7 KB
  • Institution / Hochschule: Institut für berufliche Weiterbildung Lörrach Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5324-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5324-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5324-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Graupner, Bernd April 2002: Stuhlverstopfung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Obstipation, Nahrungsordnung, Ernährungslehre, biologische Entwertung der Nahrung

Studienarbeit von Bernd Graupner

Einleitung:

Ernährungsbedingte Erkrankungen haben im vergangenen Jahrhundert in erschreckendem Ausmaß zugenommen. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Krankheiten wird mit 70 bis 80 % angenommen, wobei besonders die Bewohner der sogenannten zivilisierten Länder betroffen sind.

Die Bezeichnung einer Erkrankung als ernährungsbedingt wird häufig - trotz gegenteiliger klinischer Erfahrungen - als umstritten dargestellt oder gar verleugnet. Für dies Vorgehen sind nicht im geringen Maße Naturwissenschaftler, deren Überlegungen von lebensferner Denkweise oder gar von den Einflüssen kommerzieller Interessengruppen bestimmt werden, verantwortlich zu machen.

Ernährungsbedingte Krankheiten verursachen nicht nur persönliches Leid, sondern ziehen erhebliche Kosten nach sich. So ergaben sich im Jahre 1990 zum Beispiel aus den direkten und indirekten Kosten, die durch diese Krankheiten verursacht wurden, wirtschaftliche Verluste von 275,8 Mrd. DM, dies entspricht einem Anteil von 11,4 % des damaligen Bruttosozialproduktes.

Einer Information der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt vom 17. Mai 2001 zufolge steht für das Jahr 2001 dem Gesundheitswesen der Betrag von 271 Mrd. DM zu Verfügung. Wenn nun bedacht wird, daß mehr als diese Summe schon 1990 allein durch ernährungsbedingte Erkrankungen verbraucht wurde, und daß der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung sich trotz der Fortschritte in Teilbereichen der Medizin nicht verbessert hat, zeigt sich der Mißstand mehr als deutlich.

So liegt Deutschland zum Beispiel im Rahmen einer unlängst durchgeführten Vergleichsstudie zum Gesundheitszustand der Bevölkerung zwischen 13 Ländern nach den USA auf den 13. Platz. Länder wie Australien (5. Platz), Spanien (6. Platz) und Finnland (7. Platz) liegen weit vor Deutschland.

Einem großen Teil der Bevölkerung hingegen ist bis heute nicht bewußt, wie groß der Anteil von Erkrankungen ist, die auf die Ernährung zurückgeführt werden können. Selbst Personen, die an bereits chronisch gewordenen Verdauungsstörungen leiden, sind erstaunt, wenn als Ursache die Ernährung genannt wird. Einige sind sogar der Ansicht, daß es ernährungsbedingte Krankheiten aufgrund der auf dem Markt befindlichen „hochwertigen“ Nahrungsmittel gar nicht geben kann. Dazu kommt die weitverbreitete Vorstellung, daß es wegen der „Aufsichts- und Vorsorgepflicht des Staates“ gesundheitsgefährdende Nahrungsmittel nicht im Angebot sein können.

Erstaunlicherweise ist das Vertrauen des Verbrauchers in ein Nahrungsmittel um so größer, je aufwendiger Werbung und Verpackung gestaltet sind. Offenbar gelingt es auf diese Weise, den Käufer von der Frage abzulenken, wie die Nahrung entstanden ist.

Dieses Verhalten ist vorwiegend dadurch begründet, daß durch verschiedene Interessengruppen die möglichen Ursachen von Zivilisationskrankheiten jahrzehntelang bewußt oder unbewußt verschwiegen oder verschleiert wurden. Eine damit einhergehende Verwendung unklarer oder gar falscher (weil überholter) Begriffe trägt dazu bei, daß sich lückenhaftes Wissen oder sogar Vorurteile über Generationen vererben konnten und können.

Am Beispiel der ernährungsbedingten Stuhlverstopfung sollen im Rahmen der vorliegenden Arbeit die wichtigsten Erkenntnisse der modernen Ernährungsforschung aufgezeigt werden. Das Krankheitsbild ist dafür gut geeignet, denn es ist weit verbreitet, und außerdem kann ein konsequentes Befolgen der vorliegenden Empfehlungen schon in wenigen Tagen Abhilfe schaffen. Es wird sich zeigen, daß diese erfolgversprechenden Maßnahmen im Einsatz einfachster Mittel bestehen.

Obwohl die Hauptursache bei allen ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten die gleiche ist, gibt es wenig andere Leiden, bei denen Betroffene innerhalb so kurzer Zeit unter Einsatz einfachster Mittel derartig verblüffende Erfolge erzielen können, wie bei der Beseitigung der Stuhlverstopfung.

Diese Arbeit soll auch dazu beitragen, daß die genannten Erkenntnisse Eingang in den Alltag des Verbrauchers finden. Dazu muß er sich bewußt dafür entscheiden, sein Wissen über biologische Vorgänge auf wissenschaftlich fundierte Weise zu erweitern. Die im Anhang genannten Quellen können dieses Bemühen unterstützen, nicht aber umsatzorientierte Werbung oder Beiträge aus bunten Zeitschriften.

Der ernsthaft Interessierte wird sich aber auch damit konfrontiert sehen, daß liebgewordene Gewohnheiten, die durch sein bisheriges Umfeld entstanden sind, durchbrochen werden müssen. Es besteht kein Zweifel daran, daß das gelingt, wenn Unkenntnis durch Wissen ersetzt wird. Geht es doch dabei um das Kostbarste aller menschlichen Güter, die Gesundheit.

Inhaltsverzeichnis:

Zum Anliegen dieser Arbeit 01
Diagnose: Ernährungsbedingte Stuhlverstopfung 03
Die Verdauungsorgane 03
Die Darmflora 07
Unsere Nahrung 09
Die alte Ernährungslehre 12
Die Grundnährstoffe 12
Die neue Ernährungslehre 18
Vitamine 19
Mineralstoffe 21
Enzyme 22
Ungesättigte Fettsäuren 23
Faserstoffe 23
Aromen-, Farb- und andere Inhaltsstoffe 24
Die Ordnung unserer Nahrung 28
Lebens- und Nahrungsmittel 29
Biologische Entwertung der Nahrung 30
Die Rolle der Getränke 37
Bewegungsmangel 40
Vorbeugung und Behandlung der ernährungsbedingten Verstopfung 40
Allgemeine Hinweise 41
Epilog 42
Literaturverzeichnis 43
Erklärung 48

Automatisiert erstellter Textauszug:

Mineralstoffe Unter Mineralstoffe werden die Mineralien zusammengefaßt, die in bestimmten Mengen (Mengenelemente) oder nur in Spuren (Spurenelemente) vorliegen. Je nach Quelle ist auch hier die Zuordnung nicht immer sicher abgegrenzt. Sie wird auch durch neueste Forschungen beeinflußt. Die folgende Einteilung orientiert sich an der Sichtweise amerikanischer Wissenschaftler. Zu den Mengenelementen zählen: Kalzium, Magnesium, Phosphor, Natrium, Kalium, Chlor und Schwefel. Als Spurenelemente werden Chrom, Eisen, Fluor, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Selen, Silizium, Vanadium, Zink und Zinn bezeichnet. (70) Im Gegensatz zu einigen Vitaminen kann der Körper keine Mineralstoffe selbst aufbauen. Bei Bedarf und ungenügender Zufuhr muß er sie zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen aus seinen „Depots“ nehmen. Da diese Reserven aber nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, leiden die Organe darunter, aus denen die Mineralstoffe entzogen wurden. Hierzu sei folgendes Beispiel genannt: Zu den wichtigsten Mineralien unserer Knochensubstanz zählt das Kalzium (Kalziumphosphat, -carbonat). Wird hiervon nicht ausreichend zugeführt, oder liegt eine Kalzium-Stoffwechselstörung (Vitaminmangel) vor, kommt es zu Mangelerscheinungen. Der Knochen verliert an Elastizität und wird brüchig (Osteoporose). Im Körper befinden sich die Mineralstoffe in einem empfindlichen biologischen Gleichgewicht. Nicht selten treten sie als Gegenspieler (Antagonisten) auf, behindern sich also gegenseitig, wenn das Verhältnis zueinander nicht stimmt. Das trifft zum Beispiel für Magnesium und Kalzium zu. (71) Aufgrund nicht immer seriöser Meldungen bestimmter Kreise über „Knochenschwund“ (Osteoporose) und drohenden „Witwenbuckel“ wird „prophylaktisch“ zur Kalziumtablette gegriffen. Damit wird das Verhältnis zu Magnesium gestört und seine Aufnahme behindert. Magnesiummangel kann aber unter anderem zu Muskelkrämpfen, Störung der Herzfunktionen, Depression und allgemeiner Schwächung des Immunsystems führen. (72, 73) Von Streß geplagte Zeitgenossen dagegen, die sich mit magnesiumhaltigen Getränken etwas Gutes tun möchten, behindern die Verwertung von Kalzium, die Folgen wurden oben erläutert. Die vielfältigen Funktionen der Mineralstoffe und besonders ihre Wechselwirkungen untereinander zeigen, daß die Gabe einzelner Mineralstoffe, die häufig zur besseren Versorgung des Körpers empfohlen wird, die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen birgt. [...]

Eine besondere Rolle spielt der auch als Enzymsystem bekannte Vitamin-B-Komplex, zu denen folgende Wirkstoffe zusammengefaßt werden: B1, B2, B6, B12, Biotin, Nicotinsäureamid und Pantothensäure. Dieser Komplex wasserlöslicher Vitamine, deren Wirkungen einander sehr ähnlich sind, kommt meist gemeinsam vor. Mangelerscheinungen (Avitaminosen) eines einzelnen Vitamins sind daher selten. Das gänzliche Fehlen eines einzigen Vitamins führt allerdings zum Tod, wie am folgenden Beispiel deutlich wird. Das biologisch besonders aktive Cobalamin (Vitamin B 12), das unter anderem für die normale Bildung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und die gesunde Entwicklung der Nervenzellen unentbehrlich ist, wird nur in sehr geringer Menge benötigt. Bereits ein Millionstel Gramm wirkt sich deutlich auf das Blutbild des Menschen aus. Fehlt es gänzlich, kommt es zur Degeneration des Blutes (perniziöse Anämie), die noch bis 1926 (Entdeckung der Ursache) zum Tode führte. (68) Wesentlich bei der Betrachtung der Vitamine ist ihre Stabilität gegenüber Umwelteinflüssen wie Temperatur, Anwesenheit von Sauerstoff, Konservierung, Milieu und andere. Hier reagieren die Vitamine, wie alle anderen Wirkstoffe, sehr unterschiedlich, wie nachfolgende Beispiele zeigen. Vitamin A verträgt unter Ausschluß von Sauerstoff 120°C. Das Vitamin B1 wird in neutraler Lösung leicht durch Hitze zerstört, in einer sauren Lösung dagegen führt selbst eine Temperatur von 100°C nicht zum Wirkstoffverlust. Das unter Lichtschutz stabile Vitamin C zum Beispiel, zersetzt sich unter Einwirkung von Feuchtigkeit und Luftsauerstoff. (69) Daraus läßt sich zweifelsfrei erkennen, welchen Veränderungen die Wirkstoffe unserer Nahrungsmittel bei Verarbeitung (Erhitzung, Konservierung, Präparierung und andere) unterliegen. Außerdem sollte bedacht werden, daß biologische Wirkstoffe nur dann ihre volle Kraft entfalten können, wenn sie im natürlichen Verbund mit anderen Stoffen stehen.Die Gabe von Vitaminpräparaten ist in der Regel abzulehnen. Präparate können immer nur die Stoffe enthalten, die zum Zeitpunkt der Produktion bekannt und wirtschaftlich herstellbar sind. Die noch nicht entdeckten, aber trotzdem unentbehrlichen, fehlen im Präparat. Bei unkontrollierter langfristiger Einnahme von Vitaminpräparaten können weitere Nachteile entstehen. Eine hohe Überdosierung, besonders bei den fettlöslichen („Speicher“-) Vitaminen, kann zu gesundheitlichen Störungen führen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Beobachtung, daß es der mit Präparaten versorgte Körper „verlernt“, die benötigten Wirkstoffe aus der angebotenen Nahrung zu entnehmen. Darüber hinaus suggeriert die Werbung, daß die Einnahme von Vitaminpräparaten Fehler in der Lebensführung ausgleichen kann. Zum Beispiel vermittelt der Name der frei verkäuflichen „Rauchervitamine“ den Eindruck, man könne weiter rauchen, wenn nur genügend dieser Tabletten eingenommen würden. Das ist irreführend und kann fatale Folgen für den Verbraucher haben. [...]

Vitamine Vitamine werden in zwei Gruppen unterteilt, die fettlöslichen und die wasserlöslichen. Zu den fettlöslichen gehören die Vitamine: A (Retinol), D (Calciferol), E (Tokopherol) und die K-Gruppe (K1 = Phyllochinon, K2 = Menachinon, Farnochinon). Zu den wasserlöslichen die Vitamin: B1 (Aneurin, Thiamin), B2 (G, Riboflavin), B6 (Pyridoxin), B12 (Cobalamin), C (Ascorbinsäure), Nikotinsäure (PP, Niacin), Biotin (H), Folsäure (veraltete Bezeichnungen: B 11, M) und Pantothensäure (Coenzym A, veraltete Bezeichnung: B 3). (67) Je nach Zuordnungsprinzip und Quellen des Autors, werden gelegentlich noch die Wirkstoffe Carnitin (Vitamin T) und Ubichinon (Vitamin Q, Coenzym Q) zu den Vitaminen gezählt. Vitamin F ist die veraltete Bezeichnung für ungesättigte Fettsäuren und nicht mehr gebräuchlich. Die Bezeichnung der Vitamine mit Buchstaben in der Reihenfolge des Alphabets stammt noch aus den Anfängen der Forschung. Damals glaubten die Biochemiker, es gäbe nicht viele davon. Zusätzliche Bezeichnungen mit Zahlen deuten nicht darauf hin, daß eine Verwandtschaft besteht. Jedes Vitamin ist eine selbständige Substanz, also kein „Untervitamin“ eines anderen. In der Neuzeit setzt sich die Bezeichnung - besonders der wasserlöslichen Vitamine - nach ihren chemischen Namen (zum Beispiel Vitamin C = Ascorbinsäure) immer mehr durch. Jedes Vitamin hat seinen spezifischen Wirkungsbereich und ist nicht durch ein anderes ersetzbar. Für das Funktionieren der komplizierten Stoffwechselvorgänge ist die Anwesenheit alle Vitamine in ausgewogener Form unerläßliche Voraussetzung. Ist zum Beispiel nur ein Vitamin nicht in ausreichender Menge vorhanden, können die anderen nicht ihre optimale Wirkung entfalten. Das Gleiche trifft zu, wenn aus Unkenntnis dieser Zusammenhänge die Gabe von Einzelvitaminen (etwa Vitamin C) erfolgt. Das Verhältnis zu den anderen wird gestört, es kommt zu Mangelerscheinungen bei den anderen Wirkstoffen. [...]

Arbeit zitieren:
Graupner, Bernd April 2002: Stuhlverstopfung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Obstipation, Nahrungsordnung, Ernährungslehre, biologische Entwertung der Nahrung

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