Zum Studium in der DDR
Zwischen Solidaritätsbasar und Kaderschmiede
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Sandra Naumann
- Abgabedatum: März 2003
- Umfang: 165 Seiten
- Dateigröße: 854,2 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
- Originaltitel: Ausländische Studenten in der DDR zwischen 1967 bis 1976 am Beispiel der TU Dresden
- Bibliografie: ca. 263
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0308-9
- ISBN (CD) :978-3-8366-0308-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Naumann, Sandra März 2003: Zum Studium in der DDR, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Deutschland (DDR), Studium, TU Dresden, DDR, Studierende
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Magisterarbeit von Sandra Naumann
Einleitung:
Internationale Solidarität“ und „Völkerfreundschaft“ waren Begriffe, die in mündlicher und verschriftlichter Form als Propaganda, aber auch im täglichen Leben in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) verbreitet waren. So sind die meisten DDR-Bürger mit der theoretischen Handhabung dieser Begriffe von Kindheit an vertraut gemacht worden. Die „Erziehung zu Solidarität“ spielte scheinbar eine wesentliche Rolle, fanden doch immer wieder zahlreiche Veranstaltungen, wie beispielsweise Solidaritätsbasare mit Spendensammlungen oder als Protestaktionen gegen den Vietnamkrieg statt.
Umso mehr verwundert, daß die Bevölkerung intensive und persönliche Kontakte zu Angehörigen anderer Nationen oft erst im Verlauf eines Arbeitslebens, als Gastarbeiter in den Betrieben, oder aber als Studenten an Universitäten und Hochschulen der DDR erlebte.
Dabei waren die internationalen Verbindungen allgegenwärtig im öffentlichen Leben. Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich, stützend auf diese Beziehungen, mit dem Thema der ausländischen Studenten an den Bildungseinrichtungen der DDR, speziell der Technischen Universität Dresden. Dabei wird auch das Verhältnis zwischen den Ausländern und den Studierenden der DDR-Bevölkerung näher betrachtet.
Damit Studierende an den Universitäten und Hochschulen des Landes aufgenommen werden konnten, spielten die wissenschaftlichen und technischen Beziehungen zu anderen Einrichtungen in Partnerstaaten eine entscheidende Rolle. Diese leisteten einen Beitrag zur Stärkung der DDR und der sozialistischen Staatengemeinschaft, zur demokratischen, antiimperialistischen Entwicklung in den Nationalstaaten und Entwicklungsländern sowie zur vertraglich vereinbarten Zusammenarbeit mit Einrichtungen kapitalistischer Länder unter konsequenter Wahrung der Interessen der DDR. Das heißt aber auch, daß sich die jeweiligen Zielstellungen und Bemühungen der Universitäten und Hochschulen nach den temporären politischen Vorgaben der DDR-Regierung richteten. Die außen- und innenpolitische Begebenheiten spiegelten sich so in den Bildungseinrichtungen wider und lassen sich auch an den Verbindungen der Technische Universität Dresden (TUD) zu ihren Partneruniversitäten nachvollziehen.
Die abgeschlossenen Verträge und Vereinbarungen zwischen Bildungseinrichtungen sollten die Politik der DDR unterstützen und auf der Grundlage der Beschlüsse von Partei und Regierung zur allseitigen Stärkung beitragen. Sie stellten ein dichtes, schwer überschaubares Netzwerk von bilateralen und multilateralen staatlichen Verbindungen dar. In ihnen wurden meist konkreten Absprachen in Bezug auf den wissenschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit basierend auf Freundschaftsverträgen zwischen den Bildungseinrichtungen zweier Länder festgeschrieben. Auf Regierungs-, Freundschafts- und Sektionsverträge begründet, gab es nicht nur gemeinsame Veranstaltungen und einen intensiven Austausch von wissenschaftlicher Lektüre zwischen den Einrichtungen, sondern auch den von wissenschaftlichem Personal und von Studenten. Letztere stellten aus Sicht der DDR die Basis der Verbindungen zwischen den Universitäten und auch der Länder dar.
Die Ziele der Studentenpolitik der DDR waren die Vermittlung eines von der DDR-Regierung gewünschten Bildes im internationalen Raum, in Abhängigkeit des jeweiligen Adressaten, und die emotionale Bindung der Studierenden an sie. So war es in den Bildungseinrichtungen „Anliegen des Ausländerstudiums neben der Vermittlung hoher wissenschaftlicher Kenntnisse auch in der politisch-kulturellen Arbeit unsere ausländischen Studierenden mit der Politik unserer Partei und Staatsführung, der allseitigen Entwicklung der DDR und unserer Kultur vertraut zu machen“, damit sie „echte Freunde unserer Republik werden“ und sich in ihrem Heimatland für die Interessen der DDR einsetzen – die DDR also direkt zu unterstützen.
Während der Recherchen stellte sich heraus, daß die Beziehungen zwischen den Bildungseinrichtungen der Partnerländern außen- und innenpolitischen Konstellationen der DDR unterlagen. Aufgrund des vorgegebenen Umfanges der Arbeit mußte ein Zeitrahmen abgesteckt werden. Näher untersucht wird daher die Epoche beginnend Mitte der sechziger Jahre bis Mitte der siebziger Jahre. Sie beschreibt außenpolitisch eine wichtige Ära, welche sich auch in den wissenschaftlichen und technischen Verbindungen widerspiegelt.
Die Bildungs- und Außenpolitik der DDR kann in drei Phasen unterteilt werden. Die erste Phase kennzeichnet die Periode bis zum Beginn der sechziger Jahre, in der die DDR um innere Stabilität und internationale Anerkennung rang. Im Bereich der internationalen Beziehungen stand dabei das gegenseitige Kennen lernen, der ausländischen Bildungseinrichtungen und den Universitäten und Hochschulen der DDR, durch den Austausch wissenschaftlicher Literatur und diverser Materialien, sowie vereinzelte Studienaufenthalte von Assistenten, Fachexkursionen und seit 1965 der Austausch von Studenten aufgrund zwei- bis dreiwöchiger Berufspraktika im Sommer, im Vordergrund.
Problemstellung:
In der vorliegenden Arbeit betrachtet die Autorin die zweite Phase Mitte der sechziger Jahre bis Mitte der siebziger Jahre. In dieser Zeit erlebte die Republik Selbstsicherheit. Sie wollte als geachteter und gleichgestellter Partner im Bereich der Wissenschaft und der Bildung an internationalen Konferenzen teilnehmen, inhaltliche Probleme der Erziehung und Ausbildung diskutieren und Forschungsergebnisse veröffentlichen. Dazu bedurfte es guter internationaler Kontakte. Bereits bestehende Verbindungen wurden intensiviert und neue geknüpft.
Gang der Untersuchung:
Der Zeitraum zwischen Mitte der sechziger Jahre und Mitte der siebziger Jahre spiegelt einen wichtigen und spannenden Entwicklungsverlauf in der Geschichte der Innen- und Außenpolitik der DDR wider. Deshalb soll dieser zu Beginn der vorliegenden Arbeit genauer untersucht werden, um Auswirkungen auf das Ausländerstudium ableiten zu können. Dazu wird in Kapitel 6.5. auch das politische und ideologische Interesse der DDR an ausländischen Studenten am Beispiel der Aktivitäten der TUD untersucht.
Der zweite Teil der Arbeit wird sich dem Leben und den Studienbedingungen der an der TUD immatrikulierten Ausländer widmen. Nachdem in einem einleitenden Abschnitt zu-nächst kurz auf organisatorische und praktische Einrichtungen eingegangen werden soll, wird sich der darauf folgende Teil mit ihrem Alltag, der Gestaltung ihrer Freizeit und ihrem beruflichen Werdegang beschäftigen.
Abschließend soll der Beitrag der TUD bezüglich der Wichtigkeit der wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit, sowohl für die DDR, als auch für die beteiligten Staaten, eingeschätzt werden. Dabei soll auf die eingangs aufgeworfene These eingegangen werden, inwieweit sich die DDR ihr Selbstbewußtsein durch ihre Arbeit mit Bildungseinrichtungen in Partnerländern, hier konkret am Beispiel der DRV, erwarb und bestätigte. Interessant ist dabei festzustellen, inwiefern die freundschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen der TUD von politischen Kalkülen abhängig waren.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2 | Literaturüberblick | 9 |
| 3. | Die Rolle des Ausländerstudiums für das Selbstempfinden der DDR | 12 |
| 3.1 | Politische Abhängigkeit oder Selbstständigkeit –Wirtschaft und Wissenschaft als Komponenten der Außenpolitik der DDR | 12 |
| 3.2 | Internationale und innerstaatliche Unterstützung für die ausländischen Studierenden | 15 |
| 3.3 | Die Bildungsideologie | 17 |
| 4. | Studieren in der DDR | 20 |
| 5. | Die Beziehungen der Deutschen Demokratischen Republik zur Demokratischen Republik Vietnam | 23 |
| 5.1 | Die besondere Bedeutung der Entwicklungsländer | 23 |
| 5.2 | Geschichte der Auslandsbeziehungen zu Vietnam | 30 |
| 5.2.1 | Eine „Tradition der Freundschaft“? | 30 |
| 5.2.2 | Ausbau und Festigung der wissenschaftlichen Beziehungen | 35 |
| 5.2.3 | Sind die Ziele erreicht? | 39 |
| 6. | Das Ausländerstudium | 40 |
| 6.1 | Sozialistische Erziehung und Studium – Bildung als politischer und ideologischer Faktor | 40 |
| 6.2 | Solidarität – Bestandteil eines Studiums | 44 |
| 6.3 | Die Einbindung der Problematik des Ausländerstudiums in bilaterale Verträge und Abkommen | 46 |
| 6.4 | Verträge der Technischen Universität Dresden mit Partnereinrichtungen | 50 |
| 6.5 | Das perfekte Chaos? – Die Kunst des Improvisierens am Beispiel der Sektion Forstwirtschaft | 51 |
| 6.6 | Motive der Studenten für ein Studium in der DDR | 54 |
| 6.7 | Die Voraussetzung für eine Zulassung zu einem Studium an der TUD | 57 |
| 6.7.1 | Gesundheitliche und moralische Voraussetzungen | 57 |
| 6.7.2 | Die Finanzierung des Studiums | 59 |
| 6.7.3 | Studienvorbereitung am Herder-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig (KMUL) | 63 |
| 6.8 | Das Studium an der Technischen Universität Dresden | 65 |
| 6.8.1. | Das System der Verantwortungsbereiche der TUD für das Ausländerstudium | 65 |
| 6.8.2 | Offizielle Betreuungseinrichtungen für die ausländischen Studenten | 67 |
| 6.8.3 | Die persönliche Betreuung der ausländischen Studenten durch Bezugspersonen | 71 |
| 6.8.4 | Die Berichterstattung über das Leben der ausländischen Studenten | 77 |
| 6.9 | Das Studentenleben | 81 |
| 6.9.1 | Die Phase der Eingewöhnung | 81 |
| 6.9.2 | Ein Studium an der TUD | 82 |
| 6.9.3 | Die Teilnahmemöglichkeiten an studiumsbezogenen Praktika | 84 |
| 6.9.4 | Die Studienleistungen | 85 |
| 6.9.5 | Das politische Leben der vietnamesischen Studenten an der TUD | 88 |
| 7. | Der Alltag der ausländischen Studenten in Dresden | 91 |
| 7.1 | Das Leben in den Wohnheimen | 91 |
| 7.2 | Die Regeln im Heim | 94 |
| 7.3 | Die Gestaltung der Freizeit | 96 |
| 7.4 | Gesellschaftliche Veranstaltungen | 97 |
| 7.5 | Disziplin | 99 |
| 7.6 | Freundschaften und Diskriminierung | 100 |
| 8. | Die DDR-Bevölkerung und ihr Verhältnis zu en ausländischen Studenten - Solidarität mit Vietnamesen – Bestandteil eines Studiums | 103 |
| 9. | Der Abschied von der DDR | 106 |
| 9.1 | Die Heimreise | 106 |
| 9.2 | Nachkontakte | 108 |
| 10. | Ausblick | 111 |
| 11. | Schlußbetrachtung | 113 |
| Anhang | 120 | |
| Selbstständigkeitserklärung | 158 |
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2 | Literaturüberblick | 9 |
| 3. | Die Rolle des Ausländerstudiums für das Selbstempfinden der DDR | 12 |
| 3.1 | Politische Abhängigkeit oder Selbstständigkeit –Wirtschaft und Wissenschaft als Komponenten der Außenpolitik der DDR | 12 |
| 3.2 | Internationale und innerstaatliche Unterstützung für die ausländischen Studierenden | 15 |
| 3.3 | Die Bildungsideologie | 17 |
| 4. | Studieren in der DDR | 20 |
| 5. | Die Beziehungen der Deutschen Demokratischen Republik zur Demokratischen Republik Vietnam | 23 |
| 5.1 | Die besondere Bedeutung der Entwicklungsländer | 23 |
| 5.2 | Geschichte der Auslandsbeziehungen zu Vietnam | 30 |
| 5.2.1 | Eine „Tradition der Freundschaft“? | 30 |
| 5.2.2 | Ausbau und Festigung der wissenschaftlichen Beziehungen | 35 |
| 5.2.3 | Sind die Ziele erreicht? | 39 |
| 6. | Das Ausländerstudium | 40 |
| 6.1 | Sozialistische Erziehung und Studium – Bildung als politischer und ideologischer Faktor | 40 |
| 6.2 | Solidarität – Bestandteil eines Studiums | 44 |
| 6.3 | Die Einbindung der Problematik des Ausländerstudiums in bilaterale Verträge und Abkommen | 46 |
| 6.4 | Verträge der Technischen Universität Dresden mit Partnereinrichtungen | 50 |
| 6.5 | Das perfekte Chaos? – Die Kunst des Improvisierens am Beispiel der Sektion Forstwirtschaft | 51 |
| 6.6 | Motive der Studenten für ein Studium in der DDR | 54 |
| 6.7 | Die Voraussetzung für eine Zulassung zu einem Studium an der TUD | 57 |
| 6.7.1 | Gesundheitliche und moralische Voraussetzungen | 57 |
| 6.7.2 | Die Finanzierung des Studiums | 59 |
| 6.7.3 | Studienvorbereitung am Herder-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig (KMUL) | 63 |
| 6.8 | Das Studium an der Technischen Universität Dresden | 65 |
| 6.8.1. | Das System der Verantwortungsbereiche der TUD für das Ausländerstudium | 65 |
| 6.8.2 | Offizielle Betreuungseinrichtungen für die ausländischen Studenten | 67 |
| 6.8.3 | Die persönliche Betreuung der ausländischen Studenten durch Bezugspersonen | 71 |
| 6.8.4 | Die Berichterstattung über das Leben der ausländischen Studenten | 77 |
| 6.9 | Das Studentenleben | 81 |
| 6.9.1 | Die Phase der Eingewöhnung | 81 |
| 6.9.2 | Ein Studium an der TUD | 82 |
| 6.9.3 | Die Teilnahmemöglichkeiten an studiumsbezogenen Praktika | 84 |
| 6.9.4 | Die Studienleistungen | 85 |
| 6.9.5 | Das politische Leben der vietnamesischen Studenten an der TUD | 88 |
| 7. | Der Alltag der ausländischen Studenten in Dresden | 91 |
| 7.1 | Das Leben in den Wohnheimen | 91 |
| 7.2 | Die Regeln im Heim | 94 |
| 7.3 | Die Gestaltung der Freizeit | 96 |
| 7.4 | Gesellschaftliche Veranstaltungen | 97 |
| 7.5 | Disziplin | 99 |
| 7.6 | Freundschaften und Diskriminierung | 100 |
| 8. | Die DDR-Bevölkerung und ihr Verhältnis zu en ausländischen Studenten - Solidarität mit Vietnamesen – Bestandteil eines Studiums | 103 |
| 9. | Der Abschied von der DDR | 106 |
| 9.1 | Die Heimreise | 106 |
| 9.2 | Nachkontakte | 108 |
| 10. | Ausblick | 111 |
| 11. | Schlußbetrachtung | 113 |
| Anhang | 120 | |
| Selbstständigkeitserklärung | 158 |
Textprobe:
Kapitel 5.2.1, Eine „Tradition der Freundschaft“?: In der DDR wurde gern eine lange Tradition der Freundschaft zu Vietnam gezeichnet. So soll es bereits in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts eine „enge Freundschaft und Kampfsolidarität“ zwischen Wilhelm Pieck und Clara Zetkin mit Ho Chi Minh bestanden haben.
Die DRV wurde am 2. September 1945 gegründet. Aber die DDR wartete noch einige Monate mit der Aufnahme von Verbindungen, wahrscheinlich, um einer diplomatischen Anerkennung der DRV durch die UdSSR nicht zuvorzukommen. Am 3. Februar 1950 nahm die DDR dann diplomatische Beziehungen auf. Erst Anfang 1955 jedoch entsandte sie einen Botschafter. Bevor jedoch engere Kontakte geknüpft wurden, einigte man sich zunächst über Warenlieferungen der DDR an die DRV. Erst nach zahlreichen gegenseitigen Besuchen wurde dann am 14. März 1956 in Berlin ein Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit durch Grete Wittowski, der Stellvertretenden Vorsitzenden der Staatlichen Plankommission der DDR und Phan Anh, dem Minister für Handel der DRV.
Mit der zunehmenden Konzentration auf „Werbeoffensiven“ im asiatischen Raum ab 1965 rückte Vietnam mehr und mehr in den Vordergrund. So erkannte die DDR auch unmittelbar die Provisorische Revolutionäre Regierung der Republik Südvietnam (PRRdRSV) 20. Juni 1969 an und belegte damit ihre Unterstützung der DRV. Meist wurden diplomatische Beziehungen über Kulturinstitute vorbereitet. Doch Kulturinstitute in der DRV gab es lange Zeit nicht. Die DRV entwickelte sich erst im Laufe der Zeit zu einem wichtigen „Stützpunkt“ im asiatischen System.
Sie „eignete“ sich besonders für die propagandistischen Werbezwecke der DDR. Da der USA stets die alleinige Schuld an der Gefährdung des Weltfriedens zugewiesen wurde, konnte sich die DDR als Freund und Helfer, durch direkte Unterstützung, wie der Gewährung von Krediten, darstellen. So gewährte die DDR nach eigenen Angaben staatliche Hilfsleistungen in den Jahren 1966 bis 1977 von über 2,6 Miliarden DDR-Mark, wovon allein 642 Millionen durch Spenden von der Bevölkerung aufgebracht worden seien sollen, und half beim Wiederaufbau der DRV in über 150 Projekten.
Doch die DDR leistete nicht nur externe Hilfe, sondern sah sich gern unmittelbar mit der Bevölkerung der DRV verbunden. So beteiligte sich die DDR-Regierung auch an deren Kampf aktiv: „Während die Angehörigen die geliebte vietnamesische Heimat verteidigen, bereiten sich Studenten darauf vor, hervorragende Fachleute zu werden. Der Achtung und Hilfe ihrer deutschen Freunde dürfen sie immer gewiß sein“. Hier wurde also das Ausländerstudium als direkte Hilfe erklärt. Leider lassen sich momentan über die Größenordnung der direkten Hilfen, also auch des Aufenthaltes von ausländischen Studenten und zur genauen An- zahl der sich jeweils in der DDR befindlichen vietnamesischen Studenten keine regelmäßigen zuverlässigen Eintragungen finden.
Die DRV bewies dankbare Zuverlässigkeit. Als der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der DRV, Nguyen Song Tung, zu Besuch an der TUD weilte, verkündete er während eines Freundschaftsmeetings der Mitarbeiter der Botschaft mit einer Delegation von Forstwissenschaftlern der DRV mit DDR-Forstexperten sowie Mitarbeitern aus Betrieben der DDR und Forstwirtschaft volle politische Unterstützung: „Je stärker die DDR – desto stärker auch die DRV“. Zwischen beiden Staaten sollte demnach eine direkte Abhängigkeit erkennbar sein und die Bevölkerungen zur gegenseitigen Freundschaft verpflichten.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836603089
Arbeit zitieren:
Naumann, Sandra März 2003: Zum Studium in der DDR, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Deutschland (DDR), Studium, TU Dresden, DDR, Studierende



