Analyse logistischer Prozesse in der internationalen Katastrophenhilfe am Beispiel der Flutkatastrophe in Mosambik im Jahr 2000
- Art: Studienarbeit
- Autor: Sebastian Vogt
- Abgabedatum: Februar 2004
- Umfang: 92 Seiten
- Dateigröße: 389,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8529-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8529-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8529-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Vogt, Sebastian Februar 2004: Analyse logistischer Prozesse in der internationalen Katastrophenhilfe am Beispiel der Flutkatastrophe in Mosambik im Jahr 2000, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: humanitäre Hilfe, Katastrophenlogistik, Disaster Relief Logistics, Hilfsorganisation, Humanitarian Logistics
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Studienarbeit von Sebastian Vogt
Problemstellung:
In den Entwicklungsländern sind Ansprüche und Erwartungen an ein effizientes Katastrophenmanagement gestiegen. Doch trotz aller Absichtserklärungen der Politik hin zu einer verbesserten Koordination internationaler Katastrophenhilfe und schnellerer Mobilisierung lebensnotwendiger Hilfsgüter, überwiegt der Ad-hoc-Charakter des Katastrophenmanagements.
Im Katastrophenfall muss die Hilferechtzeitig und koordiniert erfolgen. Im Mittelpunkt der weltweiten Hilfsaktionen steht die Logistik, die zur Bewältigung von Katastrophen eine effiziente und effektive Versorgung der betroffenen Regionen leisten soll.
„Du weißt nicht was du brauchst, Du weißt nicht, wo Du es brauchst. Aber Du musst es hinbringen, und zwar in einer sehr kurzen Zeitspanne unter chaotischen Bedingungen. Schaffst Du es nicht, sterben Menschen.“ Um Menschenleben zu retten, bedarf es deshalb der Sicherstellung einer adäquaten Versorgung Hilfsbedürftiger durch Hilfsgüter, Hilfspersonal und deren Ausrüstung.
Ein großes Problem hierbei ist die Hilfsgüterbereitstellung für die Bevölkerung, da aufgrund mangelnder Transparenz in der gesamten Hilfsgüter-Supply-Chain und unsachgemäßer Planung kritische Entscheidungen getroffen werden müssen. Neben der Versorgung müssen logistische Systemstrukturen in der betroffenen Region aufgebaut und unterhalten werden, um einen effizienten Fluss von Katastrophenbewältigungsressourcen zu gewährleisten.
Die vorliegende Arbeit kann lediglich nur einen partiellen Ausschnitt bei der Bewältigung von Katastrophen zeigen. Ziel dieser Arbeit ist es, logistische Prozesse der internationalen Katastrophenhilfe zu analysieren und jene Effizienzpotenziale aufzudecken, die durch den Einsatz der Logistik optimiert werden können.
Im Anschluss werden Schwachstellen bewertet und Handlungsempfehlungen zur Behebung spezieller logistischer Problemfelder entwickelt. Die Undurchsichtigkeit von internationalen Katastropheneinsätzen durch fehlende Dokumentation vergangener Katastrophenfälle und die Beteiligung unzähliger Hilfsorganisationen machen die Quellensuche zu einem Puzzlespiel. Aufgrund der hohen Komplexität, auch bedingt durch politische und wirtschaftliche Einflüsse, ist eine Fokussierung bzw. Eingrenzung des Katastrophentyps im Rahmen dieser Arbeit sinnvoll und notwendig.
Mit dem Fokus auf die Flutkatastrophe in Mosambik im Jahre 2000 werden in dieser Arbeit logistische Prozesse analysiert. Die Begründung der Auswahl dieser bestimmten Naturkatastrophe liegt sowohl in der Häufigkeit, dem verheerenden Ausmaß von Überschwemmungen und des hohen, partizipierenden, internationalen Katastropheneinsatzes vieler Nationen. Die Flutkatastrophe von Mosambik im Jahr 2000 bildet somit eine ideale Analysebasis sowohl für intraorganisationale als auch interorganisationale, logistische Aktivitäten.
Inhaltsverzeichnis:
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 3 |
| 1.2 | Vorgehensweise und inhaltlicher Aufbau | 4 |
| 2. | Begriffliche Grundlagen und Katastrophenarten | 6 |
| 2.1 | Katastrophendefinition und begriffliche Grundlagen | 6 |
| 2.2 | Arten von Katastrophen | 8 |
| 2.2.1 | Naturkatastrophen | 10 |
| 2.2.2 | Technische und politische Katastrophen | 12 |
| 3. | Katastrophenlogistik | 13 |
| 3.1 | Grundzüge der Unternehmenslogistik | 13 |
| 3.2 | Logistik im Rahmen der Katastrophenhilfe | 15 |
| 3.3 | Katastrophenmanagement | 18 |
| 3.4 | Einordnung der Logistik in das Katastrophenmanagement | 20 |
| 4. | Logistische Prozesse der internationalen Katastrophenhilfe | 23 |
| 4.1 | Die Flutkatastrophe in Mosambik 2000 | 24 |
| 4.2 | Akteure | 25 |
| 4.3 | IST-Analyse der logistischen Prozesse | 30 |
| 4.3.1 | Preparedness-Phase | 30 |
| 4.3.2 | Response Phase | 32 |
| 4.3.2.1 | Allgemeiner Überblick | 33 |
| 4.3.2.2 | Joint Logistics Center in Mosambik | 35 |
| 4.4 | Schwachstellenanalyse | 37 |
| 4.4.1 | Allgemeine Schwachstellen | 37 |
| 4.4.2 | Logistikrelevante Schwachstellen | 44 |
| 5. | Ableitung von Planungs- und Handlungsempfehlungen | 46 |
| 5.1 | Ansatzfelder der Logistik | 46 |
| 5.2 | Lösungsansätze | 51 |
| 5.2.1 | Leistungserstellung (operativ) | 53 |
| 5.2.2 | Organisationen & Management | 54 |
| 5.2.3 | Informations- und Kommunikations Systeme | 60 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 68 |
| Literaturverzeichnis | 72 |
Kernkompetenzen und Arbeitsschwerpunkte öffentlich zugänglich zu machen bzw. bekannt zu geben. Die Einrichtung eins UNJLC zielt somit auf die Vermeidung von Redundanzen in der Leistungserbringung ab. Weiterhin ermöglicht das UNJLC eine Transparenz der lokalen Lagerbestände, da ihr sämtliche Informationen über Lagerkapazitäten einzelner Hilfsorganisationen zukommen. Wie auch beim Einsatz in Mosambik 2000 werden alle größeren Organisationen aufgefordert, mögliche Assets und deren Verfügbarkeit an das UNJLC zu melden. Assets, vor allem Helikopter und kleine Flugzeuge konnten somit der Nachfrage entsprechend koordiniert und die Transportauslastung optimiert werden. Aufgrund der weiten Entfernungen bei Hilfseinsätzen haben im Falle großer Güter- und Personaltransfers die Logistikkosten63 einen erheblichen Anteil an den gesamten Einsatzkosten. Der Lufttransportraum ist dabei die teuerste Art des Gütertransports. [...]
Wasserhygienestandard wieder herbeigeführt werden. Das THW z. B. richtete mit Hilfe von Trinkwasserspezialisten, Logistikern und Stromfachleuten zwei dieser Trinkwasseraufbereitungsanlagen ein, mit einer Höchstleistung von bis zu 60.000 l sauberem Wasser pro Tag.62 Auch viele der größeren NGOs schickten eigene Wasser- und Sanitärfachleute zur Analyse und Auswertung des Wasserbedarfs und sanitärer Anlagen in die Katastrophengebiete. Aktiviäten der Standortplanung, Installation und Instandhaltung standen hier primär an wichtigster Stelle. Medical Assessment / Assistance: Die medizinische Notfallhilfe und Grundversorgung steht hierbei im Vordergrund. Cholera und Malaria bildeten aufgrund der Fluten das größte Gefährdungspotenzial. Zudem bestand die Gefahr von Seuchen. Mobile Teams der Hilfsorganisationen kümmerten sich um die medizinische Versorgung der Hochwasser-Flüchtlinge und stellten Medikamente (Schutzimpfungen) und sauberes Trinkwasser bereit. [...]
Autoritäteten und dem Militär. Bei der Flutkatastrophe in Mosambik waren besonders Wasser- und Health-Experten vieler Organisationen im Einsatz. Parallel erfolgte die Suche nach geeigneten Landeplätzen für die bevorstehenden Luftfrachten. Transportwege, Lagerplätze und Lokationen für Flüchtlingslager mussten bestimmt werden. Short Term Food / Water Supply: Im Vordergrund dieser Phase steht die zeitweise Versorgung der Opfer und Betroffenen mit Nahrungsmitteln und Unterkünften, die meist aus lokalen Nachbarregionen zu Verfügung gestellt wurden. Water Purification: Die dauerhafte Versorgung der Betroffenen mit sauberem Wasser zum Waschen und Trinken ist eine der größten Herausforderungen bei Flutkatastrophen. Das Wasserversorgungsnetz wurde durch das Hochwasser zerstört. Durch Hunderte von Leichen und Tausende von Tierkadavern drohen Epidemien von Wasserinfektionsund anderen Krankheiten, wie Malaria und Cholera. Durch sauberes Trinkwasser, den Bau von Latrinen und Abfallsystemen sowie Hygiene-Erziehung soll die Verbreitung von Infektionskrankheiten wie Cholera verhindert werden. Mit Hilfe von Trinkwasseraufbereitungsanlagen kann der notwendige [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832485290
Arbeit zitieren:
Vogt, Sebastian Februar 2004: Analyse logistischer Prozesse in der internationalen Katastrophenhilfe am Beispiel der Flutkatastrophe in Mosambik im Jahr 2000, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
humanitäre Hilfe, Katastrophenlogistik, Disaster Relief Logistics, Hilfsorganisation, Humanitarian Logistics




