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Entwicklung einer Vorgehensweise zur Erstellung und Nutzung von Anforderungslisten in der Praxis

Entwicklung einer Vorgehensweise zur Erstellung und Nutzung von Anforderungslisten in der Praxis
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Florian Beckard
  • Abgabedatum: Juli 2002
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 9,6 MB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6623-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6623-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6623-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Beckard, Florian Juli 2002: Entwicklung einer Vorgehensweise zur Erstellung und Nutzung von Anforderungslisten in der Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Produktentwicklung, Anforderungen, Hauptmerkmale, Produktidee, Pflichtenheft

Studienarbeit von Florian Beckard

Zusammenfassung:

Anforderungslisten sind eines der wichtigsten Hilfsmittel in der erfolgreichen Produktentwicklung. Gerade auf dem derzeitigen Käufermarkt ist es für erfolgreiche Unternehmen zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit entscheidend, die geforderten Anforderungen der Kunden vollständig zu erfüllen.

Die Vielzahl von Anforderungen an ein Produkt, die der Kunde und das produzierende Unternehmen wünscht, aber auch durch die Umwelt vorgegeben bzw. geforderte Anforderungen, werden in Anforderungslisten strukturiert dargestellt. Mit Anforderungslisten wird ein Domänen übergreifendes Werkzeug für die Produktentwicklung zur Verfügung gestellt.

Im Praxisbeispiel der Arbeit stellte sich der für den Laien anfangs schwierige Umgang mit Anforderungslisten heraus. Auch die gute Hilfe durch Hauptmerkmalslisten ist erst nach Einarbeitung in den Umgang mit Anforderungslisten eine geeignete Unterstützung. Solche Hauptmerkmalslisten stoßen aber schnell bei Domäne übergreifenden Produkten bzw. bei innovativen Gedanken an ihre Grenzen.

Ausgehend von den gemachten Erfahrungen wurde eine Vorgehensweise zur Erstellung von Anforderungslisten erarbeitet. Dabei wird basierend auf die Produktidee mit Hilfe eines „schwarzen Kastens“ die erste grobe Anforderungsliste erstellt. Diese enthält dann die ca. 15 Hauptanforderungen an das Produkt, die sogenannten „technischen Constrains“. Im weiteren Verlauf der Produktentwicklung werden diese Hauptmerkmale aufgeschlüsselt und alle weiteren Anforderungen an das Produkt festgelegt. Die komplette Anforderungsliste steht dann erst am Ende der Produktentwicklung fest und fungiert so gleichzeitig als Checkliste zur Kontrolle, ob alle geforderten Anforderungen erfüllt wurden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problematik 2
1.2 Zielsetzung 3
1.3 Vorgehensweise 3
2. Theoretische Grundlagen 5
2.1 Ausgangssituation für die Verwendung von Anforderungslisten 5
2.2 Strategische Produktplanung 7
2.3 Anforderungskatalog/Anforderungsliste 10
2.3.1 Integrierte Produktentwicklung (Ehrenspiel) 11
2.3.2 Konstruktionslehre - Methode und Anwendung (Pahl/Beitz) 17
2.3.3 VDI - Richtlinien 26
2.3.3.1 VDI 2221 Methodik zum Entwickeln und Konstruieren technischer Systeme und Produkte 26
2.3.3.2 VDI 2223 Methodisches Entwerfen technischer Produkte 33
2.3.3.3 VDI 2225 Konstruktionsmethodik - Technisch-wirtschaftliches Konstruieren 37
2.3.4 Organisation in der Produktionstechnik (Eversheim) 37
2.3.5 Integriertes Änderungsmanagement (Lindemann, Reichwald) 41
2.3.6 Management im Konstruktionsbüro (Brehler, Steinwachs) 44
2.3.7 Anwendung im Technischen Design (Seeger) 48
2.3.8 Software Requirements (Gause, Weinberg) 53
2.3.9 Rechnerunterstützte Verwaltung von Produktanforderungen 62
2.3.10 Software System Doors 65
2.4 Überblick der verschiedenen Ansätze 70
2.5 Anwendungsgebiete von Anforderungslisten 71
2.6 Anschließende Schritte bis zur Fertigung 71
3. Erfahrungen aus der Praxis 73
3.1 Das betrachtete Unternehmen 73
3.2 Das Produkt 73
3.3 Das Testsystem 75
3.3.1 Ablauf des Testsystems 75
3.3.2 Die Hardware (Testschrank) 77
3.3.3 Die Software 78
3.4 Entwickeln einer Anforderungsliste 78
3.4.1 Anforderungsliste nach Pahl/Beitz 78
3.4.2 Schwarzer Kasten des Testsystems: 80
3.4.3 Anforderungsliste 82
4. Vergleich von Theorie und Praxis 85
4.1 Analyse der Schritte 85
4.1.1 Vorgehen in der Entwicklung 85
4.1.2 Probleme beim Entwickeln einer Anforderungsliste 86
4.2 Entwicklung einer Vorgehensweise 88
4.3 Schritte der Entwicklung einer Anforderungsliste 88
4.4 Verdeutlichung am Praxisbeispiel 93
5. Resümee und Ausblick 97
6. Literaturverzeichnis 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

Am Anfang einer jeden Tätigkeit steht eine Zielsetzung bzw. Aufgabenstellung. Dabei sind Begriffe wie Pflichtenheft, Lastenheft, Anforderungsliste oder Spezifikation für die Betrachtung gleichwertig. Es ist dabei auch gleichgültig, ob der Auftraggeber der Kunde, die eigene Geschäftsführung oder eine andere Abteilung des Hauses ist [BS90, S. 52]. Die beiden wichtigsten Probleme bei heutigen Aufgabenstellungen sind die Unvollständigkeit und Unklarheit. Die Ursachen dafür liegen häufig beim Auftraggeber, der sich nicht eindeutig festlegen will oder kann. Aber auch daran, dass der Vertrieb oder die Auftragsvermittler zu wenig technische Kenntnisse haben. Aus einer unvollständigen Aufgabenstellung ergeben sich dann schnell Zielabweichungen. „Als wir unser Ziel aus den Augen verloren, verdoppelten wir unsere Anstrengungen“ sprach einst ein Indianerhäuptling. Diese Aussage trifft heute auf viele Konstruktionsbüros zu. Die Folgen, die sich daraus ergeben, reichen von Termindruck bis zu der unnötigen Verschwendung von Ressourcen. Durch einen geringen Mehraufwand vor Arbeitsbeginn lassen sich diese Probleme schnell umgehen und ermöglichen so einen störungsfreien Arbeitsablauf und beachtliche Zeiteinsparungen [BS90, S. 53]. Allen Aufgabenstellungen muss eine gleichbleibende Systematik zugrunde gelegt werden. Für jede Produktgruppe bzw. Produktlinie eines Unternehmens ist eine allgemeine Anforderungsliste zu formulieren (Checkliste), die bei Anfragen oder im Auftragsfall vollständig ausgefüllt werden muss [BS90, S. 54]. Jede zu konstruierende Maschine lässt sich als „schwarzer Kasten“ darstellen (s. Bild 2-18). Dabei ist der Inhalt zunächst unbekannt. Als gegebene Größen sind nur das / die Eingangsprodukt(e) und das / die gewünscht(en) / gefordert(en) Ausgangsprodukt(e) definiert. Dabei können Eingangs- und Ausgangsprodukte nur Energien, Stoffe und / oder Signale sein. Um den geforderten Ablauf der zu konstruierenden Maschine zu erreichen, ist es erforderlich, die Eigenschaften des Ein- und Ausgangs genau zu beschreiben. Mit diesem Vorgehen zwingt man sich, „vom Eingang zum Ausgang“ bzw. „vom Anfang zum Ende“ zu denken [BS90, S. 54]. Weitere Merkmale, die sich unmittelbar auf die zu konstruierende Maschine auswirken, sind die zusätzlichen Forderungen (Herstellungskosten, Konstruktionstermin, Stückzahl, usw.) [BS90, S. 56]. [...]

Hieraus ergibt sich für den Entwickler eine gute Methodik, um bei der Durchführung der Entwicklung und Konstruktion, unnötige Änderungen zu vermeiden. Natürlich ist bei der Durchführung von Änderungen zum Erreichen des Änderungszieles auch die weitere Einhaltung der übrigen Anforderungen selbstverständlich [LR98, S. 98]. Ausgehend von der Anforderungsliste werden dann bei der Funktionsanalyse die Funktionen, die das technische System zu erfüllen hat, bestimmt. Die Funktionsanalyse steht als Methode somit zwischen der Aufgabenklärung und der Lösungssuche [LR98, S. 98]. Eine fehlende oder eine unvollständige Anforderungsliste führt somit zwangsläufig zu einer unvollständigen Lösung, da ein Teil der zu erreichenden Ziele fehlt bzw. nicht berücksichtigt wird. Gerade hier spiegelt sich die Wichtigkeit der Anforderungsliste als Checkliste zum Überprüfen der geforderten Ziele wieder. Die Anforderungsliste gilt als von allen Seiten (Kunde und Hersteller) akzeptierte Checkliste. Ein ständiges Ändern der Anforderungsliste hat jedoch auch Auswirkungen auf den Konstruktionsprozess. Es muss jedes Mal das Konzept geändert werden oder im schlimmsten Fall sogar neu erstellt werden. Um dieses zu vermeiden, ist es wichtig, ab einem gewissen Grad die Anforderungsliste als festes Dokument anzusehen [LR98, S. 113f]. Gerade durch eine strukturierte Anforderungsliste lassen sich Änderungen am Produkt in eine frühe Phase des Entwicklungsprozesses eingliedern und sich somit unnötige Kosten und Zeitverluste vermeiden [LR98, S. 123]. Diese Anforderungsliste wird aufgrund einer Aufgabenstellung oder eines Pflichtenbzw. Lastenhefts zu Beginn des Entwicklungs- und Konstruktions- bzw. Produkterstellungsprozesses erarbeitet und während dieses Prozesses laufen auf dem neusten Stand gehalten [LR98, S. 273]. Bei einer Neuentwicklung von Produkten ist die dritte Phase der Produktentwicklung die Produktdefinition (nach der Produkt- und Ideenfindung), bzw. das Aufstellen von Entwicklungsvorschlägen. Dieses Aufstellen des Entwicklungsvorschlages kann durch eine Anforderungstabelle erleichtert werden (s. Tabelle 2-2). Hierbei werden alle Anforderungen aufgeführt, so dass keine wichtigen Anforderungen vergessen werden können und weiterhin Denkanstöße gegeben werden [LR98, S. 292]. [...]

Der erste Schritt eines Entwicklungsprozesses ist das genaue Abklären der Anforderungen an das neue Produkt. Gerade eine unvollständig durchgeführte Aufgabenklärung ist die Ursache für viele in der industriellen Praxis auftretenden Änderungen. Das Erschaffen eines Produktes durch den Produktentwickler ist eine Dienstleistung, die den Kundenwünschen entsprechen muss. Grundlage zum Erreichen dieses Zieles, an dem es sich zu messen gilt, ist die Anforderungsliste [LR98, S. 97]. Bei einer Entwicklung für einen Kunden werden die Anforderungen des Produktes im Rahmen der Angebotserstellung und Auftragserteilung zusammen mit dem Kunden definiert. Auf Basis dieser Anforderungsliste gilt es dann den Auftrag zu erfüllen und das Produkt zu entwickeln [LR98, S. 97]. Für einen anonymen Markt verhält sich dieses unlängst schwieriger. Es gilt, die Anforderungen des Marktes mit Techniken der Betriebswirtschaft und Marktforschung zu identifizieren. Dabei ist es wichtig, die Entwickler in die Ausarbeitung der Anforderungen mit einzubeziehen, damit diese die für die Entwicklung ihrerseits wichtigen Aspekte einbringen [LR98, S. 97]. Es gilt, für das jeweilige Produkt den gesamten Produktlebenslauf zu betrachten. Auch hierbei ist die Anforderungsliste als Checkliste zu sehen, die allen Phasen des Produktlebenslaufs Rechnung trägt [LR98, S. 97]. [...]

Arbeit zitieren:
Beckard, Florian Juli 2002: Entwicklung einer Vorgehensweise zur Erstellung und Nutzung von Anforderungslisten in der Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Produktentwicklung, Anforderungen, Hauptmerkmale, Produktidee, Pflichtenheft

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