Entscheidungstatbestände und Entscheidungsalternativen eines Internationalen Branding
- Art: Studienarbeit
- Autor: Simone Biock
- Abgabedatum: Mai 1999
- Umfang: 64 Seiten
- Dateigröße: 560,5 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6461-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6461-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6461-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Biock, Simone Mai 1999: Entscheidungstatbestände und Entscheidungsalternativen eines Internationalen Branding, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Marke, Markenstrategie, Markenpolitik, Markenmanagement, Internationalisierung
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Studienarbeit von Simone Biock
Zusammenfassung:
Die Bedeutung des internationalen Branding will heutzutage niemand mehr bestreiten. Schließlich ist das geographische Wachstum fest in der Logik der Marke verankert, dient es doch ihrem Wachstum und dem Erhalt ihrer Wettbewerbsvorteile.
Mehr Schwierigkeiten bereitet jedoch die Frage nach der Ausgestaltung der internationalen Markenpolitik:
- Welche Strategie des geographischen Wachstums sollte gewählt werden?
- Sollte man sich für eine globale oder für eine multilokale Markenpolitik entscheiden?
- Inwieweit ist eine Standardisierung im internationalen Branding möglich, und wo muß man sich an länderspezifische Gegebenheiten anpassen?
- Welche Faktoren sind es, die das internationale Standardisierungspotential einer Marke beeinflussen?
- Und welche Bedeutung haben diese Erkenntnisse für die Ausgestaltung des Marketing-mix im internationalen Branding?
Alle diese Fragen müssen im Rahmen eines internationalen Branding geklärt werden.
In der Vergangenheit wurde ein echter Mythos um globale Marken wie Coca-Cola, Levi’s oder Marlboro geschaffen, und viele Markenartikelhersteller haben ihr internationales Branding in Anlehnung an diese Referenzbeispiele zu blauäugig angegangen. So wurde der im Heimatmarkt bewährte Marketingansatz standardisiert und blindlings auf andere Märkte übertragen. Das Ergebnis waren oftmals ausbleibende Umsätze, marginale Marktanteile und geringe Margen. Andere Unternehmen reagierten mit übertriebenen lokalen Anpassungen, doch auch hier war der Erfolg mangelhaft.
Ein generell gültiges Erfolgsrezept gibt es im internationalen Branding bis heute noch nicht. Vielmehr liegt der Schlüssel zum Erfolg beim internationalen Branding in einem sorgfältigen Abwägen von vielfältigen, strategischen und operativen Faktoren.
Welches im einzelnen die Entscheidungstatbestände und Entscheidungsalternativen eines internationalen Branding sind, welche Einflußfaktoren hier eine Rolle spielen und wie ein Unternehmen seine internationale Markenpolitik am besten angehen kann, all dies sind die Fragestellungen, die uns im Rahmen dieser Arbeit beschäftigen sollen.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit gliedert sich in 5 Kapitel.
Nach der Einleitung werden wir im zweiten Kapitel auf Begriffe und Grundlagen des internationalen Branding eingehen.
Kapitel 3 dient der Darstellung der zentralen Entscheidungstatbestände bei internationalen Markenstrategien.
Dabei geht es zunächst um Entscheidungen auf der Basis der geographischen Orientierung bzw. die Frage, für welche geographischen Märkte die Markenpolitik geplant werden soll. Neben der Darstellung der beiden strategischen Alternativen, globale versus multilokale Markenpolitik, mit ihren Vor- und Nachteilen soll hier auch auf den Aspekt des geographischen Wachstums eingegangen werden.
Im zweiten Teil des Kapitels beschäftigen wir uns mit dem Spektrum der horizontalen Markenstrategien, d.h. mit der Frage, wieviele Produktkategorien unter einer Marke geführt werden sollen. Auch hier soll auf Vor- und Nachteile der einzelnen Strategien sowie auf Wachstumsaspekte eingegangen werden.
In Kapitel 4 wird ein zentrales Problem des internationalen Branding erörtert: die Frage „Standardisierung oder Differenzierung“, welche in direktem Zusammenhang mit den oben betrachteten Markenstrategien gesehen werden muß. Hier sollen zunächst produkt-, markt-, und organisationsbezogene Einflußfaktoren im Vordergrund stehen. Anschließend sollen dann die Standardisierungspotentiale in der Markenpolitik im einzelnen diskutiert werden, und es soll aufgezeigt werden, welche Ansatzpunkte und Strategien den Unternehmen für die Gestaltung ihrer internationalen Markenpolitik zur Verfügung stehen.
Kapitel 5 faßt die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie kurz zusammen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 2. | INTERNATIONALES BRANDING: BEGRIFFE UND GRUNDLAGEN | 3 |
| 3. | ZENTRALE ENTSCHEIDUNGSTATBESTÄNDE BEI INTERNATIONALEN MARKENSTRATEGIEN | 7 |
| 3.1 | Entscheidungen auf der Basis der geographischen Orientierung | 7 |
| 3.1.1 | Weltmarken | 7 |
| 3.1.2 | Lokale Marken | 10 |
| 3.1.3 | Regionale Marken | 10 |
| 3.1.4 | Vor- und Nachteile einer globalen bzw. multilokalen Markenpolitik | 11 |
| 3.1.5 | Strategien des geographischen Wachstums | 14 |
| 3.1.5.1 | Die Wasserfallstrategie | 15 |
| 3.1.5.2 | Die Sprinklerstrategie | 16 |
| 3.1.5.3 | Die Strategie des externen Wachstums durch Aufkauf von lokalen Marken | 18 |
| 3.2 | Horizontale Markenstrategien im internationalen Branding | 20 |
| 3.2.1 | Die Einzelmarkenstrategie | 21 |
| 3.2.2 | Die Mehrmarkenstrategie | 22 |
| 3.2.3 | Die Markenfamilienstrategie | 22 |
| 3.2.4 | Die Dachmarkenstrategie | 24 |
| 3.2.5 | Wachstumsorientierte Markenstrategien | 27 |
| 4. | STANDARDISIERUNG IM INTERNATIONALEN BRANDING - ANFORDERUNGEN UND POTENTIALE | 28 |
| 4.1 | Die Grenzen der Standardisierbarkeit der Produkt- und Markenpolitik | 28 |
| 4.2 | Begünstigende und hemmende Faktoren für eine Standardisierung der internationalen Markenpolitik | 31 |
| 4.2.1 | Produkt- und marktbezogene Faktoren | 31 |
| 4.2.1.1 | Die Abhängigkeit des Standardisierungspotentials von der Produktart | 31 |
| 4.2.1.2 | Faktoren, die die Internationalisierung der Markenpolitik begünstigen | 34 |
| 4.2.1.3 | Faktoren, die die Internationalisierung der Markenpolitik hemmen | 37 |
| 4.2.2 | Organisationsbezogene Faktoren | 41 |
| 4.3 | Die Standardisierungspotentiale in der Produkt- und Markenpolitik | 43 |
| 4.3.1 | Die Vereinheitlichung des Produktkerns | 43 |
| 4.3.2 | Die Standardisierung markenpolitischer Instrumente | 44 |
| 4.3.2.1 | Markenname und Markenzeichen | 44 |
| 4.3.2.2 | Produktdesign und Verpackungsgestaltung | 49 |
| 4.3.2.3 | Positionierung der Marke | 51 |
| 4.4 | Methodik der Internationalisierung der Markenpolitik | 54 |
| 4.4.1 | Dynamisches Markenmanagement | 54 |
| 4.4.1.1 | Die progressive Verschmelzung | 55 |
| 4.4.1.2 | Der informationsgestützte Übergang | 56 |
| 4.4.1.3 | Die Methode des glatten Bruchs | 56 |
| 4.4.2 | Der Entscheidungsprozeß der Internationalisierung des Marketingmix | 57 |
| 6. | SCHLUSSWORT UND ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE | 60 |
Die Marke "Dim" hat mit ihrem Konzept der "freien, autonomen und verführerischen Frau" internationalen Erfolg. So finden in vielen Ländern die Frauen in der Marke "Dim" einen Ausdruck der Befreiung, ein neues Selbstbewußtsein, kurz eine neue Identität. Viele Marken haben es geschafft, durch das Konzept einer neuen Identität international neue Werte zu setzen und damit auch international einheitliche Kundensegmente zu erschließen. Ein international einheitliches Auftreten ist bei einer solchen Markenstrategie geradezu ein Schlüsselfaktor des Erfolgs. 2.) Produkte, die in ihrer Art völlig neu sind Produkte, die in ihrer Art völlig neu sind, zum Beispiel aus den Bereichen High Tech, Informatik, Elektronik und Telekommunikation, bauen nicht auf ein bestehendes Wertesystem auf, sondern schaffen dieses vielmehr selbst. Aus diesem Grunde läßt sich die weltweite Markenpolitik solcher Produkte relativ unkompliziert standardisieren. Da die Marken selbst in ihrem Bereich die einzige Referenz sind, kann und muß zum Beispiel "Apple" seinen Apfel überall in gleicher Weise in den Vordergrund stellen. Allein die Thematik der Kampagnen wird in diesen Sektoren in Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Entwicklungsstatus des Landes variieren. Ähnliches gilt auch für die neuen Dienstleistungen. So haben die Marken "Hertz", "Avis" und "Europcar" ihre Werbekampagnen weltweit standardisiert, indem sie überall auf den Stereotyp des unter Zeitdruck stehenden Geschäftsmanns aufbauen. Auf diese Weise wird sich zum Beispiel ein italienischer Geschäftsmann eher mit dem Abbild eines Geschäftsmanns identifizieren als mit der Verkörperung eines Italieners. Das Argument der Neuartigkeit gilt genauso für die Standardisierbarkeit der Markenpolitik von "Mc Donald's", "Malibu" oder "Corona". 3.) Produkte rund um die Mobilität Eine weltweite Standardisierung der Markenpolitik ist auch dort möglich, ja geradezu empfehlenswert, wo ein Markt rund um die "Mobilität" geschaffen wird. Dies ist der Fall zum Beispiel bei der Telekommunikation, dem Hotelgewerbe, der Autovermietung und den Fluggesellschaften. In diesen Sektoren ist ein internationales Image für die betreffenden Marken ein Zeichen von Kompetenz: je internationaler die Marken sind, desto mehr werden sie respektiert. [...]
1.) Produkte, die eine neue Identität schaffen Die sozialen und kulturellen Veränderungen in unserer Gesellschaft bilden ein günstiges Terrain für die Bildung globaler bzw. weltweit weitgehend standardisierter Marken. So identifiziert sich ein nicht unbedeutender Teil der Gesellschaft heute nicht mehr mit den tradierten lokalen Werten und ist auf der Suche nach neuen Modellen der Identitätsfindung. Dieses Bevölkerungssegment steht äußeren bzw. ausländischen Einflüssen sehr offen gegenüber. Viele bedeutende, weltweit standardisiert auftretende Marken haben dieses Phänomen zu nutzen gewußt: Die Marke "Coca Cola" spricht als Sinnbild des "American Way of Life" mit ihrem jugendlichen und dynamischen Image gerade das Segment der Jugendlichen an. Diese finden in dem stark mediatisierten, kulturell inspirierten Modell einen neuen Ausdruck ihrer Identität. "Nike" hat ebenfalls die Jugendlichen als Zielsegment für sich definiert. Diesen bietet die Marke ein Modell der Identitätsfindung über die selbst definierten Werte der Internationalität und des Antirassismus sowie über das Leitmotiv des "Sich-SelbstÜbertreffens". [...]
Unter Wachstumsaspekten kann man in der Markenpolitik unterscheiden zwischen - Strategien der Line-Extension und - Strategien der Brand-Extension. "Eine Line Extension liegt dann vor, wenn neue Produkte im Rahmen einer existierenden Produktkategorie eingeführt werden (z.B. die Einführung von Ariel Ultra in den europäischen Märkten). Von einer Brand Extension wird dann gesprochen, wenn es sich um neue Produkte mit gleichem Markennamen in einer weiteren Produktkategorie handelt (z.B. Persil Geschirrspülmittel in Großbritannien von Lever)".29 Für die Brand Extension, insbesondere bei wenig verwandten Produkten, wird der erfolgreiche Markentransfer vorausgesetzt. Das hohe Investitionsrisiko bei stagnierenden Märkten einen veranlaßt viele Unternehmen Unter dazu, bei der Suche nach ist hier neuen eine Wachstumsmöglichkeiten das Erfolgspotential bereits im Markt etablierter Marken durch Markentransfer auszunutzen. einem Markentransfer Unternehmensaktivität zu verstehen, bei der unter Zuhilfename eines gemeinsamen Markennamens positive Imagekomponenten von einer Hauptmarke eines bestehenden Produktbereiches auf ein Transferprodukt einer neuen Produktkategorie übertragen werden. Beispielsweise erweiterte Dunhill auf diese Weise mit Erfolg seine Produktpalette ausgehend vom klassischen Bereich der Tabak-, Zigaretten- und Pfeifenmarken und bietet heutzutage unter anderem Herrenbekleidung, Herrenkosmetik, Schreibartikel und Uhren an, die mittlerweile circa 90 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.30 Mit diesen Bemerkungen zu den Wachstumsaspekten der Markenpolitik wollen wir das Thema der strategischen Markenpolitik beenden und uns in Kapitel 4 der Frage der operativen Ausgestaltung der internationalen Markenpolitik widmen. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832464615
Arbeit zitieren:
Biock, Simone Mai 1999: Entscheidungstatbestände und Entscheidungsalternativen eines Internationalen Branding, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Marke, Markenstrategie, Markenpolitik, Markenmanagement, Internationalisierung



