Chinas Beitritt in die Welthandelsorganisation
Perspektiven und Strategien
- Art: Studienarbeit
- Autor: Christine Palmquist, geb. Bartels
- Abgabedatum: April 2006
- Umfang: 51 Seiten
- Dateigröße: 596,1 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Leibniz-Akademie Hannover (VWA) Deutschland
- Bibliografie: ca. 15
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0002-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8366-0002-6 P - ISBN (CD) :978-3-8366-0002-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Palmquist, geb. Bartels, Christine April 2006: Chinas Beitritt in die Welthandelsorganisation, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Volkswirtschaft, Wirtschaftswissenschaft, Handel, WTO, China
In den Warenkorb
38,00 €
Studienarbeit von Christine Palmquist, geb. Bartels
Einleitung:
Der Beitritt Chinas in die WTO am 11. Dezember 2001 hat in den letzten Jahren wie kaum ein anderes Thema zu Spekulationen und Diskussionen geführt. Dies betrifft insbesondere die Auswirkungen in China und die gesamtweltwirtschaftliche Entwicklung. Optimisten sehen die Chance eines durch China geöffneten, gigantischen neuen Weltmarktes und dadurch resultierend gepuschten weltweiten Aufschwungs.
Sie versprechen sich anhaltendes wirtschaftliches Wachstum nicht nur in China und den angrenzenden Regionen sondern auch in führenden Industrienationen wie den USA und der EU. Pessimisten verweisen auf die Gefahren eines übermäßigen Wachstums, der einhergehenden ungesunden strukturellen Entwicklung wie der Einkommensverteilung in China und die Gefährdung deutscher Arbeitsplätze. Sie befürchten eine Überschwemmung der Märkte durch importierte, preiswerte chinesische Produkte und schlimmstenfalls ein Kollabieren des chinesischen Systems mit katastrophalen Folgen für die Weltwirtschaft.
Die vorliegende Abschlussarbeit gibt einen Überblick der Wirtschaftsgeschichte Chinas, der Handelsabkommen und der Entwicklungen in ausgewählten Industriezweigen seit dem Beitritt in die WTO, um die oben genannten Thesen besser beurteilen zu können.
In Kapitel 2 wird die historische Entwicklung und die für den WTO Beitritt relevante Phase der Reform- und Öffnungspolitik Chinas dargestellt. Dieser Abschnitt dient zum besseren Verständnis, welche Politik die chinesische Regierung bei wirtschaftlichen Fragen verfolgt. In Kapitel 3 werden die globalen Handelsabkommen GATT und die WTO vorgestellt. Diese haben für China und seine Handelspartner bei fortschreitendem Handel, wirtschaftlichen Wachstum und Liberalisierung eine immer stärkere Bedeutung. In Kapitel 4 wird erläutert, wie sich einzelne Wirtschaftsbereiche bis zum Beitritt in die WTO in China entwickelt haben und welche Konsequenzen sich durch den Beitritt in die WTO für China und ausländische Handelspartner zumindest theoretisch ergeben. Im Anschluss wird in Kapitel 5 dargestellt, inwieweit der WTO Beitritt zu den erwarteten Veränderungen führte und welche Zukunftsentwicklungen in bestimmten Sektoren zu erwarten sind. In Kapitel 6 werden notwendige Maßnahmen aus jeweils chinesischer und deutscher Sicht diskutiert und in Kapitel 7 ein Fazit daraus gezogen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Chinas wirtschaftliche Entwicklung vor dem Eintritt in die WTO | 1 |
| 2.1 | Chinas Historie vor der Reform- und Öffnungspolitik 19781 | 1 |
| 2.1.1 | Das Zeitalter der Dynastien | 1 |
| 2.1.2 | Der Einzug der Europäer | 2 |
| 2.1.3 | Die Republik China | 3 |
| 2.1.4 | Die Ära von Mao Zedong | 3 |
| 2.2 | Der Prozess des Umdenkens – Reform- und Öffnungspolitik ab 1978 | 4 |
| 2.2.1 | Die Wirtschaftslage Chinas 1978 | 4 |
| 2.2.2 | Das „trial-and-error“-Verfahren der Wirtschaftstransformation | 5 |
| 2.2.2.1 | Die vier Sonderwirtschaftzonen | 6 |
| 2.2.2.2 | Erste Erfolge der Liberalisierung | 7 |
| 2.2.3 | Weitere Phasen der Reform- und Öffnungspolitik | 8 |
| 3. | Der Beitritt in die WTO | 9 |
| 3.1 | Das GATT und die Entwicklungen bis zur Gründung der WTO | 10 |
| 3.1.1 | Chinas Bemühungen zum Beitritt in das GATT | 11 |
| 3.2 | Grundlagen der Welthandelsorganisation (WTO) | 12 |
| 3.2.1 | Die wichtigsten Hauptabkommen der WTO | 12 |
| 3.2.2 | Struktur, Prinzipien und Funktionen der WTO | 13 |
| 3.2.3 | Chinas Bemühungen zum Beitritt in die WTO | 14 |
| 4. | Auswirkungen des WTO Beitritts auf China | 15 |
| 4.1 | Direkte Auswirkungen | 16 |
| 4.1.1 | Die Landwirtschaft und für China bedeutende Industrien | 16 |
| 4.1.1.1 | Entwicklungen in der Landwirtschaft vor dem Beitritt in die WTO | 16 |
| 4.1.1.2 | WTO Vereinbarungen für den Bereich Landwirtschaft | 17 |
| 4.1.2 | Banken und Finanzen | 20 |
| 4.1.2.1 | Entwicklungen im Bereich Banken und Finanzen vor dem Beitritt in die WTO | 20 |
| 4.1.2.2 | WTO Vereinbarungen für den Bankensektor | 22 |
| 4.1.3 | Die Automobilindustrie | 24 |
| 4.1.3.1 | Entwicklungen in der Automobilindustrie vor dem Beitritt in die WTO | 24 |
| 4.1.3.2 | WTO Vereinbarungen für den Bereich Automobilindustrie | 27 |
| 4.2 | Indirekte Auswirkungen | 28 |
| 4.2.1 | Die chinesischen Staatsunternehmen | 28 |
| 4.2.2 | Die wachsende Einkommenskluft | 29 |
| 4.2.3 | Wirtschaftskriminalität in China | 31 |
| 5. | Vier Jahre nach Eintritt in die WTO | 32 |
| 5.1 | Die Automobilindustrie nach dem Beitritt in die WTO | 33 |
| 5.2 | Der Bankensektor nach dem Beitritt in die WTO | 35 |
| 6. | Perspektiven, Risiken und Strategien | 37 |
| 6.1 | Die chinesische Sicht | 37 |
| 6.2 | Stimmen zu Optimismus und Pessimismus in Deutschland | 39 |
| 7. | Fazit | 40 |
| Literatur | 42 | |
| Anhang | 43 |
Textprobe:
Kapitel 5: Vier Jahre nach Eintritt in die WTO Vier Jahre nach dem Eintritt in die WTO lässt sich rückblickend sagen, dass trotz der Planungen und vereinbarten Maßnahmen China seinen eigenen Weg der kleinen Schritte gegangen ist. Und das aus chinesischer Sicht gesamtwirtschaftlich recht erfolgreich. Jedoch sind längst nicht alle Handelsabkommen erfüllt. Wo China Nachteile wittert, werden Restriktionen und Handelshemmnisse nicht abgebaut sondern verstärkt oder entsprechend interpretiert. Subventionen werden zwar auf der einen Seite abgebaut, auf der anderen Seite werden Rohstoffe für die chinesische Produktion unter Marktpreisen bereitgestellt, was einer Subvention gleichkommt.
Neben der freizügigen Interpretation des WTO Vertrags hat China in den letzten vier Jahren gelernt, sich der Regeln der WTO für seine Zwecke zu bedienen. Am Beispiel des Bankensektors wird dies in Kaptitel 5.2 verdeutlicht. Globalisierungsgegner können sich darüber freuen, dass es einem Entwicklungsland endlich gelungen ist, den Industriestaaten die Stirn zu bieten und sich nicht durch geforderte Liberalisierungen überrennen zu lassen. Die anfängliche Euphorie der westlichen Industriestaaten über anstehende Veränderungen des Landes im Rahmen des WTO Beitritts hat sich dementsprechend inzwischen gelegt. Dennoch sind die Konsequenzen bezüglich der nicht eingehaltenen Abmachungen für China in keiner Weise kritisch. Das Ausland braucht China im Gegensatz zum Zeitpunkt zu Beginn der Reform- und Öffnungspolitik inzwischen mehr als China das Ausland – zumindest in bestimmten Sektoren. Dies spiegelt sich insbesondere in der Automobilindustrie wieder, wo auch nach dem Beitritt Chinas in die WTO das Buhlen um die Gunst der Chinesen weitergeht. Im folgenden Kapitel 5.1 wird auf wesentliche Entwicklungen am Beispiel der Automobilindustrie eingegangen Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Beitritt Chinas zur WTO und die damit einhergehende Verflechtung in die Weltwirtschaft China zu einem der wichtigsten Handelspartner der Industriestaaten gemacht haben. China hat sich in den letzten Jahren zum Motor der Weltwirtschaft entwickelt. Die chinesische Wirtschaft steht auf stabilen Fundamenten. Die Inflation ist niedrig, das Wachstum ist hoch. Die chinesischen Auslandsschulden sind gering und langfristig. Die Abhängigkeit der Industrienationen - insbesondere der USA50 - von China lässt sich heute nicht mehr in Frage stellen. 49 Aus Platzgründen wird an auf eine nähere Beleuchtung der Entwicklungen im Bereich der Landwirtschaft, der Textil- und Bekleidungsindustrie und dem Dienstleistungsbereich Kommunikation verzichtet werden. Angemerkt sei hier jedoch, dass sie sich entsprechend der in Kapitel 4 und im Anhang dargestellten Prognosen bestätigt haben. 50 „Die USA müssen sich jeden Werktag rund drei Milliarden US-Dollar leihen, um ihren Lebensstandard halten zu können. Ein großer Teil davon kommt aus China. Würden die Chinesen den Amerikanern kein Geld mehr leihen, würden in den USA die Zinsen nach oben schnellen, die Immobilienblase würde platzen, die Konjunktur einbrechen. Andererseits gingen dann auch die Exporterlöse der Chinesen zurück.
In den Warenkorb
38,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836600026
Arbeit zitieren:
Palmquist, geb. Bartels, Christine April 2006: Chinas Beitritt in die Welthandelsorganisation, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Volkswirtschaft, Wirtschaftswissenschaft, Handel, WTO, China




