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Studien zum Thema Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE)

Unter besonderer Berücksichtigung der möglichen Übertragung auf den Menschen durch Lebensmittel tierischer Herkunft

Studien zum Thema Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE)
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Holger Dresmann
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 157 Seiten
  • Dateigröße: 3,7 MB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule Bremerhaven Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6214-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6214-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6214-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dresmann, Holger August 2001: Studien zum Thema Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE), Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: TSE-Erkrankungen, Prion, CJK und nVCJK, Schnelltests, Risikoanalyse

Diplomarbeit von Holger Dresmann

Einleitung:

Es gibt wohl kaum drei Buchstaben, die in dieser Reihenfolge in den letzten Monaten und Jahren häufiger genannt wurden als folgende: „BSE“. Keine andere Krankheit hat in den vergangenen Jahren die Menschen mehr bewegt wie die Bovine Spongiforme Enzephalopathie. Also eine Rindererkrankung, die ein normales Gehirn in einen Schwamm verwandeln kann. Diese Krankheit befällt aber nicht mehr nur Rinder. Auch Menschen sind von ihr betroffen. Hier wird sie dann nVCJK bzw. VCJK genannt, d.h. eine neue Form bzw. eine Variante der schon seit längerem bekannten Creutzfeldt-Jakob Krankheit. Analog zu BSE bei den Rindern endet auch die nVCJK beim Menschen mit dem Tode.

Es gibt viele Gründe, warum die Menschen beim Stichwort BSE oftmals panische Reaktionen zeigen. Bei dem Krankheitsverursacher handelt es sich um eine neue bisher unbekannte Erregerart. Die hohe Resistenz, die ihn von allen anderen Krankheitserregern unterscheidet.

Ein Grund aber übertrifft alle anderen und diesem hat das Molekül, welches auch „Prion“ genannt wird, seine Berühmtheit zu verdanken. Es ist die Tatsache, daß der Erreger das Zentrale Nervensystem angreift und hier im Besonderen das Organ, das einen Menschen erst zum Menschen macht, sein leistungsfähiges Gehirn. Es bedingt seine hohe Intelligenz und unterscheidet ihn daher von allen anderen Lebewesen. Genau hier erfolgt aber das Zerstörungswerk des Erregers.

Der betroffene Mensch verliert seine intellektuellen Fähigkeiten und stirbt schließlich an den Folgen des Absterbens der Nervenzellen.

Aber wie sieht es nun in der Bevölkerung aus?

Fast jeder Mensch auf der Straße kann aufgrund der Berichterstattung in den Medien mit dem Begriff „BSE“ etwas anfangen. Die meisten denken dabei an kranke Rinder, die schwankend und orientierungslos durch die Gegend laufen und schließlich wegen eines „durchlöcherten“ Gehirns zugrunde gehen.

Weiter interessieren sie sich für diese Problematik nicht. Andere dagegen ließen sich von der aufkommenden Hysterie anstecken, nachdem bekannt wurde, daß Lebensmittel eine Gefahr darstellen könnten. Sie wurden aufgrund dieser Krankheit zum Vegetarier bzw. sogar zum Veganer, in der Hoffnung, so einem möglichen Risiko aus dem Wege zu gehen.

Die große Masse der Menschen aber kauft heute wieder so ein, nachdem das Thema fast aus den Medien verschwunden ist, wie sie es auch schon vor der Krise getan hat. In der Hoffnung, daß die Maßnahmen, die zur Eindämmung der Krankheit beschlossen wurden, auch tatsächlich umgesetzt werden, um den Verbraucher zu schützen.

Wie sieht es nun tatsächlich mit dem Gefährdungspotential in Sachen Übertragung von BSE auf den Menschen aus? Bestand und besteht immer noch ein hohes Risiko, sich beim Verzehr von bestimmten Produkten, die Ausgangsstoffe tierischen Ursprungs enthalten, mit der Krankheit zu infizieren?

Um dieses Problem zu erörtern, habe ich mich dazu entschlossen, im Rahmen einer Literaturrecherche, diese und weitere Fragen so weit wie möglich zu klären.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
2. Methodik der Datenermittlung 2
2.1 Fragenkatalog 4
2.2 Angeschriebene Institute, Forschungseinrichtungen und Ministerien 6
2.3 Angeschriebene Firmen 7
2.4 Ergebnis der Korrespondenz 12
2.5 Zusammenfassende Betrachtung der Korrespondenz 13
3. Einführung in das Thema 14
3.1 Allgemeines über TSE-Erkrankungen 14
3.2 Nähere Erläuterungen zu den TSE’s 15
3.2.1 TSE Erkrankungen des Menschen 15
3.2.2 TSE’s beim Tier 17
3.2.3 Tabellarische Zusammenfassung der Krankheiten 21
4. BSE: Die Chronologie der Krise 22
5. Hypothesen zur Entstehung der bovinen spongiformen Enzephalopathie (BSE) 26
5.1 Erläuterungen zur1. Hypothese 27
6. BSE-Fälle in Großbritannien und in ganz Europa 28
6.1 Großbritannien 28
6.2 Im übrigen Europa 29
6.3 Erläuterung zu den Zahlen 30
6.3.1 Illegale Tiermehltransporte in die Schweiz 31
6.4 Die Born After Ban (BAB)-Problematik 33
6.4.1 Erklärungsmodelle für die BAB-Fälle 33
7. Zum Wesen des Erregers 34
7.1 Virus-Hypothese 36
7.2 Virino-Hypothese 37
8. Das Prion 38
8.1 Die pathogene Prionform 40
8.2 Ursache der Resistenz von PrPsc gegenüber Protease 41
8.3 Vergleich des physiologischen (PrPc) und des pathologischen (PrPsc) Proteins 42
8.4 Prion Vermehrung (Replikation) 42
8.4.1 Prion-Dimer Hypothese nach Prusiner 43
8.4.2 Polymerisationsmodell nach Lansbury 43
9. Der Weg des Erregers bei peripherer Inokulation 44
9.1 Eine Hypothese zum Übergang des BSE-Erregers in den Körper 45
10. Mechanismus des Absterbens der Nervenzellen 46
11. Modelle zur Inaktivierung der pathogenen Form im menschlichen Körper 47
12. BSE-Diagnose 48
12.1 Wichtige klinische Symptome von BSE 48
12.2 Kennzeichen von BSE im Gehirn und Rückenmark 49
13. Diagnose von TSE-Erkrankungen 50
13.1 Am lebenden Tier 50
13.2 Histologie des krankhaft veränderten Gehirns 52
14. Differenzierung zwischen CJK und nVCJK 54
15. Der BSE-Schnelltest 55
15.1 Maßnahmen bei Bestätigung eines BSE-Falls nach dem BSE-Schnelltest 56
15.2 Vorgehensweise bei den BSE-Schnelltests 57
15.3 BSE-Schnelltest „Prionics-Check“ der Schweizer Firma Prionics 58
15.4 Anzahl der pro Bundesland durchgeführten BSE-Schnelltests in Deutschland 59
16. Abschätzung des Gefährdungspotentials durch Lebensmittel tierischer Herkunft 60
16.1 Zusammenhang zwischen BSE- und nVCJK 61
16.1.1 Entwicklung der BSE-Fälle und der nVCJK-Fälle im Vergleich zueinander 61
17. Risikoanalyse von Fleisch- und Fleischprodukten 62
17.1 Gründe für die Übertragung des BSE-Erregers auf den Menschen durch Fleisch- und Fleischprodukte 62
17.2 Spezifiziertes Risikomaterial (SRM) 64
17.3 Infektiosität von Rindergeweben 65
17.3.1 Zur Infektiosität von Muskelfleisch 66
17.3.1.1 Stellungnahme von BgVV bzw. der DGE zum Thema Muskelfleisch und Belastung mit pathogenen Prionen 67
17.4 Kategorisierung von Rindergeweben unter dem Gesichtspunkt der BSE-Infektiosität 68
17.5 Gefährdungspotential von Wurst 69
17.5.1 Separatorenfleisch als Risikofaktor 70
17.5.1.1 Differenzierung zwischen Weichseparation und Hartseparation 70
17.5.1.1.1 Weichseparation 71
17.5.1.1.2 Hartseparation 71
17.5.2 Risiko von bestimmten Innereien 75
17.5.2.1 Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse 75
17.5.2.2 Der Darm als Risikomaterial 77
17.6 Nachweisverfahren von Bestandteilen des Nervengewebes in erhitzten Fleischerzeugnissen 78
17.7 Fazit zum Thema Wurst 78
17.8 Der Schlachtprozeß als Sicherheitsrisiko 79
17.9 Zusammenfassung 81
18. Risikoanalyse von Milch- und Milchprodukten 82
18.1 Grundlagen über Milch 82
18.2 Stellungnahmen von Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Institutionen zum Thema BSE Gefahr durch Milch- und Milchprodukte 84
18.2.1 Wissenschaftler 84
18.2.2 Die Meinung einiger wissenschaftlicher Institutionen 85
18.3 Studien zur Untersuchung der Milch auf Infektiosität 85
18.3.1 Fakten, die gegen eine Übertragung von BSE durch die Milch sprechen 85
18.3.2 Gründe, die für eine Übertragung durch die Milch sprechen 86
18.4 Kolostralmilch 87
18.5 Weitere Forschungen 89
18.6 Zusammenfassung 89
19. Risikoanalyse von Gelatine 90
19.1 Grundlagen zur Gelatine 90
19.2 Das Herstellungsverfahren von Gelatine 95
19.3 Abschätzung des Gefährdungspotentials durch Gelatine 99
19.3.1 Stellungnahmen einiger Wissenschaftler zu dem Thema Gefährdungspotential von Gelatine 99
19.3.2 Stellungnahme des BgVV 100
19.3.3 Durchgeführte Studien in Bezug auf die BSE-Sicherheit von Gelatine 100
19.3.4 Weitere Punkte, die zu einer Verminderung der Infektiosität führen 105
19.4 Zusammenfassung 107
20. Faktoren zum Schutz vor BSE 107
21. Rechtliche Regelungen in Sachen BSE 108
21.1 BSE-Vorschriften des Tierseuchen und Fleischhygienerechts 112
22. Zusammenfassung der Ergebnisse 115
23. Wörterverzeichnis mit Erklärungen 117
24. Literaturverzeichnis 120
24.1 Internetquellen 131
25. Anhang 136

Automatisiert erstellter Textauszug:

Da der Zusatz von Hartseparatorenfleisch vom Rind als eine Möglichkeit betrachtet wird, wie ZNS-Material in Fleischerzeugnisse gelangen kann, soll es hier näher untersucht werden. Man bezeichnet Separatorenfleisch auch als Knochenrestfleisch. Es wird maschinell vom Knochen getrennt und verarbeitet. Die erhaltenen Fleischreste bestehen aus Bindegebe, Fettgewebe und Knorpelresten. Der Anteil beträgt bei einem durchschnittlichen Rind etwa acht bis 12 Kilogramm [31]. Es wird Brühwürsten und Kochwürsten der einfachen Qualität bis zu 10% zugesetzt. Schädel und Wirbelsäulen von Rindern, Schafen und Ziegen sind Risikomaterial und werden daher für die Restfleischgewinnung durch Separation nicht verwendet. In der EGEntscheidung 2001/233/EG (2) wird außerdem vorgeschlagen, zu Kontrollzwecken alle Knochen von den erwähnten Tierarten aller Altersklassen für die Separation auszuschließen. [...]

70 Geflügel konnte bisher weder durch orale Verabreichung, noch durch intrazerebrale Injektion mit dem BSE-Erreger infiziert werden [43]. Aus dem Grunde gilt auch das Fleisch von diesen Tieren als sicher. So bleibt nur Rind-, Schaf und Ziegenfleisch übrig. Da aber Schaf-, und Ziegenfleisch in weit geringerem Umfang vom Menschen konsumiert wird als Rindfleisch, besitzt das Rindfleisch die größte Relevanz Daher dürfen aufgrund der geltenden Gesetze nur noch bestimmte Gewebe der Rinder für die Wurstproduktion verwendet werden, d.h. alles was nicht als SRM eingestuft wurde. Dazu zählt das reine Muskelfleisch der Tiere. Wie sieht es aber mit bestimmten Innereien und mit Separatorenfleisch aus? Um diese Fragen zu klären, soll daher im folgenden Text auf Innereien und Separatorenfleisch als Zutaten für die Wurstproduktion eingegangen werden. [...]

Die Infektiosität von Muskeln oder peripheren Nerven konnte bisher noch nicht nachgewiesen werden. Um dieses Ergebnis zu erhalten, wurde das sogenannte Pathogenese-Experiment durchgeführt. Dabei wurden Muskelhomogenate von BSE infizierten Rindern intrazerebral anderen, gesunden Rindern verabreicht. Nach drei Jahren konnte bei keinem der Versuchstiere BSE festgestellt werden. Eine intrazerebrale Verabreichung von ZNS-Material führte dagegen nach 24-30 Monaten zur Erkrankung [94]. Auf der Basis dieses Experiments wurde ein Faktor zwischen Muskelfleisch und infektiösem zentralen Nervengewebe von 107 festgelegt [29]. Das bedeutet: bei der Aufnahme von 1g hochinfektiösem ZNS-Material müßte der Mensch 10000 kg Muskelfleisch aufnehmen, um die gleiche Infektionsdosis zu erlangen. Außerdem müssen folgende Faktoren erfüllt sein: 1. ein durchschnittlicher Verbrauch von 20 kg Rindfleisch pro Jahr 2. es müßte eine Erregeraddition erfolgen 3. die infektiöse Dosis darf nicht höher sein als die beim Rind (keine Speziesbariere) 4. es müßte immer nur Muskelfleisch von BSE-Rindern aufgenommen werden [43] Nur wenn diese Punkte alle erfüllt werden, stellt auch Muskelfleisch eine Gefahr dar. [...]

Arbeit zitieren:
Dresmann, Holger August 2001: Studien zum Thema Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE), Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
TSE-Erkrankungen, Prion, CJK und nVCJK, Schnelltests, Risikoanalyse

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