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Strukturwandel der Solidaritätsformen - Neue Chancen für weltweite Solidarität?

Strukturwandel der Solidaritätsformen - Neue Chancen für weltweite Solidarität?
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Peter Schönhöffer
  • Abgabedatum: Juni 1997
  • Umfang: 141 Seiten
  • Dateigröße: 8,1 MB
  • Institution / Hochschule: Westfälische Wilhelms-Universität Münster Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0537-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0537-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0537-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schönhöffer, Peter Juni 1997: Strukturwandel der Solidaritätsformen - Neue Chancen für weltweite Solidarität?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bourdieu, empirische Forschung, Gesellschaftstheorie, Sozialpsychologie, Sozialstruktur

Magisterarbeit von Peter Schönhöffer

Einleitung:

Solidarität als Teil von sozialer Identität und persönlichem Lebensentwurf kann einerseits offenbar kein Allheilmittel für auseinanderdriftende soziale Lagen und unübersichtlich gewordene Anerkennungsverhältnisse in der späten Moderne sein Andererseits ist die möglichst präzise Auffindung von Solidarpotentialen und die Beschreibung der Bedingungsgefüge, in denen sie entstehen, aktiviert werden und wieder vergehen heutzutage um so notwendiger. Denn dabei geht es um die Bedingung der Möglichkeit dafür, daß soziale Integration im Kleinen wie in Großen überhaupt möglich wird, Akzeptanz findet und letztlich dauerhaft zu ihrem Ziel kommen kann.

Wo Solidarität im Modus von Generationenverträgen, sozialer Absicherung, Rechtsgleichheit oder zu bewerkstelligendem Nord-Süd-Ausgleich - quasi im nachhinein - beansprucht wird, zehrt dies von dem, was an Solidarpotentialen im einzelnen grundgelegt ist bzw. von sich aus als Anspruch an "Humanität für alle" vorhanden ist. Dabei ist zu beachten, daß es sich um den Erwerb bzw. die neo-kapitalistisch bedingte Entwertung einer Basisressource handelt.

Gang der Untersuchung:

Soziologisch betrachtet unterliegt die Entwicklung von immer nur über das Nadelöhr des Persönlichen zu erwerbenden Solidaritätsformen in starkem Maße mikro- wie makrogesellschaftlichen Beeinflussungen. Das Erkenntnisinteresse der Arbeit zielt von daher in allererster Linie darauf ab, auf sozialwissenschaftlich seriöse Weise zu überprüfen, ob und auf welchen Wegen der Utopie tendenziell universaler Solidarität im Zuge des gegenwärtig zu beobachtenden Umbruchs in der Weltgesellschaft und mithin der Umwandlung von Solidaritätsformen neue Chancen zukommen.

Dazu werden gezielt soziologische, sozialpsychologische, historisch-vergleichende und gesellschaftsstrukturelle Ansätze der Gegenwart herangezogen und auf ihre Bedeutung für die Frage nach den Voraussetzungen für Umbruch, Abbruch oder Neubildung von universal-solidarischen Strukturen und Handlungskoordinationen abgeklopft.

Im Zuge einer empirischen Überprüfung der bis dahin erarbeiteten Thesen zeichnen sich im letzten Teil der Arbeit schließlich trotz all dem durchaus nicht unangebrachten theoretischen Pessimismus doch noch gangbare Wege zur Erschließung dessen ab, was gemeinhin im Zeitalter grassierender "Entsolidarisierungstendenzen" für unmöglich erklärt wird: Eine Re-Politisierung der Frage nach gesellschaftlich organisierbaren Solidarpotentialen auf neuen Wegen!

Inhaltsverzeichnis:

1. Exposition 2
1.1. Hinführende Problemdarlegung 2
1.2. Was bedeutet und wie entsteht tendenziell universale Solidarität? 6
2. Warum Neu-Solidarisierung? Ein Blick in Sozialstrukturanalysen 15
2.1. Strukturdiffusion angesichts des weltweiten Spielraums für die Kapitalseite 15
2.2. Sozialstruktur jenseits von Stand und Klasse? 18
2.2.1. Ein Auslöser: Die These von der Nachklassengesellschaft (U. Beck) 18
2.2.2. Bedingt zustimmende Varianten (S. Hradil et al.) 19
2.2.3. Bedingt ablehnende Varianten (R. Kreckel et al.) 22
2.2.4. Weiterer Erkenntnisgewinn durch die Arbeiten P. Bourdieus 27
2.3. Bilanz aktuell auseinanderdividierender Kräfte 34
3. Zwickmühlenlage heutiger Solidaritäten? 38
3.1. Auf der Suche nach einer tragfähigen Verbindung von Mikro- und Makroebene 38
3.2. Soziologische und sozialpsychologische Ansätze 47
3.2.1. Anne Wilson Schaef: Vereinnahmung durch das holographische System 47
3.2.2. Robert Kurz: Der Einspruch marxistischer Fundamentalkritik 53
3.2.3. Anthony Giddens: Die fundamental-solidarische Weiterentwicklung der Moderne ist erreichbar! 56
3.2.4. Wolfgang Schmidbauer: Stehen wir vor einem Zeitalter des regredierenden 'Homo consumens'? 62
3.3. Resumée 69
4. Trägergruppen und Gegenstandsbereich universaler Solidarität 72
4.1. Neue Anforderungen an die Gehalte universaler Solidarität 72
4.1.1. Historische Ausformung des Solidaritätsprinzips 74
4.1.2. Emile Durkheim und die Folgen 76
4.2. Perspektiven der (universalen) Ausweitung von Solidarität 84
4.2.1. Hauptaspekte einer notwendigen, universal solidarischen Bewegung 84
4.2.2. Zwischenüberlegung: Welche Inhalte kann und soll universale Solidarität abdecken? 88
4.3. Exkurs: Dem Glutkern universal solidarischen Handelns auf der Spur 92
5. Universale Solidarität? - Eine Kontrastierung mit der Innenperspektive sozialer Realität 100
5.1. Methodische Herangehensweise und weitere Vorüberlegungen 100
5.2. Reflexive Hypothesenbildung 103
5.2.1. Variierte Haupterkenntnislinien im Grobraster 103
5.2.2. Umgang mit Untersuchungsschwierigkeiten 105
5.3. Ergebnisse 107
5.3.1. Die Ausstrahlungskraft eines Einzelnen, unerwartete Synergieeffeke und verpaßte Chancen 107
5.3.2. Schwer überschaubare Aushandlungsprozesse zwischen den vier Polen 109
5.3.3. "Wenn irgendwo auf der Welt eine Einöde entsteht, dann wächst diese Einöde woanders auch..." 112
5.3.4. "Growing network-Strukturen": Chance und Gefährdung 113
5.4. Einschätzung der Ergebnisse 115
5.4.1. Welcher Gestus herrscht vor, wenn von Solidarität gesprochen wird? 115
5.4.2. "Eine neue Zeit quillt überall aus dem Boden und keiner merkt es..." 117
5.4.3. Gangbare Wege in Richtung universale Solidarität? 119
6. Ausblick 121
Literaturverzeichnis 125

Arbeit zitieren:
Schönhöffer, Peter Juni 1997: Strukturwandel der Solidaritätsformen - Neue Chancen für weltweite Solidarität?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bourdieu, empirische Forschung, Gesellschaftstheorie, Sozialpsychologie, Sozialstruktur

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