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Strukturveränderndes Marketing

Dargestellt am Beispiel der Vermarktung von Erdgasfahrzeugen durch Gasversorgungsunternehmen

Strukturveränderndes Marketing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Henrik Menge
  • Abgabedatum: April 2004
  • Umfang: 163 Seiten
  • Dateigröße: 3,9 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8372-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8372-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8372-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Menge, Henrik April 2004: Strukturveränderndes Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kraftstoff, Alternative Energien, Public Relations, Gasmarkt, Automobilhandel

Diplomarbeit von Henrik Menge

Einleitung:

Strukturveränderndes Marketing, das bedeutet (pro)aktives, antizipatives und gestaltendes Handeln entsprechend den aktuellen Herausforderungen des jeweiligen Marktes. Insbesondere bei innovativen oder modifizierten Produkten ist eine zielorientierte Beeinflussung der Bedürfnisse, Erwartungen, Forderungen sowie der vorherrschenden Denk- und Verhaltensmuster der verschiedenen Austauschpartner ein „Muss“, um erfolgreich am Markt zu agieren.

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Thema der Etablierung von Erdgasfahrzeugen im deutschen Automobilmarkt auseinander. Das Themenfeld wird aus der Perspektive von Gasversorgungsunternehmen (GVU) durchleuchtet, welche als treibende und integrierende Kraft im entstehenden Marktsegment verstanden werden.

Das gesellschaftsorientierte Marketing-Management-Verständnis, welches die Relevanz gesellschaftlicher Anspruchsgruppen in Theorie und Praxis moderner Marketingkonzepte verdeutlicht, dient als Grundlage der Untersuchung.

Die Aufgaben, vor denen das Marketing steht, liegen in der Entwicklung von Strategien für GVU, die Lösungswege für bestehende Probleme aufzeigen. Dabei ist die Leitidee einer erheblich erweiterten Umweltorientierung von zentraler Bedeutung. Nach dieser Leitidee müssen neben den üblichen techno-ökonomischen Gesichtspunkten immer auch politisch-rechtliche, sozio-kulturelle sowie ökologische Aspekte und speziell gesellschaftliche Änderungsprozesse sowie (langfristige) Konsumentenbedürfnisse explizit strategisches Denken und Handeln prägen.

Deshalb sind die Einflüsse verschiedener Institutionen der weiteren Unternehmensumwelt und deren Integration in eine Marketingkonzeption zu untersuchen: Wie können neben Marktakteuren staatliche Institutionen, Massenmedien, Interessenverbände und der Kunde als Bürger in ein Marketingkonzept einbezogen werden, um Unternehmensziele zu verwirklichen?

Diese Organisationen oder Personen sollten aktiv genutzt werden, um Marketingstrategien umzusetzen. Das Aufspüren von Einflussfaktoren, die die Markt- und Umweltbedingungen für den Absatz von Erdgasfahrzeugen beeinträchtigen, mit der Absicht, diese in günstigere umzuwandeln, kann somit als Herausforderung an das Marketing von GVU verstanden werden. Deshalb ist eine weite Markt- sowie Bedürfnisperspektive erforderlich, in der der Kunde im Mittelpunkt als „Brennglas“ verstanden wird, der die vielfältigen Einflussfaktoren durch sein von Bedürfnissen und Einstellungen geprägtes Verhalten widerspiegelt.

Der Leitgedanke der vorliegenden Arbeit zeichnet sich dadurch aus, die Absatzschwäche von Erdgasfahrzeugen aus Sicht der Gasversorgungsunternehmen nicht als gegebenes Schicksal hinzunehmen, sondern mit aktiver Marktbearbeitung unter Einsatz adäquater Mittel auf diese zu reagieren.

Das zentrale Ziel der Arbeit besteht somit darin, für Gasversorgungsunternehmen adäquate Handlungsalternativen auf der Basis von Marktbeeinflussungsstrategien zu entwickeln, welche primär das Marktpotential für Erdgasfahrzeuge erhöhen und gleichzeitig die Positionierung der GVU als Schlüsselfiguren im Bereich Kraftstoffversorgung innerhalb des neuen Marktsegments sicherstellen.

Die Handlungsempfehlungen wurden u.a. auf Grundlage einer ausführlichen Studie des BGW zum Thema Erdgasfahrzeuge, einer repräsentativen Umfrage mit Tankstellenpächtern, die Erdgas als Kraftstoff im Raum Hannover vertreiben, sowie einem ausführlichen Interview mit zwei Verantwortlichen für den Erdgastankstellen-Aufbau von ENERCITY (Stadtwerke Hannover AG) entwickelt.

Gang der Untersuchung Die Methodik orientiert sich primär an einem exploratorisch-explikativen Forschungsdesign. Beziehungen bzw. ursächliche Zusammenhänge innerhalb des angesprochenen Marktsegments und aus dem weiteren Umfeld sollen analysiert werden und die momentan ungünstige Marketingsituation erklären helfen. Aus diesen in deduktiver Vorgehensweise erarbeiteten Erkenntnissen sollen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die die Absicht beinhalten, gegebene Marktregeln gezielt zu beeinflussen.

In dem an die Einführung anschließenden Kapitel 2 werden zunächst praktische und theoretische Grundlagen zur Problemstellung dargestellt. Technische Eigenschaften und Besonderheiten im Zusammenhang mit erdgasbetriebenen Fahrzeugen werden in deskriptiver Weise aufgezeigt. Als theoretische Grundlage zur weiteren Untersuchung wird das gesellschaftsorientierte Marketing-Management-Verständnis dargestellt, welches die Relevanz gesellschaftlicher Anspruchsgruppen in Theorie und Praxis moderner Marketingkonzepte verdeutlicht. Die strukturverändernde Ausrichtung des Marketing wird erläutert und soll im weiteren Verlauf der Arbeit durch zu entwickelnde Beeinflussungsstrategien konkretisiert und schließlich in den Implikationen gedanklich umgesetzt zu werden.

Das dritte Kapitel der Arbeit umfasst die Analyse der Anspruchsgruppen innerhalb des definierten Bezugsrahmens aus der Perspektive der GVU. Die im Bezugsrahmen berücksichtigten Anspruchsgruppen spiegeln ein (wenn auch nicht vollständiges) Bild der Institutionen wider, die ein Unternehmen in die Gestaltung der externen Austauschbeziehungen einbeziehen sollte. Unternehmensinterne Anspruchsgruppen, wie etwa Eigenkapitalgeber oder Mitarbeiter werden berücksichtigt, aber nicht explizit untersucht.

Gemäß der deduktiven Vorgehensweise soll von der allgemeinen Bedeutung der Anspruchsgruppen auf deren spezifische Stellung bezüglich des aufgezeigten Problemfeldes geschlossen werden. Dabei werden zuerst die Institutionen des regulativen Umfeldes und deren Einflussnahme auf die Marketingsituation untersucht (Abschnitt 3.1). Die Auswirkungen politischer Institutionen, der Einfluss von Massenmedien und Interessengemeinschaften sind hier Untersuchungsgegenstände.

Daran anschließend erfolgt die Untersuchung der unmittelbaren Marktteilnehmer (Abschnitte 3.2 und 3.3). Um der zentralen Bedeutung der Kunden im Marketingverständnis gerecht zu werden, wird zwischen Kunden und sonstigen Marktteilnehmern differenziert.

In Abschnitt 3.2 soll zunächst die Marktsituation anhand einer Analyse der beteiligten Branchen (Erdgas, Mineralöl (Schwerpunkt Vertrieb durch Tankstellen) und Automobile) aufgezeigt werden. Darauf aufbauend sollen das Zusammenspiel der verschiedenen Akteure und speziell die Beziehungen der Mineralölkonzerne bzw. Tankstellenpächter und Automobilhersteller und -händler zu den GVU untersucht und das sich neu entwickelnde Marktsegment als Geschäftsfeld für erdgasbasierte Mobilität definiert werden. Daran anschließend werden Chancen und Risiken für die GVU im neuen Geschäftsfeld aufgezeigt.

Die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden sind zentraler Untersuchungsgegenstand in Abschnitt 3.3. Dabei wird auf aktuelle Tendenzen in den Bereichen Konsum- und Wertewandel eingegangen. Allgemeine Determinanten des Konsumentenverhaltens und Faktoren, die das Kundenverhalten bei der Adaption innovativer Produkte beeinflussen, werden untersucht. Zudem werden Kosten- und Nutzenfaktoren, Imageaspekte und das Informationsverhalten der Kunden im Zusammenhang mit Erdgasfahrzeugen analysiert.

Am Ende des dritten Kapitels werden grundlegende Strategien der Absatzförderung erläutert (Abschnitt 3.4), die u.a. als Grundlage für die Kommunikationspolitik in Kapitel 4 herangezogen werden.

Aus den in Kapitel 3 gewonnenen Erkenntnissen werden im 4. Kapitel Gestaltungsempfehlungen für das Marketing von Erdgasfahrzeugen aus der Perspektive der GVU abgeleitet. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Ausgestaltung der Kommunikationspolitik, die eine integrierende Funktion in Bezug auf andere Marketinginstrumente erfüllen soll.

In Kapitel 5 werden abschließend die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick vorgenommen, der auch den weiteren Forschungsbedarf beinhaltet.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 3
1.3 Methodik und Gang der Untersuchung 4
2. Grundlagen zu Erdgasfahrzeugen und dem Marketingverständnis 7
2.1 Erdgasbetriebene Fahrzeuge 7
2.1.1 Erdgas als Kraftstoff 7
2.1.2 Charakteristika und Typen von Erdgasfahrzeugen 8
2.1.3 Tankstelleninfrastruktur für Erdgasfahrzeuge 10
2.2 Konzeption und Ausrichtung des Marketing 12
2.2.1 Umweltbezüge des Marketing 12
2.2.2 Strukturveränderndes Marketingkonzept 14
2.2.3 Stakeholder-Ansatz 16
2.3 Management externer Austauschbeziehungen 17
3. Analyse der Marketingsituation 22
3.1 Institutionen des regulativen Umfeldes 22
3.1.1 Politische Institutionen 22
3.1.1.1 Verhältnis: Politische Institutionen und Unternehmen 22
3.1.1.2 Relevante gesetzliche Rahmenbedingungen 23
3.1.2 Massenmedien und Public Relations 27
3.1.2.1 Klassische und neue Massenmedien 27
3.1.2.2 Reichweite und Wirkung von Massenmedien 29
3.1.2.3 Public Relations - Der Nutzen der Massenmedien 33
3.1.3 Interessenverbände 35
3.1.3.1 Definition und Typologisierung von Interessenverbänden 35
3.1.3.2 Interessenvermittlung unter Berücksichtigung der Massenmedien 36
3.1.3.3 Ausgewählte Interessenverbände und deren Bedeutung für das Marketing 39
3.2 Märkte und Situation der GVU im Geschäftsfeld erdgasbasierter Mobilität 43
3.2.1 Relevante Märkte und Strukturen 43
3.2.1.1 Mobilitätssektor und zugehörige Branchen 43
3.2.1.2 Strukturen und Tendenzen im Gasmarkt 46
3.2.1.3 Struktur des Tankstellenmarktes und mögliche Distributionskanäle für CNG 48
3.2.1.4 Strukturen des Automobilmarktes, Vertriebskanäle für Erdgasfahrzeuge und das Angebot an NGV 50
3.2.2 Marksituation aus der Perspektive der GVU 54
3.2.2.1 Geschäftsfeld: Erdgasbasierte Mobilität 54
3.2.2.2 Chancen und Risiken für GVU im erdgasbasierten Mobilitätssektor 57
3.3 Bedürfnisse und Wünsche der Kunden 63
3.3.1 Tendenzen im Konsumentenverhalten 63
3.3.1.1 Konsumentensouveränität und Bedürfnisbeeinflussung 63
3.3.1.2 Erlebnisorientiertes Konsumentenverhalten 64
3.3.2 Der Kunde als „Brennglas“ 68
3.3.2.1 Determinanten des Konsumentenverhaltens - das S-O-R Modell 68
3.3.2.2 Einflussfaktoren des Konsumentenverhaltens bei innovativen Produkten 70
3.3.2.3 Kundenstrategien und Kosten- Nutzenkomponenten bei der Automobilkaufentscheidung 75
3.3.2.4 Imageaspekte und Informationsverhalten zu Erdgasfahrzeugen 80
3.4 Grundlegende Strategien der Absatzförderung 83
4. Handlungsempfehlungen für die Marktpolitik der GVU 85
4.1 Ausgestaltung der Distributionspolitik 85
4.2 Ausgestaltung der Preis- und Kontrahierungspolitik 87
4.3 Ausgestaltung der Produktpolitik 90
4.4 Kommunikationspolitik 93
4.4.1 Kommunikationsziele 93
4.4.2 Integration des regulativen Umfeldes 96
4.4.3 Integration der Marktpartner 98
4.4.4 Schwerpunkte der Kommunikationspolitik nach Ziel- und Aufgabenbereichen 101
5. Resumée und Ausblick 106
Literaturverzeichnis 110
Anhang 118

Automatisiert erstellter Textauszug:

konzeptionen gesehen werden. Sie beinhaltet die Forderung nach der Auseinandersetzung mit: Gesellschaftlichen Zusammenhängen (Berücksichtigung des Wertewandels, von Institutionen wie Verbänden und Massenmedien, rechtlichen Rahmenbedingungen etc.). Marktbezogenen Zusammenhängen (Analyse von Märkten, Branchen, Identifizierung von Konkurrenten und Partnern, Gestaltung der Produkt- und Distributionspolitik etc.). Konsumentenbezogenen Zusammenhängen (Analyse der Wünsche und Bedürfnisse, Förderung der Zufriedenheit und Bindung etc.). Dabei sind stets wechselseitige Beziehungen zwischen den Ebenen Gesellschaft, Markt und Kunde zu berücksichtigen, so dass eine scharfe Trennung weder möglich noch sinnvoll erscheint. Anhand dieses Gerüsts hat vorliegende Arbeit versucht, Probleme im Zusammenhang mit der Vermarktung von Erdgasfahrzeugen aufzudecken und diese als Herausforderungen zu verstehen. Wie zu erwarten war, ergeben sich keine Patentlösungen in Form von Strategien oder Maßnahmen, die zu einer schnellen und effektiven Überwindung der Probleme geeignet sind. Vielmehr zeigt sich ein weites Spektrum von Ansatzpunkten, das weitere Analysen nach sich ziehen sollte. Eines ist jedoch offensichtlich: Die Erschließung des Marktsegments Erdgasfahrzeuge erfordert ein aktives, veränderndes Marketing auf den verschiedenen Ebenen. Die gegebenen materiellen wie immateriellen Strukturen sind als ungenügend zu bewerten. Um langfristig vom Wachstum des Marktsegments profitieren zu können und nicht als Investor ohne Rendite dazustehen, müssen die GVU ihre zentrale Rolle im Marktgeschehen festigen sowie dazu bereit sein, neue Wege zu gehen. Die Erhöhung der in Abbildung 19 angeführten Kriterien „Know How“ und „Unterstützungspotential“ der Institutionen und Individuen aller angesprochenen Ebenen soll als übergeordnetes Ziel von Marketingkonzeptionen der GVU festgehalten werden. Die „Bubbles“ stellen den Versuch dar, den derzeitigen Stand der Institutionen bezüglich angesprochener Kriterien einzuschätzen. Know How kann zum einen als Kenntnisstand zu Erdgasfahrzeugen und Kraftstoff (z.B. Kunden, Medien) und zum anderen als Fortschritt in der technischen Entwicklung (GVU, Mineralölkonzerne und Automobilhersteller) interpretiert werden. 107 [...]

5 Resumée und Ausblick Das sich entwickelnde Geschäftsfeld erdgasbasierte Mobilität stellt das Marketing von Gasversorgungsunternehmen in Deutschland vor Herausforderungen, die (pro)aktive und strukturverändernde Strategien und Maßnahmen erfordern. Strategisches, antizipatives Denken ist erforderlich, um sich mittel- bis langfristig gegenüber Wettbewerbern der eigenen Branche und der Automobil- und Mineralölbranche zu behaupten und die Position einer Schlüsselfigur sicher zu stellen. Die prosperierende Entwicklung des Geschäftsfeldes erfordert eine Ausgestaltung des unternehmenspolitischen Instrumentariums (operative Marketingmaßnahmen), die, unter Berücksichtigung der strategischen Prämissen, Strukturveränderungen bewirkt. Der Kommunikationspolitik kommt primär die Aufgabe zu, das Bedürfnis nach erdgasbasierter Mobilität zu fördern. Verwirklicht werden kann dies durch die Vermittlung der Kosten- und Nutzenvorteile von NGV gegenüber konventionellen Fahrzeugen. Des Weiteren kann die Kommunikationspolitik darauf zielen, Einstellungen bzw. Werte von Individuen, sozialen Gruppen oder der Gesellschaft den Nutzenvorteilen entsprechend zu verändern. Die Produkt-, Distributions- und Preissowie Kontrahierungspolitik der GVU sollte anstreben, Kosten- und Nutzennachteile gegenüber konventionell betriebenen Fahrzeugen zu reduzieren bzw. auszumerzen (adaptives Marketing). Zur erfolgreichen Umsetzung sowohl der strategischen als auch der operativen Ausrichtung ist eine ganzheitliche Berücksichtigung der Umwelt der GVU erforderlich. Die Bedeutung rechtlicher Rahmenbedingungen, technologischer Entwicklungen, soziokultureller und konjunktureller Veränderungen sowie die Möglichkeiten der Integration von Marktpartnern, Interessenverbänden und den Massenmedien in die Marketingkonzeption stellen wichtige erfolgsrelevante Faktoren dar. Ein umfassendes Informationssystem ist erforderlich, um die Relevanz der Umweltfaktoren situationsspezifisch einschätzen zu können und eine entsprechende Ausrichtung des Marketing vorzunehmen. Die Ausrichtung der Unternehmensaktivitäten im Sinne einer Führung von der Gesellschaft her auf diese hin kann als umfassendstes Verständnis von Marketing106 [...]

Die kontextbezogene Kommunikation wendet sich an die Öffentlichkeit. Dabei sollten Institutionen wie Behörden, Verbände und Massenmedien zum einen genutzt werden um kommunikative Beeinflussungsstrategien umzusetzen und zum anderen Ziel dieser sein. Dem Kommunikationsinstrument Öffentlichkeitsarbeit (PR) kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Es stehen Anspruchsgruppen im Vordergrund, die keine unmittelbaren Marktteilnehmer (Kunden, Lieferanten, Kooperationspartner) darstellen, jedoch erheblichen Einfluss besitzen. Imagebezogene Kommunikation Die imagebezogene Kommunikation sollte die Absicht verfolgen, die kognitiven und affektiven (emotionalen) Einstellungen gegenüber Erdgasfahrzeugen und Erdgas als Kraftstoff (potentieller) Kunden so zu beeinflussen, dass diese als kaufwürdige Alternativen zu den konventionellen Konkurrenzprodukten wahrgenommen werden. Dabei geht es zum einen darum, den Kenntnisstand bezüglich der Produkte zu erhöhen. Ein weiteres Ziel der kommunikativen Maßnahmen sollte es sein, Ängste und Barrieren abzubauen, die auf Vorurteilen oder falschen Annahmen beruhen. Im Zentrum der imagebezogenen Kommunikation sollte das Produkt Erdgasfahrzeug stehen, da dieses im Gegensatz zu Erdgas als Kraftstoff mit einem wesentlichen höheren Interesse seitens der Kunden verbunden ist. Die ökologischen aber insbesondere die wirtschaftlichen Vorteile, die auf die geringen Kraftstoffkosten zurückzuführen sind, sollten verstärkt kommuniziert werden. Als Folge der intensiven Kommunikation dieser Vorteile sollten NGV mit Attributen wie Sparsamkeit, Rationalität und Umweltbewusstsein oder auch Nachhaltiger Mobilität in Verbindung gebracht werden. Des Weiteren sollte verstärkt kommuniziert werden, dass Erdgasserienfahrzeuge weder Platzverlust im Innenraum mit sich bringen noch reparaturanfälliger als konventionelle Fahrzeuge sind und sehr wohl und insbesondere für den privaten Gebrauch interessant sind. An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass es sich auch über die Kommunikationspolitik von der Umrüstlösung zu distanzieren gilt. Ziel der Kommunikation sollte es sein, dass Erdgasfahrzeuge als „normale“ Alternative zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen wahrgenommen werden. Den eher emotional nachteiligen Einstellungen zu Erdgasfahrzeugen wie Ängsten bezüglich der Sicherheit der Betankungs- und Motortechnik oder auch den Bedenken, aufgrund des sich im Aufbau befindlichen Tankstellennetzes einmal nicht tanken zu 102 [...]

Arbeit zitieren:
Menge, Henrik April 2004: Strukturveränderndes Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kraftstoff, Alternative Energien, Public Relations, Gasmarkt, Automobilhandel

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