Strukturierte Produkte unter Einbeziehung der Banken und Anleihenversicherer in der aktuellen Finanzmarktkrise
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Pech
- Abgabedatum: Juni 2008
- Umfang: 144 Seiten
- Dateigröße: 560,2 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
- Bibliografie: ca. 225
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1539-6
- ISBN (CD) :978-3-8366-1539-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Pech, Matthias Juni 2008: Strukturierte Produkte unter Einbeziehung der Banken und Anleihenversicherer in der aktuellen Finanzmarktkrise, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: CDO, MBS, Finanzmarktkrise, Kreditmarkt, Hypothek
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Diplomarbeit von Matthias Pech
Einleitung:
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Thema ‚Strukturierte Produkte unter Einbeziehung der Banken und Anleihenversicherer in der aktuellen Finanzmarktkrise’.
Die Themenfindung ergab sich durch das zweite zu absolvierende Praxissemester des Verfassers bei der HSH Nordbank AG in Hamburg. Die Bank entstand aus der Fusion zwischen den Landesbanken Schleswig-Holsteins und Hamburgs. Derzeit sind dort ca. 4.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Die Bilanzsumme beträgt rund 206 Mrd. EUR. Das Praktikum umfasste den Zeitraum vom 10.09.2007 bis 07.03.2008 und fand im Bereich ‚Economics & Research’ statt. Der Verfasser beschäftigte sich in dessen Rahmen mit der Recherche und Analyse aktueller Fragestellungen und der Beobachtung von Märkten. In diesem Zusammenhang war die aktuelle Problematik an den Finanzmärkten allgegenwärtig. Begriffe wie Subprime, Monoliner oder Conduit, die vorher wenig bekannt waren, standen plötzlich auf der Tagesordnung. Dieses hat den Verfasser dazu veranlasst, die Vorkommnisse und Ausführungen in einer Diplomarbeit festzuhalten.
Um eine Doppeldeutigkeit des Begriffs ‚strukturierte Produkte’ zu vermeiden, möchte der Verfasser zu Beginn dieser Diplomarbeit den Begriff abgrenzen. Der Begriff ‚strukturierte Produkte’ umfasst in dieser Arbeit im Besonderen die Produkte ABS, allerdings mehr als Oberbegriff und Vorlage, MBS und CDO, aber auch CDS und ABCP. Es handelt sich also um ausgewählte Produkte der Verbriefungen und Kreditderivate sowie Geldmarktpapiere. Die Erläuterungen und Ausführungen zu diesen Produkten werden im Rahmen der folgenden Darstellungen näher aufgeführt. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf MBS und CDO. CDS und ABCP sind in erster Linie ‚Abschnittsbegleiter’.
In dieser Diplomarbeit sollen die strukturierten Produkte schwerpunktmäßig unter dem Aspekt eines Subprime-Hintergrundes bzw. mit Bezug dazu betrachtet und dargestellt werden sowie ihr Weg im Rahmen der aktuellen Finanzmarktkrise 2007/2008, die gerne auch als Subprime-Krise bezeichnet wird, nachgezeichnet werden. Dies erfolgt anhand vom Verfasser ausgewählter Stationen und es soll darüber hinaus dargestellt werden, welche Auswirkungen und Nachwehen bzw. teilweise tiefgreifenden Veränderungen mit ihnen verbunden und von ihnen ausgegangen sind.
Zuerst geht der Verfasser dabei auf die Entstehung der Krise ein und wie es überhaupt zu den Verwerfungen kommen konnte. Im Anschluss daran werden die strukturierten Produkte vorgestellt, bevor auf ihre Marktgegebenheiten, wie beispielsweise Marktteilnehmer und Volumen, eingegangen wird. Anschließend wird der Bankensektor im Rahmen dieser Krise betrachtet. Beginnend mit den Zentralbanken hin zu den Verwicklungen der Geschäftsbanken, im Besonderen Bear Stearns und die IKB.
Im Rahmen der Darstellung wird auch auf die allgemeinen Bankaufgaben und den Aufbau der Bankensysteme in den USA und in Deutschland eingegangen. Danach folgend werden die Anleihenversicherer oder auch Monoliner dargestellt und ihre Einbeziehung in die derzeitigen Turbulenzen aufgearbeitet. Zum Abschluss werden nochmals die wichtigsten Gründe der Krise genannt und es wird ein Blick auf mögliche zukünftige Entwicklungen geworfen, bevor die Arbeit mit einem Fazit abgeschlossen wird. Im Speziellen wird im Verlauf der Diplomarbeit auch auf den Bankensektor sowie auf die Anleihenversicherer näher eingegangen. Diese beiden Bereiche spielen für die strukturierten Produkte eine entscheidende Rolle.
Der Zeitpunkt der Geschehnisse, explizit die aktuellen Ereignisse in den Kapiteln 5.3, 5.4, 6.3 und 7.3, bezieht sich auf den Stand Frühjahr 2008. Abweichend davon mussten aber auch in einigen Fällen frei zugängliche Zahlen und Daten aus der jüngeren Vergangenheit herangezogen werden, um über die entsprechende Situation Aufschluss geben zu können, wenn z. B. aktuellste Daten nicht verfügbar waren. Allerdings sind gewisse Ausführungen bewusst kurz gehalten worden, weil vielmehr der Mechanismus erläutert werden sollte und der Verfasser sich auf die für ihn relevanten Punkte beschränkt und konzentriert hat, da die Komplexität sonst zu überdimensioniert gewesen wäre. Aus diesem Grund wird u. a. auch von staatlichen Aktivitäten oder der Einbeziehung von notleidenden Krediten abgesehen. Es geht vielmehr um die Darstellung von Zusammenhängen. Es soll vorrangig aufgezeigt werden, wie die strukturierten Produkte über die einzelnen Institutionen, im Besonderen die Banken und Anleihenversicherer, ineinander gegriffen haben und diese Kettenreaktionen ausgelöst haben.
Was mit schlecht besicherten US-Hypotheken begonnen hat, ist auf einmal überall im Finanzsektor zu spüren. Diese Diplomarbeit soll einen Überblick geben, mit den strukturierten Produkten in der Hauptrolle. Durch die vornehmliche Verbriefung von Subprime-Hypotheken soll aufgezeigt werden, was diese Produkte ausgelöst bzw. angerichtet haben und wie ihnen ihr Weg geebnet werden konnte. Subprime ist dabei der bedeutendste Teil, da er Auslöser und zugleich der präsenteste Bereich in der Krise war und ist, daher liegt ein Hauptaugenmerk auf diesem Segment.
| INHALTSVERZEICHNIS | II | |
| DARSTELLUNGSVERZEICHNIS | V | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 2. | ENTSTEHUNG DER KRISE | 3 |
| 2.1 | US-Immobilienmarkt | 3 |
| 2.1.1 | Das Hypothekendarlehen | 3 |
| 2.1.2 | Entwicklung der Immobilienblase und deren Platzen | 4 |
| 2.1.3 | Einbindung in die US-Wirtschaft und die Auswirkungen | 7 |
| 2.2 | Verbriefung von Krediten | 10 |
| 2.3 | Das Subprime-Segment | 11 |
| 2.3.1 | Darstellung und Beschreibung | 11 |
| 2.3.2 | Kreditvergabe | 13 |
| 3. | STRUKTURIERTE PRODUKTE | 15 |
| 3.1 | Klassische Kreditverbriefungen und Kreditderivate | 15 |
| 3.2 | Entstehung und geschichtliche Einführung | 17 |
| 3.3 | Unterschiedliche Arten dieser Finanzmarktprodukte und deren Aufbau | 19 |
| 3.3.1 | Asset Backed Securities | 20 |
| 3.3.2 | Credit Default Swap | 24 |
| 3.3.3 | Mortgage Backed Securities | 26 |
| 3.3.4 | Collateralized Debt Obligation | 29 |
| 3.3.5 | Asset Backed Commercial Paper | 34 |
| 4. | DIE MARKTGEGEBENHEITEN | 35 |
| 4.1 | Die Marktteilnehmer | 35 |
| 4.1.1 | Hedge Fonds | 36 |
| 4.1.2 | Ratingagenturen | 37 |
| 4.1.3 | Fondgesellschaften | 39 |
| 4.1.4 | Zweckgesellschaften | 40 |
| 4.2 | Der Handel mit den strukturierten Produkten | 42 |
| 4.3 | Volumen und Zusammenbruch des Marktes für strukturierte Produkte | 44 |
| 5. | DAS BANKENSYSTEM UND DIE ZENTRALBANKEN | 46 |
| 5.1 | Aufbau der Bankensysteme in den USA und in Deutschland | 46 |
| 5.2 | Zusammenhang zwischen Kreditmarkt und Geldmarkt | 49 |
| 5.3 | Federal Reserve System | 50 |
| 5.3.1 | Beschreibung | 50 |
| 5.3.2 | Aufgaben und Instrumente | 51 |
| 5.3.3 | Die getroffenen Maßnahmen und deren Auswirkungen | 54 |
| 5.4 | Europäische Zentralbank | 56 |
| 5.4.1 | Beschreibung | 56 |
| 5.4.2 | Aufgaben und Instrumente | 57 |
| 5.4.3 | Die getroffenen Maßnahmen und deren Auswirkungen | 60 |
| 6. | DIE VERWICKLUNG DER GESCHÄFTSBANKEN | 63 |
| 6.1 | Aufgabe der Banken | 63 |
| 6.2 | Einführung in die allgemeine Verwicklung der Geschäftsbanken | 65 |
| 6.3 | Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Banken | 67 |
| 6.3.1 | Der Untergang von Bear Stearns | 68 |
| 6.3.2 | IKB im Strudel der Finanzmarktkrise | 71 |
| 6.3.3 | Belastungen für die involvierten Kreditinstitute | 75 |
| 6.3.4 | Reaktionen und Rettungsmaßnahmen der Kreditinstitute | 79 |
| 7. | DIE ANLEIHENVERSICHERER | 82 |
| 7.1 | Entstehung der Monoliner | 82 |
| 7.1.1 | Der Begriff Monoliner | 83 |
| 7.1.2 | Die geschichtliche Entwicklung anhand ausgewählter Versicherer | 83 |
| 7.2 | Das Geschäftsmodell | 85 |
| 7.2.1 | Ursprüngliches Geschäftsfeld | 85 |
| 7.2.2 | Einstieg in das Geschäft mit strukturierten Produkten | 87 |
| 7.3 | Die Schieflage | 89 |
| 7.3.1 | Bedeutung dieser Unternehmensgattung | 89 |
| 7.3.2 | Die Schwierigkeiten und ihre Auswirkungen | 91 |
| 7.3.3 | Die Rettungsmaßnahmen | 94 |
| 8. | DIE GRÜNDE UND DER BLICK IN DIE ZUKUNFT | 97 |
| 8.1 | Ursachenforschung und mögliche Lösungsansätze | 97 |
| 8.2 | Entwicklung des US-Immobilienmarktes | 100 |
| 8.3 | Entwicklung des Marktes für strukturierte Finanzmarktprodukte | 103 |
| 8.4 | Veränderungen in der Bankenlandschaft | 104 |
| 8.5 | Die Krise nach der Krise | 107 |
| 9. | FAZIT | 108 |
| LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS | 111 | |
| ERKLÄRUNG ZUR DIPLOMARBEIT | 136 |
Textprobe:
Kapitel 5.2, Zusammenhang zwischen Kreditmarkt und Geldmarkt: In diesem Abschnitt beschränkt sich der Verfasser auf den Zusammenhang zwischen dem Kreditmarkt, als Markt für den Handel von in Wertpapieren verbriefter Hypothekenkredite und dem Interbanken-Geldmarkt, als Handelsplatz von Zentralbankguthaben zwischen den Kreditinstituten. Der Finanzmarkt unterteilt sich in die Teilbereiche Geldmarkt und Kapitalmarkt, wobei der Kapitalmarkt wiederum den Kreditmarkt als Unterkategorie umfasst. Im Allgemeinen sei noch zum Kreditmarkt anzumerken, dass es noch weitere Teilbereiche gibt, wie z. B. den Handel mit notleidenden Krediten. Dieser Kreditmarktbereich ist im Zuge der Turbulenzen, die durch die Subprime-Hypotheken ausgelöst wurden, ebenfalls zum Erliegen gekommen. Auf diese weiteren Teilbereiche sowie die notleidenden Kredite soll allerdings nicht weiter eingegangen werden, da sich diese Diplomarbeit schwerpunktmäßig mit der in der Einführung benannten Problematik beschäftigt.
Auf dem Kreditmarkt handeln die Banken mit den bereits vorgestellten Produkten wie MBS oder auch CDOs. Nach dem Zusammenbruch dieses Marktes, brauchten die Banken Liquidität, um z. B. ihre Fonds zu unterstützen, die im Kreditmarkt investiert waren oder sie mussten ihren Conduits unter die Arme greifen infolge von zugesagten Liquiditätslinien. Das grundlegende Problem war, dass sich diese o. g. Wertpapiere nicht verkaufen ließen, weil keine Abnehmer da waren. Das benötigte Geld leihen sich die Banken i. d. R. auf dem Interbanken-Geldmarkt, dieses erfolgt kurzfristig und ohne Stellung von Sicherheiten. Durch die Verunsicherung an den Märkten wurde jedoch die Liquiditätsbeschaffung schwerer und teurer. Die Banken hielten ihr Geld zurück. Aus diesem Grund geriet auch der Interbanken-Geldmarkt ins Stocken. Daraus folgt ein enger Zusammenhang zwischen dem Kreditmarkt und dem Geldmarkt, der letztlich zu der Finanzmarktkrise geführt hat.
In diesem Fall mussten die Zentralbanken eingreifen und marktberuhigende Maßnahmen treffen, die im Nachfolgenden näher erläutert und dargestellt werden.
Kapitel 5.3, Federal Reserve System: Dieses Kapitel beschäftigt sich mit einem kurzen allgemeinen Aufbau der US-Notenbank und deren Aufgaben und Instrumenten, wobei diese kurz und allgemein gültig dargestellt werden sollen. Von vertiefenden Ausführungen wird in diesem Zusammenhang jedoch aus Komplexitätsgründen abgesehen. Es soll ein grundlegendes Verständnis für die Mechanismen geschaffen werden, da zusätzlich die getroffenen Maßnahmen der Zentralbank dargestellt werden sowie ihre Auswirkungen.
Kapitel 5.3.1, Beschreibung: Die Federal Reserve, eigentlich Federal Reserve System, ist das US-amerikanische Zentralbanksystem. Es besteht aus einem siebenköpfigen Board of Governors mit Sitz in Washington D.C. und zwölf regionalen Federal Reserve Banks, da das Federal Reserve System in zwölf Bankbezirke eingeteilt ist. Darüber hinaus gehören noch eine Vielzahl von Mitgliedsbanken und anderen Institutionen zu dem System.
Die sieben Mitglieder des Board of Governors werden vom US-Präsidenten ernannt und vom Senat bestätigt. Zudem ernennt er aus den Mitgliedern den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden. Dieses wird wiederum vom Senat bestätigt. Das wichtigste Gremium innerhalb des Zentralbanksystems ist der FOMC. Er besteht aus den Mitgliedern des Board of Governors, die alle stimmberechtigt sind und den Vorsitzenden der zwölf regionalen Federal Reserve Banks, von denen nur fünf stimmberechtigt sind. Der Vorsitzende der regionalen Federal Reserve Bank of New York City hat allerdings immer ein Stimmrecht. Der FOMC entscheidet über die finanzpolitischen Maßnahmen und hat somit Einfluss auf den US-Leitzins, die Federal Funds Rate. Der Board of Governors setzt die getroffenen Entscheidungen entsprechend um. Angesichts seiner Entscheidungsmacht finden die Aussagen des FOMC in der Finanzwelt große Beachtung.
Das Board of Governors zeigt sich zudem alleine verantwortlich für die Mindestreserveanforderungen sowie für die Festsetzung des Diskontsatzes unter Mitwirkung der regionalen Federal Reserve Banks.
Kapitel 5.3.2, Aufgaben und Instrumente: Die Hauptaufgabe der Fed besteht in der Regulierung des Bankwesens und deren Kontrolle. Dieses erreicht sie durch Offenmarktgeschäfte, der Festsetzung von Mindestreserveanforderungen und des Diskontsatzes. Zudem sorgt sie für einen reibungslosen Ablauf des Zahlungsverkehrs und überwacht in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen u. a. dem Amt für Prägung und Druck die Geldmenge die täglich produziert und zerstört wird. Darüber hinaus betreibt sie Wirtschaftsforschung und die ökonomische Ausbildung. Wichtig ist auch die Veröffentlichung ihres Konjunkturberichts, dem sogenannten Beige Book.
Ihre Ziele sind die nachhaltige Konjunkturentwicklung, die Preisniveaustabilität sowie ein hoher Beschäftigungsstand. Im Weiteren sieht sie ihre Zielerreichung in der Stabilität der Finanzmärkte und der Zinssätze.
Bei der Erklärung der Instrumente greift der Verfasser ein wenig vor, da die EZB teilweise auf die gleichen geldpolitischen Instrumente zurückgreift, wie die Fed.
Im Rahmen der Offenmarktgeschäfte wird nur das Wertpapierpensionsgeschäft im Allgemeinen erläutert. Bei diesem Geschäft können sich die Banken Liquidität von der Zentralbank besorgen, indem sie dafür refinanzierungsfähige Sicherheiten stellen. Dieser Transaktion liegt meist eine Rückkaufsvereinbarung zugrunde, wonach die Banken, nach Ablauf einer bestimmten Frist, die als Sicherheit gestellten Papiere, inklusive dem anfallenden Zins für die Dauer des Wertpapierpensionsgeschäftes, zurückkaufen müssen. In Zeiten illiquider Märkte ist es für die Banken von entscheidender Bedeutung, welche Wertpapiere als Sicherheit von den Zentralbanken akzeptiert werden. Damit entwickelt sich dieses Steuerungsinstrument gerade in der derzeitigen Krise zu einem sehr wichtigen Element in Bezug auf die Versorgung der Banken mit Liquidität. Die Wertpapierpensionsgeschäfte werden i.d.R. in bestimmten Abständen im Rahmen eines Tenderverfahrens durchgeführt, d.h. diese Möglichkeit der Refinanzierung steht den Banken nicht täglich zur Verfügung. Bei einem Tenderverfahren geben die Banken die von Ihnen gewünschte Geldmenge und ggf. den Zinssatz an und erhalten dann je nach ausgeschriebener Geldmenge, die im Vorfeld von der Zentralbank i.d.R. nicht bekannt gegeben wurde, eine Zuteilung auf ihr Gebot. Das von der Fed, wegen der Finanzmarktkrise, neu aufgenommene geldpolitische Instrumentarium der Term Auction Facility (TAF) läuft in weiten Teilen nach diesem Verfahren ab.
Das eigentliche und traditionelle Offenmarktgeschäft wickelt die Fed über ihren Domestic Trading Desk ab. Dieses läuft ein wenig anders ab, als vorstehend beschrieben. Die Fed führt diese ebenfalls im Rahmen von Wertpapierpensionsgeschäften durch, allerdings nur mit z.Zt. zwanzig ausgesuchten Wertpapierhäusern und internationalen Banken, den sogenannten Primary Dealern. Die Laufzeit beträgt ein bis fünfzehn Tage. Diese Geschäfte werden i. d. R. täglich gemacht. Die Höhe der Summe sowie den Zinssatz legt die Fed fest. Die Primary Dealer sind in diesem Fall das Bindeglied zwischen Notenbank und Geldmarkt. Banken, die Liquidität benötigen, fragen diese am Geldmarkt nach und bekommen sie von der Fed über die Primary Dealer bereitgestellt. Für Übernacht-Ausleihungen wird i. d. R. der Leitzins verlangt.
Bei der Mindestreserve haben die Geschäftsbanken einen bestimmten prozentualen Teil ihrer passiven Bilanzpositionen bei der Zentralbank zu unterhalten. Die Höhe dieser Mindesteinlage bzw. der Prozentsatz wird von der Zentralbank festgelegt. Über die Einhaltung der Mindestreserve entscheidet das Mindestreserve-Soll im Verhältnis zum Mindestreserve-Ist. Durch das Senken der Mindestreserveanforderungen steigt die verfügbare Geldmenge, bei einem Anheben verhält es sich umgekehrt. Bei einem absehbaren Unterschreiten der Mindestreserveanforderungen können sich US-Banken die nötige Geldmenge von anderen Banken, welche das Mindestreserve-Soll übererfüllen, leihen. Der Markt auf dem die Banken ihre Reserven handeln, ist der Federal Funds Market. Der Zinssatz, der für das Leihgeschäft zu entrichten ist, wird als Federal Fund Rate bezeichnet. Damit ist der US-Leitzins gemeint.
Die US-amerikanischen Banken haben aber auch die Möglichkeit, sich täglich direkt bei der Fed mit Liquidität zu versorgen. Dieses können sie über das sogenannte Diskont-Fenster machen, somit können sie sich jederzeit mit der von ihnen benötigten Geldmenge versorgen. Für dieses Geschäft ist allerdings die Stellung von Sicherheit notwendig. Die Anforderungen an die annehmbaren Sicherheiten und deren Typ werden von der Fed festgelegt, ähnlich wie bei den Wertpapierpensionsgeschäften. Den Zinssatz, den die Banken für ein Geschäft im Rahmen dieser Liquiditätsbeschaffung zu entrichten haben, ist der Diskontsatz. Die Fed sieht diese Maßnahme der Banken, sich Liquidität zu beschaffen, als argwöhnisch an. Leiht sich eine Bank öfters Geld über diesen Weg, so könnte dieses ein Zeichen möglicher Instabilität der Bank sein, welches zu Nachfragen seitens der Fed führt. Als Randnotiz sei noch hinzuzufügen, dass es drei Diskont-Programme gibt, wobei der Verfasser in seinen Ausführungen den Diskontsatz für Primär-Kredite an Banken mit sehr guter Kapitalausstattung anführt.
Im Rahmen der getroffenen Maßnahmen werden noch weitere Instrumente im nachfolgenden Kapitel kurz dargestellt.
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Arbeit zitieren:
Pech, Matthias Juni 2008: Strukturierte Produkte unter Einbeziehung der Banken und Anleihenversicherer in der aktuellen Finanzmarktkrise, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
CDO, MBS, Finanzmarktkrise, Kreditmarkt, Hypothek




