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Strukturen und Prozesse in Automobilhandelsgruppen

Aspekte zum Einsatz eines Intranets in deren Organisation und Informationstechnologie

Strukturen und Prozesse in Automobilhandelsgruppen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sebastian Lüttig
  • Abgabedatum: April 2004
  • Umfang: 252 Seiten
  • Dateigröße: 3,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule Heilbronn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8455-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8455-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8455-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lüttig, Sebastian April 2004: Strukturen und Prozesse in Automobilhandelsgruppen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marktforschung, Wissensmanagement, Dealer Management System, Automobilvertrieb, Gruppenfreistellungsverordnung

Diplomarbeit von Sebastian Lüttig

Zusammenfassung:

Der Strukturwandel im Automobilvertrieb, verstärkt durch die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen, zwingt die Führungsebenen von Kfz-Handelsunternehmen zur Anpassung an das sich wandelnde Markt- und Wettbewerbsumfeld. Klassische standortgebundene Vertragshändler haben mit den für den Mittelstand typischen Problemen zu kämpfen. Die GVO 1400/02 liberalisiert den Autohandel und verursacht gleichzeitig einen erhöhten Wettbewerbsdruck. Das 2006 in Kraft tretende Basel II verschlechtert bereits jetzt, aber insbesondere in Zukunft, die Finanzierungsmöglichkeiten von eigenkapitalschwachen Unternehmen. Die Folge ist eine anhaltende Konsolidierung im Automobilhandel, gekennzeichnet von größeren Unternehmenseinheiten und Niederlassungen. Neue Vertriebsnetzstrategien der Kfz-Hersteller verschärfen den Konzentrationsprozess zusätzlich. Die Zukunft wird von reorganisierten Automobilhandelsgruppen, die ihre Synergien ausnutzen, und kooperierenden Autohäusern mit einem professionellen Management geprägt sein.

Die sich ergebenden Organisationsformen zeichnen sich durch komplexere Strukturen innerhalb der Unternehmen aus. Die vorhandene Informationstechnologie muss an die daraus resultierenden Geschäftsprozesse angepasst werden. Priorität hat die Vermeidung von be- und entstehenden Ineffizienzen sowie die Umsetzung benötigter Funktionalitäten zur Unternehmensführung.

Die Problematik, der sich die Informationstechnologie stellen muss, liegt oftmals in der heterogenen Systemlandschaft und der daraus resultierenden redundanten Datenhaltung. Die Dealer Management Systeme können oder sollen nicht alle erforderlichen Geschäftsprozesse abbilden. Eigenentwickelte Lösungen und EDV-Programme von Spezialanbietern ergänzen die IT-Infrastruktur von Automobilhandelsgruppen und Autohäusern. Der Wunsch nach einer zentralen Datenhaltung bei den Händlern zeigt die Notwendigkeit zur Homogenisierung der IT-Infrastruktur, um eine effizientere Informationsversorgung zu gewährleisten.

Die befragten DMS-Anbieter orientieren sich an den neuen Erfordernissen in den Betrieben, werden aber zumindest kurzfristig nicht alle Funktionalitäten abbilden. Daher werden Systeme, die neben dem Datenaustausch mit anderen Anwendungen auch die Informationsstrukturierung erlauben, in Zukunft die Basis für erfolgreiches Autohausmanagement sein. Die Untersuchung zeigt, dass die meisten Automobilhandelsgruppen einem Intranet als Werkzeug zur EDV-Integration und als Wissensmanagement-Tool positiv gegenüber stehen. Bereits existierende Lösungen zeigen die Potentiale bei der Nutzung eines Intranets sowie die Chancen zur Verbreitung dieser Technologie im Automobilhandelsmarkt auf. Die Argumente zum Einsatz eines Intranets sind, neben der möglichen Verknüpfung bestehender Systeme und der zentralen Bereitstellung von Wissen, unter anderem die Integration von zusätzlichen Modulen. Autohausspezifische Funktionalitäten, wie Fahrzeugmanagement, oder allgemein betriebswirtschaftliche Anwendungen, wie Reporting oder Beschaffung, können in die Intranetumgebung eingebunden werden.

Die Handlungsempfehlung an die Siller AG zeigt Aspekte bezüglich der Zielgruppe und eventuellen Kooperationspartnern zur Etablierung eines am Markt erfolgversprechenden Produktes. Außerdem helfen Vorschläge zur Ausgestaltung der Intranetlösung ein passendes Angebot für Automobilhandelsgruppen zu konzipieren.

Insgesamt soll die vorliegende Arbeit auch den Entscheidungsträgern in Automobilhandelsgruppen Ideen zur besseren Organisation ihrer Geschäftsprozesse und deren Unterstützung durch ein Intranet geben. Durch die Studie über Handelsgruppen einerseits und die Befragung der DMS-Anbieter andererseits können sich Führungspersonen ein Bild über den eigenen Status Quo machen.

Inhaltsverzeichnis:

Danksagung I
Abbildungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis VI
Management Summary IX
1. Aufgabenstellung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Abgrenzung und Zielsetzung 2
2. Definition und Abgrenzung der Begriffe 4
2.1 Organisation, Strukturen und Prozesse 4
2.2 Automobilhandelsgruppen 5
2.3 Internet, Intranet, Extranet und Informationstechnologie 7
2.4 Dealer Management System 10
2.5 Kommunikation und Wissensmanagement 12
3. Studienaufbau 18
3.1 Sekundärerhebung 18
3.2 Primärerhebung 19
4. Strukturwandel im Automobilvertrieb 28
4.1 Veränderte rechtliche Rahmenbedingungen 31
4.1.1 Mittelständische Unternehmen und Basel II 31
4.1.2 Die neue Gruppenfreistellungsverordnung GVO 1400/02 37
4.2 Auswirkungen auf den Automobilhandel 45
4.2.1 Handlungsoptionen für kleine Automobilhändler 49
4.2.2 Handlungsoptionen für Handelsgruppen 55
4.3 Bedeutung von Handelsgruppen im Automobilmarkt 60
4.4 Trends im Automobilvertrieb 65
4.5 Wachsende Anforderungen an die Informationstechnologie 70
5. Evaluierung der IT-Systeme und kommunikativen Prozesse 76
5.1 Analyse von Automobilhandelsgruppen 76
5.2 Analyse von Dealer Management Systemen 110
6. Einsatz eines Intranets als systemübergreifendes Informationsinstrument 130
6.1 Grundlagen zum praktischen Wissensmanagement 130
6.2 Das Intranet als Informationsplattform 132
6.3 Die Händlergruppen-Intranet-Lösung 135
6.4 Argumente für den Einsatz eines Intranets in Handelsgruppen 139
7. Handlungsempfehlungen für die Siller AG 142
7.1 Zielgruppe 142
7.2 Die Siller-Lösung 144
7.3 Beispielhafte Konkurrenzlösungen 150
7.4 Wahl eines Kooperationspartners 152
7.5 Strategische Alternativen 157
8. Schlussbetrachtung 158
Literaturverzeichnis 160
Anhang
A Fragebögen
B Interview-Leitfaden und Aufzeichnungen
C Sonstige Studienergebnisse (nicht verwendete Tabellen, Häufigkeiten)
D Atrium Automotive
E Projektplan
Ehrenwörtliche Erklärung

Automatisiert erstellter Textauszug:

muss. Hier spielt die Reorganisation der IT als Hilfsmittel zur Prozessoptimierung eine zentrale Rolle.146 Laut einer Studie der Unternehmensberatung Horváth und Partners unter 119 Händlern gebe es beim Thema IT Nachholbedarf.147 Markengebundene Händler waren in der Vergangenheit in Sachen DMS an die Vorschriften des jeweiligen Herstellers/Importeurs gebunden. Die sich verändernden Strukturen in der Autohaus- und Werkstattlandschaft führen jedoch dazu, dass EDV-Systeme, die den bisherigen Anforderungen genügt haben, für Betriebe mit mehreren eventuell sogar internationalen Standorten und mehreren Fabrikaten nicht mehr genügen.148 Folgendes Beispiel erläutert vereinfacht die Problematik eines Automobilhandelsbetriebes bezüglich seiner IT: Ein Kfz-Händler, der an mehreren Standorten Neu-, Jahres- und Gebrauchtwagen verkauft und Werkstätten betreibt, hatte vor etlichen Jahren Hardware angeschafft. Darauf wurden nacheinander die betrieblichen Arbeitsgebiete Verkauf, Einkauf, Finanzbuchhaltung und Werkstattverwaltung mit verschiedenen Programmen wie Fakturierung, Debitoren-/Kreditorenbuchhaltung, Mahnwesen, Bestellwesen (für Teile und Zubehör), Werkstattabrechnung u.a. übernommen. Die Software für diese Standardanwendungssysteme hatte er teilweise vom Kfz-Hersteller, vom Lieferanten der Hardware und teilweise von Softwarefirmen erworben. Inzwischen haben sich in der bestehenden Ablaufund Programmorganisation mehrere typische Schwachstellen herausgestellt:149 • Die eingesetzten Anwendungen sind nicht aufeinander abgestimmt, d.h. nicht kompatibel, so dass jede Änderung oder Erweiterung eines Programms die meist aufwendige Anpassung anderer Programme nach sich zieht. • Die Fähigkeit der vielen einzelnen Anwendungen miteinander zu kommunizieren ist begrenzt. Dies führt dazu, dass jedes angebaute Modul oder Programm seinen eigenen Datenstamm anlegt, der aber nicht mit den eigentlichen Stammdaten abgeglichen wird. Durch die redundante Datenhaltung entsteht ein Datenchaos. [...]

Konzentrationsprozesse um etwa 20 Prozent dezimieren. Die Anzahl der heutigen 17.000 Autohäuser wird sich halbieren. Kleinbetriebe, die weniger als 200 Neuwagen per anno verkaufen, werden in größeren Unternehmen aufgehen. Erfolgreiche Händler verkaufen über 1.000 Einheiten und erwirtschaften Umsatzrenditen von 2 - 4 Prozent im Jahr.142 4.5 Wachsende Anforderungen an die Informationstechnologie Für alle Beteiligten auf der Automobilhandelsstufe, seien es kleine standortgebundene Einmarkenhändler oder große Megadealer, gilt es, sich in diesem Strukturwandel strategisch zu positionieren und auszurichten. Dabei treten drei zentrale Punkte in den Vordergrund.143 Zum einen ist eine absolute Kundenorientierung gefragt. Autohäuser, die in der Kundenbetreuung schlampen, werden über kurz oder lang die Kundenfluktuation hin zur Konkurrenz beklagen. Der persönliche Kontakt garantiert die höchste Bindungswirkung und zufriedene Kunden sind durch Mundpropaganda der wirkungsvollste Werbeträger.144 Zum anderen bietet ein gutes Mitarbeiter-Management die Basis für den Verkaufserfolg. Das Personal stellt die größte Differenzierungsmöglichkeit für ein Automobilhandelsunternehmen dar. Die spezifische Qualität der Mitarbeiter, die im direkten Kontakt zum Kunden ein ein stehen, wird zum entscheidenden die Die eine Wettbewerbsfaktor. Die Mitarbeiter prägen das Image des Betriebes.145 In diesem Zusammenhang Der dritte unterstützt fordert IT-gestütztes erfolgreiches und und Wissensmanagement Autohaus-Management. Wachstum. Mit geht Informationsversorgung und damit die Qualifizierung der Mitarbeiter. Punkt ist Herausforderung wachsenden quantitatives qualitatives größer [...]

Für den Gesamtmarkt lichten sich demnach in naher Zukunft die Wolken wieder etwas. Interessant ist dabei die Frage, wie sich der Gesamtmarkt in Zukunft aufteilen wird und welchen Entwicklungen er unterliegt. Mercer Management Consulting hat diesbezüglich mit dem Mercer Automotive Retail Survey 2002 einen Blick in die Glaskugel gewagt. Die Studie formuliert Trends, die den Umbruch im Automobilvertrieb bis zum Jahre 2010 prägen werden: 1.) Differenzierung der Kundenanforderungen mit zunehmender Bedeutung der Marke als prägendes Element Kundenorientierte Dienstleistungen, wie Beratung, Finanzierung, Fahrzeugservice und persönliche Betreuung werden sowohl in der Markenprägung als auch in der Kundenbindung operative stark an Bedeutung und gewinnen. Die Marke bieten wird im Automobilgeschäft das alles überragende Kriterium für die strategische und Ausrichtung. Vertrieb zur Kundenservice der erhebliche denn Verbesserungspotentiale Einlösung Markenversprechen, [...]

Arbeit zitieren:
Lüttig, Sebastian April 2004: Strukturen und Prozesse in Automobilhandelsgruppen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marktforschung, Wissensmanagement, Dealer Management System, Automobilvertrieb, Gruppenfreistellungsverordnung

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