Struktur und Verhalten
Zur Begründung und Durchführung systemischer Organisationsentwicklung in der Schule unter dem Blickwinkel erkenntnistheoretischer Ansätze
- Art: Dissertation / Doktorarbeit
- Autor: Walter Korinek
- Abgabedatum: Dezember 1997
- Umfang: 281 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4984-1
- ISBN (CD) :978-3-8324-4984-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Korinek, Walter Dezember 1997: Struktur und Verhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Schulentwicklung, Erziehungsauftrag, Erkenntnistheorie, Konstruktivismus
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Dissertation / Doktorarbeit von Walter Korinek
Einleitung:
Organisationsentwicklung (OE), Schulautonomie, Innere Schulreform sind Begriffe, die gegenwärtig verstärkt Eingang in die pädagogische Diskussion finden. Mittlerweile gibt es auch einige Ansätze, OE auf schulische Strukturen und Prozesse zu übertragen, die häufig unter dem Begriff Schulentwicklung (SE)gefaßt wurden (PIEPER/SCHLEY, MILLER, PHILIPP, DALIN/ROLFF). Diese Arbeiten basieren in der Regel auf Modellen aus Unternehmen der Privatwirtschaft, die auf schulische Verhältnisse angepaßt wurden.
Die vorliegende Arbeit versucht, den Zusammenhang zwischen subjektiver Weltsicht und dem Postulat erziehenden Unterrichts ins Blickfeld zu nehmen; systemische Schulentwicklung bietet sich nach Auffassung des Verfassers als Klammer an, welche die antagonistischen Pole verbinden kann.
Dabei setzt die Arbeit an bei dem gesellschaftlichen Auftrag der Schule, angesichts stetigen Wandels gesellschaftlicher Normen und Werte einer pluralistischen Gesellschaft, einen Grundkonsens an erzieherischen Vorstellungen umzusetzen. Problematisch wird dieser Auftrag, wenn man neuere wissenschaftliche Erkenntnisse über die Subjektivität menschlicher Realitätswahrnehmung berücksichtigt. In extremer Form stellt sich diese Position im Modell des Konstruktivismus dar, der davon ausgeht, daß Wirklichkeit subjektiv konstruiert wird; objektive Realität ist letztlich nur das Ergebnis gemeinsamer Sichtweisen.
Berücksichtigt man Erkenntnisse des pädagogischen Pragmatismus wie etwa den „Just-Community-Ansatz“ oder die „Stufen der moralischen Entwicklung“ zeigen sich die Grenzen individuellen erzieherischen Handelns. Wirksame Erziehung gelingt am besten durch die organisatorische Gestaltung von pädagogischen Arrangements. Dabei gilt der Grundsatz „Struktur erzeugt Verhalten, Verhalten erzeugt Struktur“. Die Gestaltung von pädagogisch wirksamen Strukturen setzt jedoch unbedingt einen Grundkonsens der beteiligten Erzieher/innen voraus.
An dieser Stelle setzt nach Auffassung des Verfassers der spezifische Aufgabenbereich systemischer Betrachtungsweisen schulischer Strukturen und Prozesse ein. Der Einsatz von OE in der Schule ist notwendig, um die immer schon vorhandenen Strukturen einer Schule sichtbar zu machen, die pädagogischen Grundüberzeugungen der einzelnen Lehrer/innen bewußt und transparent werden zu lassen und im Wege eines gemeinsamen Prozesses in einem Kollegium eine kollektive Identität als Grundlage eines strukturellen Schulprofils entstehen zu lassen.
In der Konsequenz dieser Auffassung sollen die Grundlagen, Ziele, Methoden, Vorgehensweisen systemischer OE dargestellt und in einem zweiten Zugriff die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Anwendbarkeit im System Schule untersucht werden. Spezifiziert auf die „Non-profit-Organisation Schule“ werden nun einzelne Einsatzfelder systemischer Schulentwicklung entwickelt und an Beispielen aus der Berufspraxis des Verfassers veranschaulicht.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | 3 | |
| DANKSAGUNG | 8 | |
| EINLEITUNG, PROBLEMSTELLUNG UND 9 THESEN | 9 | |
| 1. | ERZIEHUNG ALS AUFGABE DER SCHULE | 13 |
| Schulrechtliche Rahmenbedingungen des Erziehungsauftrags der Schule | 13 | |
| Grundlegende Traditionslinien moralischer Erziehung in der Schulpädagogik | 17 | |
| Hegel: Moralerziehung als staatsethische Funktion | 17 | |
| Herbart: Sittliche Erziehung vom Kinde aus | 19 | |
| Positionen erziehenden Unterrichts in der heutigen schulpädagogischen Diskussion | 21 | |
| Überblick | 21 | |
| Erziehung als Werteübermittlung | 22 | |
| Konzepte der Wertklärung (Value Clarification) | 23 | |
| Wertanalyse als Mittel moralischer Erziehung | 26 | |
| Erziehung auf der Basis der Steigerung des Niveaus des moralischen Urteils | 27 | |
| Wertevermittelnde Funktion der Schulkultur | 29 | |
| Probleme erziehenden Unterrichts | 32 | |
| Zum Stand der Diskussion in den vergangenen drei Jahrzehnten | 32 | |
| Moralerziehung - ein Paradoxon? | 33 | |
| Moralerziehung in der Schule | 34 | |
| Erziehungsansätze im Spannungsfeld zwischen Elternhaus und Schule | 35 | |
| Wege aus der Krise | 38 | |
| 2. | NEUE EVOLUTIONÄRE ANSÄTZE DERERKENNTNISTHEORIE | 39 |
| Das Problem der Wahrnehmung von Realität | 39 | |
| Fragestellungen erzieherischer Weltsicht | 39 | |
| Ist eine Erkenntnis der Wirklichkeit möglich? | 40 | |
| Wie wissen wir, was wir zu wissen glauben? | 44 | |
| Theoriebildung und Wahrheit im Kritischen Rationalismus nach POPPER | 44 | |
| Der Wirklichkeitsbegriff im radikalen Konstruktivismus | 48 | |
| Neurobiologische Strukturdetermination des Menschen | 51 | |
| Cartesianische Vorstellungen | 51 | |
| Das moderne Bild neuronaler Netze als Voraussetzung des Konstruktivismus | 52 | |
| Sprache und Welterkenntnis | 54 | |
| Zusammenfassung | 57 | |
| 3. | NEUE ANSÄTZE DER ORGANISATIONSTHEORIE | 59 |
| Vom traditionellen zum systemischen Paradigma | 59 | |
| Systemisch-evolutionäre Betrachtung des Bezugs von Individuum und Organisationen | 59 | |
| Traditionelles und systemisches Denken in der Organisationstheorie | 59 | |
| Das Individuum in einer Organisation | 61 | |
| Merkmale sozialer Systeme | 63 | |
| Soziale Systeme sind strukturdeterminiert | 63 | |
| Strukturelle Kopplung und evolutionäre Entwicklung | 64 | |
| Schlüsselprozesse in der Organisation | 65 | |
| Soziale Systeme entwickeln sich (Evolvierung) | 67 | |
| Traditionelle Organisationstheorie und spontane Selbstorganisation | 69 | |
| Das Menschenbild der „Humanistischen Psychologie“ in der systemischen Organisationstheorie | 75 | |
| a) Theorie X und Y nach MCGREGOR | 76 | |
| b) Die Motivpyramide von MASLOW | 76 | |
| c) Die Zwei-Faktoren-Theorie von HERZBERG | 78 | |
| d) Weitere Ansätze (ROGERS, COHN, BERNE, LEWIN, PERLS) | 79 | |
| Zusammenfassung | 81 | |
| 4. | SYSTEMISCHE ORGANISATIONSENTWICKLUNG | 82 |
| Begründung und Definition des Ansatzes derOrganisationsentwicklung | 82 | |
| Was ist Organisationsentwicklung? | 82 | |
| Warum wird Organisationsentwicklung angewendet ? | 85 | |
| Wissenschaftstheoretischer Hintergrund und Geschichte dersystemischen Organisationsentwicklung | 88 | |
| Grundkonzeption von Organisationsentwicklung | 91 | |
| Kriterien eines OE-Prozesses | 91 | |
| Grundsätzliche Vorgehensweise der Organisationsentwicklung | 95 | |
| Struktur und Prozeß in der Organisationsentwicklung | 100 | |
| Anforderungen an einen OE-Berater | 105 | |
| Zentrale Themen von Organisationsentwicklung | 106 | |
| a) Rollenprobleme | 107 | |
| b) Bedeutung von Strukturen | 108 | |
| c) Macht, Autorität, Führung und Delegation | 108 | |
| d) Normen und Werte, Organisationsidentität | 109 | |
| e) Ziele, Konzepte, Strategien - „Visions“ und „missions“ | 109 | |
| Methodische Elemente in den Phasen eines OE-Prozesses | 111 | |
| Aktivitäten zur Vorbereitung von Organisationsentwicklung | 111 | |
| Die Phase der Problemanalyse | 116 | |
| Was ist ein Problem? | 116 | |
| Klassifikation von Problemtypen | 118 | |
| Qualität der Problemlöser | 119 | |
| Methodische Schritte | 121 | |
| Ein Modell zur Teambildung | 122 | |
| Das Modell der „Logische Ebenen der Veränderung“ | 122 | |
| Teamentwicklung als Problem derOrganisationsentwicklung | 124 | |
| Die RISK-Analyse | 126 | |
| RISK-Analyse in der Durchführung | 130 | |
| Die Phase der Organisationsdiagnostik | 133 | |
| Methoden der Datenerhebung | 133 | |
| Auswertungsmethoden: | 134 | |
| Diagnostische Sitzungen | 136 | |
| Problembeschreibungen | 141 | |
| Die Phase der Maßnahmen in der OE | 142 | |
| Projektmanagement einer OE-Maßnahme | 146 | |
| Struktur der Projektorganisation | 146 | |
| Ablaufschema eines Projekts | 150 | |
| Grundsätze der Zielformulierung von Projekten | 151 | |
| Interventionsebenen von OE-Maßnahmen | 151 | |
| Interventionen auf der individuellen Ebene | 152 | |
| Zwei Modelle der Wahrnehmungssensibilisierung | 153 | |
| Die „Integrierte Persönlichkeitstheorie“ als weitergehende Interventionen zur biographischen Selbstreflexion | 155 | |
| Interventionen auf der Ebene der Gruppe bzw. des Teams | 158 | |
| Grundlagen von Gruppenbeziehungen | 158 | |
| Beeinflussung von gruppendynamischen Prozessen | 160 | |
| Konfliktlösemodelle | 160 | |
| Phasen der Konfliktbewältigung | 160 | |
| Prinzipien des Konfliktmanagements | 162 | |
| Vermittlung durch Mediation | 163 | |
| Phasen des Mediationsverfahrens | 163 | |
| Themenzentrierte Interaktion (TZI) | 165 | |
| Das Konzept der Neurolinguistischen Programmierung (NLP) | 168 | |
| Grundlagen | 168 | |
| Methoden der NLP-Intervention | 170 | |
| Die Transaktionsanalyse (TA) | 172 | |
| Struktur-Analyse | 173 | |
| Analyse der Transaktionen | 177 | |
| Transaktionsmodelle | 177 | |
| „Strokes“ als Ausdruck von Anerkennung und Zuwendung | 179 | |
| Das Bedürfnis nach Zeitgestaltung | 180 | |
| Skript-Analyse | 181 | |
| Das „Skript“ | 181 | |
| Spiel-Analyse | 184 | |
| OE-Interventionen auf der Grundlage der Transaktionsanalyse | 185 | |
| Interventionen auf der Ebene der Gesamtorganisation | 186 | |
| 5. | VON DER ORGANISATIONSENTWICKLUNGZUR SYSTEMISCHEN SCHULENTWICKLUNG - SPEZIFISCHEBEDINGUNGEN VON OE IN DER SCHULE | 187 |
| Versuch einer Organisationsdiagnostik des Systems Schule | 187 | |
| Das Bild der Schule als Reduktion auf ihre Strukturelemente | 187 | |
| Ein Versuch zum „Unfreezing“ bestehender Überzeugungen: Betrachtungen zum notwendigen Paradigmenwechsel in der schulpädagogischen Reflexion | 194 | |
| Der Mythos des eindimensionalen, zweckrationalen Denkens: | 196 | |
| Der Glaube an die sinnstiftende Ordnungskraft gesellschaftlicher Großorganisationen | 196 | |
| Die Hoffnung auf die problemlösende Kraft der Politik | 196 | |
| Der Mythos von der sinnstiftenden Kraft religiöser Vorstellungen: | 197 | |
| Der Glaube an den wissenschaftlichen Fortschritt: | 197 | |
| Die Überzeugung von der moralischen Wirksamkeit humanistischer Bildung | 197 | |
| Der Mythos von der technisch-medizinischen Machbarkeit physischer Gesundheit | 198 | |
| Die Illusion der direkten Wirksamkeit erzieherischer Maßnahmen | 198 | |
| Konzepte und Forschungsergebnisse zur „guten Schule“ | 200 | |
| Neue Ergebnisse der Schulqualitätsforschung | 200 | |
| Problemanalyse: Wie kann Organisationsentwicklung als Schulentwicklung unter den gegenwärtigen Bedingungen betrieben werden? Probleme - Irritationen - Chancen | 202 | |
| Die spezifische Funktion von Schulentwicklung im Bereich pädagogischen Handelns | 202 | |
| Veränderungsfelder | 204 | |
| Einige pragmatische und realitätsnahe „visions“ und „missions“ im Bereich der Schule | 208 | |
| Möglichkeiten im Unterricht | 209 | |
| Strukturierung und Rhythmisierung des Unterrichts | 209 | |
| Thematisierung von Aggression und Gewalt als besonderes Problem von erziehendem Umterricht | 210 | |
| Möglichkeiten auf der Ebene der einzelnen Schule | 210 | |
| Gestaltung der Schulkultur | 210 | |
| Gestaltung der sozialen Strukturen | 212 | |
| Stärkung der Kooperations- und Kommunikationsstrukturen | 213 | |
| Möglichkeiten auf der Ebene der Kultusverwaltung, der Schulaufsicht und der Schulträger | 214 | |
| Pädagogisierung der Schule | 214 | |
| Konsequenzen für das professionelle Berufsverständnis von Lehrerinnen und Lehrern | 216 | |
| Erziehungsauftrag contra Bildungsauftrag? | 216 | |
| 6. | BEISPIELE AUS DER PRAXIS | 218 |
| Die Roßdorfschule und ihr Umfeld | 218 | |
| Erste Schritte zur Schulentwicklung | 219 | |
| Von SCHILF zur Schulentwicklung | 219 | |
| Normen und Werte im Kollegium - die Survey-Feedback-Methode in der Praxis | 224 | |
| Das Projekt „Zukunftskonferenz“ als Ansatz zur Identitätsbildung | 232 | |
| Das Konzept der „Zukunftskonferenz“ | 233 | |
| Planungsskizze Zukunftskonferenz Roßdorfschule | 235 | |
| Das Problem der Gewalt an der Schule | 236 | |
| Zwei Fälle | 236 | |
| AGGRESSION UND GEWALT - DEFINITORISCHE ABGRENZUNGEN | 238 | |
| VERBALE GEWALT UNTER KINDERN UND JUGENDLICHEN | 240 | |
| Quantitative Dimension | 240 | |
| Zusammenfassende Interpretation | 245 | |
| Qualitativ, inhaltliche Dimension | 246 | |
| Äußerungen verbaler Gewalt | 247 | |
| IST VERBALE GEWALT DAS, WAS SIE ZU SEIN VORGIBT? Versuch einer Interpretation | 250 | |
| a) Einschätzung aus der Sicht von Lehrerinnen und Lehrern | 250 | |
| b) Versuch einer kommunikationstheoretischen Interpretation | 251 | |
| c) Pädagogische Implikationen verbaler Gewalt | 254 | |
| Das Projekt „Judo“ als schulartübergreifendes Vorhaben der Werte-Erziehung | 255 | |
| Übertragung von Haushaltskompetenzen auf das Kollegium | 259 | |
| Mit STEP zur guten Schule - Der Ständige EntwicklungsProzess als schulisches Qualitätsicherungssystem | 262 | |
| Umsetzung innerhalb des Kollegiums | 262 | |
| Beteiligung der Eltern | 264 | |
| Ausdehnung auf die Schüler/innen | 267 | |
| Ausdehnung des Verfahrens auf die Ebenen der Schulaufsicht | 269 | |
| Schlussbemerkung | 270 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 272 | |
| ABSTRACT | 279 |
Die „Integrierte Persönlichkeitstheorie“ als weitergehende Interventionen zur biographischen Selbstreflexion Während die im vorigen Abschnitt dargestellten Ansätze in relativ begrenzten zeitlichen Sequenzen eingesetzt werden können, um die grundsätzliche Subjektivität der eigenen Wahrnehmung erfahrbar zu machen, haben die folgenden Ansätze einen inhaltlich und zeitlich weitergehenden Anspruch. Die Grundthesen von MATURANA/VARELA, der Erkenntnistheorie POPPERS und die Ansätz des Konstruktivismus ernstzunehmen bedeutet, die Selbstreferentialität und Autopoiese des einzelnen Subjekts auch in Bezug auf sein Wirken in einer Organisation anzuerkennen. Das wiederum führt zu der Konsequenz, in eine Reflexion über das eigene Selbstkonzept als Voraussetzung kommunikativen Handelns einzutreten. Insofern kann es für die Entwicklung einer Organisation von großer Bedeutung sein, durch Bereitstellung von Fortbildungsresourcen im Individualbereich zu Klärungen beizutragen. KÖSEL führt in seiner Theorie zu einer „subjektiven Didaktik“ vier entscheidende Fragen an, die es im Hinblick auf die Reflexion zwischen Subjekt und Umwelt zu bearbeiten gilt: [...]
Die Tafel besagt, dass es in der Wahrnehmung blinde Flecken gibt, d.h. Verhaltensweisen, die dem einzelnen unbekannt sind, die aber andere als Fremdwahrnehmung sehen. Andererseits gibt es verdeckte Felder, die dem Subjekt bekannt sind, die es jedoch anderen gegenüber verbirgt. Diese Bereiche sind in der Graphik schraffiert dargestellt. Ziel eines Wahrnehmungs- und Sensibilisierungstrainings ist es, die schraffierten Felder zu bearbeiten. Der eigene blinde Fleck kann durch Feedback der anderen kleiner werden, das verdeckte Feld wird durch eigene Offenheit minimiert. Beim ersten Vorgang liegt der aktivere Teil bei den Mitgliedern der Gruppe und wird durch die Fähigkeit und den Willen zur Annahme der Rückmeldung gelenkt, während die Reduzierung der verdeckten Felder von der Bereitschaft zur Selbstoffenbarung des einzelnen abhängt. [...]
Interventionen auf der individuellen Ebene Berücksichtigt man die im Kapitel über die erkenntnistheoretischen Grundlagen individueller Weltsicht dargestellten Aussagen, ist die Zielrichtung von Interventionen auf der Ebene der einzelnen Personen einer Organisation vorgegeben. Es kann nicht darum gehen, den Einzelnen optimal in bestehende Organisationsstrukturen und -prozesse einzupassen, wie dies von traditionellen Maßnahmen der Personalführung intendiert ist. Ein evolutionärkonstruktivistischer Ansatz - wie er vom Verfasser vertreten wird - muss grundsätzlicher greifen und das Ziel verfolgen, den einzelnen Mitgliedern der Organisation die Subjektivität ihrer Weltsicht deutlich werden zu lassen und als Konsequenz daraus, die herausragende Bedeutung kommunikativer Prozesse herauszuarbeiten. Damit wird auch deutlich, dass Interventionen auf der individuellen Ebene immer eingebettet werden müssen in übergreifendere Prozesse auf dem Niveau der sozialen Beziehungen in einer Gruppe und auf der Organisationsebene. In der Literatur werden als Maßnahmen auf der individuellen Ebene eines OEProzesses häufig Techniken aus dem Bereich der Gruppendynamik und des SensitivityTrainings genannt, in denen die Teilnehmer in • Selbsterfahrungsgruppen • im Laboratoriumstraining • in Encounter-Gruppen • in Skill-Gruppen [...]
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Arbeit zitieren:
Korinek, Walter Dezember 1997: Struktur und Verhalten, Hamburg: Diplomica Verlag
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Schulentwicklung, Erziehungsauftrag, Erkenntnistheorie, Konstruktivismus



