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Struktur und Bedeutung, Zielsetzungen und Bedingungen kommunistischer und linkssozialistischer Parteien in Westeuropa

Struktur und Bedeutung, Zielsetzungen und Bedingungen kommunistischer und linkssozialistischer Parteien in Westeuropa
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Martin Wackerle
  • Abgabedatum: Juni 1996
  • Umfang: 127 Seiten
  • Dateigröße: 8,7 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0834-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0834-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0834-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wackerle, Martin Juni 1996: Struktur und Bedeutung, Zielsetzungen und Bedingungen kommunistischer und linkssozialistischer Parteien in Westeuropa, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kommunistische Parteien, Verfassungsfeindlichkeit, Verhältnis Staat - Extremismus, Comparative Government

Magisterarbeit von Martin Wackerle

Einleitung:

Zentrale Fragestellung dieser Arbeit ist, wie sich kommunistische Parteien mit originär systemüberwindenden Zielsetzungen zu den sie umgebenden marktwirtschaftlichen Systemen westlicher Prägung verhalten und umgekehrt. Durch eine komparatistische Analyse wird zum einen untersucht, ob die jeweilige KP bezüglich ihrer Organisation, ihrer Programmatik und ihrer Haltung zum politischen System Konzessionen an den kapitalistischen Staat macht oder ob sie sich ihm verweigert. Wesentlich ist dabei, inwieweit sich die KP mittels ideologischer Reformen und Adaptionsschritten dem demokratischen System öffnet und bereit ist, dessen Spielregeln anzuerkennen und mitzutragen. Zum anderen wird die Haltung des jeweiligen westlich-kapitalistischen Systems analysiert. Die Betrachtung der jeweiligen Einstellungen der Wählerschaft, der Öffentlichkeit und des Staates soll Aufschluß geben, ob Kommunisten als anerkannte Akteure im politischen System akzeptiert und integriert werden, oder ob sie als systemwidrige Elemente empfunden und ausgegrenzt werden.

Am Beispiel Italien wird der PCI betrachtet, der sich kontinuierlich von einer revolutionären KP zu einer staatstragenden Partei entwickelt hat. Seine Bereitschaft zu ideologischen Reformen und zur Anerkennung demokratischer Prinzipien bewirkte letztlich die volle Akzeptanz durch Staat und Gesellschaft. Diese konzeptionelle Transformation führte schließlich dazu, daß der PCI-Nachfolger PDS 1996 stärkste Kraft in Italien und damit dominierende Regierungspartei werden konnte. Zugleich provozierte dieser Wandel aber auch die Abspaltung einer weiterhin traditionell orientierten kommunistischen Fraktion, die sich im PRC neu konstituierte.

Für Frankreich wird die widersprüchliche Entwicklung des PCF skizziert, der stets auf seinem orthodoxen Kurs beharrte, auch wenn er dafür mit dem elektoralen Niedergang und weitgehender politischer Isolation bezahlen mußte. Zuweilen bekundete Liberalisierungsversuche, v.a. in den 70er Jahren, entpuppten sich meist als taktische Manöver ohne ernsthaften Hintergrund. Dennoch verhinderte die dogmatische Haltung nicht, daß der PCF zweimal in die Regierung aufgenommen wurde. Erst seit dem Generationswechsel 1994 sind im PCF vorsichtige Schritte einer Neuorientierung erkennbar.

Das Beispiel Schweden weist mit der VPK eine kleine, aber sehr reformfreudige Partei auf, die bereits früh begann, elementare kommunistische Dogmen zu kippen, um sich dem politischen System anzunähern. Der Reformkurs führte dazu, daß die VPK als stabile Kraft in Schweden akzeptiert wurde und den Minderheitsregierungen der SAP oftmals als stiller Mehrheitsbeschaffer diente. Eine offizielle Einbindung in eine Koalition und damit eine endgültige Anerkennung als gleichwertige politische Kraft blieb der VPK jedoch bislang versagt.

Mit der DKP in der Bundesrepublik Deutschland wird eine ungebrochen orthodoxe KP untersucht, die politisch in der Parteienlandschaft jedoch keine Rolle spielt. Neben der weitgehenden Ablehnung jeglicher Reformen und der klaren Ausrichtung an der SED bewirkte auch die bisweilen übersteuerte antikommunistische Haltung des Staates mit ihren teilweise unverhältnismäßigen Maßnahmen (Radikalenerlaß), daß die DKP als unbedeutende Kleinpartei isoliert und ausgegrenzt blieb. Mit dem Ende der DDR 1989 erlitt auch die DKP einen empfindlichen Zusammenbruch, der sie weiter marginalisierte.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung: Revolutionäre gegen den Status quo? 1
Stichwort: Eurokommunismus und kommunistische Orthodoxie 3
I.Abschnitt: Italien: Partito Comunista Italiano 5
1. Aufbau und Organisation des PCI 6
2. Politik des PCI in Theorie und Praxis 8
2.1. Ideologie und Programmatik im Wandel der Zeit 8
2.2. Haltung des PCI zum Staat und zum politischen System Italiens 15
3. Bedeutung des PCI und seine Bedingungen im politischen System 17
3.1. Akzeptanz in der Wählerschaft 17
3.2. Haltung von Staat und Öffentlichkeit gegenüber dem PCI 22
II. Abschnitt: Frankreich: Parti Communiste Français 26
1. Aufbau und Organisation des PCF 26
2. Politik des PCF in Theorie und Praxis 29
2.1. Ideologie und Programmatik im Wandel der Zeit 29
2.2. Haltung des PCF zum Staat und zum politischen System Frankreichs 40
3. Bedeutung des PCF und seine Bedingungen im politischen System 42
3.1. Akzeptanz in der Wählerschaft 42
3.2. Haltung von Staat und Öffentlichkeit gegenüber dem PCF 47
III.Abschnitt: Schweden: Vänsterpartiet Kommunisterna 48
1. Aufbau und Organisation der VPK 49
2. Politik der VPK in Theorie und Praxis 50
2.1. Ideologie und Programmatik im Wandel der Zeit 50
2.2. Haltung der VPK zum Staat und zum politischen System Schwedens 58
3. Bedeutung der VPK und ihre Bedingungen im politischen System 60
3.1. Akzeptanz in der Wählerschaft 60
3.2. Haltung von Staat und Öffentlichkeit gegenüber der VPK 63
IV.Abschnitt: Bundesrepublik Deutschland: Deutsche Kommunistische Partei 66
1. Aufbau und Organisation der DKP 66
2. Politik der DKP in Theorie und Praxis 69
2.1. Ideologie und Programmatik im Wandel der Zeit 69
2.2. Haltung der DKP zum Staat und zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland 82
3. Bedeutung der DKP und ihre Bedingungen im politischen System 85
3.1. Akzeptanz in der Wählerschaft 85
3.2. Haltung von Staat und Öffentlichkeit gegenüber der DKP 87
V. Komparatistische Schlußbetrachtung: Revolution und Staat 91
Anhang 105
a) Statistik: Mitgliederentwicklung, Vorsitzende, Wahlergebnisse im nationalen Rahmen 105
a.1) Italien: PCI bzw. PDS und PRC 105
a.2) Frankreich: PCF 108
a.3) Schweden: VPK 111
a.4) Bundesrepublik Deutschland: DKP 112
b) Literaturverzeichnis 115

Arbeit zitieren:
Wackerle, Martin Juni 1996: Struktur und Bedeutung, Zielsetzungen und Bedingungen kommunistischer und linkssozialistischer Parteien in Westeuropa, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kommunistische Parteien, Verfassungsfeindlichkeit, Verhältnis Staat - Extremismus, Comparative Government

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