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Struktur- und Funktionsanaloga der Cu,Zn-Superoxid-Dismutase

Struktur- und Funktionsanaloga der Cu,Zn-Superoxid-Dismutase
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Jörg Müller
  • Abgabedatum: Juni 1997
  • Umfang: 267 Seiten
  • Dateigröße: 8,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0948-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0948-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0948-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Müller, Jörg Juni 1997: Struktur- und Funktionsanaloga der Cu,Zn-Superoxid-Dismutase, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Anorganische Biochemie, DNA-Spaltung, Membrangängigkeit, SOD, Kupferkomplexe

Dissertation / Doktorarbeit von Jörg Müller

Zusammenfassung:

Neun neue Kupfer-Di-Schiff-Basen-Komplexe wurden erstmals synthetisiert und mit der Reaktivität bekannter Komplexe wie [Cu(II)PuPy](ClO4)2, [Cu(II)PuACPy] ](ClO4)2 und [Cu(II)(phen)2]Cl2 verglichen.

Alle Komplexe wurden chemisch und spektroskopisch (UV/Vis, ESR, AAS, IR) charakteri-siert. Von fünf Kupfer-Di-Schiff-Basen gelang es Einkristalle zu isolieren und Kristall-strukturen aus Röntgenbeugungsdaten zu berechnen.

Bezüglich der physikochemischen Eigenschaften kommt [Cu(II)PuPhePy](ClO4)2 der Cu,Zn-Superoxid-Dismutase (SOD) am nächsten. Auch die Kristallstruktur zeigt eine dem aktiven Zentrum der SOD sehr ähnliche Koordinationsgeometrie des Kupfers.

Für den SOD-aktivsten der Komplexe, [Cu(II)PuPhePy](ClO4)2, wurde im Nitrotetrazolium-blau Test mit einer Halbwertshemmkonzentration (IC50) von 0,27 µM 3 % der Aktivität des Enzyms gemessen. Der Komplex reagiert mit pulsradiolytisch erzeugtem Superoxid in Gegenwart eines vierfachen Überschusses an EDTA mit einer Geschwindigkeit von k2 = 0,48 x 109 M-1 s-1 und liegt damit in der gleichen Größenordnung wie intakte Cu,Zn-SOD. Die thermodynamische Stabilität ist mit log K von 18,33 bei pH 7 um zwei Größenordnungen höher als die von Cu(II)EDTA oder Cu(II)Serumalbumin.

Damit ist [Cu(II)PuPhePy](ClO4)2 nicht nur einer der aktivsten SOD Funktions- und Strukturanaloga, sondern er ist auch gegen Hydrolyse bei pH 5 - 8 und gegenüber kompetitiven Biochelatoren außerordentlich stabil.

Neben der SOD-Aktivität ist [Cu(II)PuPhePy](ClO4)2 membrangägngig, Fenton-aktiv und spaltet DNA in vitro mit einer ähnlichen Reaktivität wie [Cu(II)(phen)2]Cl2, eine der effektivsten Nuklease-mimetischen Verbindungen. Der Komplex ist bezüglich Interkalation und Oxidation von DNA im Ames Test in vivo nicht mutagen und im Blut gegenüber Serumalbumin stabil (intravenöse Anwendung). Aufgrund seiner intrazellulären Reaktivität, die speziell für oxidationsempfindliche Krebszellen schädlich ist, stellt [Cu(II)PuPhe-Py](ClO4)2 ein potentielles Therapeutikum für die Krebsbehandlung dar.

Die Zelltoxizität von [Cu(II)PuPhePy](ClO4)2 liegt mit einer LC50 von 20 µM bei 5-stündiger Inkubation von Rattenhepatozyten bezüglich der Kupferkonzentration im physiologischen Bereich. Therapeutische Dosen sollten daher keine Osmose-Phänomene zur Folge haben.

Zusammenfassend stellt [Cu(II)PuPhePy](ClO4)2 in oxidativer Umgebung eines der besten SOD-Mimetika und in reduktiver Umgebung ein wirksames Fenton-Reagenz dar. Beide Anwendungen sind durch die Wahl der äußeren Bedingungen möglich.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Reaktive Sauerstoffspezies 1
1.2 Kupfer,Zink-Superoxid-Dismutase 9
1.3 Cu2Zn2-Superoxid-Dismutase-mimetische Komplexe 17
1.4 Übergangsmetallkomplexe als Nukleasen 29
1.4.1. Interkalierende Metallkomplexe 29
1.4.2. "Kovalent" bindende Koordinationsverbindungen 42
1.5 Zelltoxizität von Kupferverbindungen 46
1.6 Engere Problematik 51
2. Material und Methoden 53
2.1. Chemikalien 53
2.2. Geräte 55
2.3. Präparatives 56
2.3.1. Liganden 56
2.3.2. Kupferkomplexe 60
2.3.3. Zinkkomplex 67
2.3.4. Oktanol/Wasser-Verteilungskoeffizient 68
2.3.5. Rattenhepatozyten 69
2.4. Spektroskopie 70
2.4.1. Infrarotspektroskopie 70
2.4.2. Circulardichroismus 70
2.4.3. Elektronenabsorption 70
2.4.4. Atomabsorption 71
2.4.5. Elementaranalysen 72
2.4.6. Elektronenspinresonanz 72
2.4.7. Kristallstrukturen 73
2.4.8. Zyklovoltammetrie 73
2.5. Biochemische Analytik 74
2.5.1. Pulsradiolyse 74
2.5.2. Nitrotetrazoliumblau Test 74
2.5.3. Thiobarbitursäure Test 76
2.5.4. Tetrazoliumblau Test (3-[4,5- Dimethyl-thiazol-2-yl]-2,5-diphenyltetrazoliumbromid = MTT) 77
2.5.5. Lactat-Dehydrogenase Test 78
3. Ergebnisse und Diskussion 79
3.1. Präparatives 79
3.1.1. Liganden 79
3.1.2. Komplexe 79
3.2. Physikochemische Eigenschaften 84
3.2.1. Infrarotspektroskopie 84
3.2.2. Elektronenabsorption 93
3.2.3. Elementaranalysen und Atomabsorption 96
3.2.4. Elektronenspinresonanz 99
3.2.5. Redoxpotentiale 101
3.3. Kristalstrukturen 105
3.4. Enzymatische Aktivität der Kupferkomplex 120
3.4.1. Nitrotetrazoliumblau Test 120
3.4.2. Pulsradiolyse 127
3.5. Thermodynamische Stabilität der Kupferkomplexe 129
3.5.1. Thermodynamische Gleichgewichtskonstanten 129
3.5.2. Nitrotetrazoliumblau Test 134
3.5.3. Elektronenspinresonanz 140
3.6. DNS-Spaltung durch Kupferkomplexe 143
3.6.1. Thiobarbitursäure Test 143
3.7. Membrangängigkeit 145
3.7.1. Oktanol/Wasser-Verteilungskoeffizient 145
3.8. Zelltoxizität 149
3.8.1. Tetrazoliumblau Test (3-[4,5- Dimethyl-thiazol-2-yl]-2,5-diphenyltetrazoliumbromid = MTT) 150
3.8.2. Lactat-Dehydrogenase Test 153
4. Schlußfolgerung 155
5. Zusammenfassung 168
6. Literatur 170
7. Anhang 197

Arbeit zitieren:
Müller, Jörg Juni 1997: Struktur- und Funktionsanaloga der Cu,Zn-Superoxid-Dismutase, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Anorganische Biochemie, DNA-Spaltung, Membrangängigkeit, SOD, Kupferkomplexe

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