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Stresssymptome in der Arbeitswelt und dadurch entstehende psychische Krankheiten am Arbeitsplatz mit Schwerpunkt Alkoholerkrankung

Stresssymptome in der Arbeitswelt und dadurch entstehende psychische Krankheiten am Arbeitsplatz mit Schwerpunkt Alkoholerkrankung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christiane Stauder
  • Abgabedatum: Januar 2008
  • Umfang: 71 Seiten
  • Dateigröße: 574,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Mainz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 46
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2550-0
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stauder, Christiane Januar 2008: Stresssymptome in der Arbeitswelt und dadurch entstehende psychische Krankheiten am Arbeitsplatz mit Schwerpunkt Alkoholerkrankung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Stress, Psychische Erkrankung, Sucht, Alkoholabhängigkeit, Prävention

Diplomarbeit von Christiane Stauder

Einleitung:

Der wirtschaftliche Wandel, die strukturellen Veränderungen im Beschäftigungssystem und die erhöhten Arbeitsanforderungen setzten viele Beschäftigte in der heutigen Zeit unter Druck und verursachen psychische Probleme. Nicht jeder kann dem standhalten. In diesem Zusammenhang werden Suchtmittel immer häufiger zur Bewältigung von Anforderungen und Belastungen eingesetzt.

Gegenstand dieser Arbeit ist die Darstellung der veränderten Strukturen in der heutigen Arbeitswelt und die daraus resultierenden psychischen Störungen. Die in Kapitel 2.2 beschriebenen unternehmerischen Folgen wie Fehlzeiten und Leistungseinbußen sollen den betrieblich notwendigen Handlungsbedarf verdeutlichen. Trotz der drastischen Zunahme von psychischen Krankheiten in Deutschland weiß man in vielen Betrieben noch sehr wenig darüber. Oft müssen zunächst die Vorurteile in den Führungsebenen abgebaut werden, um ein Umdenken einleiten zu können. Es besteht immer noch die Vorstellung, dass die psychisch erkrankten Mitarbeiter simulieren und sich vor der Arbeit drücken wollen, oft heißt es: ‘Der soll sich einfach mal zusammenreißen!’ Der Zusammenhang zwischen den heutigen Anforderungen im Berufsleben und der Zunahme von Stress und seelischen Störungen soll im dritten Abschnitt verdeutlicht werden. Im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Arbeit wurden die psychischen Erkrankungen ‘Depression’ und ‘Ängste’ gewählt, da hier ein enger Zusammenhang zur Alkoholerkrankung besteht.

Schwerpunkt der Diplomarbeit ist die Suchterkrankung am Beispiel der Alkoholabhängigkeit und die damit verbundenen Probleme am Arbeitsplatz. Alkohol als Genussmittel stellt für viele Menschen ein Ausdruck von Lebensqualität und Geselligkeit dar. Seine anregende, stimmungssteigernde Wirkung und die Förderung der Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft werden hierbei geschätzt. Das abendliche Glas Wein oder Bier scheint zunächst unbedenklich. Kritisch wird es allerdings, wenn sich der Alkoholgenuss zur Regelmäßigkeit entwickelt oder durch den Konsum die eigene Stimmung verbessert werden soll, was letztendlich in der Sucht enden kann.

Im vierten Kapitel wird der Alkoholismus näher definiert. Auffälligkeiten und mögliche Ursachen werden beschrieben. Es erfolgt eine Darstellung des gesamten Verlaufs bis hin zur Abhängigkeit und deren medizinischen und psychosozialen Folgen. Bei der Darstellung des Sachverhaltes wurde darauf geachtet, dass die Bearbeitung weniger medizinisch erfolgt (was sich nicht ganz vermeiden ließ), sondern einen größeren Bezug zur Arbeitswelt hat.

Inhalt des fünften Kapitels sind mögliche Präventionen innerhalb eines Betriebes. Der Arbeitsplatz gilt als wichtiger Ort, um Suchtkranke schon in einem frühzeitigen Krankheitsstadium zu erreichen. Die Präventionen werden sowohl als vorbeugende Maßnahme wie auch als begleitende Hilfsmaßnahme aus der Krankheit heraus beschrieben. Hierbei werden verschiedene Betriebsgrößen und deren Möglichkeiten berücksichtigt. Betriebliche Voraussetzungen, welche die Führungskraft sensibilisieren und deren Handeln erleichtern sollen, werden näher beschreiben. Es wird nicht auf die einzelnen Behandlungsmethoden eingegangen. Zur Abrundung des Themenblocks werden abschließend auf die nicht unerheblichen rechtlichen Aspekte angeführt.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
1. Einleitung 1
2. Wandel der Strukturen in der Arbeitswelt 2
2.1 Arbeitsunfähigkeiten und Krankheitsarten 3
2.2 Betriebliche Relevanz 5
3. Verbreitung psychischer Störungen 6
3.1 Stress 6
3.1.1 Stressoren 7
3.1.2 Stressreaktionen 8
3.1.3 Folgen von Stress 9
3.2 Psychische Erkrankungen 11
3.2.1 Depressionen 11
3.2.2 Ängste 12
3.2.3 Burn Out 13
4. Süchte 14
4.1 Alkoholismus - Definition und Fakten 16
4.1.1 Typologien des Alkoholismus 17
4.1.2 Einschränkung von Fähigkeiten 19
4.1.3 Mögliche Auffälligkeiten im Arbeitsalltag 19
4.2 Ursachen 21
4.2.1 Aus psychoanalytischer Sicht 21
4.2.2 Aus Sicht des Arbeitsumfeldes 23
4.3 Verlauf und Folgen 24
4.3.1 Alkohol und Gehirn 25
4.3.2 Verlaufsphasen der Alkoholabhängigkeit nach Jellinek 25
4.3.3 Medizinische Folgeschäden 28
4.3.4 Psychosoziale Folgen 30
4.4 Risikogruppe Führungskraft 31
4.5 Volkswirtschaftliche Kosten 32
5. Präventionen - Maßnahmen 34
5.1 Maßnahmen durch das Unternehmen 35
5.1.1 Betriebsvereinbarungen 36
5.1.2 Stufenplan 37
5.1.3 Nebenamtliche betriebliche Suchtkrankenhilfe 39
5.2 Maßnahmen durch die Führungskraft 40
5.2.1 Die Führungskraft als Co-Alkoholiker 41
5.2.2 Wahrnehmungen 42
5.2.3 Gespräch 43
5.3 Außerbetriebliche Maßnahmen 45
5.3.1 Beratung 45
5.3.2 Selbsthilfegruppen 46
5.3.3 Nachsorge 49
5.4 Arbeitsrechtliche Aspekte 49
5.4.1 Fürsorgepflicht 50
5.4.2 Sicherheitsaspekt 50
5.4.3 Entgeltfortzahlungspflicht 51
5.4.4 Betriebsverfassungsgesetz von 1972 52
6. Fazit 53
LITERATURVERZEICHNIS 56
ANHANGVERZEICHNIS 63

Textprobe:

Kapitel 4.4, Risikogruppe Führungskraft:

Ob Führungskräfte tatsächlich eine Risikogruppe darstellen, die zahlenmäßig stärker von Alkoholproblemen betroffen sind als andere Beschäftigte, ist empirisch abschließend nicht geklärt. Beispiele kennen aber viele aus eigener beruflicher Erfahrung. Nicht jede Führungskraft, die öfters ein Glas zu viel trinkt, ist suchtgefährdet. Trotzdem gelten Männer und Frauen in den oberen Etagen unter Experten als besondere Risikogruppe. Gekennzeichnet durch quantitative und qualitative Überforderung, hohe Verantwortung für Menschen und Sachwerte und übermäßigen individuellen Leistungsansprüchen sind sie oftmals besonderen Stressoren ausgesetzt. Als zusätzliche Belastung wird das Fehlen von sozialer Unterstützung gewertet. Aus Angst vor Arbeitsplatzverlust und Schamgefühl den Kollegen gegenüber wird die Krankheit normalerweise verheimlicht. In ihren Einzelbüros haben die Betroffenen jahrelang die Möglichkeit, unerkannt zu bleiben und sind daher länger im Teufelskreis der Alkoholsucht gefangen. Eine Schätzung über die Anzahl von süchtigen Führungskräften ist sehr schwierig. Ärzte gehen bei 10 von 100 Personen in leitender Funktion von einem riskanten Alkoholgebrauch aus. Sie gelten nicht als süchtig, schaden aber ihrer Gesundheit. Meist beginnt die Trunksucht, weil es beim Mittagessen, Meeting, Empfang oder zu einem Geschäftsabschluss ‘dazugehört’. Im nächsten Schritt trinkt die Person, weil sie ohne konstanten Alkoholpegel nicht mehr arbeiten kann.

Die Beschaffung der Substanz gestaltet sich einfach, da Führungskräfte ihre Mahlzeiten oft in Restaurants einnehmen. Mit steigender Abhängigkeit wird der Tagesablauf um die Trinkgelegenheiten herum organisiert. Bei längeren Sitzungen wird man z. B. wegen eines wichtigen Telefonates herausgerufen etc Natürlich wissen die Sekretärin und andere untergebenen Mitarbeiter Bescheid, trauen sich aber nicht das Problem anzusprechen. Nicht selten wird die Schwäche des Abhängigen für die eigene Karriere genutzt. Auch Vorgesetzte schweigen lange, weil die Problemperson aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten (Präsentationsfähigkeit, Sprachtalente, überdurchschnittlicher Einsatz an Wochenenden und Feiertagen) ‘gebraucht’ wird. Gerade am Beispiel der Führungskräfte bzw. Mitarbeiter in gehobenen Positionen wird ersichtlich, dass zu starke Belastungen krank machen können. Aber auch in Bezug auf die Managementleistung erweisen sich die Auswirkungen von Alkoholmissbrauchaus betrieblicher Sicht als besonders folgenschwer. Je nach Position können Fehlleistungen und Fehlentscheidungen der Führungskraft weitreichende Folgen haben und das Unternehmen materiell erheblich schädigen. Weiterhin prägen Vorgesetzte als Vorbild im Bereich der Trinksitten und Trinkstile die betriebliche Kultur stark mit und schließen somit die Ausstrahlung auf den gesamten personellen Verantwortungsbereich ein.

Volkswirtschaftliche Kosten:

Die Einnahmen aus alkoholbezogenen Steuern lagen in 2005 bei insgesamt 3,38 Mrd. Euro. Die volkswirtschaftlichen Kosten aufgrund des Alkoholismus setzen sich aus verschiedenen Positionen zusammen. Die genaue Bezifferung gestaltet sich teilweise sehr schwierig, da Verluste durch Arbeitsausfall, Minderproduktion, Schäden an Betriebsanlagen, Unfälle, vorzeitige Berentung und Kriminalität nur annähernd bestimmt werden können. Aktuelle Schätzungen für Kosten aus alkoholbedingten Krankheiten liegen bei ca. 20,6 Mrd. Euro pro Jahr. Ein abhängiger Mitarbeiter fehlt ca. 40 – 60 % seiner Arbeitszeit und bringt nur 75 % der üblichen Arbeitsleistung. Aufgrund von statistischen Untersuchungen durch Arbeitsschutzexperten und Betriebsärzte wurde festgestellt, dass Trinker rund 2,6 mal mehr fehlen als Abstinenzler. 25 % aller Betriebsunfälle sind auf den Einfluss von Alkohol zurückzuführen. Die Dunkelziffer ist hier erheblich. 1974 wurden in Deutschland die Kosten eines mit 45 Jahren vorzeitig pensionierten Suchtkranken berechnet, welche der Gesellschaft entstehen: Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Rentenleistung und einer verkürzten Lebenserwartung waren dies zu diesem Zeitpunkt bereits ca. EUR 200.000,00. Die Behandlungskosten von Alkoholikern sind dazu vergleichsweise niedrig. Einer der wichtigsten Kostenverursacher sind die Alkoholunfälle im Straßenverkehr. Gemäß Statistischem Bundesamt in Wiesbaden gab es 2003 insgesamt 24.233 Unfälle mit 31.222 Personenschäden, die sich einer Untersuchung im Krankenhaus unterziehen mussten. Eine Tabelle ist zur näheren Erläuterung im Anhang unter Anhang 5 einzusehen. Die Unfallzahl ist zwar in den vergangenen fünf Jahren insgesamt gesunken, zeigt aber einen gefährlichen Trend bei den Jugendlichen. In der Altersgruppe der 21 – bis 24-Jährigen wahren 73,8 % aller Straßenverkehrsunfälle auf Alkohol zurückzuführen. Eine große Gefahr sieht man hier in der Einführung der Alkopops, die aufgrund ihres Zuckergehaltes und der oft enthaltenen Kohlensäure die Alkoholaufnahme im Blut beschleunigen. Bedeutende Aspekte des riskanten Alkoholkonsums wie etwa Kosten durch Delinquenz (Kriminalität, Verkehr) oder der Verlust an Lebensqualität, so genannte intangible Kosten auf Seiten der Betroffenen, Angehörigen und der gesamten Gesellschaft bleiben bei der Betrachtung unberücksichtigt.

Arbeit zitieren:
Stauder, Christiane Januar 2008: Stresssymptome in der Arbeitswelt und dadurch entstehende psychische Krankheiten am Arbeitsplatz mit Schwerpunkt Alkoholerkrankung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Stress, Psychische Erkrankung, Sucht, Alkoholabhängigkeit, Prävention

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