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Strategisches Outsourcing

Strategisches Outsourcing
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dirk Jacobsen
  • Abgabedatum: März 2003
  • Umfang: 120 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7967-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7967-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7967-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jacobsen, Dirk März 2003: Strategisches Outsourcing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Organisation, Unternehmensführung, Kernkompetenz, Globalisierung, Prozessoptimierung

Diplomarbeit von Dirk Jacobsen

Einleitung:

Weitreichende Veränderungen der Unternehmensumwelt als Folge von Marktsättigungstendenzen und ein steigender Wettbewerb in zunehmend internationalen Käufermärkten zwingen Unternehmen heute zu einer Neuausrichtung ihrer Strategien. Die steigende Umweltdynamik erfordert die fortlaufende Entwicklung innovativer Produkte, die in Käufermärkten den dynamischen Kundenwünschen entsprechen müssen und somit zunehmend kürzere Lebenszyklen aufweisen. Angesichts dieser mehrdimensionalen Unsicherheit gestaltet sich die betriebswirtschaftliche Steuerung von Unternehmen schwierig: Das kontinuierliche Bemühen um Anpassung der strategischen Ausrichtung an die schnelllebige und unsichere Umwelt greift häufig ins Leere – zwangsläufig, da Unternehmensausrichtung mit der Geschwindigkeit der Umweltänderung nicht mehr Schritthalten kann. Vor diesem Hintergrund suchen Unternehmen zunehmend nach langfristigen Wettbewerbsvorteilen. Strategische Managementansätze, die bewusst nicht nur reaktiv den trendorientierten Wettbewerb in Produktmärkten aufnehmen, sondern proaktiv ihre Ressourcen zu produkt- und marktübergreifenden sowie beständigen Wettbewerbsvorteilen entwickeln, gewinnen zunehmend an Boden in der aktuellen Management-Diskussion (THEUVSEN 2001: 1644).

In der Vergangenheit wurde Outsourcing fast ausschließlich dazu verwendet, Kosten zu optimieren. Immer mehr Unternehmen sehen hingegen das Potenzial, Outsourcing vor allem strategisch und somit mittel- bis langfristig einzusetzen. Im Rahmen dieser Arbeit wird das strategische Outsourcing als ein differenzierter Ansatz vorgestellt, mit dem durch ganzheitliche Betrachtung die Schaffung und Behauptung nachhaltiger Wettbewerbsvorteile als Basis langfristigen Unternehmensfortbestandes gelingen kann. Aufgrund der Vielfältigkeit in der Wirtschaft – sowohl in der Umweltentwicklung als auch in den Unternehmen selbst – kann und soll das herausgearbeitete Konzept nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben. Vielmehr soll es zunächst den Blick des Managements für die Komplexität des Outsourcings schärfen, aber vor allem auch aufzeigen, wie durch strategisch differenzierte Handhabung das Outsourcing- Problem zu einer Reihe von Chancen durch Outsourcing im Sinne eines nachhaltigen und erfolgreichen Unternehmensfortbestandes evolviert. Insbesondere vor dem Hintergrund der erwarteten „Outsourcing-Welle“ gewinnt das Thema strategisches Outsourcing zunehmend an Bedeutung.

Nach Erläuterung einiger grundlegender Begriffe wird zunächst ein kurzer Einblick in die bisherige Outsourcing-Praxis das Zusammenspiel zwischen Strategie und Outsourcing illustrieren. Die anschließende Erörterung des strategischen Outsourcings unter Berücksichtigung aktueller Management-Trends bildet den Kern der Arbeit. Die einleitende Betrachtung bisheriger Definitionen des Begriffs „strategisches Outsourcing“ in der Literatur mündet in eine allgemeine Begriffsherleitung vor dem Hintergrund aktueller Management-Strömungen. Die vorzunehmende themeneingrenzende Fokussierung eines konkreten Management-Trends postuliert die Betrachtung seiner theoretischen Fundierung sowie die Vorstellung eines Analyseinstruments, dass in diesem Zusammenhang eine geeignete Basis strategischer Outsourcing-Entscheidungen schaffen kann. Die komplexen Fragestellungen der strategischen Outsourcing-Entscheidung erfordern eine differenzierte und systematische Vorgehensweise, wie sie z.B. SCHREYÖGGS Phasenschema des Entscheidungsprozesses skizziert. Die Analyse des Entscheidungsprozesses im strategischen Outsourcing orientiert sich daher in ihrer Vorgehensweise nach diesem Modell: Der grundlegenden Problemformulierung folgen einige Gedanken zur Informationsbeschaffung, die eine anschließende erste Alternativengenerierung ermöglicht. Nach einer Bewertung dieser Alternativen anhand einiger beispielhaft ausgewählter Kriterien erfolgt der Outsourcing-Entschluss, den es alsdann zu realisieren gilt. Die Betrachtung einiger verschiedener Fragestellungen der Realisierungsphase wie z.B. der Auswahl des Outsourcing- Partners und das Konfliktmanagement bis hin zur Umsetzung offenbart die Vielzahl der Gestaltungsmöglichkeiten im strategischen Outsourcing, die es im Rahmen der vorzustellenden prozessbegleitenden Entscheidungskontrolle kontinuierlich zu überprüfen gilt. Einige kritische Hinterfragungen der zugrundegelegten Arbeitsprämissen runden den theoretischen Teil der Arbeit ab, so dass nun anhand eines Beispiels für erfolgreiches strategisches Outsourcing der Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis vorgenommen wird. Unter Bezugnahme auf die vorherigen theoretischen Ausführungen zeigt das Praxisbeispiel das Erfolgspotenzial strategischen Outsourcings auf. Das abschließende Resümee wagt dann nach kurzer Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse einen Ausblick unter Hinweis auf offene Forschungsfelder.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Aktuelle Situation 1
1.2 Thematik und Ziel der Arbeit 2
1.3 Gang der Analyse 2
2. Grundlagen 4
2.1 Strategie 4
2.2 Outsourcing 7
2.2.1 Outsourcing-Begriff 7
2.2.2 Gegenstand des Outsourcings 10
2.2.3 Vor- und Nachteile des Outsourcings 11
2.2.4 Abgrenzung von der Make-or-Buy-Problematik 13
2.3 Strategisches Outsourcing – ein neues Thema? 15
3. Theorie des strategischen Outsourcings 17
3.1 Begriffsherleitung und Abgrenzung 17
3.2 Ressourcenorientiertes Management: Resource-based View 22
3.2.1 Die Theorie des Resource-based View 22
3.2.2 Kernkompetenzen – Die Wurzeln des Erfolgs 24
3.2.2.1 Definition 24
3.2.2.2 Funktionsweise 27
3.2.3 Kernkompetenzen-Ansatz und Outsourcing 29
3.3 Entscheidungsprozess im strategischen Outsourcing 30
3.3.1 Problemformulierung 32
3.3.2 Informationsbeschaffung 32
3.3.3 Alternativengenerierung nach Kernkompetenzen-Ansatz 34
3.3.4 Alternativenbewertung nach ausgewählten Kriterien 37
3.3.4.1 Kompetenz- und Marktentwicklung 38
3.3.4.2 Know-how-Verlust versus Know-how-Gewinn 38
3.3.4.3 Kostenbetrachtung 40
3.3.4.4 Management: Bindung versus Entlastung 42
3.3.4.5 Kundennutzen 43
3.3.5 Entschluss 47
3.3.6 Realisierung des strategischen Outsourcings 48
3.3.6.1 Anforderungen an die Outsourcing-Partner 49
3.3.6.2 Suche und Auswahl des Outsourcing-Partners 52
3.3.6.3 Anbahnung 53
3.3.6.4 Vertrag versus Vertrauen 55
3.3.6.5 Konfliktmanagement 58
3.3.6.6 Schnittstellen-Management 59
3.3.6.7 Informations- und Wissensmanagement 60
3.3.6.8 Total Quality Management 61
3.3.6.9 Umsetzung 62
3.3.7 Kontrolle des Entscheidungsprozesses 64
4. Kritische Betrachtung einiger Prämissen 68
5. Praxis des strategischen Outsourcings am Beispiel NIKE Inc 71
5.1 Wettbewerbssituation 71
5.2 Strategisches Outsourcing: Just do it! 72
5.2.1 NIKE´s Kernkompetenzen 72
5.2.2 NIKE´s „Partnership-Tier-System“ der Wertschöpfung 73
5.2.3 Qualitätskontrolle 77
5.2.4 Ergebnis 78
6. Resümee 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

54 Intent“ verpflichtet nicht zum Vertragsabschluß, sondern gewährleistet in dieser Phase eine zumindest symbolisch absichernde Wirkung der erheblichen Vorinvestitionen in die Outsourcing-Umsetzung (BRUCH 1998: 151). Im Idealfall kommt es auch schon zu Geheimhaltungsvereinbarungen sowie Lizenz- und Know-how-Verträgen, in denen Nutzungsrechte an gemeinsam erarbeitetem Wissen begründet werden (KULMS 2000: 87). In beiden Unternehmen werden alle Beteiligten und Betroffenen des nunmehr konkreten Projektes auf die operative Umsetzung vorbereitet. Mitarbeiter sind in die Pläne einzuweihen, und die Organisationspsychologie baut hier Ängste der Mitarbeiter (z.B. vor Arbeitsplatzverlust oder Überforderung in der neuen Aufgabe) ab. Hier muss intensive Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn ohne die Bereitschaft des Personals auf breiter Front wird das OutsourcingProjekt oder spätestens die Outsourcing-Partnerschaft scheitern. Unternehmensweites Vertrauen87 in den neuen Partner ist als Basis der neuen Zusammenarbeit zu schaffen. Eine offene inter- und intraorganisationale Informationspolitik sollte hier nicht nur auf dem Papier festgehalten, sondern gelebt werden. Ein Outsourcing-Projekt mit einhergehender Leistungstiefenreduzierung wird sich zwangsläufig kurz- oder mittelfristig auf die Personalzusammensetzung auswirken. Aufgabenbereiche werden analysiert und neu geformt, so dass außergewöhnlicher Schulungsbedarf für die Mitarbeiter besteht. Im Falle des Übergangs von Outsourcing-Geber-Mitarbeitern zu dem Outsourcing-Nehmer müssen Übergangsregelungen für Beschäftigungsverhältnisse gefunden werden. Eine notwendige Personalfreisetzung bedarf der Ausarbeitung eines Sozialplans (MÜLLER / PRANGENBERG 1997). [...]

Im Vorfelde der Ausschreibung erweisen sich einige grundsätzliche Überlegungen zur Ausschreibung als sinnvoll. Über Art, Form und Zielgruppe der Ausschreibung kann das Unternehmen das Ergebnis schon in gewisse, wünschenswerte Bahnen lenken. Gibt es bereits konkrete Vorstellungen über potenzielle Partner, genügt eine Ausschreibung unter diesen. Eine andere Möglichkeit der Vorauswahl kann – je nach Projekt – eine Ausschreibung nur unter den aktuellen Kooperationspartnern oder etwa die Festlegung des Einzugsgebiets (regional, national, international) sein. In der Vorauswahl für die Ausschreibung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Es gilt jedoch zu bedenken, dass ein Unternehmen sich selbst mit jeder Vorauswahl Grenzen in seiner Objektivität schafft. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Ergebniseinschränkung zur Beherrschung der Angebotsanzahl83 und freiwilliger Begrenzung der eigenen Rationalität. Hier gilt es ein richtiges Maß zwischen Ergebnisbeherrschung und unvoreingenommener Ausschreibung zu finden. Je detaillierter die Ausschreibung bezüglich der eigenen Zielsetzung und Ausstattung sowie bezüglich der erwünschten Informationen dargestellt wird, desto qualita- [...]

51 ren sich vielmehr im Verlaufe einer Partnerschaft und können daher in einem Anforderungskatalog nur als „Meta-Anforderung“ berücksichtigt werden. In diesem Anforderungskatalog gilt es Kriterien festzuhalten, die bei Nichterfüllung zur Disqualifikation eines potenziellen Partners führen. Um der Langfristigkeit der potenziellen Partnerschaft Rechnung zu tragen, sind in den Katalog nur Kriterien aufzunehmen, die nicht kurzfristig beeinflussbar sind. Beispiel: Liegt bei einem potentiellem Partner zum Zeitpunkt seiner Evaluation ein technisch veraltertes Kommunikationssystem vor, muss dessen mittelfristige Planung hinsichtlich einer Erneuerung in die Bewertung einfließen. Konkret hieße das z.B., dass eine fehlende Internetanbindung nicht auswahlrelevant sein sollte, weil dieses Manko bei Bedarf kurzfristig behoben werden kann. Es geht in dieser Anforderungszusammenstellung also eher um eine erste Grobevaluation, die von globalen Präferenzen über Makrokriterien bis zur Unternehmensebene reichen können. Zur Gewährleistung einer stabilen Partnerschaft sollten die aus der SWOT-Analyse bekannten Umweltbedingungen und – entwicklungen im direkten Umfeld eines potenziellen Partners in die Anforderungskriterien aufgenommen werden81. Auf Unternehmensebene kann eine erste Grobevaluation laut GULDEN (2000: 168) z.B. anhand folgender Kriterien erfolgen: Ausgewiesene Expertise in der Abwicklung der relevanten Geschäftsprozesse Komplementäre Unternehmenskulturen und Strategien Erfahrungen in der Implementierung derartiger Projekte. [...]

Arbeit zitieren:
Jacobsen, Dirk März 2003: Strategisches Outsourcing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Organisation, Unternehmensführung, Kernkompetenz, Globalisierung, Prozessoptimierung

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