Strategisches Konzernmanagement zur Führung diversifizierter Unternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nicky Lange
- Abgabedatum: Dezember 2002
- Umfang: 80 Seiten
- Dateigröße: 1,6 MB
- Note: 2,7
- Institution / Hochschule: Technische Universität Ilmenau Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6420-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6420-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6420-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lange, Nicky Dezember 2002: Strategisches Konzernmanagement zur Führung diversifizierter Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Konzern, Management, Diversifikation
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Diplomarbeit von Nicky Lange
Problemstellung:
In den vergangenen Jahren ist die Kritik an diversifizierten Konzernen, die Betrachtungsgegenstand der vorliegenden Arbeit sind, immer größer geworden. Der Nutzen einer Diversifikationsstrategie auf Unternehmensebene wird unter Hinweis auf die vielfältigen Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten, des steigenden Einflusses der Stakeholder und der Vorteilsneutralität des internen Kapitalmarktes infolge von Fehlinvestitionen des Managements in Frage gestellt. Doch ein Blick in einschlägige Wirtschaftmagazine und deren Börsenteil zeigt, dass diese Konzerne keineswegs ausgestorben sind. Im Gegenteil, Konzerne wie General Electric, 3M oder Siemens zeigen eindrucksvoll, dass sich ein diversifiziertes Geschäftsportfolio und Konzernerfolg nicht konfliktär gegenüberstehen. Es stellt sich jedoch die Frage, auf welche Basis sich diese Erfolgsbeispiele gründen. Eine Antwort darauf liefert die Verfolgung eines strategischen Konzernmanagements, das die Besonderheiten einer Vielzahl von Geschäftsbereichen in unterschiedlichen, teilweise völlig unverbundenen Branchen zu berücksichtigen und vor allem vorteilhaft zu nutzen vermag. Die vorliegende Arbeit möchte versuchen, die Formulierung dieser Antwort zu erleichtern, in dem sie ein solches strategisches Konzernmanagement mit seinen Besonderheiten und Funktionen darstellt.
Gang der Untersuchung:
Für eine Auseinandersetzung mit der Thematik „Strategisches Konzernmanagement zur Führung diversifizierter Konzerne“ empfiehlt sich zunächst ein Blick auf die grundlegenden Begriffe des Konzerns und der Diversifikation. Diesen beiden konstituierenden Merkmalen der Arbeit ist die Einführung gewidmet. Dabei werden zuerst die betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen des Konzerns in den Punkten 2.1 und 2.2 erörtert, bevor die Diversifikation in ihren Ausprägungen und den dahinter stehenden Motiven näher betrachtet wird. Untersuchungsgegenstand ist der diversifizierte Konzern, weshalb die Diversifikation in dieser Arbeit vordergründig als Konzernentstehungsgrund interpretiert wird.
Im dritten Teil der Arbeit richtet sich der Blick auf das Management im all-gemeinen und Konzernführungsaufgaben im besonderen. Dies erscheint notwendig, da es einer begrifflichen Grundlage bedarf, um sich im vierten Teil explizit mit dem strategischen Management zu befassen. In diesem Hauptteil der Arbeit wird zunächst der Begriff Strategie definiert, die Entwicklung des strategischen Managements nachgezeichnet sowie der marktorientierte und der ressourcenorientierte Ansatz charakterisiert. Mit dieser Vorstellung wird das Ziel verfolgt, den Einfluss dieser beiden Denkschulen aufzuzeigen und damit deren Aussagen zur Erklärung des Konzernerfolgs innerhalb der Funktionen nutzen zu können. Die Punkte 4.2.1 bis 4.2.4 befassen sich mit den Funktionen des strategischen Konzernmanagements, wobei hier der Bedeutungsschwerpunkt auf den Besonderheiten des diversifizierten Konzerns, soweit diese vorhanden sind, ruht. Hier können einige gravierende Unterschiede zur Einheitsunternehmung gezeigt werden. Schließlich zeigt Punkt 4.3, dass ein Erfolgsschlüssel für den diversifizierten Konzern in der Integrationsfähigkeit und dem Steuerungspotential der strategischen Führung, unter Beachtung der Konzernkultur, liegt. Abgerundet wird der vierte Teil der Arbeit mit der Problematik der Werteschaffung durch die Konzernführung, der zentralen Existenzbedingung eines diversifizierten Konzerns. In allen Teilen der Diplomarbeit wird versucht, die dargestellten Sachverhalte mit praktischen Beispielen zu illustrieren und Ergebnisse empirischer Untersuchungen einfließen zu lassen.
Den Abschluss findet die vorliegende Arbeit in einem Resümee, in welchem die wichtigsten Aussagen zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| 1. | Problemstellung und Vorgehensweise der Diplomarbeit | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Vorgehensweise der Diplomarbeit | 1 |
| 2. | Der Konzern - Grundlagen und Entstehung | 2 |
| 2.1 | Rechtswissenschaftlicher Konzernbegriff | 3 |
| 2.1.1 | Der Gleichordnungskonzern | 4 |
| 2.1.2 | Der Unterordnungskonzern | 4 |
| 2.2 | Betriebswirtschaftlicher Konzernbegriff | 6 |
| 2.3 | Konzernentstehung und Konzernierungsmotive | 7 |
| 2.3.1 | Ökonomischer und institutioneller Hintergrund | 7 |
| 2.3.2 | Wachstumsstrategien als Konzernbildungsmotiv | 8 |
| 2.3.3 | Expansionsrichtungen von Konzernen | 8 |
| 2.3.4 | Diversifikationsmotive | 10 |
| 2.3.4.1 | Leistungswirtschaftliche Motive | 11 |
| 2.3.4.2 | Finanzwirtschaftliche Motive | 12 |
| 2.4 | Entwicklung der Diversifikation | 13 |
| 3. | Das Konzernmanagement | 15 |
| 3.1 | Allgemeine Darstellung und Begriffsklärung | 15 |
| 3.2 | Management und Unternehmensführung | 16 |
| 3.3 | Managementdimensionen | 17 |
| 3.4 | Führungsaufgaben im Konzern | 19 |
| 4. | Das Strategische Konzernmanagement | 21 |
| 4.1 | Grundlagen des strategischen Managements | 21 |
| 4.1.1 | Der Begriff der Strategie | 21 |
| 4.1.2 | Entwicklung und Gegenstand des strategischen Managements | 22 |
| 4.1.3 | Denkschulen des strategischen Managements | 23 |
| 4.2 | Funktionen des strategischen Konzernmanagements | 27 |
| 4.2.1 | Strategische Konzernplanung | 28 |
| 4.2.1.1 | Strategische Zielbildung durch die Zentrale | 28 |
| 4.2.1.2 | Strategische Analyse | 30 |
| 4.2.1.2.1 | Umweltanalyse | 31 |
| 4.2.1.2.2 | Konzernanalyse | 34 |
| 4.2.1.3 | Formulierung von Konzernstrategien | 36 |
| 4.2.1.4 | Strategieumsetzung | 40 |
| 4.2.1.5 | Kritik zur strategischen Planung | 41 |
| 4.2.2 | Konzernorganisation | 42 |
| 4.2.2.1 | Zusammenhang zwischen Diversifikation undOrganisationsstruktur | 43 |
| 4.2.2.2 | Organisationsstrukturelemente diversifizierter Konzerne | 44 |
| 4.2.2.3 | Organisationsformen diversifizierter Konzerne | 46 |
| 4.2.3 | Strategisches Personalmanagement | 50 |
| 4.2.3.1 | Strategische Personalbeschaffung und -auswahl | 51 |
| 4.2.3.2 | Strategische Leistungsbeurteilungs- und Anreizsysteme | 52 |
| 4.2.3.3 | Strategische Personalentwicklung | 53 |
| 4.2.4 | Strategische Kontrolle | 55 |
| 4.3 | Strategische Führung als integrative Funktion des strategischen Konzernmanagements | 57 |
| 4.4 | Strategisches Konzernmanagement zwischen „Conglomerate Discount“ und „Conglomerate Surplus“-Problembeschreibung und Lösungsansatz | 59 |
| 5. | Resümee | 61 |
| Literaturverzeichnis | 65 |
Im Rahmen einer konzernweiten Personalpolitik gewinnt die Besetzung wichtiger Führungspositionen einen hohen Wert. Daher ist es auch Aufgabe der Konzernführung, geeignete Nachwuchsführungskräfte zu fördern. Dies ist mit Trainingsmaßnahmen, systematischer Karriereplanung und konzerninternem Managementtransfers zu unterstützen. Die Konzernführung kann damit Einfluss auf die Besetzung von Schlüsselpositionen in Tochterunternehmen ausüben und frühzeitig Nachfolgeprobleme im Top-Management verhindern.282 Diversifizierte Konzerne sollten in diesem Zusammenhang offensiv die Entfaltungsmöglichkeiten in den verschiedene Geschäftsbereichen kommunizieren, um Führungskräfte und Mitarbeiter an den Konzern zu binden bzw. Interesse bei potentiellen Führungskräften und Mitarbeitern zu wecken. Zur strategischen Personalentwicklung sei abschließend bemerkt, dass die mit den entsprechenden Maßnahmen angestrebte höhere Identifikation mit der eigenen Arbeit sowie Entwicklung strategiekonformer Verhaltensweisen ohne die gleichzeitige Entwicklung der Organisation unerreicht bleibt. Daher erscheint es notwendig, Organisationsentwicklung und Personalentwicklung in einem gemeinsamen Kontext zu sehen.283 Die Elemente des strategischen Personalmanagements lassen sich akzentuiert mit der mg technologies AG darstellen. So hat dieser diversifizierte Konzern z.B. ein Internet-gestütztes Bewerbermanagementsystem eingeführt, um einen konzernweiten Zugriff auf Bewerberdaten und eine erleichterte Beurteilung der Bewerberprofile zu ermöglichen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde den Führungskräften zum ersten Mal die Möglichkeit eingeräumt, Aktienoptionen aus einer Wandelschuldverschreibung auszuüben, das Programm war ein großer Erfolg. Die 1999 gegründete mg academy führte verschiedene Personalentwicklungsmaßnahmen durch. Bei der Besetzung von Führungspositionen wird langfristig eine konzerninterne Besetzungsquote von 70% angestrebt, es wurden konzernweit 464 sog. „Potentialkandidaten“ identifiziert, von denen in den vergangen drei Jahren etwa die Hälfte befördert wurde.284 [...]
rierenden strategischen Ausrichtung der Geschäftsbereiche durchaus nachvollziehbar und erfolgversprechend.278 4.2.3.3 Strategische Personalentwicklung Die im Zuge der Personalbeurteilung aufgetretenen Fähigkeits- oder Kenntnismängel stellen bezüglich der strategischen Erfordernisse erhebliche Probleme dar. Deshalb kommt der Personalentwicklung in dieser Hinsicht eine sehr große Bedeutung zu. Wesentliche Elemente eines Personalentwicklungssystems sind:279 • Ermittlung des Personalentwicklungsbedarfs (Auswertung der Leistungsbeurteilungen, Identifikation lernhemmender und lernförderlicher Bedingungen) • Durchführung von Maßnahmen zur Personalentwicklung (Entwicklung und Ausgestaltung von Maßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung und Vermittlung erforderlichen Wissens, Förderung des strategischen Bewusstseins, Förderung der Konzernkultur) • • Bewertung von Personalentwicklungsmaßnahmen (Einführung von Qualitätssicherungsstandards, Schaffung geeigneter Bewertungsmaßstäbe) begleitende Beratung (Überzeugung von der Vorteilhaftigkeit der Maßnahmen) Dabei ist es neben dem Angebot von Bildungsinhalten ebenso wichtig, Verhaltensmuster und Denkweisen der Mitarbeiter zu beeinflussen. Damit sollen Wachsamkeit und Eigeninitiative gefördert werden, um bspw. die strategische Tragweite von Entscheidungen bewusst zu machen bzw. eingefahrene Verhaltensweisen aus früheren Strategien abzubauen.280 Abhängig von Zielen und Inhalt der Personalentwicklungsmaßnahmen können verschiedene Methoden angewandt werden. Diese lassen sich in „training on the job“ (Coaching durch Vorgesetzte, Jobrotation, Zuweisung von Sonderaufgaben u.a.) und “training off the job” (Fernunterricht, Lehrgänge, Rollenspiele u.a.) unterscheiden.281 [...]
4.2.3.2 Strategische Leistungsbeurteilungs- und Anreizsysteme Systeme zur Beurteilung des Personals können verschiedenen Zwecken dienen:273 • • • • • • Schaffung von Grundlagen einer Lohn- und Gehaltsdifferenzierung Grundlage für personelle Selektionsentscheidungen wie Beförderung oder Entlassung Überprüfung der Effizienz eingesetzter personeller Instrumente Ermittlung des Fort- und Weiterbildungsbedarfs und inhaltliche Ausgestaltung der Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen Motivation und Unterstützung der individuellen Entwicklung der Konzernmitarbeiter Information der Organisationsmitglieder Personalbeurteilungssysteme sind nicht unumstritten, da die aufgezählten Zwecke teilweise in einem konfliktären Verhältnis stehen. So trägt bspw. eine negative Leistungseinschätzung nicht unbedingt zur Motivation eines Mitarbeiters bei.274 Deshalb ist bei der Gestaltung solcher Systeme auf die Übereinstimmung der Kriterien der Leistungsbeurteilung darauf zu achten, nicht nur kurzfristig und leicht messbare Ergebnisse, sondern auch aus strategischer Sicht bedeutsame Beiträge zu erfassen.275 Strategiekonforme Verhaltensweisen der Organisationsmitglieder können mit Anreizsystemen gefördert werden.276 Hierbei lassen sich • • • • finanzielle Anreize (Entgelt, geldwerte Vorteile, stock options, Prämien), soziale Anreize (Kommunikation mit Organisationsmitgliedern, Gruppenmitgliedschaft), arbeitsrelevante Anreize (Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Arbeitsbedingungen und –inhalte) sowie Anreize aus der organisatorischen Zugehörigkeit (Image des Konzerns, Standort, Tradition, Konzerngröße) unterscheiden.277 In einem diversifizierten Konzern ist dabei nicht selten zu beobachten, dass verschiedene Anreizsysteme nebeneinander existieren. Dieser Umstand erscheint unter der Maßgabe der Strategieunterstützung und der ggf. diffe273 274 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832464202
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Lange, Nicky Dezember 2002: Strategisches Konzernmanagement zur Führung diversifizierter Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Konzern, Management, Diversifikation



