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Strategisches Controlling in Vertrieb und Marketing mit der Balanced Scorecard

Strategisches Controlling in Vertrieb und Marketing mit der Balanced Scorecard
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stephan Schwienheer
  • Abgabedatum: April 2002
  • Umfang: 81 Seiten
  • Dateigröße: 1.006,1 KB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5524-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5524-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5524-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schwienheer, Stephan April 2002: Strategisches Controlling in Vertrieb und Marketing mit der Balanced Scorecard, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Customer Relationship Management, Rationalitätssicherung, Key Performance Indicators, KPI, CRM

Diplomarbeit von Stephan Schwienheer

Einleitung:

Die Balanced Scorecard ist ein geeignetes Instrument, um Customer Relationship Management erfolgreich einzuführen und anschließend für das Unternehmen steuer- und messbar zu machen. Die Implementierung des zukunftsträchtigen Management-systems verläuft jedoch nicht immer ohne Schwierigkeiten.

Für das Gelingen der BSC-Einführung ist eine hohe Mitarbeiterakzeptanz unabding-bar. Da alle Kennzahlen der einzelnen Perspektiven direkt oder indirekt auf die Kennzahlen der Finanzperspektive ausgerichtet sind, kann das Projekt aus Arbeit-nehmersicht als Instrument des Shareholder-Value-Ansatzes gesehen werden. Dem kann entgegengehalten werden, dass die Balanced Scorecard eine ganzheitliche und langfristige Sichtweise des Unternehmens vorantreibt, Fehlentwicklungen frühzeitig erkennt und somit Werte schafft. Daran partizipieren auf lange Sicht hin auch die Mitarbeiter.

Doch ein solches Projekt droht nicht nur bei mangelnder Mitarbeiter-, sondern auch bei fehlender Managementunterstützung zu scheitern. Da mit Einführung einer Balanced Scorecard die Unternehmensstrategie angepasst und umgesetzt wird, zieht dies einen tiefgreifenden Wandel der vorhandenen Strukturen nach sich. Aus einem solch schwerwiegenden Prozess kann ein Unternehmen nur gestärkt herausgehen, wenn sich die Unternehmensleitung geschlossen zu dem Projekt bekennt. Im Idealfall ist ein Mitglied der Geschäftsleitung in das Projektteam integriert.

Ein weiterer Problempunkt von Unternehmen im Zusammenhang mit BSC-Projekten ist, dass auf einen Schlag eine mustergültige Lösung herbeigeführt werden soll. Aufgrund mangelnder Erfahrung mit dem komplexen Konzept sind alle Beteiligte schnell überfordert und neigen zur Resignation. Dabei ist es überhaupt nicht nötig, dass der erste BSC-Entwurf ein ausgereiftes Controlling-Instrument darstellt. Dies widerstrebt sogar im gewissen Maße der Controlling-Konzeption, da durch Rückkopplungen die Strategien, Ziele und Kennzahlen regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden.

Werden vorsorglich Maßnahmen getroffen, damit dem Unternehmen die hier genannten „Stolpersteine“ nicht ebenfalls zum Verhängnis werden, so steht einer erfolgreichen Einführung des Führungs- und Managementsystems Balanced Score-card nichts mehr im Wege.

CRM stellt den Kunden in den Mittelpunkt unternehmerischen Handelns und unterscheidet sie nach ihrem individuellen Wert. Doch die Erfahrungen vieler Unter-nehmen, die mit CRM ihre Kundenorientierung verbessern wollten, verdeutlichen die Schwierigkeiten einer erfolgreichen Implementierung.

Unternehmen, die beabsichtigen, mit Customer Relationship Management ebenfalls effizienter und effektiver zu arbeiten, interessieren natürlich die Ursachen für das Scheitern vieler bisherigen Bemühungen in diesem Bereich.

CRM-Maßnahmen werden oftmals vom Vertrieb und Marketing, losgelöst vom restlichen Unternehmen und ohne eine zugrunde liegende Managemententscheidung, vorangetrieben. Damit wird der Grundsatz, CRM als ganzheitlichen Unternehmensansatz zu verstehen, ignoriert. Und da die Unternehmensleitung nicht oder nur unzureichend in das CRM-Vorhaben eingebunden ist, geht auch nicht vom Management der Impuls zur systematischen Einführung mit Installierung eines leistungsfähigen Controllings aus. An diesem Defizit scheitern viele solcher Projekte.

Die grundlegende Stoßrichtung von CRM wird somit nicht mit der Unternehmens-strategie abgestimmt. Da CRM-Ziele nicht klar festgelegt werden, wird ein Soll-Ist-Abgleich ohne feste Zielwerte unmöglich und der Erfolg oder Misserfolg von Customer Relationship Management kann nicht überprüft werden. Erfolgen keine Rückmeldungen über derzeitige Verfehlungen im laufenden Projekt, können keine Gegensteuerungsmaßnahmen wie Strategie- oder Zielwertkorrekturen eingeleitet werden. Controlling leistet eine wesentliche Unterstützungsfunktion für eine koordinierte Einführung eines solchen Projekts.

Heute hat sich die relativ einheitliche Sichtweise durchgesetzt, dass Controlling als spezifische Funktion zur Sicherstellung einer rationalen Unternehmensführung dient. Rationalität wird dabei als das im wirtschaftlichen Handeln grundsätzlich anzustrebende Ziel verstanden.

Controlling im Zusammenhang mit der Implementierung von CRM bedeutet dann zwangsläufig, die oben angeführten strategischen Defizite bisheriger CRM-Aktivi-täten einzudämmen. Für eine geordnete Einführung und einem strategischen Controlling in Vertrieb und Marketing eignet sich ganz besonders ein Management- und Führungsinstrument: Die Balanced Scorecard!

In einem strategischen Managementprozess wird zunächst Klarheit über die Unternehmensstrategie geschaffen. In einem zweiten Schritt erfolgt eine Aufspaltung des Unternehmens in gleichberechtigte Perspektiven. Aus der Unternehmensstrategie werden dann für jede Perspektive Ziele abgeleitet und der Erfolg mit Kennzahlen gemessen.

Ziel dieser Arbeit ist es, durch Zusammenführung der Balanced Scorecard mit Customer Relationship Management die jeweiligen Stärken der Konzepte auszu-nutzen. Zum einen wird die hohe Strategiekompetenz der Balanced Scorecard ausgeschöpft und zum anderen mit CRM die Kundenorientierung verbessert.

Dazu wird aus dem Perspektiven-Modell der BSC die Kundenperspektive, welche den Vertrieb- und Marketingbereich repräsentiert, herausgegriffen. Ein Strategie-rahmen für diesen Bereich stellt einen Kompromiss aus der Unternehmensstrategie und der CRM-Philosophie dar. Aus der CRM-Strategie werden getreu des BSC-Konzepts Ziele und Kennzahlen abgeleitet.

Um die knappe Aufmerksamkeit der Unternehmensleitung optimal auszunutzen, werden nur wenige, relevante Kennzahlen ausgewählt, um das Management in komprimierter Form zu informieren. Anhand der Kennzahlen wird in kurzen zeitlichen Abständen ein Soll-Ist-Vergleich angestellt. Die Zielerreichungsgrade der Kennzahlen werden zu einem Wert, der gleichzeitig den Perspektivenerfolg darstellt, verdichtet. Das Management wird so in knapper und übersichtlicher Form über derzeitige Engpässe im Leistungsprozess informiert und kann eine tiefgehendere Ursachenforschung über die nachfolgenden Hierarchiestufen anstoßen. Eine Korrek-tur der Strategie oder der Ziele bringt das Projekt wieder „auf Kurs“.

Controlling in Vertrieb und Marketing wurde lange Zeit sträflich vernachlässigt. Das verwundert, da hier direkte Arbeit am Kunden geleistet wird. Kunden bergen ungeheure Potenziale, können aber auch Unternehmen in kürzester Zeit an den Rande des Ruins treiben. Darum ist es wichtig, sich auf profitable Kundengruppen zu konzentrieren.

Aus diesem Grund ist die Verantwortung des Vertriebs für das ganze Unternehmen gar nicht hoch genug einzuschätzen. Da es zur notwendigen und legitimierten Aufgabe der Geschäftsführung gehört, für Fortbestand und Weiterentwicklung des Unternehmens zu sorgen, hat ein funktionierendes Controlling auch bzw. gerade im Bereich Vertrieb seine selbsterklärende Berechtigung.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis V
1. Erfolgreiches CRM mit der Balanced Scorecard 1
2. Das Controlling
2.1 Aufgaben des Controlling
2.1.1 Vielfältigkeit des Aufgabenspektrums 3
2.1.2 Controlling als Informationsversorgungsfunktion 3
2.1.3 Controlling als Koordinationsfunktion 4
2.1.4 Controlling als Rationalitätssicherungsfunktion 6
2.2 Controlling in Vertrieb und Marketing
2.2.1 Der Marketing-Begriff 8
2.2.2 Vereinbarkeit von Marketing und Controlling 9
2.2.3 Entwicklung zur Dezentralisierung 10
2.2.4 Tätigkeitsbereich und Anforderungsprofil
2.2.4.1 Persönlichkeitsprofil 10
2.2.4.2 Besonderheiten der Informationsbeschaffung 11
2.2.4.3 Strategische Marketingplanung 12
2.2.4.4 Koordination des Planungsprozesses 12
2.2.5 Einordnung in die Organisation 13
2.3 Die Architektur des Controlling
2.3.1 Kennzahlen 14
2.3.2 Kennzahlensysteme 15
2.3.3 Key Performance Indicators und selektive Kennzahlen 16
2.3.4 Hierarchisierung der Controlling-Instrumente 17
3. Die Balanced Scorecard
3.1 Das strategische Managementsystem
3.1.1 Entstehung aufgrund strategischem Mangel 18
3.1.2 Ein Führungssystem 19
3.2 Elemente und Aufbau der Balanced Scorecard
3.2.1 Die Vision und Mission als Ausgangspunkt 20
3.2.2 Strategieentwicklung 21
3.2.3 Perspektiven
3.2.3.1 Das Perspektiven-System 22
3.2.3.2 Die finanzwirtschaftliche Perspektive 23
3.2.3.3 Die Kundenperspektive 24
3.2.3.4 Die interne Prozessperspektive 25
3.2.3.5 Lern- und Entwicklungsperspektive 26
3.2.4 Definition strategischer Ziele 26
3.2.5 Konkretisierung der Unternehmensstrategie durch Kennzahlen
3.2.5.1 Der Controlling-Regelkreis 27
3.2.5.2 Erarbeitung von Kennzahlen 28
3.2.5.3 Auswahl geeigneter Kennzahlen 29
3.2.6 Strategische Maßnahmen 31
3.3 Erstellung der Balanced Scorecard
3.3.1 Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge 31
3.3.2 Erstellung eines Umsetzungsplans 33
4. Strategisches CRM-Controlling
4.1 Customer Relationship Management
4.1.1 Einleitung 34
4.1.2 Konsequente Kundenorientierung 34
4.1.3 CRM-Messgrößen 35
4.2 Scheitern von CRM-Aktivitäten 36
4.3 CRM-Scorecard
4.3.1 Aufbau einer CRM-Scorecard 38
4.3.2 Strategische Überlegenheit 39
4.3.3 Erarbeitung der KPI´s 40
5. Operationalisierung des Vertrieb- und Marketing-Controlling
5.1 Modell der Unternehmens-Scorecard 41
5.2 Herleitung der Kennzahlen
5.2.1 Operationalisierung der Kundenperspektive
5.2.1.1 Ableitung der Kunden-Kennzahlen 43
5.2.1.2 Selektive Kennzahlen der Kundenperspektive 44
5.2.1.3 Key Performance Indicators der Kundenperspektive 53
5.2.2 Operationalisierung der Finanzperspektive
5.2.2.1 Ableitung der Finanz-Kennzahlen 59
5.2.2.2 Key Performance Indicators der Finanzperspektive 60
5.3 Ursache Wirkungsketten 64
6. Konklusion 67
Literaturverzeichnis VI
Ehrenwörtliche Erklärung XI

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die nachlaufenden Maßgrößen bzw. Spätindikatoren verkörpern die Ergebnisziele im Rahmen der vier Perspektiven; es sind also Ergebniskennzahlen wie Rentabilität oder Marktanteil. Die Spätindikatoren machen Vergangenheitsdaten messbar, geben aber keine Rückmeldungen über den Erfolg der Strategieumsetzung. Die vorrauseilenden Maßgrößen - auch als Leistungstreiber oder Frühindikatoren bezeichnet – machen aufgrund gegenwärtig meßbarer Aspekte Aussagen über den zukünftigen finanziellen Erfolg der Strategie.98 Diese Maßgrößen, wie Taktzeiten oder Produktentwicklungszyklen, sorgen dafür, dass die Ergebniskennzahlen erreicht werden können. Bei den Frühindikatoren ist eine Tendenz zu beobachten, dass sie spezifisch für jede Geschäftseinheit, wie z.B. für das Marketing, ausgeprägt und damit Ausdruck der Einzigartigkeit der strategischen Ausrichtung genau dieser Geschäftseinheit sind.99 Eine gute Balanced Scorecard besteht aus einer guten Mischung von Leistungstreiber und Ergebniskennzahlen. Denn durch einen Überhang von Ergebniskennzahlen kann die BSC nicht vermitteln, auf welchem Wege die Ziele erfüllt werden können. Werden überwiegend Leistungstreiber verwendet, so wird zwar eine kurzfristige Verbesserung in der Geschäftseinheit erreicht, aber ein höheres Geschäftsvolumen mit einer verbesserten Finanzleistung ist damit nicht gesichert.100 Darum sollte ein ausgewogenes Verhältnis der beiden Kennzahlenarten angestrebt werden. 3.2.5.3 Auswahl geeigneter Kennzahlen Wer eine Balanced Scorecard einführen will, muss aber nicht von ganz vorn beginnen: In den meisten Unternehmen sind längst brauchbare konzeptionelle Vorar- [...]

-nehmensstrategie dar. Nachdem die strategischen Ziele vom Management definiert wurden, erfährt die Strategie eine weitere Konkretisierungsstufe durch die Festlegung von selektiven Kennzahlen, die neben den KPI´s die Zielerreichung messen. Diese erste Realisierungsstufe der Unternehmensstrategie wird durch die nachgelagerte Hierarchieebene, dem operativen Management, verwirklicht. Zur plastischen Darstellung dieser Vorgehensweise folgendes Beispiel: Im Strategiekontext der Kundenzufriedenheit wird als strategisches Ziel festgelegt, dass die Reklamationsquote auf unter ein Prozent gesenkt werden soll. Die Kennzahl „Anzahl Reklamationen innerhalb eines Jahres nach Auslieferung“ misst dann den Zielerreichungsgrad.97 Das Bereichscontrolling bzw. die Revision hat im Folgenden die Aufgabe, durch eine tiefgehende Analyse mit selektiven Kennzahlen oder sogar einzelnen Statistiken Zielabweichungen zu analysieren. Nachdem die Unregelmäßigkeiten aufgedeckt wurden, sollen Maßnahmen den Erfolg, den die Strategie eigentlich generiert, dennoch eingestellt werden. Eine Maßnahme im obigen Beispiel könnte sein, dass nach allen Arbeitsgängen durch die Arbeiter selbst Qualitätsprüfungen durchgeführt werden. Da dieses Modell den Namen „Controlling-Regelkreis“ trägt, ist eine Rückkopplung inkludiert. Mussten Maßnahmen ergriffen werden, um den implizierten Erfolg noch zu erreichen, erfolgt im Bottom-up-Verfahren - von den unteren zu den oberen Hierarchieebenen - ein Informationsrücklauf. Das Controlling bzw. die Revision hat in diesem Fall die Aufgabe, das Management über diese Abweichung zu informieren. So kann die Unternehmensleitung korrigierend eingreifen, indem die selektiven Kennzahlen, die Ziele oder sogar die Strategien angepasst werden. Mit Hilfe dieses Rückkopplungseffekts soll sog. strategisches Lernen ermöglicht werden, d.h. die Hypothesen bei der Strategiebildung werden einer laufenden Prüfung unterzogen. 3.2.5.2 Erarbeitung von Kennzahlen Im BSC-Konzept kommt den selektiven Kennzahlen also eine wichtige Bedeutung zu. Doch was muss das operative Management bei der Erarbeitung beachten? Die Balanced Scorecard ist – wie Ende des vorherigen Kapitel angeschnitten – aus Unzufriedenheit mit den traditionellen, vordergründlich auf die ökonomische [...]

Ziele offenbaren sich in der Praxis häufig Schwierigkeiten, da Strategien in der Regel nicht klar formuliert sind, sondern aus umfassenden Analysen oder wohlklingenden Visionen bestehen. Auch hier wird durch den BSC-Prozess Abhilfe geschaffen. Die Strategien werden mit den Kernbereichen der Perspektiven konfrontiert und so zu strategischen Zielen konkretisiert. Wegen der Wichtigkeit soll an dieser Stelle gesondert erwähnt werden, dass eine Balanced Scorecard wirklich nur solche Ziele enthalten sollte, die für die erfolgreiche Umsetzung der Strategie von besonderer Relevanz sind. Operative Ziele zur Aufrechterhaltung des laufenden Geschäfts sollten in die Scorecard nicht integriert werden.96 3.2.5 Konkretisierung der Unternehmensstrategie durch Kennzahlen 3.2.5.1 Der Controlling-Regelkreis [...]

Arbeit zitieren:
Schwienheer, Stephan April 2002: Strategisches Controlling in Vertrieb und Marketing mit der Balanced Scorecard, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Customer Relationship Management, Rationalitätssicherung, Key Performance Indicators, KPI, CRM

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