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Strategische Wettbewerbsvorteile durch Public Relations in Bezug auf die Consultingbranche

Strategische Wettbewerbsvorteile durch Public Relations in Bezug auf die Consultingbranche
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nicoletta Köhler
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 115 Seiten
  • Dateigröße: 735,5 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Rheinbach Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7066-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7066-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7066-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Köhler, Nicoletta Juni 2003: Strategische Wettbewerbsvorteile durch Public Relations in Bezug auf die Consultingbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmenskommunikation, Unternehmensberatung, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Kommunikation

Diplomarbeit von Nicoletta Köhler

Einleitung:

Die zweistelligen Wachstumsraten der zurückliegenden Jahre konnten bereits 2001 nicht mehr realisiert werden. Nun liegen die Zahlen für das Jahr 2002 vor, die der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. am 19. Februar 2003 im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz der Öffentlichkeit präsentierte. Das ernüchternde Fazit: Erstmals seit Beginn der 70er Jahre ist der Gesamtumsatz der deutschen Consultingbranche rückläufig. Wurden in 2001 noch 12,9 Mrd. Euro umgesetzt, waren es in 2002 „nur“ noch 12,3 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang um 4,5 Prozent.

Heute zeichnet sich ein anderes, desillusioniertes Bild der Beraterbranche: Die schlechte konjunkturelle Lage und die dadurch bedingte zurückhaltende Investitionsneigung deutscher Unternehmen haben dazu geführt, dass weniger Beratungsleistungen nachgefragt werden. Denn zum einen stellen Beraterhonorare variable Kosten dar, die sich in der Krise bequem reduzieren lassen. Zum anderen drücken das Ende des New-Economy-Booms und der zeitliche Ablauf der Sonderaufträge zum Jahrtausendwechsel und der Euro-Umstellung die Nachfrage.

Konsequenz: Der Wettbewerb in der Consultingbranche hat sich aufgrund der mangelnden Nachfrage verschärft. Verstärkt wird dieser Effekt durch den fehlenden Schutz der Berufsbezeichnung „Unternehmensberater“. Für Steuerberater, Versicherungen und Rechtsanwälte stellte der fortwährend wachsende Consulting-Markt ein Expansionsfeld dar. Andere Dienstleister wie Werbe- oder Personalvermittlungsagenturen nutzen den Begriff „Unternehmensberatung“ ebenso extensiv. Auf diese Weise wuchs die Zahl der sogenannten Beratungsgesellschaften innerhalb weniger Jahre von 5.900 in 1990 auf rund 14.700 im Jahr 2000. Eine weitere Konzentration in der Branche ist durch die Ausweitung des Dienstleistungsportfolios zahlreicher Beratungsunternehmen zu erwarten. Denn zunehmend kritische und selbstbewusste Kunden verlangen statt abstrakter Strategiepapiere integrierte Beratungslösungen (= Problemlösungen) aus einer Hand.

Nicht zuletzt durch Zusammenbrüche namhafter Klienten wie zum Beispiel Swissair, Sulzer, Kmart oder Global Crossing sowie durch den Enron-Skandal hat die Glaubwürdigkeit der Branche in der Öffentlichkeit stark gelitten.

Gang der Untersuchung:

Vor dem Hintergrund des verschärften Wettbewerbs wird es für Beratungsunternehmen immer schwieriger, Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Beratungsleistungen werden austauschbar, denn Anbieter gibt es zur Genüge. Unternehmensberater müssen sich daher immer stärker positionieren. Bekanntheit – durch Kommunikation mit dem Kunden aufgebaut, entfaltet und gefestigt – ist in der Unternehmensberatung der Schlüssel zum Erfolg. Mit deren Hilfe kann Kundenvertrauen gewonnen, ein Dienstleistungsimage aufgebaut und letztendlich die Akquisition unterstützt werden. Doch derzeit rund 14.400 Beratungsgesellschaften mit unüberschaubarem Beratungsportfolio verhindern Markttransparenz und sorgen für Orientierungslosigkeit bei potentiellen Auftraggebern. Die Öffentlichkeitsarbeit spielt demnach eine entscheidende Rolle im Wettbewerb der Beratungsgesellschaften.

Diese Arbeit zeigt auf, inwiefern die Consultingbranche durch Public Relations – in der Folge kurz PR genannt – strategische Wettbewerbsvorteile realisieren kann. Dies geschieht vor dem Hintergrund der aktuellen Marktsituation und bezieht sich sowohl auf externe als auch auf interne PR. Ziel ist es, eine Handlungsempfehlung für Beratungsunternehmen abzugeben, um mit Hilfe geeigneter PR-Instrumente die eigene Marktposition nachhaltig zu verbessern. Entsprechend der einzelnen Bestandteile sowie der im Verlauf aufzuzeigenden Interdependenzen erschließen die folgenden Kapitel das Thema in vier Teilen:

Teil 1 formuliert auf Basis der Rahmenbedingungen des Wettbewerbs zunächst die theoretischen Grundlagen der strategischen Wettbewerbsvorteile. Besondere Berücksichtigung finden dabei die verschiedenen Strategieoptionen nach M. E. Porter.

Teil 2 untersucht ausgehend von den Rahmenbedingungen der Kommunikation das Thema Public Relations. Dabei geht das Kapitel nach einer definitorischen Abgrenzung zu anderen relevanten Marketinginstrumenten des Kommunikations-Mixes speziell auf die Zielgruppen und die Instrumente interner und externer PR ein.

Teil 3 beschreibt einleitend die Rahmenbedingungen des Beratungsmarktes. Nach einer Definition des Begriffs „Unternehmensberatung“ gibt dieser Abschnitt ein Bild des Marktes für Unternehmensberatungen wieder – Nachfrager, Anbieter und Besonderheiten beim Absatz von Dienstleistungen. Den Abschluss bildet die Betrachtung der aktuellen Marktsituation.

Teil 4 führt die drei vorangegangenen Abschnitte zusammen und erläutert die Erlangung strategischer Wettbewerbsvorteile durch Public Relations in bezug auf die Consultingbranche. Besondere Berücksichtigung findet dabei die aktuelle Marktsituation der Consultingbranche. Hierfür untersucht das Kapitel zunächst die derzeitige Krise der Unternehmensberater näher und zeigt dabei endogene und exogene Ursachen sowie Auswirkungen für die Consultingbranche auf. Auf Basis dieser Erkenntnisse legt der folgende Abschnitt dar, inwiefern strategische Wettbewerbsvorteile einen Weg aus der Krise bieten und welche Bedeutung Public Relations als wettbewerbs-strategisches Instrument für Beratungsunternehmen besitzen. Das Ergebnis dieser Arbeit ist eine Handlungsempfehlung für Beratungsunternehmen, um mit Hilfe interner und externer PR-Instrumente erfolgreich am Markt zu agieren.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 4
Abkürzungsverzeichnis 5
1. Einführung 6
1.1 Problemstellung 6
1.2 Zielsetzung 8
1.3 Vorgehensweise 9
2. Strategische Wettbewerbsvorteile 11
2.1 Rahmenbedingungen des Wettbewerbs 11
2.2 Das strategische Dreieck als Grundlage für Wettbewerbsvorteile 13
2.3 Definition und Prinzipien strategischer Wettbewerbsvorteile 14
2.4 Strategien zur Erlangung strategischer Wettbewerbsvorteile 19
2.5 Strategie der Kostenführerschaft 19
2.6 Strategie der Differenzierung 21
2.7 Strategie der Fokussierung 21
3. Public Relations 23
3.1 Rahmenbedingungen der Kommunikation 23
3.2 Abgrenzung und Definition von PR 25
3.3 Ziele und Zielgruppen der PR 28
3.4 Instrumente der PR 31
3.5 Interne PR 31
3.6 Externe PR 32
4. Unternehmensberatung 36
4.1 Rahmenbedingungen des Beratungsmarktes 36
4.2 Definition des Begriffs Unternehmensberatung 37
4.3 Der Markt für Unternehmensberatung 39
4.3.1 Nachfrager von Beratungsleistungen 40
4.3.2 Anbieter von Beratungsleistungen 43
4.3.3 Besonderheiten von Beratungsleistungen 46
4.4 Aktuelle Marktsituation und Trends im Beratungsgeschäft 48
5. Erlangung strategischer Wettbewerbsvorteile durch Public Relations in bezug auf die Consultingbranche 50
5.1 Die Krise der Consultingbranche 52
5.1.1 Ursachen für die Krise 52
5.1.1.1 Endogene Faktoren 52
5.1.1.2 Exogene Faktoren 56
5.1.2 Auswirkungen für die Consultingbranche 59
5.2 Strategische Wettbewerbsvorteile als Weg aus der Krise 61
5.2.1 Dauerhaft 62
5.2.2 Relevant: Kriterien bei der Beraterauswahl 63
5.2.2.1 Vor der Krise 64
5.2.2.2 In der Krise 67
5.2.3 Wahrgenommen: Kommunikation für Consultingunternehmen 70
5.3 Public Relations als wettbewerbsstrategisches Instrument für Consultingunternehmen 72
5.3.1 Interne PR als Enabler 73
5.3.1.1 Grundfunktionen der Mitarbeiterkommunikation 76
5.3.1.2 Systematisierung der Instrumente 78
5.3.1.3 Handlungsempfehlung: Crossmedialer Medien-Mix 83
5.3.2 Externe PR als Driver 85
5.3.2.1 Grundfunktionen der Öffentlichkeitsarbeit 87
5.3.2.2 Systematisierung der Instrumente 89
5.3.2.3 Handlungsempfehlung: Matrix zum Erfolgsbeitrag der Instrumente in bezug auf die Strategieoptionen 94
6. Fazit 104
Literaturverzeichnis 107

Automatisiert erstellter Textauszug:

Strategie der Fokussierung: Beratungsunternehmen, die sich im Rahmen einer Nischenstrategie positionieren, werden in der Regel den Differenzierungsschwerpunkt wählen. Der Erfolgsbeitrag, den externe PR-Maßnahmen im Rahmen einer Fokussierung leisten, entspricht daher weitgehend dem Erfolgsbeitrag im Rahmen einer Differenzierungsstrategie. Unterschiede ergeben sich jedoch aus folgenden Tatsachen: Die verschiedenen PR-Instrumente richten sich bei der Positionierung in einer Nische erfahrungsgemäß an eine kleinere Zielgruppe, die dem Anbieter in der Regel sehr vertraut ist. Auf Masse kann dabei verzichtet werden, so daß bspw. der einmalige Abdruck eines Fachartikels genügt, um Response zu generieren.213 Zudem sind vor allem kleine und zum Teil mittlere Beratungsunternehmen in einer Nische tätig, denen unter Umständen ein geringeres Budget zur Verfügung steht. „Klasse statt Masse“ – das bedeutet konkret: • Bücher verlieren aufgrund des großen Aufwandes, der mit ihrer Erstellung verbunden ist, an Bedeutung. Zudem ist die Zielgruppe, in der das Medium abgesetzt werden könnte, sehr klein, so daß sich die Investitionen in das Buchprojekt unter Umständen nicht amortisieren. • Auf Imageanzeigen kann verzichtet werden. Dies liegt zum einen an den hohen Kosten, zum anderen sind Fachartikel und Studien besser geeignet, ein Image zu projizieren. • Imageprospekte sind von geringer Bedeutung, da die Zielgruppe in erster Linie über den persönlichen Dialog erreicht wird. Zudem liefert das Internet wesentliche Informationen zum Unternehmen und dem Beratungsportfolio. • Die Organisation von Events und Veranstaltungen ist in der Regel sehr kostenintensiv. Die Kreation und Verleihung eines Preises oder die Durchführung eines Symposiums haben daher als PR-Maßnahmen keine Bedeutung für Nischenanbieter. Wichtiger sind exklusive Kamingespräche in einem engen Kreis, die den Eventcharakter mit der Vermittlung von interessantem, neuen Wissen (gemäß einem Vortrag) vereinen. [...]

Differenzierung über den Preis galt in der Consultingbranche lange Jahre als heikles Thema, da zahlreiche Kunden mit einem niedrigen Preis eine geringere Qualität assoziierten.210 Wie in den vorangegangenen Kapiteln festgestellt wurde, hat sich diese Meinung relativiert. Dies äußert sich bspw. in der gestiegenen Bedeutung des Preises als Kriterium bei der Beraterauswahl211 oder in der Forderung der Kunden nach erfolgsabhängiger Bezahlung212. Da die kommunikative Vermittlung eines günstigen PreisLeistungsverhältnisses schwerfällt – dies liegt vor allem daran, daß Beratungsleistungen erfahrungsgemäß nicht direkt zu vergleichen sind – wird die erfolgsabhängige Bezahlung als Positionierungsmerkmal gewählt. Dabei geht es um die Vermittlung der grundsätzlichen Bereitschaft, erfolgsabhängige Honorare zu vereinbaren. Die Honorierung an der im beratenen Unternehmen bewirkten Wertschöpfung zu orientieren, erfreut sich insbesondere aus Kundensicht wachsender Beliebtheit. Die Meinungen zu diesem Thema sind jedoch keinesfalls einheitlich positiv – ein guter Ansatz für die wirksame Positionierung im Rahmen von PR-Maßnahmen: Über die Internet-Präsenz kann die grundsätzlich Bereitschaft, erfolgsabhängige Honorare zu vereinbaren, signalisiert und mit Fakten (Umfang, Abhängigkeit von einem bestimmten Projekttypus etc.) belegt werden. Darüber hinaus bietet das Internet die Möglichkeit einer ausführlichen Beschäftigung mit dem Thema, bspw. in Form eines umfassenden Pressearchivs. Artikel, Kommentare und Interviews sind besonders geeignet, um im Rahmen der Diskussion über erfolgsabhängige Bezahlung Stellung zu beziehen. Dabei kann die eigene Meinung bspw. mit Hilfe von Studien belegt werden, die im Idealfall die gegnerischen Argumente entkräften. Imageanzeigen, vorrangig in der meinungsbildenden Wirtschaftspresse, dienen in erster Linie der Steigerung des Bekanntheitsgrades. Über die Gestaltung der Anzeige kann jedoch die Meinung des Unternehmens zum Thema erfolgsabhängige Bezahlung transportiert werden. Imageprospekte können diese Einstellung ausführlicher thematisieren. [...]

Kostenführerschaftsstrategie: Wie bereits festgestellt wurde, ist die Kostenführerschaft als wettbewerbsstrategische Positionierung für Beratungsgesellschaften wenig erstrebenswert. Ein Beratungsunternehmen, Kostenaufkommen pro das sich trotzdem für diese Strategieoption zu entscheidet, wird nicht daran interessiert sein, das „vergleichsweise geringste definierter Leistungseinheit“204 kommunikativ vermitteln. Denn wenn dem Kunden klar ist, daß die „Herstellkosten“ einer mit dem Wettbewerb vergleichbaren Beratungsleistung (Stichwort: Parität) unter denen der Konkurrenz liegen, wird er versuchen, den Preis des Anbieters zu drücken. Dies ist nicht im Sinne des Beratungsunternehmens, das mit einem identischen Leistungsangebot ebenso hohe Preise wie der Wettbewerb realisieren möchte. Fazit: Zur Erreichung der Kostenführerschaft sind in erster Linie Instrumente der internen PR geeignet, die positiven Einfluß auf die Motivation der Mitarbeiter und damit deren Produktivität haben. Maßnahmen der externen PR können das Beratungsunternehmen dabei unterstützen, eine im Vergleich zum Wettbewerb paritätische Differenzierung zu erreichen. Dabei spricht die Ausrichtung auf das Ziel höchster Effizienz jedoch für ein Minimum an kommunikationspolitischen Maßnahmen. Geeignet erscheinen hier bspw. das Internet und die Pressearbeit, die im Vergleich zu anderen PR-Maßnahmen wie Veranstaltungen, Events, Imagebroschüren und -anzeigen weniger aufwendig und kostenintensiv sind. Differenzierungsstrategie: Die Verfolgung einer Differenzierungsstrategie verlangt in besonderem Maße nach kostenintensiven Profilierungsmaßnahmen.205 Das PR-Instrumentarium bietet dafür verschiedene Maßnahmen, die je nach Differenzierungsschwerpunkt in ihrer Bedeutung variieren können. Aus Darstellungsgründen werden im folgenden beispielhaft zwei Differenzierungsschwerpunkte herausgegriffen: [...]

Arbeit zitieren:
Köhler, Nicoletta Juni 2003: Strategische Wettbewerbsvorteile durch Public Relations in Bezug auf die Consultingbranche, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmenskommunikation, Unternehmensberatung, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Kommunikation

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