Strategische Kooperationen im Profifußball
Am Beispiel der Partnerschaft des FC Bayern München mit der Deutschen Telekom AG
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andreas Wehlitz
- Abgabedatum: März 2003
- Umfang: 155 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,2
- Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8548-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8548-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8548-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wehlitz, Andreas März 2003: Strategische Kooperationen im Profifußball, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Marketing, Allianz, Sponsoring, Strategie, Sportmanagement
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Diplomarbeit von Andreas Wehlitz
Einleitung:
Nur wenige Wirtschaftsbereiche bleiben heute unberührt von Allianzen und Strategischen Kooperationen. Speziell in der Dienstleistungsindustrie sind sie stark ausgeprägt. Ein gutes Beispiel ist die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa, die schon seit Jahren mit anderen internationalen Fluglinien im Verbund der Star Alliance kooperiert. Auch in anderen Branchen ist es für viele Unternehmen unmöglich geworden, die gesamten Aktivitäten der Wertschöpfungskette allein abzudecken. Somit werden Strategische Kooperationen zu einem äußerst wichtigen Erfolgsfaktor der wirtschaftlichen Aktivität von Unternehmen.
Die Anzahl der über Landes- und Branchengrenzen hinaus geschlossenen Kooperationen wächst seit Jahren rapide an. Die Unternehmensberatung Accenture schätzt, „dass jedes amerikanische Unternehmen mit mindestens zwei Mrd. Dollar Jahresumsatz von 1996 bis 1999 durchschnittlich 138 Allianzen eingegangen ist.“ Während Fusionen und Akquisitionen im Rampenlicht der Öffentlichkeit stattfinden, werden die meisten Strategischen Kooperationen allerdings oft unbemerkt zum Abschluss gebracht. Doch gerade sie sind der Wachstumsmotor für viele internationale Unternehmen, die mit einem intensiveren globalen Wettbewerb und einem schnellen technologischen Wandel konfrontiert sind.
Während das Phänomen der Strategischen Kooperation nicht nur in der Praxis, sondern auch in der betriebswirtschaftlichen Literatur breite Beachtung findet, ist die Relevanz von Strategischen Kooperationen im Profifußball dagegen bislang kaum untersucht worden. Jedoch steigt auch in diesem Bereich die Zahl langfristiger Partnerschaften. Im Rahmen von Sponsoring-Verhandlungen wird von neuen Ausmaßen der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen (Sponsor) und Verein (Gesponserter) gesprochen, die einer „Strategischen Kooperation“ gleichkommen würden.
Als Konsequenz der wachsenden Kommerzialisierung und Internationalisierung des Profisports wandeln sich Fußballvereine zu professionell geführten Unternehmen. Allein die Vereine der Ersten Bundesliga setzten in der Saison 2000/2001 ca. eine Mrd. Euro um. Im Mittelpunkt ihrer Strategien steht die Etablierung des Vereins als internationale Spitzenmarke. Beispielsweise erreicht die Marke FC BAYERN MÜNCHEN einen Bekanntheitsgrad, der mit 96% höher ist als der vieler Markenartikelhersteller. Der wirtschaftliche Erfolg dient dabei als Basis für die sportliche Wettbewerbsfähigkeit. Der sportliche Erfolg wiederum steigert das Potential der Marken.
Aber nicht nur vereinsseitig ist die Fußballbundesliga ein lukrativer Milliardenmarkt. Auch Großunternehmen nutzen den Fußball, seit Jahrzehnten Deutschlands Medien-Sportart Nr.1, als attraktiven internationalen Werbeplatz in Form des Sponsorings. Als Kommunikationsinstrument im Sinne des Marketing-Mix dient die Werbung auf Brust und Bande den Unternehmen als Plattform zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades, zum Imagetransfer und zur Unterstützung der klassischen Werbung. Nicht erst seit der ‚Kirch-Krise’ und der einhergehenden drastischen Reduzierung der Einnahmen aus der TV-Vermarktung nimmt das Sponsoring einen sehr bedeutenden Posten in der Etatplanung von Bundesligavereinen und Unternehmen ein.
Vor diesem Hintergrund wird die Kooperation von Bundesligavereinen und Unternehmen immer enger und wichtiger. Schon jetzt existieren innovative Formen der Strategischen Zusammenarbeit im Profifußball, die weit über die Grenzen des klassischen Sponsorings hinausgehen. Dabei können die Beteiligten von Kooperationen in der Wirtschaft lernen. Sowohl in den Zielen und Motiven als auch in der Gestaltung sind Parallelen zu erkennen, die in dieser Arbeit näher untersucht werden sollen.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | III | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | VI | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | IX | |
| TABELLENVERZEICHNIS | IX | |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG | 1 |
| 1.2 | ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT | 3 |
| 2. | STRATEGISCHE KOOPERATIONEN IN DER WIRTSCHAFT | 5 |
| 2.1 | BEGRIFFSABGRENZUNGEN | 6 |
| 2.1.1 | Charakteristische Merkmale und Definition von Strategischen Kooperationen | 7 |
| 2.1.2 | Strategische Kooperationen zwischen Markt und Hierarchie | 9 |
| 2.1.3 | Abgrenzung zu Fusionen und Akquisitionen | 11 |
| 2.2 | KOOPERATIONSFORMEN UND -FELDER | 12 |
| 2.3 | MOTIVE UND ZIELE VON STRATEGISCHEN KOOPERATIONEN | 15 |
| 2.3.1 | Kosten- und Größenvorteile | 16 |
| 2.3.2 | Zeitvorteile | 16 |
| 2.3.3 | Risikosenkung | 17 |
| 2.3.4 | Marktzugang | 18 |
| 2.3.5 | Zugang zu Ressourcen | 19 |
| 2.4 | GESTALTUNG UND PROZESS STRATEGISCHER KOOPERATIONEN | 20 |
| 2.4.1 | Strategischer Entscheid | 21 |
| 2.4.2 | Konfiguration der Strategischen Allianz | 22 |
| 2.4.3 | Partnersuche und -wahl | 24 |
| 2.4.4 | Management Strategischer Allianzen | 27 |
| 2.5 | ERFOLGSFAKTOREN UND PROBLEMFELDER STRATEGISCHER KOOPERATIONEN | 29 |
| 2.6 | ZWISCHENBETRIEBLICHE KOOPERATIONEN IM MARKETING | 32 |
| 2.6.1 | Strategische Marketingkooperationen | 33 |
| 2.6.2 | Operative Marketingkooperationen | 36 |
| 2.6.3 | Affinity Partnering | 36 |
| 3. | SPORTSPONSORING | 39 |
| 3.1 | SPONSORING ALS INSTRUMENT DER MARKETING-KOMMUNIKATION | 39 |
| 3.2 | BEGRIFF UND ABGRENZUNG DES SPORTSPONSORING | 41 |
| 3.3 | DIE BETEILIGTEN IM SPORTSPONSORING | 42 |
| 3.4 | DAS MANAGEMENT DES SPORTSPONSORING | 46 |
| 3.4.1 | Ziele des Sportsponsoring | 47 |
| 3.4.2 | Identifizierung der Zielgruppen | 49 |
| 3.4.3 | Festlegung der Sportsponsoringstrategie | 50 |
| 3.4.4 | Operative Sportsponsoringplanung | 51 |
| 3.4.5 | Kontrolle der Sponsoringwirkungen | 53 |
| 3.5 | PERSPEKTIVEN DES SPORTSPONSORING | 54 |
| 3.5.1 | Chancen und Trends des Sportsponsoring | 55 |
| 3.5.2 | Grenzen und Risiken des Sportsponsoring | 59 |
| 4. | DIE FUßBALLBUNDESLIGA UND IHRE VEREINE | 62 |
| 4.1 | ÖKONOMISCHE ANALYSE DES PRODUKTES FUßBALL | 62 |
| 4.2 | ORGANISATION UND ENTWICKLUNG DER BUNDESLIGA | 63 |
| 4.3 | WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER BUNDESLIGA | 64 |
| 4.3.1 | Vom Verein zur Kapitalgesellschaft | 65 |
| 4.3.2 | Einnahmequellen und Umsatzstruktur der Bundesligavereine | 66 |
| 4.3.3 | Wichtige Kostenfaktoren der Bundesligavereine | 69 |
| 4.4 | IMAGE UND BEKANNTHEIT DER BUNDESLIGA UND IHRER VEREINE | 69 |
| 4.5 | WETTBEWERBSPOSITIONIERUNG DER BUNDESLIGAVEREINE | 71 |
| 4.6 | WACHSTUMSPOTENTIALE DER BUNDESLIGAVEREINE | 73 |
| 5. | DIE STRATEGISCHE KOOPERATION DES FC BAYERN MÜNCHEN MIT DER DEUTSCHEN TELEKOM AG | 75 |
| 5.1 | DARSTELLUNG DER UNTERSUCHUNGSMETHODE | 75 |
| 5.1.1 | Die Fallstudie als Instrument der empirischen Forschung | 76 |
| 5.1.2 | Das persönliche Interview als Erhebungsinstrument | 76 |
| 5.1.3 | Ziel der Fallstudienuntersuchung | 78 |
| 5.2 | DARSTELLUNG DER KOOPERATIONSPARTNER | 78 |
| 5.2.1 | Unternehmensdarstellung des FC Bayern München | 78 |
| 5.2.2 | Unternehmensdarstellung der Deutschen Telekom AG | 82 |
| 5.3 | INHALTLICHE DARSTELLUNG DER KOOPERATION | 84 |
| 5.3.1 | Die Planungsphase und Partnerwahl | 84 |
| 5.3.2 | Strategische Bedeutung der Partnerschaft | 86 |
| 5.3.3 | Zielsetzungen und Motive der Kooperationspartner | 87 |
| 5.3.4 | Vertragsinhalt und Umsetzung | 89 |
| 5.3.5 | Management und Organisation | 92 |
| 5.4 | ERSTE ERGEBNISSE DER KOOPERATION | 94 |
| 6. | DIE STRATEGISCHE KOOPERATION DES FC BAYERN MÜNCHEN MIT DER DEUTSCHEN TELEKOM AG UND STRATEGISCHE KOOPERATIONEN IN DER WIRTSCHAFT IM VERGLEICH | 96 |
| 6.1 | VERGLEICH DER MERKMALE UND FORM | 96 |
| 6.2 | VERGLEICH DER MOTIVE UND ZIELE | 98 |
| 6.3 | VERGLEICH DES GESTALTUNGSPROZESSES | 100 |
| 6.4 | ERGEBNIS DES VERGLEICHS | 105 |
| 7. | STRATEGISCHE KOOPERATIONEN IM PROFIFUßBALL | 106 |
| 7.1 | DER BEGRIFF DER STRATEGISCHEN KOOPERATION IM PROFIFUßBALL | 106 |
| 7.2 | BESONDERHEITEN STRATEGISCHER KOOPERATIONEN IM UMFELD DES PROFIFUßBALLS | 106 |
| 7.3 | GESTALTUNGSFORMEN VON STRATEGISCHEN KOOPERATIONEN IM PROFIFUßBALL | 108 |
| 7.3.1 | Content-Partnerschaft | 108 |
| 7.3.2 | Finanzielle Beteiligungen | 110 |
| 7.3.3 | Vergabe von Namensrechten und Stadionanteilen | 112 |
| 7.4 | OPTIMIERUNGSPOTENTIALE VON STRATEGISCHEN KOOPERATIONEN IM PROFIFUßBALL | 114 |
| 8. | SCHLUSSBETRACHTUNG | 119 |
| ANHANG | IX | |
| QUELLENVERZEICHNIS | LVIII | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | LXX |
„Der Fußballbundesliga-Verein von heute ist ein nach den Gesetzen der Marktwirtschaft arbeitendes Unternehmen, dessen Aufgaben weit über den sportlichen Bereich hinausgehen.“331 Die unveränderte Popularität des Fußballs und die Wandlung von traditionellen Fußballvereinen zu gewinnorientierten Wirtschaftsunternehmen haben in den vergangenen Jahren zu einer beeindruckenden Ausweitung der Umsatzaktivitäten der Bundesligavereine geführt. So setzten allein die 18 Profivereine der Bundesliga in der Saison 2000/2001 ca. eine Mrd. Euro um (1996/1997: ca. 0,5 Mrd. Euro).332 Im europäischen Vergleich lag die Bundesliga damit auf Rang vier hinter der englischen, italienischen und spanischen Liga und war neben der englischen ‚Premier League’ gleichzeitig die einzige europäische Liga, die in 2000/01 einen [...]
anderen Verein antritt. An 34 Spieltagen finden so insgesamt 306 Meisterschaftsspiele statt, die direkt im Stadion oder indirekt über die Medien von Millionen von Zuschauern verfolgt werden.327 Neben dem Titel des Deutschen Meisters kämpfen die Bundesligavereine um den Klassenerhalt und um die Teilnahmeberechtigung an lukrativen europäischen Vereinswettbewerben wie der Champions League oder dem UEFA Cup328, aus denen eine Vielzahl von Rechten und Erlösen resultieren. Im Jahr 2000 haben die 38 Profivereine auf die zunehmende Kommerzialisierung und wirtschaftliche Bedeutung der Bundesliga reagiert. Mit der Gründung des LIGAFußballverband e. V. (Ligaverband) bzw. der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) haben sie die beiden Profiligen aus dem DFB ausgegliedert, dem weiterhin die Organisation der Amateurklassen und Länderspiele obliegt, und sind seitdem als eigenständiges Organ selbst für die Durchführung des Spielbetriebes und die Vermarktung verantwortlich.329 Damit wurde der Weg für professionelle und effizientere Strukturen in der Bundesliga geebnet. Die Umwandlung von einem gemeinnützigen Verein zu einer Kapitalgesellschaft ermöglicht der DFL, die Bundesliga gewinnbringend als Marke zu verwerten und nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu managen.330 [...]
Ursprünglich eingeordnet in den Deutschen Fußball-Bund (DFB) besteht der professionelle Fußballsport in Deutschland seit 1963. Zunächst wurde die Bundesliga als oberste Spielklasse mit 18 Vereinen geboren und später kam mit der Zweiten Bundesliga und 20 Vereinen eine untergeordnete Klasse hinzu. Stand ehemals der Amateurgedanke im Vordergrund, ist seit Einführung der Bundesliga der Berufsfußball offiziell zugelassen.325 Die Teilnahmeberechtigung an den Bundesligen basiert neben dem Kriterium der sportlichen Leistungsfähigkeit durch Auf- bzw. Abstieg auch auf der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Vereins. Diese wird mit einem aufwendigen Lizensierungsverfahren jährlich abgeschätzt und überprüft. 326 Der Spielbetrieb der Bundesliga setzt sich aus einer jährlichen Meisterschaftsrunde zusammen, in der jedes Team jeweils im heimischen und im gegnerischen Stadion einmal gegen jeden [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832485481
Arbeit zitieren:
Wehlitz, Andreas März 2003: Strategische Kooperationen im Profifußball, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Marketing, Allianz, Sponsoring, Strategie, Sportmanagement



