Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Strategiewahl von Automobilzulieferern in Niedersachsen angesichts Strukturveränderungen in der Automobilzulieferindustrie

Ergebnisse einer empirischen Untersuchung an niedersächsichen Automobilzulieferern

Strategiewahl von Automobilzulieferern in Niedersachsen angesichts Strukturveränderungen in der Automobilzulieferindustrie
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kristina Kiel
  • Abgabedatum: September 2001
  • Umfang: 189 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5339-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5339-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5339-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kiel, Kristina September 2001: Strategiewahl von Automobilzulieferern in Niedersachsen angesichts Strukturveränderungen in der Automobilzulieferindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Zulieferpyramide, Automobilindustrie

Diplomarbeit von Kristina Kiel

Einleitung:

Seit Ende der 80er Jahre zeichnet sich die Marktsituation der Autohersteller durch deutliche Sättigungstendenzen, zunehmende Überkapazitäten in den westlichen Industrieländern und einen verstärkten Wettbewerbsdruck aus. Die Maßnahmen, mit denen die Autohersteller versuchen, diesen veränderten Marktbedingungen zu entsprechen, beziehen sich auf unterschiedliche Bereiche. So wird einerseits versucht, mit einer Ausweitung des Absatzgebietes an den Potentialen erfolgversprechender Märkte teilzuhaben, andererseits wird der stagnierenden Nachfrage im Inland durch ein immer individualisierteres Modellangebot begegnet. Die Notwendigkeit, neue Produktions- und Organisationsstrategien zu entwickeln, die es erlauben, die Wettbewerbsvorteile der kostensparenden Massenproduktion mit denen der kunden- und qualitätsorientierten Einzel- oder Kleinserienfertigung in Einklang zu bringen, haben zu weitreichenden Restrukturierungsmaßnahmen geführt.

Ein wichtiger Aspekt dieser Strategien der Autohersteller war und ist dabei die Einbeziehung der gesamten Wertschöpfungskette in die Restrukturierungsmaßnahmen. Die von den Autoherstellern verfolgten Konzepte beziehen indirekt oder direkt auch die Unternehmen, mit denen wirtschaftliche Austauschbeziehungen bestehen, mit ein und konfrontieren vor allem die zahlreichen den Autoherstellern vorgelagerten Zulieferer mit neuen Anforderungen hinsichtlich Verläßlichkeit, Flexibilität, Null-Fehler-Produktion, Qualitätsdokumentation sowie Übernahme neuer Leistungsumfänge.

Neben verstärkten Anforderungen bezüglich direkter Preisreduzierungen werden an die Zulieferer auch Forderungen hinsichtlich verstärkter Übernahme von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben, Just-in-time-Anlieferung, Ansiedlung in geographischer Nähe des Kunden und Implementierung von elektronischen Datenverarbeitungssystemen gestellt, die mit großen Herausforderungen für die Zulieferer verbunden sind und diese zu einem Überdenken der eigenen Prozesse und Handlungsmöglichkeiten zwingen.

Mit welchen Strategien können die Automobilzulieferer nun aber diesen Anforderungen begegnen und von welchen Kriterien hängt die Strategiewahl dabei ab? Mit dieser Fragestellung wird sich die vorliegende Arbeit mittels einer schriftlichen Befragung niedersächsischer Automobilzulieferer auseinandersetzen.

Die Strategieoptionen beziehen sich in dieser Arbeit sowohl auf Markt- und Produktstrategien als auch auf Kostenmanagement und mitarbeiterbezogene Aspekte. Die Marktstrategie beinhaltet die Erweiterung des Absatzgebietes, den Aufbau neuer Märkte und die Ausweitung des Kundenkreises. Die Produktstrategien beschränken sich in dieser Arbeit auf Aspekte des Qualitätsmanagements, der Forschung und Entwicklung, der Produktinnovation und -diversifizierung sowie der Preispolitik. Das Kostenmanagement bezieht sich auf Strategien zur Kostenoptimierung. Unter mitarbeiterbezogenen Aspekten werden in der vorliegenden Arbeit die Qualifizierung von Personal und Mitarbeitereinstellungen sowie -entlassungen verstanden. Weiter sollen sowohl Kooperationen mit anderen Zulieferern als auch unterschiedliche Auslandsaktivitäten als mögliche Strategieaspekte in dieser Arbeit verstanden werden. Diese lassen sich je nach Intention sowohl im Rahmen von Marktstrategien als auch im Bereich des Kostenmanagements einordnen.

Im Zuge einer Strategiewahl entscheidet sich ein Betrieb für eine bestimmte Gewichtung der vorgestellten Strategieoptionen, um mittel- oder langfristig den unternehmerischen Erfolg zu sichern. Sonstige mögliche Strategieoptionen, wie z.B. Akquisitionen von Unternehmen, Strategien zur Kapitalbeschaffung etc. werden in dieser Arbeit nicht berücksichtigt. Die Begriffe Strategieoption, Strategieperspektive und Handlungsoption werden im folgenden synonym verwendet.

In der Diskussion um die Strukturveränderungen der Automobil- und Automobilzulieferindustrie wird von einer Vielzahl von Autoren angenommen, daß sich aus den veränderten Beschaffungsformen der Autohersteller eine pyramidenförmige Struktur der vorgelagerten Automobilzulieferer ergibt, mit der sowohl Aussagen über die Organisation von Lieferbeziehungen als auch über unterschiedliche Anforderungen und Strategieoptionen verknüpft sind. Als entscheidendes Kriterium der Möglichkeiten einer sinnvollen Strategiewahl identifizieren die Autoren das Merkmal einer fest definierten Produktart und die mit ihr verknüpften Hintergrundbedingungen hinsichtlich der im Produktionsprozeß beschäftigten Mitarbeiter und der Kooperationsbeziehungen zu den Kunden.

So werden für die Zulieferer von Systemen und die Lieferanten von Teilen komplett andere Strategieoptionen aufgezeigt, die wiederum mit unterschiedlichen Auswirkungen für die beschäftigten Mitarbeiter verbunden sind.

Ein anderer Ansatz bezieht Strategieperspektiven nicht auf eine bestimmte stoffliche Produktart sondern allein auf die einem Produkt zugrundeliegenden Hintergrundbeziehungen. Dieser von Salais und Storper entwickelte Ansatz der vier Produktionswelten besagt, daß sich je danach, ob die einem Produkt zugrundeliegenden Beziehungen zu den Mitarbeitern auf Know-how und spezielle Kenntnisse der Beschäftigten oder auf austauschbare Ressourcen ausgerichtet sind, und je nachdem, ob die externen Beziehungen zu den Kunden auf Anonymität oder Kooperation und enge Zusammenarbeit ausgelegt sind, unterschiedliche Handlungsoptionen und –restriktionen für die jeweiligen Unternehmen finden lassen. Dieser Ansatz beschränkt sich somit nicht darauf, Handlungsoptionen an einer bestimmten Produktkategorie festzulegen, vielmehr sind nur die jeweiligen Ausprägungen der Hintergrundbeziehungen ausschlaggebend für eine sinnvolle Strategiewahl.

Mit Hilfe dieser beiden Ansätze sollen in der vorliegenden empirischen Arbeit die Unterschiede in den an die niedersächsischen Automobilzulieferer gestellten Anforderungen und die Möglichkeiten hinsichtlich der Strategiewahl untersucht werden.

Die niedersächsische Wirtschaft und ein Großteil der Beschäftigten ist besonders von Veränderungen in der Autobranche betroffen, da sich das Land stark auf die Automobilindustrie ausgerichtet hat: „Natürlich wird ein Land, das in Wolfsburg die größte Autofabrik Europas und in Hannover mit dem „Bulli“-Werk die größte Nutzfahrzeugfabrik des Kontinents hat, zum Autoland. Mit allem, was dazugehört: Batterien von Varta, Reifen von Conti, Schläuche, Keilriemen und Dichtungen von ContiTech, Radios von Blaupunkt, Bremsen von Teves und Wabco, Windschutzscheiben, Sitze, alle in Niedersachsen hergestellt“, so die Niedersächsische Staatskanzlei. Von den 50 führenden Firmen hinsichtlich ihrer Wertschöpfung stammen 34 aus dem Produzierenden Gewerbe.

Allein unter den 25 größten Unternehmen hinsichtlich ihrer Wertschöpfung sind mindestens acht Unternehmen dem Automobilzulieferbereich zuzuordnen. Die große Bedeutung des Automobilsektors für die Beschäftigung ist eindeutig: laut Staatskanzlei haben in Niedersachsen doppelt so viele Arbeitsplätze wie im Bundesdurchschnitt mit dem Auto zu tun. In der Region Südostniedersachsen, die das Industriedreieck Wolfsburg-Salzgitter-Peine und das Oberzentrum Braunschweig umfaßt, war 1993 sogar fast jeder vierte Beschäftigte im Fahrzeugbau tätig.

Die Strategiewahl der Automobilzulieferer ist aufgrund der großen Bedeutung dieses Industriesektors mit Konsequenzen für den Standort Niedersachsen und die Beschäftigungssituation verknüpft. Gelingt es einem Unternehmen nicht, sich mit der gewählten Strategie erfolgreich zu positionieren, kann dies zu einer prekären Geschäftslage oder möglichen Geschäftsaufgabe führen und mit negativen Folgen für die Beschäftigten verbunden sein. Entscheidet sich ein Unternehmen, die Produktion in Niedersachsen aufgrund der hohen Standortkosten aufzugeben und statt dessen nur noch im Ausland zu produzieren, ergeben sich ebenfalls negative Auswirkungen für die ehemals in diesem Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter. Dagegen könnte sich die Entscheidung eines Unternehmens, sich zunehmend als Anbieter hochwertiger Produkte zu etablieren, positiv auf die Beschäftigung auswirken, wobei auch die Übernahme neuer Arbeitsbereiche wie Forschung und Entwicklung zu Neueinstellungen vor allem hochqualifizierter Beschäftigter führen könnte Gang der Untersuchung:

Diese Forschungsarbeit gliedert sich in verschiedene Themenbereiche.

In Kapitel 2 der Arbeit werden zunächst die Veränderungen im Beschaffungsverhalten der Autohersteller aufgezeigt, die maßgeblichen Einfluß auf die Strukturveränderungen der Automobilzulieferindustrie hatten und haben, wobei auch damit verbundene Anforderungen an die Zulieferer erläutert werden. In diesem Kapitel werden außerdem die theoretischen Grundlagen zur Untersuchung der Strategieperspektiven vorgestellt. Dabei wird zunächst das Konzept der Zulieferpyramide erläutert, die sich einer Vielzahl von Autoren zufolge aus den Veränderungen im Beschaffungsverhalten herausbildet.

Weiter wird auf Implikationen dieses Konzeptes für die Strategieoptionen der Zulieferer eingegangen. Als weitere Theorie wird das Produktionsweltenkonzept von Salais und Storper vorgestellt, das ebenfalls Aussagen über Strategieoptionen macht, ohne sich auf eine bestimmte Produktkategorie festzulegen. Aus diesen theoretischen Annahmen werden Hypothesen abgeleitet, die empirisch geprüft werden sollen.

Im dritten Teil der Arbeit wird die Methodik der Untersuchung vorgestellt. Dabei wird auf die Erstellung des Fragebogens, den Vorgang der empirischen Datenerfassung sowie die Untersuchungsdurchführung eingegangen. Weiter werden die für die Auswertung der Untersuchung erforderlichen statistischen Verfahren erläutert.

Im vierten Teil werden die Befunde der Befragung vorgestellt.

Der fünfte Teil der Arbeit widmet sich den Ergebnissen der hypothesentestenden Untersuchung. Zunächst werden die aufgestellten Hypothesen zur Zulieferpyramide getestet. Anschließend werden die Annahmen bezüglich der veränderten Anforderungen an die Zulieferer und der unterschiedlichen Strategieoptionen geprüft.

Der sechste Teil der Arbeit widmet sich der Diskussion der Ergebnisse. Dies geschieht sowohl in Hinblick auf die theoretischen Annahmen als auch auf Implikationen für die Strategiemöglichkeiten niedersächsischer Automobilzulieferer.

In der Zusammenfassung wird die Arbeit resümiert.

Diese empirische Diplomarbeit entstand im Rahmen des am Soziologischen Forschungsinstitut in Göttingen (SOFI e.V.) durchgeführten Forschungsprojektes „Globalisierung der Produktion und industrielle Beziehungen. Eine Studie zu den Auswirkungen transnationaler Unternehmensaktivitäten auf Aushandlungs- und Regulierungssysteme in der Bundesrepublik“. Bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des SOFI, die mich bei der Durchführung der Studie unterstützt haben, möchte ich mich herzlich bedanken.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis IX
1. Einleitung 1
2. Strukturveränderungen in der Automobilzulieferindustrie 6
2.1 Neue Anforderungen an die Automobilhersteller 6
2.2 Beschaffungsverhalten der Automobilhersteller 8
2.2.1 Verringerung der Fertigungstiefe 8
2.2.2 Global Sourcing 12
2.2.3 Single Sourcing 15
2.2.4 Modular/System Sourcing 16
2.2.5 Produktionssynchrone Beschaffung 18
2.2.6 E-Commerce 20
2.3 Pyramidisierung der Wertschöpfungskette 23
2.3.1 Struktur der Lieferbeziehungen 23
2.3.2 Struktur der Hintergrundbeziehungen 25
2.3.3 Nutzen der Pyramidenthese für die Bestimmung von Handlungsoptionen 29
2.4 Die vier Produktionswelten nach Salais/Storper 32
2.4.1 Die industrielle Welt 34
2.4.2 Die Marktwelt 34
2.4.3 Die interpersonale Welt 35
2.4.4 Die Innovationswelt 37
2.4.5 Strategieoptionen in den Welten 37
2.5 Vergleich von Zulieferpyramide und Produktionsweltenkonzept 38
2.6 Zusammenfassung und Ableitung der Hypothesen 40
3. Methode 43
3.1 Bestimmung der Grundgesamtheit 43
3.1.1 Relevante Wirtschaftszweige 44
3.1.2 Anzahl der Zulieferer in Niedersachsen 46
3.2 Recherche der in Niedersachsen ansässigen Automobilzulieferer 47
3.3 Erhebungsart: Vollerhebung versus Teilerhebung 47
3.4 Das Befragungsinstrument: der Fragebogen 48
3.5 Pretest 49
3.6 Anschreiben 50
3.7 Durchführung der Untersuchung 51
3.8 Rücklauf 52
3.9 Verfahren der Datenauswertung 53
4. Auswertung der Befragung 56
4.1 Auswertung der Betriebsdaten 56
4.1.1 Gründung der Betriebe 56
4.1.2 Art des Betriebes hinsichtlich Unternehmenseinbindung 57
4.1.3 Branchenzugehörigkeit 57
4.1.4 Anteil des Kfz-Bereiches am Gesamtumsatz 58
4.1.5 Umsatz 58
4.2 Auswertung der Mitarbeiterdaten 58
4.2.1 Mitarbeiterzahl 58
4.2.2 Veränderung der Mitarbeiterzahl 59
4.2.3 Anteil an verschiedenen Mitarbeitergruppen 60
4.2.4 Zukünftiger Bedarf an verschiedenen Mitarbeitergruppen 61
4.3 Auswertung der Daten mit Kundenbezug 62
4.3.1 Anteile verschiedener Kundengruppen 62
4.3.2 Anteile verschiedener Absatzgebiete 63
4.3.3 Dauer der Kooperationsbeziehungen 64
4.4 Auswertung der Daten mit Produktbezug 64
4.4.1 Art des hergestellten Produktes 64
4.4.2 Abstimmung des Produktes auf den Kundenwunsch 65
4.4.3 Fertigung bezogen auf Anzahl der hergestellten Produkte 66
4.4.4 Entwicklung neuer Produkte 66
4.5 Wettbewerbsfaktoren 67
4.6 Auslandsaktivitäten 68
4.7 Auswertung der Anforderungen 69
4.8 Hauptproblemfelder der Zukunft 71
4.9 Auswertung der Strategieoptionen 72
4.10 Beurteilung von Internetplattformen 75
5. Ergebnisse 76
5.1 Untersuchung der Zulieferpyramide 76
5.1.1 Anzahl der Systemhersteller und Teilehersteller 76
5.1.2 Kundenanteile bezogen auf Produktart 77
5.1.3 Anteil qualifizierter Mitarbeiter bezogen auf Produktart 79
5.1.4 Kooperation mit Kunden bezogen auf Produktart 81
5.1.5 Fazit zur Untersuchung der Zulieferpyramide 84
5.2 Hintergrundbeziehungen als entscheidendes Kriterium der Strategiewahl 87
5.3 Untersuchung der Anforderungen und Strategieoptionen 88
5.3.1 Die Einteilung in vier Qualifikationsgruppen 89
5.3.2 Betriebliche Merkmale der vier Qualifikationsgruppen 90
5.3.3 Anforderungsprofil der vier Qualifikationsgruppen 99
5.3.3.1 Deutliche Unterschiede hinsichtlich des Anforderungsprofils 101
5.3.3.2 Geringe Unterschiede hinsichtlich des Anforderungsprofils 106
5.3.3.3 Fazit zur Untersuchung der Anforderungen 108
5.3.4 Strategieprofil der vier Qualifikationsgruppen 110
5.3.4.1 Deutliche Unterschiede hinsichtlich des Strategieprofils 110
5.3.4.2 Geringe Unterschiede hinsichtlich des Strategieprofils 115
5.3.4.3 Fazit zur Untersuchung der Strategieoptionen 120
6. Diskussion 122
7. Zusammenfassung 148
Literaturverzeichnis 151
Anhang 162

Automatisiert erstellter Textauszug:

Ergebnisse Es kann auch gezeigt werden, daß bei den Teilelieferanten, wie von der Pyramide angenommen, andere Zulieferer einen größeren Kundenanteil haben als bei den Systemlieferanten. Die Untersuchung der Daten zeigt dabei allerdings, daß auch ein sehr hoher Anteil an Teilelieferanten direkten Lieferkontakt zum OEM hat, was den Annahmen der Pyramide zufolge ein unerwartetes Ergebnis ist. Dagegen können die Annahmen der Pyramide, mittels der Produktart Aussagen über die Kooperationsbeziehungen zu den Kunden und das Qualifikationsniveau der Beschäftigten machen zu können, nicht mit den Daten gestützt werden. Die Annahme, daß Unterschiede hinsichtlich des Qualifikationsniveaus zwischen den Beschäftigten der Systemhersteller und denen der Teilehersteller bestehen, läßt sich nicht mit dem Datenmaterial verifizieren. Sowohl die untersuchten Systemhersteller als auch die Teilehersteller weisen ähnliche Strukturen hinsichtlich des Qualifikationsniveaus ihrer Mitarbeiter auf. Ein den Annahmen der Pyramide widersprechendes Ergebnis ist dabei, daß ein großer Anteil der Teilelieferanten die Produkte mit einem hohen Anteil qualifizierter Mitarbeiter fertigt. Ebenfalls den Thesen der Pyramide gegenläufig ist das Ergebnis, daß sich auch unter den Systemherstellern Betriebe finden lassen, die ein geringes Qualifikationsniveau der Mitarbeiter aufweisen. Die in der Pyramide implizierte These, Teile werden mit geringen [...]

Ergebnisse Hinsichtlich der Art der Entwicklung lassen sich keine großen Unterschiede zwischen den beiden Produktarten feststellen. Die Entwicklung neuer Produkte erfolgt bei 35,3% der Systemlieferanten und 28,6% der Teilehersteller ausschließlich gemeinsam mit den Kunden. 29,4% der Systemhersteller und 28,6% der Teilefertiger geben an, aufgrund der Anforderung des Kunden und auch gemeinsam mit ihm zu entwickeln. Keiner der Systemlieferanten oder Teilelieferanten entwickelt neue Produkte ausschließlich unabhängig vom Kunden. Die Ergebnisse bezüglich der Art der Entwicklung stimmen insofern mit den Annahmen der Pyramide überein, als daß Systemhersteller auch bei der Entwicklung neuer Produkte eine enge Kundenbeziehung unterhalten. Dagegen kann aufgrund der Untersuchung der Entwicklungsleistungen die These, daß Teilelieferanten nicht eng mit den Kunden zusammenarbeiten, nicht gestützt werden. Hinsichtlich der Untersuchung der Kooperationsbeziehungen können signifikante Unterschiede zwischen den Produktarten nur bei der Dauer der Kooperationsbeziehungen festgestellt werden. Dagegen bestehen keine signifikanten oder deutlichen Unterschiede hinsichtlich der Abstimmung auf den Kundenwunsch und der Entwicklung. Die Hypothese H4 muß somit verworfen und die Nullhypothese angenommen werden. [...]

Hinsichtlich der Abstimmung des Produktes auf den Kundenwunsch zeigen sich nur geringe Unterschiede zwischen den Teile- und den Systemherstellern. In beiden Gruppen stellt der größte Anteil der Betriebe die Produkte ausschließlich nach Kundenspezifikation her. Es findet sich kein Zulieferer, der ausschließlich ein Standardprogramm fertigt. Diese Ergebnisse widersprechen den Annahmen der Pyramide, daß Teilehersteller keine enge Kundenbeziehung haben. Ein Großteil der Teilehersteller stimmt seine Produkte mit den Kunden ab und fertigt nach dessen Spezifikation, was i.d.R. häufiger Absprachen und einer engeren Kundenanbindung bedarf. Dagegen wird die These, daß Systemhersteller enge Kundenbeziehungen haben, durch die Untersuchung der Abstimmung auf den Kundenwunsch gestützt. Abbildung 17: Entwicklung bezogen auf Produktart [...]

Arbeit zitieren:
Kiel, Kristina September 2001: Strategiewahl von Automobilzulieferern in Niedersachsen angesichts Strukturveränderungen in der Automobilzulieferindustrie, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Zulieferpyramide, Automobilindustrie

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren