Strategienutzung, Metagedächtnis, Intelligenz und Kurzzeitgedächtnis
Eine entwicklungspsychologische Studie bei Kindern im Übergang von der Vorschule zur Grundschule
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Kay-Uwe Kleine
- Abgabedatum: April 2003
- Umfang: 140 Seiten
- Dateigröße: 2,0 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7478-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7478-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7478-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kleine, Kay-Uwe April 2003: Strategienutzung, Metagedächtnis, Intelligenz und Kurzzeitgedächtnis, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gedächtnis, Kinder, Entwicklung, Sort Recall, Grundschule
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Diplomarbeit von Kay-Uwe Kleine
Zusammenfassung:
Mit der vorliegenden Arbeit wurde das Ziel verfolgt, mittels längsschnittlicher Studien zu prüfen, inwieweit sich das Wissen von Kindern über Strategien (Metagedächtnis) in freien Reproduktionsaufgaben (sort recall) und einer Versteckaufgabe im Übergangsstadium von der Vorschule zur Grundschule verbessert und Auswirkungen auf das Anwenden von Strategien hat. In diesem Zusammenhang interessierte außerdem die Dynamik der Entwicklung der einzelnen Variablen und der Beitrag der Kinder zu diesem Prozeß im Sinne von Rangstabilitäten.
Um gerade die im Übergang von der Vorschule bis zum Ende der ersten Klasse sich vollziehenden Entwicklungen der Kinder genauer zu erfassen, erfolgte die Festlegung von drei relativ eng gefaßten Meßzeitpunkten.
Zu diesem Zweck wurden in einem halbjährigen Abstand bei 102 Kindern - beginnend ab dem Alter von 6 Jahren - mit zwei Varianten der Sort-Recall-Aufgabe die Organisationsstrategien beim Lernen und Wiedergeben von zu lernenden kategorisierbaren Items ermittelt. Um auch vorstrategische Kompetenzen sichtbar zu machen, kam es zusätzlich im Rahmen der ersten beiden Meßzeitpunkte zum Einsatz einer Versteckaufgabe.
Zur Erfassung des unmittelbaren (proximalen) Metagedächtnisses wurden Fragen zu den direkt vorausgehend bearbeiteten strategischen Aufgaben gestellt. Das allgemeine und strategiespezifische deklarative Metagedächtnis wurde mittels eines Interviews erhoben.
Da die Intelligenz als eine das Metagedächtnis und die Strategieleistungen beeinflussende Komponente anzusehen ist, wurde sie zusätzlich zum zweiten Meßzeitpunkt mit dem HAWIK-Untertest „Wortschatz“ und zum dritten Meßzeitpunkt mit dem HAWIK-Untertest „Allgemeines Wissen“ erhoben.
Ebenso wurde der Einfluß des Kurzzeitgedächtnisses auf strategische Leistungen über alle drei Meßzeitpunkte mit dem HAWIK-Untertest „Zahlennachsprechen“ und einem Test zum „Kunstwörter-Nachsprechen“ ermittelt.
Die Ergebnisse der entwicklungsperspektivischen Betrachtungsweise, gewonnen durch Mittelwertvergleiche mit Varianzanalysen und t-Tests sowie dem Vergleichen von Leistungskategorien, ließen für die Leistungen des proximalen Metagedächtnisses und der Strategien steigende Werte erkennen. Allerdings konnten nicht in jedem Fall Signifikanzen erzielt werden. Durch den Aufgabenwechsel bei der Ermittlung des distalen Metagedächtnisses zum dritten Meßzeitpunkt wurde nur ein Vergleich zwischen den ersten beiden Meßzeitpunkten möglich. Die Leistung war ansteigend.
Die korrelative Prüfung der Gruppenstabilitäten von Strategieleistungen und Metagedächtnis - mit Ausnahme des distalen Metagedächtnisses zum dritten Meßzeitpunkt - ergab steigende Werte.
Für die Betrachtung von Zusammenhängen ließen sich unterschiedliche Ergebnisse ermitteln. Der Zusammenhang zwischen proximalem Metagedächtnis und Strategieleistungen ist mit einer Ausnahme über die Zeit steigend und das auf mittlerem bis sogar hohem Niveau.
Die Korrelation zwischen distalem Metagedächtnis und Strategieleistung ist, bezogen auf die ersten beiden Meßzeitpunkte, mit einer Ausnahme steigend. Zum dritten Meßzeitpunkt erfolgte generell ein Abfall dieses Zusammenhangs.
Für den in einer Nebenfragestellung zu prüfenden Zusammenhang zwischen den Strategie- und Gedächtnisleistungen der Sort-Recall-Aufgabe ließen sich steigende Korrelationen verzeichnen, wobei die Korrelation mit beteiligter Clusterleistung an Bedeutung gewann und mit beteiligter Sortierleistung sank.
Einen weiteren in Fortführung der Zusammenhangsbetrachtungen zu erörternden Schwerpunkt dieser Studie bildete die Erklärung von Unterschieden beim Gebrauch von Strategien durch das distale Metagedächtnis.
Dazu wurden Regressionsanalysen durchgeführt.
Im Ergebnis ist die Erklärungskraft des distalen Metagedächtnisses generell im hier betrachteten Altersbereich der Kinder als gering anzusehen, aber dennoch tendenziell zunehmend.
Eine zusätzliche Erklärungskraft zum Metagedächtnis durch die Intelligenz und das Kurzzeitgedächtnis konnte mit Ausnahme der Intelligenz mit dem Prüfverfahren einer hierarchisch schrittweisen Regressionsanalyse nicht nachgewiesen werden.
Die Ergebnisse zur Aufklärung von Gedächtnis-Leistungsunterschieden bei Kindern in den Sort-Recall-Aufgaben durch die Strategien des Sortierens und Clusterns mittels Regressionsanalysen zeigen eine steigende Bedeutung des Clusterns und eine sinkende Bedeutung des Sortierens.
Trotz des geringen aber doch steigenden Einflusses des Metagedächtnisses auf den Gebrauch von Strategien wurde mittels einer Varianzanalyse der Nachweis erbracht, daß gute und schlechte Metagedächtnisleistungen bei Kindern gute und schlechte strategische Leistungen signifikant zu Folge haben. Ebenfalls spielte der Faktor Zeit eine signifikante Rolle.
Durch einen korrelativen Ansatz zum dritten Meßzeitpunkt wurde in der Studie verdeutlicht, daß Kinder mit gutem Kurzzeitgedächtnis besser Strategien anwenden.
Abschließend wird das Resümee gezogen, daß sich das Wissen über die Nützlichkeit von Strategien und der Strategiegebrauch mit dem Eintritt in die Grundschule verbessert und zunehmende Zusammenhänge, jedoch noch auf niedrigem Niveau, deutlich sind. Intelligenz spielt in seiner Wirkung auf Metagedächtnis und Strategieleistung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Beitrag des Kurzzeitgedächtnisses kommt, wenn auch verzögert, zum Tragen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | I | |
| Zusammenfassung | VIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Stand der Forschung | 4 |
| 2.1 | Metagedächtnis | 4 |
| 2.1.1 | Definition | 4 |
| 2.1.2 | Konzeptualisierungen | 5 |
| 2.1.3 | Entwicklung des deklarativen Metagedächtnisses | 7 |
| 2.2 | Strategien | 9 |
| 2.2.1 | Definition | 9 |
| 2.2.2 | Entwicklung und konzeptuelle Ansätze von Strategien | 10 |
| 2.3 | Intelligenz | 14 |
| 2.3.1 | Definition | 14 |
| 2.3.2 | Entwicklung der Intelligenz | 15 |
| 2.4 | Kurzzeitgedächtnis | 16 |
| 2.4.1 | Definition | 16 |
| 2.4.2 | Konzepte | 16 |
| 2.4.3 | Entwicklung des Kurzzeitgedächtnisses | 18 |
| 2.5 | Zusammenhangsbetrachtungen der fokussierten Variablen | 19 |
| 2.5.1 | Metagedächtnis und Strategien | 19 |
| 2.5.1.1 | Bisherige Untersuchungen und Studien | 19 |
| 2.5.1.2 | Definitionen bezüglich der eigenen Untersuchung. | 22 |
| 2.5.1.3 | Herleitung des Zusammenhangs für die eigenen Untersuchung. | 23 |
| 2.5.2 | Intelligenz und Strategien | 24 |
| 2.5.2.1 | Bisherige Untersuchungen und Studien | 24 |
| 2.5.2.2 | Definition der Intelligenz für die eigene Untersuchung | 26 |
| 2.5.2.3 | Herleitung bezüglich der eigenen Untersuchung | 26 |
| 2.5.3 | Kurzzeitgedächtnis und Strategien | 27 |
| 2.5.3.1 | Bisherige Untersuchungen | 27 |
| 2.5.3.2 | Definition des Kurzeitgedächtnisses für die eigene Untersuchung | 29 |
| 2.5.3.3 | Herleitung bezüglich der eigenen Untersuchung | 30 |
| 2.5.4 | Strategiegebrauch und Gedächtnisleistung | 30 |
| 3. | Hypothesen | 32 |
| 3.1 | Allgemeine Entwicklung von Metagedächtnis und Strategiegebrauch aus längsschnittlicher Perspektive | 32 |
| 3.1.1 | Entwicklung von Metagedächtnis und Strategiegebrauch | 32 |
| 3.1.1.1 | Metagedächtnis. | 33 |
| 3.1.1.2 | Strategiegebrauch | 33 |
| 3.1.2 | Prüfung von Gruppen-Stabilitäten - Aussagen über Rangveränderungen bei Kindern | 33 |
| 3.2 | Zusammenhang zwischen Metagedächtnis und Strategiegebrauch | 34 |
| 3.3 | Erklärung von Unterschieden bei Leistungsmaßen | 35 |
| 3.3.1 | Unterschiedlicher Beitrag von Metagedächtnis, Intelligenz und Kurzzeitgedächtnis zur Erklärung von Unterschieden bei der Strategienutzung | 35 |
| 3.3.2 | Beitrag der Strategienutzung zur Erklärung von Unterschieden bei der Gedächtnisleistung | 36 |
| 3.4 | Unterscheidung von Strategen und Nicht-Strategen | 36 |
| 3.5 | Einfluß von Kurzzeitgedächtnis auf Strategien | 37 |
| 4. | Methoden | 38 |
| 4.1 | Stichprobe | 38 |
| 4.2 | Versuchsplan | 39 |
| 4.3 | Untersuchungsinstrumente und zu messende abhängige Variablen. | 40 |
| 4.3.1 | Versteckaufgabe | 40 |
| 4.3.2 | Semantische Organisationsaufgabe | 41 |
| 4.3.3 | Distales Metagedächtnis | 44 |
| 4.3.4 | Zahlenspanne | 46 |
| 4.3.5 | Nachsprechen von Kunstwörtern (Geheimwörter) | 46 |
| 4.3.6 | Wortschatztest und Allgemeines Wissen | 47 |
| 4.3.7. | Validität und Reliabilität der Verfahren | 47 |
| 4.4. | Versuchsdurchführung | 48 |
| 4.4.1 | Allgemeiner Ablauf | 48 |
| 4.4.2. | Aufgabendurchführung | 51 |
| 4.4.2.1 | Versteckaufgabe | 51 |
| 4.4.2.2 | Sort-Recall-Aufgabe | 51 |
| 4.4.2.3 | Distales Metagedächtnis | 52 |
| 4.4.2.4 | Zahlen nachsprechen | 53 |
| 4.4.2.5 | Nachsprechen von Kunstwörtern (Geheimwörter) | 53 |
| 4.4.2.6 | Wortschatztest und Allgemeines Wissen | 53 |
| 4.5 | Verwendete statistische Verfahren | 54 |
| 4.5.1 | Prüfung der allgemeinen Entwicklung von Metagedächtnis und Strategiegebrauch im längsschnittlichen Sinne - Prüfung von Unterschieden | 54 |
| 4.5.1.1 | Metagedächtnis | 54 |
| 4.5.1.2 | Strategiegebrauch | 55 |
| 4.5.2 | Prüfung von Zusammenhängen im Sinne von Gruppenstabilitäten bzw. Rangveränderungen innerhalb der Gruppe. | 55 |
| 4.5.3 | Zusammenhangsprüfung zwischen Metagedächtnis und Strategiegebrauch | 57 |
| 4.5.4 | Erklärung von Unterschieden bei der Strategienutzung | 58 |
| 4.5.5 | Erklärung von Unterschieden bei der Gedächtnisleistung | 59 |
| 4.5.6 | Unterscheidung von guten und schlechten Strategieleistungen | 59 |
| 4.5.7 | Einfluß von Kurzzeitgedächtnis (KZG) auf Strategien | 60 |
| 5. | Ergebnisse | 61 |
| 5.1 | Allgemeiner Entwicklungsverlauf | 61 |
| 5.1.1 | Längsschnittliche Veränderungsbetrachtung | 61 |
| 5.1.1.1 | Metagedächtnis | 61 |
| 5.1.1.1.1 | Proximales Metagedächtnis | 61 |
| 5.1.1.1.2 | Distales Metagedächtnis | 65 |
| 5.1.1.2 | Strategiegebrauch | 66 |
| 5.1.1.2.1 | Sort-Recall-Aufgaben | 66 |
| 5.1.1.2.2 | Versteckaufgaben | 71 |
| 5.1.1.3 | Zusammenfassung | 72 |
| 5.1.2 | Gruppenstabilitäten - Betrachtung von Rangveränderungen | 73 |
| 5.1.2.1 | Proximales Metagedächtnis | 74 |
| 5.1.2.2 | Distales Metagedächtnis | 76 |
| 5.1.2.3 | Strategiegebrauch | 77 |
| 5.1.2.4 | Zusammenfassung | 79 |
| 5.2 | Zusammenhangsbetrachtungen | 80 |
| 5.2.1 | Proximales Metagedächtnis und Strategiegebrauch | 80 |
| 5.2.2 | Distales Metagedächtnis und Strategien | 83 |
| 5.2.3 | Zusammenfassung | 87 |
| 5.2.4 | Strategie und Gedächtnisleistung (Wiedergabeleistung, Recall) | 88 |
| 5.3 | Erklärung von Unterschieden in Leistungskomponenten | 91 |
| 5.3.1 | Strategieleistung | 91 |
| 5.3.1.1 | Beitrag des distalen Metagedächtnisses | 91 |
| 5.3.1.2 | Zusätzlicher Erklärungsbeitrag von Intelligenz und Kurzzeitgedächtnis | 94 |
| 5.3.2 | Gedächtnisleistung (Wiedergabeleistung, Recall) | 99 |
| 5.4 | Explizite Trennbarkeit in Strategen und Nicht-Strategen | 104 |
| 5.5 | Kurzzeitgedächtnis und Strategien - Fokussierte Darstellung | 109 |
| 6. | Diskussion | 111 |
| 6.1. | Allgemeine Entwicklungsbetrachtungen | 111 |
| 6.1.1 | Betrachtung aus längsschnittlicher Entwicklungsperspektive | 111 |
| 6.1.1.1 | Metagedächtnis | 111 |
| 6.1.1.1.1 | Proximales Metagedächtnis | 111 |
| 6.1.1.1.2 | Distales Metagedächtnis | 112 |
| 6.1.1.2 | Strategiegebrauch | 113 |
| 6.1.2 | Betrachtung von Gruppenstabilitäten | 114 |
| 6.1.2.1 | Proximales Metagedächtnis | 114 |
| 6.1.2.2 | Strategien | 115 |
| 6.2 | Zusammenhangsbetrachtungen | 116 |
| 6.2.1 | Proximales Metagedächtnis und Strategien | 116 |
| 6.2.2 | Distales Metagedächtnis und Strategien | 116 |
| 6.2.3 | Strategie und Gedächtnisleistung | 117 |
| 6.3. | Erklärung von Leistungsunterschieden bei Strategieleistungen | 117 |
| 6.4. | Erklärung von Leistungsunterschieden bei der Gedächtnisleistung | 119 |
| 6.5. | Trennbarkeit in Strategen und Nicht-Strategen | 120 |
| 6.6 | Kurzzeitgedächtnis und Strategien | 120 |
| Literaturverzeichnis | 122 | |
| Anhang | ||
| Anhang A: Untersuchungsinstrumente | ||
| Anhang B: Ergebnistabellen |
Speicherfähigkeit ist das Nachsprechen von Kunstwörtern (nonword repetition), die sich an eine Arbeit von Hasselhorn und Körner (1997) anlehnt. Es handelt sich dabei um Anforderungen an das Speichern von unbekannten Klangsequenzen, z.B. „hassel“, „gerlaffen“, „pluchtenwassel“, „grappenfegalitsch“. Zum ersten Meßzeitpunkt wurden je acht zwei-, drei-, vier- und fünfsilbige Wörter verwendet. Innerhalb dieser acht Wörter waren vier wortähnlich und vier wortunähnlich. Zum zweiten Meßzeitpunkt gab es nur noch wortunähnliche Worte. Ab dem dritten Meßzeitpunkt kamen acht drei-, vier- und fünfsilbige Wörter zum Einsatz. Die gesamten Wörter waren unähnlich und innerhalb der acht Wörter einer Silbenklasse wurden vier verzerrt und vier unverzerrt dargeboten. Die Bewertung für jedes richtig genannte Wort erfolgte mit einem Punkt. [...]
Zum ersten und zweiten Meßzeitpunkt wurde mittels eines Interviews das allgemeine deklarative (verbalisierbare) Gedächtniswissen erfaßt. Dieses Interview wurde in Anlehnung an die klassische exploratorische Interview-Studie von Kreutzer, Leonard und Flavell (1975) und die adaptierte deutsche Form von Schneider (1986) konstruiert. Retest-Reliabilitäten, so z.B. von Kurtz, Reid, Borkowski und Cavanaugh von 1982, zeigten für die Gesamtstudie von Flavell et al. einen Wert von rtt = .67, wobei für einzelnen Skalen niedrigere Werte zu verzeichnen waren (Schlagmüller, Vise & Schneider, 2001). Dieses Interview enthielt Fragen zu Möglichkeiten, verlorene Objekte wiederzufinden (retrieval cues) bzw. Objekte nicht zu vergessen, zur Bedeutung zugestandener Lernzeit auf die Ergebnisse (study time), zum Effekt des Alters auf die Gedächtnisleistung, zum Einfluß der Anzahl von zu lernenden Objekten, zur Bedeutung von irrelevanten Merkmalen - wie der Haarfarbe - auf die Gedächtnisleistung und eine Aufgabe zum semantischen Organisieren. Die Fragen bezogen sich auf Personen-, Strategie- und Aufgabenmerkmale. Für manche Aufgaben wurde unterstützend Bildmaterial gezeigt, in Anlehnung bei Kreutzer et al. (1975) und der Weiterentwicklung bei Wellman (1977). Sieben Fragen des Interviews verlangten eine Entscheidung zwischen drei Optionen, z.B.: „Findest du besser was Susi oder Hans macht oder ist beides gleich gut?“. Eine richtige Entscheidungsfindung wurde mit einem Punkt belohnt. Neben diesem [...]
Die Erfassung der Sortier- und Clusterstrategie erfolgte mit dem Kategorisierungsindex Ratio of Repetition (RR) von Bousfield. Formel: RR = r / (n-1) Für die Sortierstrategie bedeutet: r = Anzahl der kategorialen Wiederholungen beim Sortieren (wie oft ein Begriff einer bestimmten Kategorie auf einen der der selben Kategorie folgt = Bindungen) n = Anzahl aller Objekte Für die Clusterleistung bedeutet: r = Anzahl der kategorialen Wiederholungen beim Abrufen (wie oft ein Begriff einer bestimmten Kategorie auf einen der selben Kategorie folgt = Bindungen) n = Anzahl der reproduzierten Begriffe Das RR kann einen Wert zwischen 0 und 1 annehmen. Ein hoher Wert stellt einen hohen Grad von kategorialer Organisiertheit dar. In dem dargestellten Fall bedeutet dies, daß es 20 Objekte und maximal 15 Bindungen (fünf Kategorien mit je max. drei Bindungen) gab. Damit war für fünf Kategorien ein maximales RR von 0,79 erreichbar. Ein Wert von 1 konnte nur erreicht werden, wenn es nur eine verfügbare Kategorie gebe, in die alle Objekte zugeordnet werden. Es wurde deshalb auf den RR-Index zurückgegriffen, weil er bei Reproduktionsleistungen von sehr geringem Umfang, wie sie für jüngere Kinder typisch sind, als ein exaktes Maß gilt (Frender & Doubilet, 1974, zitiert nach Schleider, 1993). Der RR ist unabhängig von der Reproduktionsleistung. Maßgeblich und von Bedeutung ist, ob der Wert des RR zufällig zustande kommt, oder ob es sich um ein überzufälliges Kategorisieren handelt. Ein Maß für das zufällige Kategorisieren wird durch folgende Formel ermittelt: RRZufall= (e-1)/[(e*k)-1] e = Anzahl der zur Kategorie gehörenden Begriffe k = Anzahl der Kategorien (Hasselhorn, 1996) [...]
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Arbeit zitieren:
Kleine, Kay-Uwe April 2003: Strategienutzung, Metagedächtnis, Intelligenz und Kurzzeitgedächtnis, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gedächtnis, Kinder, Entwicklung, Sort Recall, Grundschule



