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Strategien und Unternehmensimage beim CO2-Emissionhandel

Strategien und Unternehmensimage beim CO2-Emissionhandel
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Arne Hildebrandt
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 292 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8740-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8740-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8740-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hildebrandt, Arne Februar 2005: Strategien und Unternehmensimage beim CO2-Emissionhandel, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensimage, Unternehmensreputation, Emissionshandel, Emissionsrechtehandel, CO2-Emissionshandel

Diplomarbeit von Arne Hildebrandt

Einleitung:

Durch jüngste Umweltkatastrophen, sei es durch die Jahrhundertfluten an Oder und Elbe, verheerende Waldbrände in Europa oder schwerste Tornadoverwüstungen in der Karibik, scheint die Öffentlichkeit zunehmend sensibilisiert auf das Thema der globalen Erderwärmung und der damit einhergehenden Klimaveränderung zu blicken.

Diese Entwicklung der zunehmenden Sensibilisierung wurde sicherlich grundlegend durch stärkere multilaterale Verhandlungen über einen Schutz der Umwelt und einem Beschluss zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen mit Beginn der neunziger Jahre geprägt.

In den Brennpunkt des öffentlichen Interesses ist mit der russischen Ratifizierung des Kyoto-Protokolls dessen Inkrafttreten im Februar 2005 gerückt. Die Umsetzung zur Reduktion der Treibhausgase gibt seit der Verwirklichung des EU-weiten Emissionshandels mit Beginn des Jahres 2005 erstmals der CO2-Emission einen wirtschaftlichen Wert.

Ziel der EU-Richtlinie ist es, den Ausstoß von CO2 unter das Niveau des Jahres 1990 zu senken. Um dies umzusetzen, wurde den verschiedenen Ländern der Union eine Reduktionsverpflichtung auferlegt, die diese innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu erfüllen haben. Innerhalb Deutschlands wird durch einen sog. Allokationsplan ein Großteil der Emissionsminderungen von Unternehmen bestimmter Industrien zu erbringen sein. Eine Strategie für die Erreichung der Emissionsverpflichtung des Unternehmens durch bestimmte, im Kyoto-Protokoll näher erläuterte und durch Richtlinien innerhalb der EU umzusetzende Mechanismen zustande zu bringen und so die Minderungsziele möglichst optimal zu erreichen, erscheint daher für die betroffenen Anlagenbetreiber eine Aufgabe von hoher Priorität zu sein.

Hierbei spielen mehrere Aspekte eine Rolle, die von Unternehmen abgewogen werden müssen, um diesen Anforderungen aus Sicht der verschiedensten Stakeholder des Unternehmens Genüge zu leisten.

Problemstellung:

Die Einführung des EU-weiten Emissionshandels und die CO2-Reduktionsverpflichtung stellen die betroffenen Unternehmen vor große Herausforderungen. Es gilt, verschiedenste Möglichkeiten zur Erreichung des Reduktionsziels abzuwägen. So kann ein Unternehmen beispielsweise sowohl intern Emissionen senken, als auch Emissionsrechte kaufen und verkaufen.

Die vorliegende Diplomarbeit „Strategien und Unternehmensimage beim CO2-Emissionshandel“ zeigt Theorieansätze auf, inwiefern verschiedene Ansätze beim Emissionshandel gewählt werden können und inwieweit diese das Unternehmensimage beeinflussen können.

Es wird sowohl ergründet, ob diese theoretischen Konzeptionen schon Eingang in die praktischen Überlegungen der betroffenen Unternehmen gefunden haben, als auch, welche Maßnahmen zur Kommunikation der getroffenen Strategien durchgeführt wurden und werden sollten.

Diese Diplomarbeit soll Interessierten das komplexe System und die Wirkungsweise des Emissionshandels näher bringen und diesen einen Leitfaden für die evtl. Steigerung des Unternehmensimages durch den gezielten Einsatz von internen und externen Mechanismen zur Zielerreichung bieten.

Gang der Untersuchung:

Um die oben beschriebene Zielsetzung zu erreichen, wird in dieser Diplomarbeit die Theorie des Emissionshandels und des Unternehmensimages mit der unternehmerischen Praxis gekoppelt. Die Arbeit ist hierbei in sechs Abschnitte gegliedert.

In der Einleitung wird dem Leser, ausgehend von der Problemstellung der Diplomarbeit, ein erster Einblick in die Relevanz und Aktualität des Emissionshandels aufgezeigt.

In Gliederungspunkt 2 wird auf die Relevanz der CO2-Emissionsreduktion eingegangen und die Entwicklung der Klimaschutzabkommen von der ersten Vereinbarung in Rio de Janeiro bis hin zu verbindlichen Kyoto-Zielen und einem daraus resultierenden EU-weiten Emissionshandel dargestellt.

Abschnitt 3 der Arbeit bietet weitere konzeptionelle Grundlagen und bringt dem Leser näher, inwieweit Maßnahmen des Klimaschutzes Auswirkungen auf das Image und die Reputation der Unternehmen haben können. Dieser Abschnitt spannt damit den Bogen zwischen Emissionshandel und Unternehmensreputation.

Kapitel 4 geht näher auf die diversen Strategien beim Emissionshandel ein und formuliert hypothetische Annahmen, wie sich diese Strategien auf das Unternehmensimage auswirken könnten.

Diese getroffenen Hypothesen werden schließlich anhand von Interviews mit betroffenen Unternehmen in Kapitel 5 validiert bzw. falsifiziert. Zusätzlich wurde eine empirische Umfrage durchgeführt, um anhand der daraus gewonnenen Daten weitergehende Schlüsse zu erlangen.

Im letzten Kapitel dieser Arbeit werden die getroffenen Findungen nochmals herausgearbeitet und darauf aufbauende Implikationen für das Unternehmen hergeleitet.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis VII
Abkürzungsverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation 1
1.2 Ziel der Arbeit 1
1.3 Gang der Untersuchung und Methodik 2
2. Der Klimawandel und der Schutz der Umwelt 4
2.1 Klimatheoretische Grundlagen: Der Treibhauseffekt 5
2.2 Klimaschutz im Wandel der Zeit - Von der Rio-Konferenz zum Kyoto-Protokoll 7
2.3 Grundlagen des Kyoto-Protokolls 8
2.3.1 Die flexiblen Instrumente des Kyoto-Protokolls 9
2.3.1.1 Allgemeine Flexibilisierungselemente 9
2.3.1.2 Das Instrument des Emissionsrechtehandels 11
2.3.1.3 Der Clean Development Mechanismus 13
2.3.1.4 Das Instrument des Joint Implementation 17
2.4 Die Umsetzung des Kyoto-Protokolls innerhalb der EU und Deutschlands 19
2.4.1 Die Einführung eines EU-weiten Emissionshandelssystems 20
2.4.2 Die nationale Umsetzung des EU-Emissionshandels 22
3. Das Unternehmen und sein Image 27
3.1 Begriffsdefinitionen 27
3.2 Die Faktoren des Unternehmensimages 29
3.3 Die Kommunikation als Baustein zur Imagesteigerung 30
3.4 Die vom Emissionshandel betroffenen Unternehmen und ihr Image 32
3.5 Die Relevanz der Umweltorientierung und die Implementierung des Emissionshandels 34
4. Strategien beim Emissionshandel und deren mögliche Auswirkungen auf das Unternehmensimage 37
4.1 Der Prozess der Strategiefindung 37
4.2 Unternehmensinterne Möglichkeiten bei der Umsetzung der EU-Richtlinie 39
4.2.1 Effizienzsteigerungen und Innovationen 39
4.2.2 Substitution von Energieträgern 40
4.2.3 Produktionsdrosselung und Zukauf von Fremdprodukten 42
4.3 Unternehmensexterne Möglichkeiten bei der Umsetzung der EU-Richtlinie 43
4.3.1 Der EU-Emissionsrechtehandel 44
4.3.2 Der Clean Development Mechanismus 45
4.3.3 Joint Implementation 48
4.3.4 Der Klimaschutzfonds als Alternative zur Direktinvestition 49
5. Strategie und Unternehmensimage beim Emissionshandel und dessen unternehmerische Praxis 51
5.1 Fundamentale Überlegungen 51
5.2 Die praktischen Auswirkungen des Emissionshandels auf betroffene Unternehmen 52
5.2.1 Allgemeine Erkenntnisse 52
5.2.2 Der nationale Allokationsplan aus Unternehmenssicht 52
5.2.3 Unternehmerische Konsequenzen aus dem nationalen Allokationsplan 53
5.2.4 Strategien bei der Erfüllung der Emissionsreduktionsverpflichtungen 54
5.2.4.1 Allgemeine Strategiefindung und die Wichtigkeit verschiedenster Faktoren 54
5.2.4.2 Interne Maßnahmen zur Erfüllung der Reduktionsverpflichtung 55
5.2.4.3 Externe Maßnahmen zur Erfüllung der Reduktionsverpflichtung 56
5.2.5 Der Emissionshandel unter Imagegesichtspunkten 60
5.2.5.1 Die Determinanten des Unternehmensimages und die Relevanz des Emissionshandels 60
5.2.5.2 Kommunikationswege des Umweltengagements 61
5.2.5.3 Nichtregierungsorganisationen und deren Bewertung der Emissions-handelsstrategien 62
5.3 Empirische Analyse der gesammelten Erkenntnisse 63
5.3.1 Überlegungen und Durchführungsweise der empirischen Befragung 63
5.3.2 Rücklaufquote und Kategorisierung der Unternehmen 64
5.3.3 Aspekte der Strategiefindung und die Wichtigkeit des Unternehmensimages aus empirischer Sicht 64
6. Zusammenfassung und Ausblick 66
A. Anhang 68
Literaturverzeichnis 267
Gesetzesverzeichnis 277

Automatisiert erstellter Textauszug:

weltkatastrophen, welche den Verbraucher zu einem ökologischen Umdenken animiert. Wenn ich mir allerdings die Diskussionen in der Welt und in Europa anschaue, ist derzeit nicht davon auszugehen, dass ein rapider Denkwandel eintreten wird. 31. Wie sehen Sie das Image Ihres Unternehmens in Hinsicht auf diese Gesichtspunkte, ist das Image verbesserungswürdig, inwiefern? Es gibt sicherlich ein Kommunikationsproblem, indem nicht überall publiziert wird, dass wir z.B. der größte Wasserkrafterzeuger Deutschlands sind. Dies muss allerdings im Rahmen einer Gesamtstrategie betrachtet werden, der Umweltgesichtspunkt ist ja nur einer der Gesichtspunkte, mit dem eine Unternehmung nach außen hin auftritt. Da eine Ersatzinvestition von Kernkraft hin in andere Energieträger jedoch auch mit einer Erhöhung der CO2-Emissionen und damit in „schmutzigere“ Energien einhergeht, besteht die Frage, ob nach dem sukzessiven Ausstieg aus der Kernenergie dieses Image eines umweltfreundlichen Unternehmens besser publiziert werden kann. 32. Welchen Stellenwert hat/hatte das Unternehmensimage bei der Wahl der internen/externen Möglichkeiten zur Umsetzung der EU-Richtlinie? Im Zweifelsfall werden bisher die einzelnen Möglichkeiten nicht nach Außen kommuniziert. Wir versuchen, wie jeder andere auch, den Kraftwerkspark optimal, d.h. nach den Marktbedingungen zu fahren, In der strategischen Planung wird entschieden, welche Teile des Kraftwerksparks stärker und welche weniger stark ausgelastet werden. Dies ist nicht etwas, was man in Hinsicht auf das Unternehmensimage herausbringen könnte. Bei der Entscheidung nach der Auslastung der einzelnen Kraftwerke muss man fairerweise sagen, dass CO2-Emissionen nur ein Kostenbestandteil sind. Die Brennstoffkosten sind nicht unerheblich und geben daher eher den Ausschlag als eine CO2-Bepreisung. Vielen Dank für Ihre Zeit! [...]

E.ON ist dabei, die Umweltgesichtspunkte mehr in den Vordergrund zu schieben. Bisher wurde kommuniziert, dass wir ein neues, verlässliches und fokussiertes Unternehmen sind, welches als kompetenter Marktteilnehmer Energie möglichst effizient zur Verfügung stellt. Die Pläne zur Investition in neue Kraftwerke ab 2010, wo alte Anlagen sukzessive vom Netz gehen, lassen sicher auch eine stärkere Berücksichtigung von Umweltgesichtspunkten zu. Insgesamt besteht meines Erachtens in der Branche in dieser Hinsicht Nachholbedarf. Bei einer Konkretisierung der Investitionsplanungen werden sich sicherlich auch Umweltgesichtspunkte im Unternehmensleitbild stärker berücksichtigt finden. 29. Wie wird das evtl. Umweltengagement publiziert? Derzeit ist eine berichtsmäßige Aufarbeitung des Umweltengagements in Planung, allerdings wird aktuell das Umweltengagement nur auf der Webseite publiziert. E.ON hat bisher davon abgesehen, Hochglanzbroschüren mit vielen bunten Bildern, jedoch wenig Inhalt zu publizieren, so wie dies teilweise von anderen Unternehmen praktiziert wird. 30. Sehen Sie einen Unterschied in der Auftrittsweise B2B oder B2C in Bezug auf das Umweltimage? Von einigen Ausnahmen abgesehen, kann gesagt werden, dass im Industriebereich nur das Preis-/Leistungsverhältnis unserer Produkte zählt. Im Bereich B2C, ich würde eher sagen Business to politics, spielt der Umweltschutz eine größere Rolle. Wir haben ja unter der Aktion „Mix-It-Baby“ spezielle grüne Produkte angeboten. Die Aufnahmefähigkeit des Endverbrauchers für grüne Produkte ist jedoch noch relativ gering, da Energie eher ein commodityProdukt ist, ein Produkt, mit dem man nicht im Bekanntenkreis punkten kann. Das 3-Liter-Auto dokumentiert nach außen hin ein gewisses Umweltengagement, grüner Strom bietet diese Möglichkeit der Profilierung leider nicht. Da die Politik dafür sorgt, dass durch Steuern und Abgaben der Strompreis an sich steigt, wüsste ich auch nicht, warum ein Verbraucher in Zukunft daran großes Interesse haben könnte, teureren Ökostrom zu beziehen. Man kann sich natürlich Ereignisse vorstellen, bspw. neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder Um- [...]

Unternehmens nachhaltig negativ beeinflusst werden. Anteilseigner mit zusätzlichen Kriterien wie verstärktes Umweltbewusstsein sind noch in der Minderheit Politik ist getrieben durch die öffentliche Diskussion an der Erreichung eines Reduktionsziels interessiert, sieht aber vereinzelt auch die Zusammenhänge der Bemühungen zur Erreichung der Reduktionsziels mit dem Ziel der Beschäftigungssicherung und -generierung, daher ist die Zielerreichung weniger wichtig. NGO Umweltverbände sind über ihr Selbstverständnis nur an der Erreichung der Ziels interessiert, Verbraucherverbände in geringerem Maße, da sie auch die Verbindung des Ziels zu möglichen Kosten für die Endverbraucher berücksichtigen. Konkurrenten Alle Unternehmen fühlen sich aus einer Vielzahl von Motiven veranlasst, Reduktionsmaßnahmen einzuleiten und lassen sich auch von der Aktivitäten der Konkurrenten leiten, um mögliche komparative Vorteile in der Imagewirkung zu nutzen. Stakeholder (r) Regionale Stakeholder sind i. d. R. an dem Erhalt wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze und günstiger Energiebezugskosten in der Region interessiert. Alles weitere hat zwar auch Imagewirkung, dürfte in der Wertigkeit aber nachrangig sein. 27. Bitte skizzieren Sie das Image, was Ihr Unternehmen ggü. der Öffentlichkeit und speziell ggü. seiner Kunden verkörpert Das Image, welches wir gegenüber dem Kunden haben, sollte besser vom Kunden erfragt werden. E.ON versucht natürlich ein Premiumimage aufzubauen und sich als guten und verlässlichen Partner darzustellen um sich von anderen in der Branche abzusetzen. Jedoch können wir fairerweise nicht sagen, dass wir das Image eines besonders grünen Stromversorgers haben, da wir zwar der größte Wasserkraftversorger sind, andererseits jedoch auch der größte Atomkraftbetreiber in Deutschland. Daher wird eher die Marke E.ON positioniert, nicht das Produkt. 28. Erläutern Sie bitte, inwieweit Sie bei der Kommunikation Ihres Unternehmensimages auf Umweltgesichtspunkte eingehen. [...]

Arbeit zitieren:
Hildebrandt, Arne Februar 2005: Strategien und Unternehmensimage beim CO2-Emissionhandel, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensimage, Unternehmensreputation, Emissionshandel, Emissionsrechtehandel, CO2-Emissionshandel

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