Strategien für Stadtwerke im Portfoliomanagement
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benjamin Menge
- Abgabedatum: März 2010
- Umfang: 81 Seiten
- Dateigröße: 778,5 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: FOM - Fachhochschule für Oekonomie und Management Essen Deutschland
- Bibliografie: ca. 43
- ISBN (eBook): 978-3-8428-0728-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Menge, Benjamin März 2010: Strategien für Stadtwerke im Portfoliomanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Energiewirtschaft, Portfolio, Stadtwerke, Diversifikation, Gas
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Diplomarbeit von Benjamin Menge
Einleitung:
Die EU hat sich zum Ziel gesetzt die deutsche Energiewirtschaft für alle Marktteilnehmer zu öffnen. Mit dem Erlass der ersten Binnenmarktrichtlinie wurde der Grundstein zur Öffnung des deutschen Marktes gesetzt. Dadurch entstanden für alle Marktteilnehmer und insbesondere für Stadtwerke neue Herausforderungen und Aufgaben. Ebenso sind neue Marktteilnehmer vorhanden, die die Transparenz des Marktes senken.
Durch die größere Anzahl an Anbietern sind zusätzlich neue Produkte im Markt aufgetaucht, die zu verstehen und für den Vorteil eines Stadtwerks einzusetzen sind. Stadtwerke haben aufgrund großer Verbrauchsmengen im Gegensatz zu Haushalts-, Gewerbe- oder Industriekunden ihr gesamtes Kapital in dem Energiebedarf gebunden. Für sie wächst die Anforderung an die gesamte Belegschaft und besonders im Einkauf bzw. der Beschaffung. In dieser Abteilung steckt das größte Potenzial für die Unternehmensmarge, sodass gerade hier neue Strategien und Modelle zur Beschaffung entwickelt werden müssen, um dem Marktpreis standhalten zu können.
Bezogen auf die Problemstellung wird auf die neuen Herausforderungen für Stadtwerke in dem liberalisiertem Gasmarkt mit spezieller Hinsicht auf Beschaffungsstrategien eingegangen. Den Stadtwerken soll vor dem Hintergrund neuer Anforderungen eine Anleitung zur Bewältigung der Beschaffung unter Berücksichtigung der Risiken dargestellt werden.
Ziel der Arbeit soll es sein, dem Stadtwerk einen Einblick in die unterschiedlichen Beschaffungsstrategien zu geben. Dabei wird praxisnah für jede Strategie ein Fahrplan erstellt der anhand ihrer Chancen und Risiken erörtert wird. Aus dieser Grundlage kann ein Stadtwerk für sich die Entscheidung für eines der Optionen sachgerecht treffen und mit dieser Anleitung umsetzen.
Im ersten Teil der Arbeit wird der das Problem sowie die Herausforderung für Stadtwerke erörtert und die Ziele der Arbeit festgesetzt.
Im zweiten Teil wird die Struktur vor der Liberalisierung des Marktes erklärt. Nachdem ein Einblick in die historische Entwicklung und Struktur gewährt wird folgt eine Überleitung auf die Liberalisierung. Zunächst wird auf das europäische Recht eingegangen, das durch eine Ableitung das deutsche Energierecht erklärt. Anschließend wird die neue Marktstruktur erläutert, welche durch die Liberalisierung aufgrund des europäischen und deutschen Rechts entstanden ist. Entscheidend ist das Verständnis des neuen Marktes, um alle neuen Anforderungen erfüllen zu können.
Im dritten Punkt wird auf den eigentlichen Gashandel eingegangen. Zunächst folgt eine Erklärung der Risiken sowie der Handelsmöglichkeiten, in denen die Orte zum Kauf und Verkauf von Gasprodukten durchgeführt werden kann. Danach werden die Produkte selbst erklärt, wobei der Focus auf die Differenzierung der Unterschiede gesetzt wird. Abschließend wird kurz auf die gängigen Derivate eingegangen, die im Energiehandel eingesetzt werden.
Im vierten Punkt wird das Portfoliomanagement erklärt, welches aus der Finanzwelt aufgesetzt wurde. Ebenfalls erfolgt eine Überleitung auf die Grundlagen für das Portfoliomanagement im Energiehandel sowie eine Ableitung von der Portfoliotheorie.
Der fünfte Punkt und Hauptteil zeigt in Eigenleistung die Anwendung der Produkte im Sinne der möglichen Beschaffungsstrategien von der Vollversorgung bis hin zum echten Portfoliomanagement im Hinblick auf die Portfolio-Selection-Theorie.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Abkürzungsverzeichnis | IV |
| II. | Tabellenverzeichnis | VI |
| III. | Abbildungsverzeichnis | VII |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Ziel der Arbeit | 2 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Der Gasmarkt in Deutschland | 3 |
| 2.1 | Liberalisierung | 3 |
| 2.1.1 | Der Gasmarkt vor der Liberalisierung | 3 |
| 2.1.1.1 | Entwicklung | 3 |
| 2.1.1.2 | Struktur | 4 |
| 2.1.2 | Europäisches Energierecht | 5 |
| 2.1.3 | Deutsches Energierecht | 8 |
| 2.2 | Marktstruktur und Netzzugang | 10 |
| 2.2.1 | Marktgebiete in Deutschland | 10 |
| 2.2.2 | Virtueller Handelspunkt | 11 |
| 2.2.3 | Verträge | 12 |
| 2.2.3.1 | Transportverträge imEntry-/Exitmodell | 12 |
| 2.2.3.2 | Bilanzkreisvertrag | 13 |
| 3. | Gashandel | 15 |
| 3.1 | Risiken im Energiehandel | 15 |
| 3.2 | Handelsmöglichkeiten | 16 |
| 3.2.1 | Physischer vs. finanzieller Handel | 16 |
| 3.2.2 | Organisierter Handel an der EEX | 16 |
| 3.2.2.1 | Zulassungsvoraussetzung | 17 |
| 3.2.2.2 | Funktionsweise | 18 |
| 3.2.2.3 | Preisbildung | 19 |
| 3.2.3 | Bilaterale Verträge über den OTC-Handel | 19 |
| 3.2.3.1 | Funktionsweise | 20 |
| 3.2.3.2 | Preisbildung | 21 |
| 3.3 | Produkte | 21 |
| 3.3.1 | Terminprodukte | 21 |
| 3.3.2 | Spothandel | 22 |
| 3.3.3 | Swingverträge | 23 |
| 3.3.4 | Speicher | 25 |
| 3.3.4.1 | Basisdaten | 25 |
| 3.3.4.2 | Speichernutzung | 26 |
| 3.3.4.3 | Speichertypen | 26 |
| 3.3.4.4 | Speicherprodukte und Tarifkosten | 28 |
| 3.3.5 | LNG | 30 |
| 3.3.6 | Energiederivate | 32 |
| 3.3.6.1 | Optionen | 32 |
| 3.3.6.2 | Swaps | 33 |
| 4. | Grundlagen für das Portfoliomanagement im Energiehandel | 34 |
| 4.1 | Portfolio und Portfoliomanagement | 34 |
| 4.1.1 | Portfolio-Selection-Theorie von Markowitz | 35 |
| 4.1.1.1 | Grundaussagen der Portfoliotheorie | 35 |
| 4.1.1.2 | Ansatz | 36 |
| 4.1.2 | Standardabweichung und Varianz | 37 |
| 4.2 | Differenzierung zum finanzwirtschaftlichen Portfoliomanagement | 38 |
| 4.3 | Lastgang und Prognosen | 39 |
| 5. | Optionen im Gasportfoliomanagement | 40 |
| 5.1 | Vollversorgung | 41 |
| 5.1.1 | Charakteristik | 41 |
| 5.1.2 | Chancen und Risiken | 43 |
| 5.1.3 | Anwendungsbeispiel | 44 |
| 5.1.4 | Kritische Würdigung | 45 |
| 5.2 | Residualverträge mit Optionsmengen | 46 |
| 5.2.1 | Charakteristik | 46 |
| 5.2.2 | Chancen und Risiken | 48 |
| 5.2.3 | Anwendungsbeispiel | 49 |
| 5.2.4 | Kritische Würdigung | 50 |
| 5.3 | Tranchenbeschaffung | 51 |
| 5.3.1 | Charakteristik | 51 |
| 5.3.2 | Chancen und Risiken | 53 |
| 5.3.3 | Anwendungsbeispiel | 54 |
| 5.3.4 | Kritische Würdigung | 55 |
| 5.4 | Portfoliomanagement | 56 |
| 5.4.1 | Charakteristik | 56 |
| 5.4.2 | Strukturierung | 57 |
| 5.4.2.1 | Standardprodukte | 57 |
| 5.4.2.2 | Flexible Produkte | 57 |
| 5.4.2.3 | Speichereinsatz | 58 |
| 5.4.2.4 | Offene Positionen | 59 |
| 5.4.3 | Portfoliooptimierung / Performancemessung | 59 |
| 5.4.4 | Vor- und Nachteile | 60 |
| 5.4.5 | Anwendungsbeispiel | 61 |
| 5.4.6 | Kritische Würdigung | 64 |
| Resümee | 64 | |
| Literaturverzeichnis | 67 |
Textprobe:
Kapitel 3.3.5, LNG:
‘LNG’ kurz Liquefied Natural Gas ist Erdgas, dass sich ab einer Temperatur von 161,5 °C verflüssigt. Der Handel mit dem flüssigen Brennstoff existiert seit den Sechzigern und betrug in 2005 rund 200 Milliarden Kubikmeter jährlich. Geplant wird der Ausbau mit dem Produkt LNG auf 500 Milliarden Kubikmeter bis zum Jahr 2015. Auch Wirtschaftszeitungen wie die ‘World Energy Outlook’ sind von einem exponentiellen Wachstum überzeugt, da es viele Länder gibt die wie Japan,die nicht mit einer Pipeline zu erreichen sind.
Ein besonderer Vorteil bei der Veränderungen des physikalischen Zustandes von Erdgas, ist die Verringerung des Volumens um etwa 1/600. Durch diesen Vorgang kann man nicht nur platzsparend speichern, sondern es ermöglicht auch den Transport an die für Pipelines unmöglichsten Orte. Ein großer Nachteil dieses Ablaufs ist neben den Kosten auch der aufwendige Umwandlungsprozesses, der in sieben Stufen durchgeführt wird:
Feldnahe Gasaufbereitung und Transport zur Küste.
Aufbereitung des Erdgases an der Küste zur Anpassung der Gasbeschaffenheit an die Erfordernisse der Verflüssigung.
Verflüssigung des Erdgases.
Speicherung des verflüssigten Erdgases am Exportterminal und Beladung der Tanker.
Transport des Erdgases mit LNG Tankern.
Entladen der Tanker und Speicherung des verflüssigten Erdgases am Importterminal.
Wiedervergasung (Verdampfung).
Auch wenn die Kosten außerordentlich hoch sind, rentiert sich dieses Verfahren ab einer Transportentfernung von 3.000 Kilometern. Ab dieser Strecke werden moderne LNG-Tanker eingesetzt, die mit einer Ladekapazität von 135.000 Kubikmetern, mit einer Länge von 270 – 300 Metern und einer Geschwindigkeit von 20 Seemeilen den Transport übernehmen. Unterwegs zu ihrem Ziel verdampfen ca. 0,1 bis 0,2 Prozent LNG, die nicht wirtschaftlich auf den Seewegen mit dem heutigen technischen Fortschritt wieder verflüssigt werden können. Aber um das Gas nicht unnütz verdampfen zu lassen, setzen die Tanker es als Brennstoff ein.
Durch die hervorragende geografische Lage nimmt Katar eine der wichtigsten Exportfunktion ein. Durch kurze Transportwege gelingt es dem Lieferanten viele Länder der Welt mit dem flüssigen Rohstoff zu beliefern. Das Exportvolumen beläuft sich auf rund 36 Milliarden Kubikmeter, wodurch es an die Spitze der LNG-Exporteure rückt. Leider gehört Deutschland nicht zu einem der Kunden eines LNG-Lieferanten, was der Tatsache geschuldet ist, dass in Deutschland kein Terminal zur Rückgasifizierung vorhanden ist. Obwohl E.ON schon mehrere Millionen Euro in den Bau bzw. Genehmigungen gesteckt hat, liegt das Bauland in Wilhelmshaven brach. Schon im Jahr 1976 begann E.ON mit der Planung einer solchen Dockstation. Als E.ON zusammen mit Russland die westsibirischen Gasfelder endeckte, konnte auch durch die Pipeline günstiges Gas nach Deutschland gelangen, wodurch weitere Anstrengung in Richtung LNG nicht unternommen wurden.
3.3.6, Energiederivate:
Neben den üblichen Produkten zur physischen Gaslieferung besteht ein Portfolio aus Ansammlung von Vermögensgegenständen. Diese Gegenstände sind Derivate mit denen man unter anderem Risiken absichern kann. Dabei kann man zwischen Optionen und Swap-Derivaten unterscheiden.
3.3.6.1, Optionen:
Bei einer Option handelt es sich um ein bedingtes Termingeschäft. Bei diesen Kontrakten hat der Käufer ein Wahlrecht von dem Verkäufer, zur Erfüllung einer Leistung, erworben. Trotzdem ist er nicht gezwungen sein erworbenes Recht tatsächlich auszuüben.
Unterschieden werden die Optionen in zwei Kategorien, die sich nach dem Zeitpunkt zur Ausübung einteilen lassen. Mit dem Kauf einer amerikanischen Option kann der Halter (Käufer) des Kontraktes jederzeit bis zum Ablauf des Vertrages sein Recht ausüben. Wohingegen er bei der europäischen Option sich am Ausübungstag oder Verfallstag des Geschäftes entscheiden muss.
Außerdem werden Optionsgeschäfte in Kauf (Call) und Verkauf (Put) Geschäfte eingeteilt. Eine Call Option räumt dem Erwerber das Recht ein, einen Future oder Forward zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Damit sichert sich der Portfoliomanager oder Händler gegen steigende Gaspreise ab. Ebenfalls kann er dieses Instrument nutzen, um einen abgegebenen Angebotspreis gegenüber einem unsicheren Kunden zu sichern.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842807280
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Energiewirtschaft, Portfolio, Stadtwerke, Diversifikation, Gas



