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Straße als Lebensort - Familien- und Heimflucht von Mädchen in Deutschland

Straße als Lebensort - Familien- und Heimflucht von Mädchen in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Britta Hallek
  • Abgabedatum: Februar 1998
  • Umfang: 146 Seiten
  • Dateigröße: 7,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0792-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0792-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0792-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hallek, Britta Februar 1998: Straße als Lebensort - Familien- und Heimflucht von Mädchen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Straßenkinder, AusreißerInnen, Mädchen

Diplomarbeit von Britta Hallek

Zusammenfassung:

Britta Hallek greift in ihrer Diplomarbeit, "Straße als Lebensort - Familien- und Heimflucht von Mädchen in Deutschland", die aktuelle Debatte um "Straßenkinder" auf. Im Mittelpunkt ihrer Analyse stehen folgende Fragen: Warum wählen Kinder - und hierbei insbesondere die Mädchen - die Straße als Lebensort? Gibt es keine Alternativen und warum lehnen die Kinder die Angebote der Jugendhilfe ab? Wie ist das Leben auf der Straße, welche Bewältigungsstrategien entwickeln sie und welche Zukunftsperspektiven haben sie?

Ausgehend von einer intensiven Literaturrecherche und der Mitarbeit in dem Verein ‘Phoenix aus der Asche’ zeigt die Verfasserin nach einer Einführung in die Thematik, einer zahlenmäßigen und definitorischen Abgrenzung, die Strukturen weiblicher Sozialisation auf. Dies erfolgt durch Bezüge auf eine geschichtliche Betrachtung der Kindheit, die Entstehung des Weiblichkeitsideals, die geschlechtsspezifische Sozialisation in der modernen Gesellschaft und den Wandel der Frauenrolle.

In einem weiteren Schritt werden die traditionellen Erklärungsmodelle, das medizinisch-psychiatrische Konzept, das psychologisch-pädagogische Konzept, das sozialisationstheoretische Konzept, das sozialstrukturelle Konzept und das Konzept des Labeling Approach als Begründungen für das ‘Weglaufen’ vorgestellt und in bezug auf die Themenstellung diskutiert. Eine Verbindung zwischen dem sozialisationstheoretischen, dem sozialstrukturellen und dem Etikettierungsansatz stellt der darauf folgende multi-dimensionale Erklärungsversuch für die Familien- und Heimflucht dar. Dieser Ansatz verbindet gesellschaftliche, sozialstrukturelle und familiäre Belastungsfaktoren, sowie unterschiedliche familiäre Zusammensetzungen, Kommunikationsmuster und Gewalterfahrungen, die die Entstehung der Familien- und Heimflucht von Mädchen bedingen können. Nur dieses Konzept trägt den komplexen Ursachen des Phänomens "Straßenkinder" Rechnung, die sowohl in gesellschaftlichen Veränderungen sowie in Belastungen durch Ausbildungs- und Arbeitsplatzlosigkeit, in Verbindung mit Armut, sozialen Benachteiligungen und fehlendem Wohnraum als auch in eingeschränkten Partizipationsmöglichkeiten am gesellschaftlichen Luxus, liegen können.

Eine genaue und differenzierte Betrachtung der Straße als Lebensort, das subkulturelle Milieu, die Merkmale, Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren im Hinblick auf Überlebensstrategien, Gesundheit, Netzwerke, Ordnungsinstanzen und Zukunftsperspektiven bildet den letzten Teil der Arbeit von Britta Hallek.

Die Arbeit von Britta Hallek zeichnet sich besonders durch die konsistente Beschreibung und differenzierte Analyse des Phänomens ‘AussteigerInnen’ und ‘TrebegängerInnen’ sowie die konzeptionelle Weiterentwicklung von Jugendhilfekonzepten - nicht unter dem gängigen Aspekt der sozialen Integration im Hinblick auf eine Normalbiographie (Schulabschluß, Berufsausbildung, geordnete Wohnsituation, Ehemann), sondern in einem lebensweltorientierenden und akzeptierenden Angebot, im Sinne von Empowerment, an die Kinder - aus. Den Mädchen sollen eigene Gestaltungs-, Mitbestimmungs- und Partizipationsmöglichkeiten gegeben werden, besonders im Hinblick auf Emanzipations- und Mündigkeitsvorstellungen. Die Verfasserin verknüpft ihre konzeptionellen Überlegungen mit bildlichen als auch empirisch rekonstruktiven Darstellungen, die die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität in der bisherigen Arbeit - vor allem in der Jugendhilfe - nur zu deutlich hervortreten läßt. Frau Hallek zeigt Innovationsmöglichkeiten und Perspektiven in der Jugendarbeit mit "Straßenkindern" auf.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungen 3
Vorwort 4
1. Einführung 7
1.1 Zahlenmaterial 9
1.2 Erste Eingrenzung der Gruppe der ‘Straßenkinder’ 11
2. Strukturen weiblicher Sozialisation 15
2.1 Geschichtliche Betrachtung der Kindheit und der Entstehung des Weiblichkeitsideals 15
2.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation in der modernen Gesellschaft 18
2.2.1 Weibliche Sozialisation 19
2.3 Wandel der Frauenrolle 23
3. Traditionelle Erklärungsmodelle 27
3.1 Medizinisch-psychiatrisches Konzept 27
3.2 Psychologisch-pädagogisches Konzept 28
3.3 Sozialisationstheoretisches Konzept 29
3.4 Sozialstrukturelles Konzept 31
3.5 Konzept des labeling approach 33
3.6 Kritische Zusammenfassung 34
4. Multi-dimensionaler Erklärungsversuch 38
4.1 Gesellschaftliche Belastungsfaktoren 39
4.2 Bedeutung der Pubertät 42
4.3 Flucht aus der Familie 47
4.3.1 Sozialstrukturelle Belastungsfaktoren 47
4.3.2 Innerfamiliäre Strukturen 52
4.3.2.1 Familiäre Konstellation 52
4.3.2.2 Familiäre Kommunikationsmuster 62
4.3.2.3 Gewalt 67
4.4 Flucht aus dem Heim 71
4.5 Subjektive Deutungen der Mädchen 77
4.6 Zusammenfassende Stellungnahme 82
5. Straße als Lebensort 87
5.1 Die Straßenszene 91
5.2 Das Straßenleben und die Freiheit 98
5.3 Wohnen 100
5.4 Überlebensstrategien 109
5.4.1 Geld und Kriminalität 109
5.4.2 Prostitution 112
5.4.3 Drogen 115
5.4.4 Gewalt 119
5.5 Gesundheit 121
5.6 Das Straßenleben und die Hunde 124
5.7 Polizei 125
5.8 Schule und Ausbildung 126
6. Schlußbetrachtung 128
Literaturverzeichnis 135

Arbeit zitieren:
Hallek, Britta Februar 1998: Straße als Lebensort - Familien- und Heimflucht von Mädchen in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Straßenkinder, AusreißerInnen, Mädchen

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