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Steuerungs- und Optimierungsansätze des Kreditportfolios

Steuerungs- und Optimierungsansätze des Kreditportfolios
Über dieses Buch
  • Art: Seminararbeit
  • Autor: Ronny Weigler
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 37 Seiten
  • Dateigröße: 946,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4925-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4925-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4925-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weigler, Ronny Dezember 2001: Steuerungs- und Optimierungsansätze des Kreditportfolios, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Risikomanagement, Kreditportfolio, Optimierung, Kreditrisiko, Risiko

Seminararbeit von Ronny Weigler

Einleitung:

Seit Jahrhunderten nehmen Kreditinstitute eine herausragende Stellung in unserer Gesellschaft ein. Dies ist auf die verschiedenen Funktionen und Aufgabenbereiche zurückzuführen, welche Kreditinstitute im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit wahrnehmen. Neben der Abwicklung von Zahlungsvorgängen finanzieren Kreditinstitute Investitionsgüter, wie auch Konsumgüter, verwalten das Vermögen Ihrer Kunden, vermitteln Finanzdienstleistungen und Beratungsdienste.

Den Banken kommt darüber hinaus eine außerordentlich große Bedeutung innerhalb der Volkswirtschaft zu. Die Gewährleistung der notwendigen Größen-, Fristen- und Risikotransformation auf den Kapitalmärkten räumt dem Bankensektor eine Schlüsselrolle in jeder Volkswirtschaft ein.

Das Kreditgeschäft stellt hierbei die bedeutendste Säule der Bankgeschäfte dar. Zurecht wird die Ansicht vertreten, wonach das reibungslose Funktionieren der Kreditwirtschaft von Allgemeininteresse zu sein scheint. Tatsächlich ist das Bankwesen, wie kaum eine andere Branche, mit dem sozialen, wirtschaftlichen, und wie die Vergangenheit gezeigt hat, auch mit dem politischen Umfeld eng vernetzt.

Die Kreditwirtschaft befindet sich seit Jahren in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Dieser wird begleitet von hohem Wettbewerbsdruck, sinkenden Margen im klassischen Kreditgeschäft sowie einer stetig anwachsenden Risikovorsorge.

Studien zeigen, dass in der Vergangenheit durchschnittlich 45 % der Teilbetriebsergebnisse durch die negativen Bewertungsergebnisse aufgebraucht wurden.

Hinzu kommt die bedenkliche Entwicklung der Wertmargen im Zinsgeschäft, der bedeutendsten Ertragssäule der Kreditinstitute.

Weniger als ein fünftel der deutschen Kreditinstitute erreichen eine Wertmarge von 1 % oder mehr. Damit wird ein kapitalmarktbezogener Ergebnisanspruch weit verfehlt. Zudem stellen auch weitreichende technologische Errungenschaften den Bankensektor vor enorme Herausforderungen und in diesem Kontext auch vor neue Risiken.

Die Berliner Volksbank eG, größte regionale Volksbank in Deutschland, beschreibt in ihrem Geschäftsbericht 2000: „Die Aufbereitung der Altrisiken sowie ein tiefgreifender Umstrukturierungsprozess in der Bank haben die Ertragslage des Geschäftsjahres nachhaltig belastet.“ So hat die Bank im Geschäftsjahr 2000 ihre Bilanzsumme um DM 8,5 Mrd. auf DM 20,1 Mrd. verringert. Dies ist auf den enorm hohen Bestand an risikobehafteten Altgeschäften im Kreditsektor zurückzuführen.

Trotz allem scheint die Übernahme und das Management von Risiken unverändert ein Eckfeiler des Bankgeschäftes zu sein. In Anbetracht der angesprochenen Auswirkungen der Risiken auf die Ertragskraft der Bank stellt sich die Frage, wie Banken mit diesem Risiko umgehen. Einige Banken werden sich grundsätzlich vom Kreditgeschäft trennen. Der Großteil der Banken, für den das klassische Kreditgeschäft eine tragende Säule ist, wird ein neues Grundverständnis von Risiken im Kreditgeschäft entwickeln müssen.

Finanzinstitute müssen sich in Zukunft mit diversen wichtigen Themenbereichen befassen, um sich im Markt für Kredite gut positionieren zu können. Hierzu zählt eine klar definierte Geschäftsstrategie, die unter anderem auch die Risikopolitik des Unternehmens definiert.

Die Risikopolitik wird zwangsläufig zu einer der wichtigsten Rahmenbedingungen des Risikomanagements einer Bank. Darüber hinaus hat eine entsprechende Organisation der Erreichung der strategischen Ziele zu entsprechen (structure follows strategy).

Neben den technischen Voraussetzungen zur Messung der Kreditrisiken muss die Bank entsprechende Instrumentarien und Methoden entwickeln, die der Risikovermeidung bzw. Risikosteuerung dienen.

Die vorliegende Arbeit befasst sich tiefergehend mit den Instrumentarien zur Steuerung von Risiken im Kreditportfolio. Auf die Themenbereiche der Organisation des Risikomanagements und der Messung der Risiken wird nicht vertiefend eingegangen. Der Themenbereich der Risikopolitik wird ergänzend aufgegriffen, um Unterschiede bei den Steuerungsmethoden zwischen den einzelnen Kreditinstituten erläutern zu können.

Inhaltsverzeichnis:

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS II
ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
LITERATURVERZEICHNIS 23
ITERNETVERZEICHNIS 27
ANHANG 28
EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG 31
1. EINLEITUNG 2
2. EINGRENZUNG DES RISIKOBEGRIFFS IM KREDITGESCHÄFT 3
2.1 URSACHENBEZOGENER VERSUS WIRKUNGSBEZOGENER RISIKOBEGRIFF 4
2.2 MATERIELLER VERSUS FORMALER RISIKOBEGRIFF 4
3. KLASSIFIZIERUNG DER RISIKEN IM KREDITGESCHÄFT 5
3.1 RISIKOARTEN 5
3.2 EINZELGESCHÄFTSBEZOGENE KREDITRISIKEN 6
3.3 GESAMTGESCHÄFTSBEZOGENE RISIKEN 7
4. EINFLUSSFAKTOREN AUF DAS KREDITPORTFOLIOMANAGEMENT 9
4.1 RISIKOPOLITIK: STRATEGISCHE AUSRICHTUNG DER BANK 10
4.2 RISIKOTRAGFÄHIGKEIT DER BANK 11
5. STEUERUNG DES KREDITPORTFOLIOS 12
5.1 EINZELGESCHÄFTSBEZOGENE MAßNAHMEN 13
5.1.1 Aktive Risikosteuerung 13
5.1.2 Passive Risikosteuerung 15
5.2 GESAMTGESCHÄFTSBEZOGENE MAßNAHMEN 16
5.2.1 Aktive Risikosteuerung 16
5.2.2 Passive Risikosteuerung 17
6. OPTIMUMBEGRIFF 20
7. ZUSAMMENFASSUNG 21

Automatisiert erstellter Textauszug:

Aus der grundsätzlichen Risikoneigung der Bank ergibt sich der entsprechende Handlungsbedarf für das Kreditportfolio. Die in der obigen Grafik aufgeführten Handlungsmaximen stellen somit eine wichtige Rahmenbedingung für das Management des Kreditportfolios dar. 4.2 Risikotragfähigkeit der Bank Die in Abbildung 3 erwähnten Handlungsmaximen werden nicht nur von der Unternehmensphilosophie und Unternehmensstrategie abgeleitet. Vielmehr muss auch ein Abgleich der derzeitigen Ist-Situation der Risikotragfähigkeit der Bank und der Soll-Situation erfolgen. Durch eine systematische Steuerung des Kreditportfolios kann die Risikotragfähigkeit verbessert werden. Um dies zu gewährleisten, muss eine Gegenüberstellung der im Vorfeld analysierten Risikoträger und der vorhandenen Risikodeckungspotentiale der Bank erfolgen.44 Unter dem Risikodeckungspotential wird die Fähigkeit einer Bank verstanden, die eintretenden Verluste aus eigener Kraft auffangen zu können, ohne die Existenz der Bank zu gefährden. Unter Risikoträgern sind alle Elemente zu verstehen, die es ermöglichen den Schaden durch eingetretene Risiken zu decken. Hierzu zählen beispielsweise Eigenmittel, offene Reserven i.S. des § 340 g HGB, stille Reserven i.S. des § 340 f HGB, Leistungen der Sicherungseinrichtungen aber auch nachrangige Verbindlichkeiten im Sinne § 10, Abs. 5a KWG.45 Die eintretenden Verluste dürfen zu keiner Zeit das Risikodeckungspotential der Bank übersteigen.46 Die angesprochenen Aspekte zeigen, dass die Risikopolitik eines Kreditinstituts zu einem sehr individuellen charakteristischen Profil des Kreditrisikomanagements führt. Die Risikopolitik dient einerseits als Leitlinie zur Steuerung der Risikoperformance und andererseits der Sicherstellung der Risikotragfähigkeit der Bank.47 Der Prozess der Portfoliosteuerung lehnt sich eng an der betriebswirtschaftlichen Auffassung vom Managementprozess an. Neben der Planung, Analyse, Entscheidung, Umsetzung und Kontrolle ist die Steuerung ein wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses.48 Der Aspekt der Risikosteuerung wird im folgenden Kapitel tiefgreifend untersucht. Es sollen Steuerungsinstrumente und Maßnahmen aufgezeigt werden. Neben den klassischen Ansätzen werden auch moderne Tendenzen im Portfolio-Management dargestellt. [...]

loamerikanische Unternehmen orientieren sich dagegen verstärkt am Shareholder-Value und damit an einer nachhaltigen Unternehmenswertsteigerung im Interesse der Anteilseigner.41 Dies impliziert die Unterschiede im Werteverständnis der beiden Wirtschaftsräume und zeigt gleichzeitig die daraus resultierenden unterschiedlichen Auffassungen vom Risikobegriff. Dabei bleibt aber Kern jeder Geschäftspolitik die Triade des ertragsorientierten Bankmanagements. Sie setzt sich aus Rentabilität, ertragsorientiertem Wachstum und ertragsorientierter Risikopolitik zusammen. Die Übernahme von Risiken wird dem Rentabilitätsgedanken konsequent untergeordnet und hat sich in Abhängigkeit zu den Ertragschancen und der Risikotragfähigkeit der Bank zu rechtfertigen.42 Auf die Gestaltung der Risikopolitik einer Bank hat die Risikoneigung der beteiligten Machtinhaber Einfluss. Die Bestimmungsgrößen auf die Risikoneigung sind sowohl die Renditeerwartungen als auch die Risikoeinstellung beteiligter Gruppierungen. Hierin unterscheidet sich im übrigen eine Bank in keiner Weise von jedem anderem Unternehmen. Aus einer möglichen Risikonutzenfunktion kann abgeleitet werden, ob das Kreditinstitut risikofreudig, risikoneutral oder risikoscheu ist.43 Folgende Grafik verdeutlicht die Zusammensetzung der Risikonutzenfunktion und deren Einfluss auf das Portfoliomanagement. [...]

Das Kreditportfoliomanagement der Banken wird von diversen äußeren Faktoren beeinflusst. Mögliche Fragestellungen, die das Portfoliomanagement dabei zu beantworten hat, sind hier exemplarisch aufgeführt: Welche Geschäftspolitik und welche Strategie hat die Bank vorgegeben? Wie gestalten sich die Risikotragfähigkeit und das Risikopotential der Bank? Welchen Zugang zu Kapitalmärkten hat die Bank und wie ist das Umfeld der Kapitalmärkte (Eigenkapitalbeschaffung)? Welches fiskalische Umfeld herrscht vor? Welche aufsichtsrechtlichen Anforderungen und Einschränkungen bestimmen das Handeln der Bank? In diesem Kapitel werden die Aspekte der Geschäftsstrategie und der Risikotragfähigkeit einer Bank vertiefend untersucht. Auf diese beiden Aspekte hat die Bank direkten Einfluss. Alle weiteren Aspekte sind ebenfalls von entscheidender Bedeutung, werden aber in dieser Arbeit nicht näher untersucht. 4.1 Risikopolitik: Strategische Ausrichtung der Bank Die Risikopolitik der Bank ordnet sich in das unternehmerische Ziel- und Wertesystem ein, welches oft in Form einer Unternehmensphilosophie ausgedrückt wird. Bei der Festlegung der jeweiligen Strategie wägen Banken ab, auf welchen Schlüsselmärkten, Regionen oder auf welche Kundengruppen sie sich spezialisieren.37 Die Strategie der Bank muss auch festlegen, ob eine Bank der eher klassischen Buy-andHold-Variante im Kreditgeschäft folgt oder ein aktives Kreditportfoliomanagement vorzieht.38 Die rasante Entwicklung des Kredithandels und der Syndizierung von Krediten zeigt, dass die klassische Buy-and-Hold Strategie durch zunehmende Risikointermediation abgelöst wird.39 Insofern ist in vielen Instituten ein Strategiewechsel bezüglich des Risikomanagements zu erkennen. Zentrale Rolle bei der Erstellung der Unternehmensphilosophie spielt hierbei die Machtverteilung innerhalb des Unternehmens.40 Im deutschen Wirtschaftsraum sind an der Gestaltung dieser Philosophie Anteilseigner, Geschäftsführung und Mitarbeiter beteiligt. Ang- [...]

Arbeit zitieren:
Weigler, Ronny Dezember 2001: Steuerungs- und Optimierungsansätze des Kreditportfolios, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Risikomanagement, Kreditportfolio, Optimierung, Kreditrisiko, Risiko

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