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Steuerpolitik bei der Finanzierung einer ausländischen Tochterkapitalgesellschaft durch eine deutsche Mutterkapitalgesellschaft

Steuerpolitik bei der Finanzierung einer ausländischen Tochterkapitalgesellschaft durch eine deutsche Mutterkapitalgesellschaft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Birgit Schneider
  • Abgabedatum: Februar 1998
  • Umfang: 76 Seiten
  • Dateigröße: 521,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1074-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1074-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1074-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schneider, Birgit Februar 1998: Steuerpolitik bei der Finanzierung einer ausländischen Tochterkapitalgesellschaft durch eine deutsche Mutterkapitalgesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Finanzierung, Kapitalgesellschaft, Steuerpolitik

Diplomarbeit von Birgit Schneider

Problemstellung:

In der vorliegenden Arbeit sollen die steuerpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten einer deutschen Mutterkapitalgesellschaft bei der Finanzierung ihrer ausländischen Tochtergesellschaft unter Beachtung der steuerlichen Folgen dargestellt werden. Neben der Wirkung unterschiedlicher nationaler Steuerrechte und eventuell bestehender Doppelbesteuerungsabkommen ist hier vor allem zu klären, welche Finanzierungsmöglichkeiten eine Mutterkapitalgesellschaft bezüglich einer Tochterkapitalgesellschaft hat.

Beispielhaft stellen sich folgende Fragen:

Ist es für eine multinationale Unternehmung zweckmäßig, Kredite aufzunehmen? Sollten Gewinne ausgeschüttet oder thesauriert werden? Welche Möglichkeiten hat die Mutterkapitalgesellschaft, ihre Finanzierungskosten geltend zu machen? Wie wirken unterschiedliche Steuersätze auf die Finanzierungsarten?

Untersuchungsgegenstand:

Es wird unterstellt, daß der Finanz- und der Investitionsplan bereits aufgestellt wurden und nicht mehr kritisch hinterfragt werden sollen. Die zivilrechtlichen Voraussetzungen werden als Nebenbedingungen betrachtet. Ihre Gestaltungsmöglichkeiten sind nicht Gegenstand der Betrachtung.

Betrachtet werden Kapitalgesellschaften. Ausländische Tochterkapitalgesellschaften werden juristisch als rechtlich selbständige Subsysteme des Unternehmenssystems definiert, die in einem vom Sitz des Mutterunternehmen abweichenden Land ihren Sitz haben. Wie hoch die Beteiligungsquote sein muß, um von einer Tochtergesellschaft sprechen zu können, ist nicht eindeutig bestimmt. Im folgenden soll von Beteiligungen zwischen 10 % bis 100 % ausgegangen werden, da dies ausgehend von der Steuergesetzgebung als zweckmäßig erscheint. Diese werden als Schachtelbeteiligungen bezeichnet.

Untersuchungsgegenstand ist im einzelnen die Beteiligungs- oder die Fremdfinanzierungen mit und ohne Refinanzierung durch ein Darlehen und in Abhängigkeit von den jeweils anwendbaren Methoden zur Vermeidung der Doppelbesteuerung.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit gliedert sich in sechs Teile. Im zweiten Kapitel werden die für die Betrachtung relevanten steuerlichen Regelungen des internationalen Steuerrechts dargestellt. Im daran anschließenden Kapitel soll der Untersuchungsgegenstand unter Beachtung der steuerpolitischen Instrumente eingegrenzt werden.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in den Kapiteln vier und fünf. Im vierten Kapitel werden die für die Fragestellung entscheidenden steuerlichen Belastungen der jeweiligen Finanzierungsarten unter Berücksichtigung verschiedener Konstellationen dargestellt. Im fünften Kapitel wird ein Vorteilsvergleich der jeweiligen Finanzierungsformen unter Beachtung verschiedener Rahmenbedingungen vorgenommen.

Im letzten Kapitel werden die Ergebnisse zusammengefaßt. Verzichtet werden soll auf die Formulierung von Finanzierungsempfehlungen. Die Ergebnisse können lediglich die Grundlage für eine rationale Entscheidungsfindung geben, indem verschiedene Probleme und Steuerfolgen dargestellt werden, die im Einzelfall bei einer konkreten Steuerplanung zu berücksichtigen sind.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
Symbolverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Untersuchungsgegenstand 1
1.3. Gang der Untersuchung 2
2. Grundlagen der internationalen Besteuerung 3
2.1. Ursachen der Doppelbesteuerung 3
2.2. Methoden zur Entlastung einer Doppelbesteuerung 4
2.2.1. Freistellungsmethode 4
2.2.2. Anrechnungsmethoden 5
2.2.3. Die Abzugsmethode 9
2.2.4. Pauschalierung 10
2.3. Vergleich der Entlastungsalternativen 11
2.4. Grenzen der Ausnutzung des internationalen Steuergefälles 12
3. Betriebswirtschaftliche Grundlagen 14
3.1. Aufgaben und Instrumente der Steuerpolitik 14
3.2. Steuerpolitik und Vorteilskriterium 16
3.3. Planungs- und Vergleichszeitraum 16
3.4. Das Problem der Unsicherheit 17
3.5. Finanzierungsarten 18
3.6. Eingrenzung der zu betrachtenden Steuern 21
4. Internationale Steuerbelastung der Finanzierungsalternativen 22
4.1. Eigenfinanzierung der Tochtergesellschaft 22
4.1.1. Eigenfinanzierung im Nicht-DBA-Fall 23
4.1.1.1. Thesaurierung der Tochtergesellschaft 24
4.1.1.2. Thesaurierung der Muttergesellschaft 25
4.1.1.3. Ausschüttung an die Gesellschafter der Muttergesellschaft 28
4.1.2. Eigenfinanzierung im DBA-Fall 31
4.1.2.1. Thesaurierung der Tochtergesellschaft 32
4.1.2.2. Thesaurierung der Muttergesellschaft 32
4.1.2.3. Ausschüttung an die Gesellschafter der Muttergesellschaft 33
4.2. Fremdfinanzierung der Tochtergesellschaft 34
4.2.1. Fremdfinanzierung im Nicht-DBA-Fall 36
4.2.1.1. Thesaurierung der Muttergesellschaft 36
4.2.1.2. Ausschüttung an die Gesellschafter der Muttergesellschaft 37
4.2.2. Fremdfinanzierung im DBA-Fall 39
4.2.2.1. Thesaurierung der Muttergesellschaft 39
4.2.2.2. Ausschüttung an die Gesellschafter der Muttergesellschaft 40
4.3. Refinanzierung der Muttergesellschaft 40
4.3.1. Refinanzierung und Weiterleitung als Eigenkapital 41
4.3.1.1. Thesaurierung der Tochtergesellschaft 42
4.3.1.2. Thesaurierung der Muttergesellschaft 43
4.3.1.3. Ausschüttung an die Gesellschafter der Muttergesellschaft 45
4.3.2. Refinanzierung und Weiterleitung als Fremdkapital 45
4.3.2.1. Thesaurierung bei der Muttergesellschaft 46
4.3.2.2. Ausschüttung an die Gesellschafter der Muttergesellschaft 48
5. Vorteilsvergleich 48
5.1. Nicht DBA-Fall 48
5.1.1. Gewinnthesaurierung bei der Tochtergesellschaft 48
5.1.2. Gewinnthesaurierung bei der Muttergesellschaft 50
5.1.3. Ausschüttung an die Gesellschafter 52
5.2. DBA-Fall 54
5.2.1. Gewinnthesaurierung bei der Tochtergesellschaft 54
5.2.2. Gewinnthesaurierung bei der Muttergesellschaft 55
5.2.3. Ausschüttung an die Gesellschafter 56
5.3. Refinanzierungsfall 57
5.3.1. Gewinnthesaurierung bei der Tochtergesellschaft 57
5.3.2. Gewinnthesaurierung bei der Muttergesellschaft 58
5.3.3. Ausschüttung an die Gesellschafter 59
6. Zusammenfassung 59
Literaturverzeichnis 62

Automatisiert erstellter Textauszug:

keine Körperschaftsteuer zu entrichten, und die Gewinne sind durch das Niveau der ausländischen Körperschaft- und Quellensteuer belastet. Die Dividenden sind im Inland vollständig in die Eigenkapitalkategorie EK 01 einzustellen.96 Dieser Fall ist sehr unwahrscheinlich97 und soll daher im folgenden nicht weiter berücksichtigt werden. Mit Anrechnungsüberhang In diesem Fall wird die ausländische Quellensteuer im Wege der direkten Anrechnung vollständig auf die inländische Körperschaftsteuer angerechnet, und ein Teil der ausländischen Körperschaftsteuer kann ebenfalls bis zum Anrechnungshöchstbetrag auf die inländische Körperschaftsteuer angerechnet werden. Im Inland ist aufgrund der beiden Anrechnungsmethoden keine Körperschaftsteuer zu entrichten,98 und die Dividenden sind vollständig in EK 01 einzustellen.99 Die Steuerbelastung wird hier durch das ausländische Steuerniveau bestimmt: (10) StB = AE x AKs + QsD (AE - AE x AKs)100 [...]

Steuerpflicht der Muttergesellschaft im Inland hinzu. Handelt es sich bei der Beteiligung um eine Schachtelbeteiligung, so sind die Dividenden gem. § 9 Nr. 7 GewStG von der deutschen Gewerbeertragsteuer freigestellt. Jedoch fällt die inländische Körperschaft-steuer an. Für den Fall einer ausländischen Quellenbesteuerung kommt die direkte Anrechnung92 als Entlastungsmaßnahme in Betracht. Nach Abzug der Quellensteuer kann dann die ausländische Körperschaftsteuer durch die indirekte Anrechnung auf die noch verbleibende inländische Körperschaftsteuer angerechnet werden. Die Steuerbelastung setzt sich also zusammen aus ausländischer Körperschaftund Quellensteuer und inländischer Körperschaftsteuer abzüglich der direkten und indirekten Anrechnung unter Beachtung der Anrechnungshöchstbeträge. Für die weitere Betrachtung der Steuerbelastung ist es sinnvoll, Fälle mit verschiedenen Steuerniveaus zu bilden: • • • QsD > 0,45, QsD < 0,45 und QsD (AE - AE x AKs) + AE x AKS > 0,45 AE93 und QsD (AE - AE x AKs) + AE x AKs < 0,45 AE94. [...]

Die Gewinnverwendung, Thesaurierung und/oder Ausschüttung88 ist ein Instrument zur Beeinflussung des Steuerniveaus. Hierbei müssen aber auch wirtschaftliche und gesetzliche Rahmen im Gastland beachtet werden; i.d.R. können Gewinne von Tochtergesellschaften thesauriert werden, wenn es die finanzielle Situation der Muttergesellschaft erlaubt. Durch die Thesaurierung verzichtet die Muttergesellschaft vorübergehend auf eine Vergütung für die Kapitalüberlassung. Somit werden bei der Tochtergesellschaft positive Liquiditäts- und Zinseffekte wirksam, während bei der Muttergesellschaft Opportunitätskosten89 entstehen. Die Opportunitätskosten der Muttergesellschaft werden insoweit geringer ausfallen als sie im Fall der Ausschüttung mit einem relativ hohen Steuerniveau belastet würde. Liegt der ausländische Körperschaftsteuersatz unter dem der deutschen Steuerbelastung, so ist eine Thesaurierung aus Konzernsicht unter steuerlichen Aspekten sinnvoll. Sind deutsches und ausländisches Körperschaftsteuerniveau gleich hoch und fällt keine Quellensteuer an, so kann durch die Thesaurierung eine dem deutschen Steuerniveau entsprechende Belastung erreicht werden. Die thesaurierten Gewinne würden in diesem Fall der Innenfinanzierung der Tochtergesellschaft in der nächsten Periode dienen. [...]

Arbeit zitieren:
Schneider, Birgit Februar 1998: Steuerpolitik bei der Finanzierung einer ausländischen Tochterkapitalgesellschaft durch eine deutsche Mutterkapitalgesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Finanzierung, Kapitalgesellschaft, Steuerpolitik

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