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Steuerliche Aspekte des E-Commerce unter besonderer Berücksichtigung des Online-Vertriebs von Software

Steuerliche Aspekte des E-Commerce unter besonderer Berücksichtigung des Online-Vertriebs von Software
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Weber
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 78 Seiten
  • Dateigröße: 566,7 KB
  • Note: 1,8
  • Institution / Hochschule: Hamburger Fern-Hochschule Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4990-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4990-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4990-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weber, Thomas Dezember 2001: Steuerliche Aspekte des E-Commerce unter besonderer Berücksichtigung des Online-Vertriebs von Software, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Steuern, E-Commerce

Diplomarbeit von Thomas Weber

Einleitung:

E-Commerce würde ins Deutsche übersetzt wohl „elektronischer Handel“ heißen. So einfach diese Übersetzung auch anmutet, so vielfältig ist das, was sich dahinter verbirgt. So wird unter E-Commerce i.w.S. „jede kommerzielle Transaktion verstanden, die über elektronische Netze angebahnt oder abgewickelt wird und zu einem Austausch von Werten zwischen den beteiligten Parteien führt“. Im Wesentlichen kann E-Commerce in folgende Gruppen gegliedert werden:

„Den Verkauf von körperlichen Gegenständen über das Internet, wobei die Lieferung dann außerhalb des Internet (off-line) erfolgt.

Den Verkauf von digitalen Produkten über das Internet, wobei die Leistung dann on-line über das Internet erfolgt.

Das Anbieten von Dienstleistungen im Internet, etwa die Überlassung von Werbeflächen auf einer Website.

Den Vertragsabschluss und Lieferung auf konventionelle Weise, wobei nur die Bezahlung über das Internet erfolgt“.

Obwohl E-Commerce in technischer Hinsicht „alle modernen Kommunikations-technologien“ umfasst, hat sich fast ausschließlich das Internet als zentrales Handelsmedium etabliert. Abzugrenzen sind vom elektronischen Handel die Telekommunikationsdienstleistungen. Als solche sind „die Leistungen anzusehen, mit denen die Übertragung, die Ausstrahlung oder der Empfang von Signalen, Schrift, Bild oder Ton oder Informationen jeglicher Art über Draht, Funk, optische oder sonstige elektromagnetische Medien ermöglicht und gewährleistet werden“. Demnach sind Telekommunikationsdienstleistungen bloße Übermittlungsleistungen, die E-Commerce durch die Zurverfügungstellung der technischen Umgebung erst ermöglichen.

Ungeachtet derzeitiger Abkühlungserscheinungen hat sich E-Commerce in vielen Bereichen der Wirtschaft fest etabliert. Eindrucksvoll sind insbesondere die Steigerungsraten, die für Umsätze mit E-Commerce genannt werden. Ging man für das Jahr 2000 noch von weltweit 200 Milliarden Euro Umsatz mit E-Commerce aus, so prognostiziert man für 2005 globale Umsätze i.H.v. 2,8 Billionen Euro. Bei aller gebotenen Vorsicht kann doch erahnt werden, welche immense Bedeutung in nahezu allen unternehmerischen Bereichen hieraus erwächst. Obwohl beim digitalen Absatz von Software noch niedrigpreisige Programme von „mehr oder weniger (halb-)professionellen Programmierern im Wege der Selbstvermarktung nach dem Shareware-Konzept“ dominieren, dürften zunehmend auch Großanbieter diesen effizienten Vertriebskanal für sich entdecken. Begünstigt wird dieser Trend durch die Zunahme der Bandbreiten im Internet, wodurch auch der Download komplexer und großvolumiger Softwareprogramme realistisch wird.

Durch E-Commerce können aus Kunden- wie auch aus Lieferantensicht weitreichende Vorteile realisiert werden. Diese Vorteile zeigen sich, vereinfacht beschrieben in einer Effizienzsteigerung des Absatz- oder Beschaffungsvorgangs, was letztendlich zur Kosten- und Zeitersparnis auf beiden Seiten führt. So ist E-Commerce insbesondere zur Umgehung des klassischen Handels geeignet, da Shops im Internet den Verkaufsraum des Einzelhändlers ersetzen können. Ganz besonders können davon jene Bereiche der Wirtschaft profitieren, die ihre Produkte in digitaler Form anbieten. So können beim Vertrieb von Software nicht nur der Vertragsabschluss und die Zahlung, sondern auch die Lieferung selbst über das Internet abgewickelt werden.

Andererseits wirft E-Commerce zahlreiche Probleme wirtschaftlicher und rechtlicher Art auf internationalem Level auf. So verschafft das Internet als Handelsmedium für E-Commerce den Transaktionspartnern einen hohen Grad an Anonymität und ermöglicht es ihnen weiterhin, nahezu ohne geographische Anbindung an ein bestimmtes Absatzgebiet weltweit Geschäfte zu tätigen. Physische Anknüpfungspunkte, wie der Betriebsstättenbegriff verlieren dadurch an Bedeutung. Hinzu kommt, dass die Geschäfte im Internet keine physischen Spuren hinterlassen, welche die Finanzverwaltung bei der Ermittlung steuerlicher Sachverhalte aufgreifen könnte. Die daraus resultierenden nationalen und internationalen Besonderheiten und Fragen betreffen sowohl die Auslegung des materiellen Steuerrechts, insbesondere der Umsatz- und der Ertragsteuern, als auch das formelle Steuerrecht bezüglich der Steuererhebung und des Steuervollzugs. Ortsunabhängigkeit und Anonymisierung sind besonders ausgeprägt beim grenzüberschreitenden Softwarevertrieb via Internet. Auch passen die Besteuerungsverfahren aus dem traditionellen Geschäft häufig nicht zu den digitalen Produkten und Distributionswegen (vgl. RENDING 1999, 508). Die bestehenden Unsicherheiten führen zu Risiken und Chancen gleichermaßen. Darüber hinaus können Wirtschaftsaktivitäten im Internet weitreichende Auswirkungen auf die Steuerverteilung zwischen den beteiligten Staaten haben. Für die Steuerpflichtigen liegen die Risiken in einer unangemessenen, wettbewerbsverzerrenden Höher- oder Doppelbesteuerung und einer möglichen Haftung für Steuern. Die Chancen liegen in der Ausnützung von Steueroasen sowie der Generierung von Einkünften, die in keinem Staat besteuert werden.

Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, wie diese neue Form des Softwarevertriebs ertragsteuerlich und umsatzsteuerlich zu behandeln ist und wie die verfahrensrechtlichen Fragestellungen im Rahmen der formellen Steuerpflicht gelöst werden können. Weiterhin soll erkennbar werden, wie der Steuerpflichtige Chancen im Bereich des Online-Vertriebs von Software nutzen und gleichzeitig Risiken vermeiden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 5
1. Einleitung 6
1.1 Ausblick auf den Gang der Untersuchung 8
1.2 Definition zentraler Begriffe 9
2. Grundarchitektur des E-Commerce 10
2.1 Internet als Handelsmedium des E-Commerce 10
2.2 Prozessbeteiligte bei Online-Geschäften 11
2.3 Prinzip des Online-Vertriebs von Software 11
3. Ertragsteuerliche Problemstellungen beim Online-Vertrieb von Software 12
3.1 Qualifizierung der Einkünfte aus dem Online-Vertrieb von Software 13
3.1.1 Nationale Vorschriften 14
3.1.2 Abkommensrecht 16
3.2 Bestimmung der Ansässigkeit 17
3.3 Beschränkte Steuerpflicht i.S.d § 49 Abs.1 EStG 18
3.3.1 Inlandsbezug der Einkünfte als Voraussetzung der beschränkten Steuerpflicht 19
3.3.1.1 Betriebsstätte i.S.d § 12 AO 19
3.3.1.1.1 Internet-Server als Betriebsstätte 21
3.3.1.1.2 Serviceprovider als Betriebsstätte 23
3.3.1.1.3 Website als Betriebsstätte 23
3.3.1.1.4 PC des Nutzers als Betriebsstätte 24
3.3.1.2 Ständiger Vertreter i.S.d § 13 AO 24
3.3.1.2.1 Zugangsanbieter 25
3.3.1.2.2 Webshop des Inhaltsanbieters 26
3.3.2 Ertragsbesteuerung bei beschränkter Steuerpflicht 26
3.3.2.1 Ohne Vorliegen eines DBA 27
3.3.2.2 Beim Vorliegen eines DBA 27
3.3.2.3 Ermittlung der Einkünfte der inländischen Betriebsstätte 29
3.4 Unbeschränkte Steuerpflicht 30
3.5 Bilanzierung der Website 31
3.5.1 Aktivierungsfähigkeit der Erstaufwendungen einer Website 31
3.5.1.1 Entstehen von Aufwendungen für die Website 32
3.5.1.2 Selbständige Bewertbarkeit der Website 32
3.5.1.3 Nutzen über den Bilanzstichtag hinaus 32
3.5.1.4 Vorliegen eines Aktivierungsverbots 33
3.5.2 Pflege und Weiterentwicklung der Website 34
3.6 Ertragsteuerliche Gestaltungsüberlegungen 34
3.6.1 Inbound-Geschäfte 35
3.6.2 Outbound-Geschäfte 35
3.6.3 Linearisierung der Aufwendungen für die Erstellung der Website 37
4. Umsatzsteuerliche Behandlung von Online-Umsätzen 38
4.1 Bestimmung der Leistungsart 38
4.2 Bestimmung des Leistungsortes 40
4.3 Besteuerung der Umsätze beim Online-Vertrieb von Software 42
4.3.1 Umsatzsteuer bei Outbound-Geschäften 43
4.3.2 Umsatzsteuer bei Inbound-Geschäften 44
4.4 Betriebsstättenproblematik im Umsatzsteuerrecht 45
4.5 Anwendbarkeit des ermäßigten Umsatzsteuersatzes 46
4.6 Einfuhrumsatzsteuer beim Online-Vertrieb von Software 48
4.7 Probleme des Vorsteuerabzugs nach § 15 UStG 49
4.8 Umsatzsteuerliche Gestaltungsüberlegungen 50
5. Verfahrensrechtliche Problemstellungen beim Online-Vertrieb von Software 52
5.1 Fehlen physischer Anknüpfungspunkte 52
5.2 Anonymität der Beteiligten 53
5.3 Mängel der Datenintegrität 54
5.4 Disintermediation 54
5.5 Veränderte Umsatzstrukturen 54
5.6 Lösungsansätze 55
5.6.1 Einsatz der digitalen Signatur 55
5.6.2 Verwendung erweiterter IP-Adressen 57
5.6.2 Erweiterte Kontrollbefugnisse der Finanzbehörden 57
6. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung 58
Literaturverzeichnis 62
Verzeichnis der Gesetze, Durchführungsverordnungen und Verwaltungsanweisungen 70
Rechtsprechungsverzeichnis 73
Eidesstattliche Erklärung 74

Arbeit zitieren:
Weber, Thomas Dezember 2001: Steuerliche Aspekte des E-Commerce unter besonderer Berücksichtigung des Online-Vertriebs von Software, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Steuern, E-Commerce

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