Die Stellung der Financial Due Diligence im Rahmen einer Unternehmensakquisition und ihre betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auf die Gestaltung des Unternehmenskaufvertrages
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Florian Theinert
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 109 Seiten
- Dateigröße: 436,0 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8991-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8991-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8991-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Theinert, Florian Januar 2005: Die Stellung der Financial Due Diligence im Rahmen einer Unternehmensakquisition und ihre betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auf die Gestaltung des Unternehmenskaufvertrages, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmensbewertung, Akquisition, Merger, Sonderprüfung, Acquisition
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Diplomarbeit von Florian Theinert
Einleitung:
Die Anzahl der Unternehmensakquisitionen ist in Deutschland in den 90er Jahren stetig gestiegen und befindet sich immer noch auf einem relativ hohen Niveau. Im Nachhinein durchgeführte Befragungen der Unternehmensleitungen haben aber ergeben, dass nur ein geringer Teil der Transaktionen als erfolgreich bewertet werden konnte. Die Hauptursache wurde mehrheitlich darin gesehen, dass die verfügbaren Informationen über das zu kaufende Unternehmen, die als Entscheidungsgrundlage hinsichtlich der Auswahl des Übernahmeobjekts und der Durchführung der Akquisition dienten, nicht ausreichend oder sogar falsch waren.
Um dieser Ursache entgegenzuwirken und dadurch künftig die Akquisitionsziele zu erreichen, beginnen die kaufenden Unternehmen mit Hilfe ihrer eigenen Abteilungen oder unter Hinzuziehung externer Berater mittlerweile immer häufiger – sofern es ihnen vom Verkäufer ermöglicht wird – eingehende Untersuchungen des Akquisitionsobjekts durchzuführen. Inzwischen hat sich auch im deutschen Sprachgebrauch für diesen Analyseprozess der Begriff „Due Diligence“ durchgesetzt.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem am häufigst durchgeführten Teilbereich der Due Diligence – der Financial Due Diligence –, deren Stellung im Rahmen einer Unternehmensakquisition erläutert werden soll. Diese ergibt sich zum einen zeitlich aus ihrer Positionierung im Akquisitionsprozess und zum anderen inhaltlich aus ihrem Nutzen für den Auftraggeber.
Übergeordnetes Anliegen der Arbeit ist es, dem Leser einen möglichst umfassenden Überblick über die FDD – insbesondere über ihre inhaltliche Ausgestaltung und Vorgehensweise sowie über ihre betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auf den Unternehmenskaufvertrag – zu geben.
Dieses Ziel soll durch die Beantwortung der folgenden Fragen realisiert werden: Was versteht man unter einer FDD? Welche zeitliche Stellung hat die FDD im Akquisitionsprozess? Wie erlangt der Käufer mit einer FDD Informationen über das Akquisitionsobjekt? Wie kann der Käufer es vermeiden, nicht ausreichende oder sogar falsche Informationen über das zu kaufende Unternehmen zu erhalten, bzw. wie kann es ihm gelingen, alle Informationslücken und Risiken aufzudecken? Wie lässt sich ein subjektiv angemessener Kaufpreis bestimmen? Wie können Risiken ausreichend abgesichert werden und wie lassen sich Kaufpreisdifferenzen zwischen Käufer und Verkäufer lösen?
Zudem soll herausgestellt werden, inwiefern die FDD ihrem Auftraggeber von Nutzen ist und wie sich dieser schließlich auswirkt. Damit einhergehend ist zu klären, ob ihre Durchführung die Informationsversorgung des Käufers und damit seine Entscheidungsgrundlage verbessert und deswegen der augenblickliche Trend einer vermehrten Durchführung gerechtfertigt ist.
Des Weiteren sollen die unterschiedlichen und häufig gegensätzlichen Positionen der Verhandlungsparteien berücksichtigt werden. In diesem Sinne werden in den Abschnitten der Arbeit, in denen diese Gegensätze auftreten, Vor- und/oder Nachteile einer Entscheidungsalternative aufgezeigt und ein diesbezüglich vorteilhaftes Verhalten für Käufer und Verkäufer vorgeschlagen Um die zeitliche Positionierung und den Umfang der FDD im Akquisitionsprozess deutlich zu machen, wird ein Akquisitionsprozess exemplarisch beschrieben. Zudem werden die Motive einer Akquisition und die gängigsten Verfahren der Unternehmensbewertung, deren Berechnungen die Basis für spätere Kaufpreisverhandlungen bilden, kurz vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| I. | EINLEITUNG | 1 |
| II. | BEGRIFFSERKLÄRUNG UND RECHTSGRUNDLAGEN | 4 |
| A. | Unternehmensakquisition | 4 |
| 1. | Arten einer Unternehmensakquisition | 4 |
| a) | Asset Deal | 4 |
| b) | Share Deal | 5 |
| 2. | Durchführungsmethoden einer Unternehmensakquisition | 6 |
| 3. | Gewährleistungsvorschriften | 10 |
| a) | Regeln vor Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Schuldrechts | 10 |
| b) | Regeln nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung des Schuldrechts | 12 |
| B. | Due Diligence | 14 |
| 1. | Herkunft des Begriffs Due Diligence | 14 |
| 2. | Arten einer Due Diligence | 16 |
| a) | Financial Due Diligence | 16 |
| b) | Sonstige Arten einer Due Diligence | 18 |
| 3. | Einfluss der Due Diligence auf Käuferrechte | 23 |
| a) | Durchführung der Due Diligence | 24 |
| b) | Unterlassung der Durchführung der Due Diligence | 25 |
| III. | DER AKQUISITIONSPROZESS | 27 |
| A. | Motive einer Akquisition | 27 |
| B. | Ablauf einer Akquisition | 28 |
| 1. | Anbahnungsphase | 29 |
| a) | Analyse der Ist-Situation und Formulierung des Unternehmensziels | 29 |
| b) | Identifikation eines geeigneten Übernahmeobjekts | 30 |
| 2. | Vorverhandlung | 30 |
| a) | Evaluation | 30 |
| b) | Vorvertragliche Regelungen | 31 |
| 3. | Hauptverhandlung | 32 |
| 4. | Nachvertragliches Stadium | 33 |
| a) | Integration | 33 |
| b) | Erfolgskontrolle | 34 |
| C. | Zeitliche Abgrenzung einer Financial Due Diligence | 34 |
| 1. | Positionierung im Akquisitionsprozess | 34 |
| 2. | Umfang | 35 |
| a) | Restriktionen seitens des Verkäufers | 36 |
| b) | Wirtschaftlichkeitsprinzip | 37 |
| D. | Die Unternehmensbewertung | 37 |
| 1. | Vergleichsorientierte Verfahren | 39 |
| 2. | Investitionstheoretische Verfahren | 40 |
| IV. | DIE DURCHFÜHRUNG EINER FINANCIAL DUE DILIGENCE | 43 |
| A. | Ziele einer Financial Due Diligence | 43 |
| 1. | Abbau von Informationsasymmetrien | 44 |
| 2. | Identifikation von Risiken und Deal Breakern | 46 |
| 3. | Vergleich von Verkaufspreis und subjektivem Unternehmenswert | 47 |
| 4. | Exkulpation | 48 |
| B. | Ablauf einer Financial Due Diligence | 49 |
| 1. | Vorbereitung | 49 |
| a) | Ablaufplanung | 49 |
| b) | Zusammenstellung des Prüfungsteams | 50 |
| c) | Sammlung der Basisunterlagen | 51 |
| 2. | Durchführung der Unternehmensprüfung | 52 |
| a) | Vorgehensweise und Informationsquellen | 52 |
| b) | Analyse der Unternehmenszahlen | 53 |
| c) | Dokumentation | 53 |
| 3. | Abschlussgespräch und Berichterstattung | 54 |
| V. | ERGEBNISSE EINER FINANCIAL DUE DILIGENCE UND DEREN EINFLÜSSE AUF DIE GESTALTUNG DES UNTERNEHMENSKAUFVERTRAGES | 55 |
| A. | Ergebnisse einer Financial Due Diligence | 55 |
| 1. | Auflösung bestandener Informationsasymmetrien | 55 |
| a) | Prüfung des Rechnungswesens | 55 |
| b) | Bereinigung der Unternehmensdaten um Einmal- und Sondereffekte | 57 |
| 2. | Absicherung von verbliebenen Unsicherheiten | 58 |
| 3. | Grundlagenbildung zur Grenzkaufpreisbestimmung und Kaufentscheidung | 59 |
| 4. | Beeinflussung des Kaufpreises | 62 |
| B. | Garantievereinbarungen | 63 |
| 1. | Garantien des Verkäufers | 64 |
| a) | Beschaffenheitsgarantien | 64 |
| b) | Selbstständige Garantien | 65 |
| 2. | Garantien des Käufers | 68 |
| 3. | Risikoverlagerung auf Dritte | 68 |
| 4. | Betragsgrenzen von Garantievereinbarungen | 69 |
| C. | Kaufpreisregelungen/-anpassungen | 69 |
| 1. | Kaufpreisgestaltung | 70 |
| a) | Variabler Kaufpreis | 70 |
| b) | Indirekte Kaufpreisbestandteile | 73 |
| 2. | Zahlungsmodalitäten | 73 |
| 3. | Verzinsung | 75 |
| VI. | SCHLUSSBETRACHTUNG | 76 |
| Literaturverzeichnis | 80 | |
| Anhang | 87 |
delt es sich um die Ertragswertmethode des IDW und zum anderen um die angloamerikanische und kapitalmarktgeprägte Discounted Cash Flow-Methode, die nochmals in unterschiedliche Ansätze unterteilt werden kann (s. Abb. 8).173 In Deutschland wird die DCF-Methode am häufigsten zur Unternehmensbewertung angewendet (s. Abb. 9). Die Unterschiede zwischen diesen beiden Methoden ergeben sich v.a. aus der Ermittlung der Kapitalisierungsgrößen und des Kapitalisierungszinsfußes. Die Kapitalisierungsgröße besteht beim Ertragswertverfahren aus dem Bilanzgewinn und bei der DCF-Methode aus unterschiedlichen Cash Flows.174 Die große Schwierigkeit bei diesen Methoden stellt neben der Zusammensetzung des Kapitalisierungszinsfußes die Prognose über die Höhe der künftigen Zahlungsströme dar. Während sich die Beträge der an die Eigentümer fließenden Zahlungen für die nächsten paar Jahre noch planen lassen, wird dies für weiter entfernt liegende Perioden nicht für möglich gehalten. Unter der Annahme der Unternehmensfortführung wird darum der zuletzt planbare Wert einfach fortgeschrieben („ewige Rente“).175 Bei einheitlichen Bewertungsannahmen und korrekter Bearbeitung führen jedoch beide Methoden zu gleichen Unternehmenswerten. Für eine Unternehmensbewertung im Rahmen einer Unternehmensakquisition sind in Deutschland daher auch beide Verfahren erlaubt und üblich (s. Abb. 9).176 [...]
Bei den investitionstheoretischen Methoden werden nun nicht mehr Erfolgsgrößen, sondern Zahlungsströme des Zielunternehmens, die den Eigentümern künftig zufließen, mit denen verglichen, deren Wert schon am Markt bestimmt ist. Für einen übersichtlichen Vergleich werden die Zahlungsströme kapitalisiert. Der Kapitalisierungszinssatz basiert auf dem Zinsfuß einer risikolosen Kapitalanlage168 und wird an das jeweils bestehende Risiko einer Änderung des prognostizierten Zahlungsstroms angepasst. Die Änderung der erwarteten Zahlungsströme und die Berücksichtigung ihres Änderungsrisikos im Kapitalisierungszinssatz erfolgen durch die FDD nach Rücksprache mit den anderen DD-Arten und der Auswertung ihrer findings. Für die Berücksichtigung des Risikos stehen im Wesentlichen drei unterschiedliche aus der Investitionsrechnung stammende Verfahren zur Verfügung (s. Abb. 10). Die Sensitivitätsanalyse gibt Hinweise auf besonders kritische Ausprägungskombinationen der Einflussgrößen (bspw. Cash Flows, Kalkulationszinsfuß oder Planungshorizont) auf den Unternehmenswert, indem dessen Reaktion bei Veränderung einzelner Einflussgrößen unter der Annahme von c.p. oder bei simultaner Variation mehrerer Einflussgrößen beobachtet wird. Bei den Korrek- [...]
Eine Bewertung wird immer durchgeführt, indem das Bewertungsobjekt mit einem ähnlichen Objekt verglichen und zu diesem in Relation gesetzt wird. Da in der Praxis aber so gut wie keine Unternehmen existieren, die sich ausreichend ähneln, erfolgt der Vergleich beim vergleichsorientierten bzw. pauschalen Verfahren durch eine bekannte Bezugsgröße (z.B. Gewinn oder Umsatz) und deren Relation zu den jeweiligen Unternehmenswerten.164 Vorraussetzung für dieses Verfahren, das auch Multiplikatormethode genannt wird, ist, dass die zu vergleichenden Unternehmen eine nahezu identische Relation zwischen Bezugsgröße und Unternehmenswert haben und der Wert des Vergleichsunternehmens bekannt ist. Aus dem Produkt der Bezugsgröße des zu bewertenden Unternehmens und des Multiplikators wird der gesuchte Unternehmenswert ermittelt, wobei der Multiplikator der Quotient aus Marktpreis und Bezugsgröße des Vergleichsunternehmens ist.165 Für eine Wertung der Multiplikatormethode sei angeführt, dass das Institut der Wirtschaftsprüfer diese Methode nur für eine Plausibilitätskontrolle der Ergebnisse aus dem Ertragswert- oder dem DCF-Verfahren (s. nächster Abschnitt) als geeignet erachtet.166 Aus diesem Grund und aus der mangelnden praktischen Relevanz im Vergleich zu den investitionstheoretischen Verfahren (s. Abb. 9) wird in [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832489915
Arbeit zitieren:
Theinert, Florian Januar 2005: Die Stellung der Financial Due Diligence im Rahmen einer Unternehmensakquisition und ihre betriebswirtschaftlichen Auswirkungen auf die Gestaltung des Unternehmenskaufvertrages, Hamburg: Diplomica Verlag
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Unternehmensbewertung, Akquisition, Merger, Sonderprüfung, Acquisition



