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Der Stellenwert der motorischen Grundeigenschaften im Schul- und Jugendfußball unter besonderer Berücksichtigung der Schulung von koordinativen Fähigkeiten und deren didaktischen methodischen Transfermöglichkeiten

Der Stellenwert der motorischen Grundeigenschaften im Schul- und Jugendfußball unter besonderer Berücksichtigung der Schulung von koordinativen Fähigkeiten und deren didaktischen methodischen Transfermöglichkeiten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sebastian Stark
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 99 Seiten
  • Dateigröße: 2,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
  • Bibliografie: ca. 47
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3221-8
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stark, Sebastian April 2005: Der Stellenwert der motorischen Grundeigenschaften im Schul- und Jugendfußball unter besonderer Berücksichtigung der Schulung von koordinativen Fähigkeiten und deren didaktischen methodischen Transfermöglichkeiten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Motorik, Ausdauertraining, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Koordinationstraining

Diplomarbeit von Sebastian Stark

Einleitung:

Im Rahmen meiner sportlichen Tätigkeit in einigen Fußballvereinen durchlief ich selbst alle Jugendklassen des Vereinsfußballs in Rheinland-Pfalz. In meiner aktiven Zeit betreute ich einige Jugendmannschaften selbst, was mein Interesse an der Gestaltung und Durchführung eines effektiven und systematischen Jugendtrainings weckte.

Durch einige Praktika an Schulen kam ich auch mit dem Schulsport, insbesondere mit dem Fußball an den Schulen in Kontakt.

Da meine Praktika und meine Trainertätigkeit mir Einblick in die momentane Lage im Fußball, bezüglich Nachwuchstraining und Trainingsschwerpunkte, auch bezüglich des Fußballs an Schulen, gaben, habe ich mich entschlossen, meine Diplomarbeit zum ThemaSchul- und Jugendfußball zu schreiben.

Die vorliegende Arbeit beginnt mit einer Bestandsaufnahme der aktuellen Situation im Juniorenfußball, ehe die näheren Besonderheiten im Schulfußball durchleuchtet werden. Darauf folgt ein Überblick über die biologische Entwicklung im Kindes- und Schulalter. Anschließend werden die motorischen Grundeigenschaften eingeteilt, so wie mit ihren Ausprägungen allgemein, sowie fußballspezifisch näher erläutert.

Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die koordinativen Fähigkeiten und deren Trainierbarkeit gelegt. Bevor als Abschluss einige Empfehlungen und Aussichten gegeben werden, wird die Didaktik – Methodik in Schule und Verein näher betrachtet.

Inhaltsverzeichnis:

1. VORWORT 10
2. JUGENDFUßBALL/JUNIORENFUßBALL 11
2.1 Eigenschaften 11
2.2 Aktuelle Situation 12
2.3 Verbreitung 14
2.4 Entwicklungen/Trends 15
2.5 Die Altersklasseneinteilung des DFB 16
3. SCHULFUßBALL 18
3.1 Richtlinien 18
3.2 Besondere Bedingungen 19
3.2.1 Vergleich Verein - Schule 19
3.3 Lehrpläne 20
4. BIOLOGISCHE ENTWICKLUNG IM KINDES- UND JUGENDALTER 22
4.1 Wachstumsbedingte Besonderheiten 24
4.1.1 Körperproportionen 24
4.1.2 Gehirn und Nerven 25
4.1.3 Stoffwechsel 3
4.1.4 Aktiver Bewegungsapparat 26
4.1.5 Passiver Bewegungsapparat 27
4.1.6 Kalendarisches und biologisches Alter 27
4.2 Entwicklungsphasen 28
4.2.1 Das Säuglingsalter 29
4.2.2 Das Kleinkindalter 30
4.2.3 Das Kindesalter 31
4.2.4 Die vorpuberale Phase 32
4.2.5 Die Pubeszenz 32
4.2.6 Die Adoleszenz 33
5. MOTORISCHE GRUNDEIGENSCHAFTEN 35
5.1 Überblick/Einordnung 35
5.2 Ausdauer 36
5.2.1 Arten der Ausdauer 37
5.2.2 Stellenwert der Ausdauer im Fußball 38
5.2.3 Anpassungserscheinungenbeim Ausdauertraining im Kindes- und Jugendalter 39
5.2.4 Trainierbarkeit der Ausdauer im Kindes- und Jugendalter 40
5.2.5 Grundsätze für das Ausdauertraining im Kindes- und Jugendalter 41
5.3 Kraft 42
5.3.1 Arten der Kraft 42
5.3.2 Stellenwert der Kraft im Fußball 43
5.3.3 Trainierbarkeit der Kraft im Kindes- und Jugendalter 44
5.3.4 Grundsätze für das Krafttraining im Kindes- und Jugendalter 45
5.4 Schnelligkeit 46
5.4.1 Arten der Schnelligkeit 46
5.4.2 Stellenwert der Schnelligkeit im Fußball 47
5.4.3 Trainierbarkeit der Schnelligkeit im Kindes- und Jugendalter 50
5.4.4 Grundsätze für das Schnelligkeitstraining im Kindes- und Jugendalter 51
5.5 Beweglichkeit 52
5.5.1 Arten der Beweglichkeit 53
5.5.2 Stellenwert der Beweglichkeit im Fußball 54
5.5.3 Trainierbarkeit der Beweglichkeit im Kindes- und Jugendalter 55
5.5.4 Grundsätze für das Beweglichkeitstraining im Kindes- und Jugendalter 58
6. DIE KOORDINATIVEN FÄHIGKEITEN 59
6.1 Grundlagen der koordinativen Fähigkeiten 60
6.1.1 Die Bedeutung der physischen Leistungsfaktoren 62
6.1.2 Die Analysatoren 62
6.1.3 Die Bedeutung des Bewegungsschatzes 63
6.2 Arten der koordinativen Fähigkeiten 64
6.2.1 Ausprägungen der koordinativen Fähigkeiten 65
6.2.2 Die Kopplungsfähigkeit 66
6.2.3 Die Differenzierungsfähigkeit 67
6.2.4 Die Gleichgewichtsfähigkeit 67
6.2.5 Die Orientierungsfähigkeit 68
6.2.6 Die Rhythmisierungsfähigkeit 69
6.2.7 Die Reaktionsfähigkeit 69
6.2.8 Die Umstellungsfähigkeit 70
6.3 Erweiterte koordinative Fähigkeiten 70
6.4 Stellenwert der koordinativen Fähigkeiten im Fußball 71
6.5 Motorisch - koordinative Druckbedingungen 76
7. SCHULUNG DER KOORDINATIVEN FÄHIGKEITEN IM KINDES- UND JUGENDALTER 78
8. PRAXIS DES KOORDINATIONSTRAININGS 82
8.1 Grundsätze für das Training der koordinativen Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter 82
8.2 Allgemeines Koordinationstraining 83
8.2.1 Koordinatives Aufwärmen 83
8.2.2 Lauf- und Sprungkoordination 86
8.2.3 Koordination von Armen und Beinen 88
8.2.4 Schnelligkeit und Reaktion 89
8.3 Fußballspezifisches Koordinationstraining 91
8.3.1 Koordinationstraining im technischen Bereich 92
8.3.2 Koordinationstraining im taktischen Bereich 95
8.4 Alternatives Koordinationstraining 95
LITERATURVERZEICHNIS 96

Textprobe:

Kapitel 5.4.2, Stellenwert der Schnelligkeit im Fußball:

Die weiteren Teileigenschaften der Schnelligkeit lassen sich am besten erläutern, wenn man sie sportartspezifisch betrachtet.

Die Schnelligkeit stellt mit ihren ganzen Teilfähigkeiten eine der wichtigsten Komponenten der fußballspezifischen Leistungsfähigkeit dar. Die Schnelligkeit entscheidet gerade im Fußball oft über Sieg oder Niederlage. Der Spieler, welcher zuerst am Ball ist, um einen Schritt schneller ist, kann das spielentscheidende Tor erzielen oder im Abwehrbereich auch verhindern. In den letzten Jahrzehnten ist eine stetige Zunahme der Spieldynamik und des Spieltempos im Seniorenfußball, aber auch im Juniorenfußball zu erkennen. Unter diesem Hintergrund wird die zunehmende Bedeutung der Schnelligkeit im Fußball klar.

Die Wahrnehmungsschnelligkeit muss beim Fußballer sehr gut ausgeprägt sein. Er muss aus einer Fülle von Informationen möglichst schnell die wenigen wichtigen herausfiltern. Hierbei spielt die kognitive Leistungsfähigkeit und die damit eng gekoppelte Spielerfahrung eine große Rolle. Erfahrene und gute Spieler müssen den Ball z.B. nur kurz beobachten, um alle nötigen Informationen über die weitere Flugkurve und Geschwindigkeit zu erhalten und können sich dann sofort auf andere Schwerpunkte, wie z.B. den freien Mitspieler konzentrieren.

Unter Antizipationsschnelligkeit versteht man die Fähigkeit, möglichst schnell zu wissen, wie sich eine Spielsituation mit größter Wahrscheinlichkeit entwickeln wird. Aufgrund dieser Vorausahnung hat der Fußballer dann mehr Zeit, kann sich frühzeitig in die richtige Position begeben und weitere Handlungen planen. Der daraus resultierende Zeitvorteil ist extrem wichtig für die weiteren Handlungen, die eingeleitet werden. Der verwandte Begriff der Antizipationsfähigkeit wird später bei der Koordination erneut auftauchen und dort näher beschrieben und erläutert.

Nachdem die momentane Spielsituation analysiert wurde, muss nun schnell eine Entscheidung über eine bestimmte Handlung fallen. Man spricht hierbei von der Entscheidungsschnelligkeit. Der Fußballer muss dabei unter einer Vielzahl zur Auswahl stehenden Handlung entscheiden. Auch hier sind erfahrene Spieler im Vorteil. Daneben spielt aber auch die individuelle Disposition des Spieler eine große Rolle. So gibt es entscheidungsfreudige Spieler und weniger entscheidungsfreudige, was aber auch sehr gut durch Training beeinflussbar ist. Bei der Auswahl der Handlung sollte der Fußballer auch überraschende Entscheidungen treffen, um den Gegner zu verunsichern und sich so einen Vorteil zu verschaffen.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Leistungsfähigkeit bestimmt, ist die Reaktionsschnelligkeit. Sie beruht auf der Wahrnehmungsschnelligkeit, der Antizipationsschnelligkeit und der Entscheidungsschnelligkeit. Bisanz, Gerisch unterscheiden zwischen einfachen Reaktionen und Auswahlrektionen. Bei den einfachen Reaktionen erfolgt auf ein bestimmtes Signal eine bestimmte Reaktion. Bei Auswahlreaktionen muss auf einen Reiz aus einer Vielzahl von Reaktionsmöglichkeiten die richtige ausgewählt werden. Auf diese Reaktionsschnelligkeit wirken viele Faktoren wie z.B. das Alter, das Geschlecht, die Motivation und auch der Trainingszustand ein. Dabei ist zu beachten, dass die Reaktionszeit bei akustischen, optischen und taktilen Reizen durchaus verschieden sein kann. Der Fußballer benötigt die Reaktionsschnelligkeit vor allem bei Finten und der Reaktion darauf, bei Verfolgungen des Gegenspielers, beim Freilaufen vom Gegner oder bei unerwartet auftretenden Situationen, um nur einige zu nennen. Gerade im Fußball gibt es dauernd Signale, auf die der Spieler angemessen und schnell reagieren muss, um in Ballbesitz zu kommen oder zu bleiben. Bei zunehmender Ermüdung ist eine Abnahme der Reaktionsschnelligkeit zu beobachten, was den Zusammenhang der Ausdauer mit der Schnelligkeit sehr gut widerspiegelt.

Wie in Abbildung 8 zu erkennen ist, wird die Bewegungsschnelligkeit ohne Ball in eine azyklische und eine zyklische Bewegungsschnelligkeit unterteilt. Die azyklische Bewegungsschnelligkeit wird auch als Schnelligkeit von Einzelaktionen bezeichnet. Im Fußball findet man diese Ausprägung z.B. bei Drehungen, Sprüngen, Stoppbewegungen, Richtungswechseln, Tacklings oder Körperfinten. Die zyklische Bewegungsschnelligkeit, auch Fortbewegungsschnelligkeit genannt, findet man bei verschiedenen Läufen zum Ball, Mitspieler oder Gegner, Kopfball,aber auch wenn man in den freien Raum startet und sich vom Gegner löst.

Die besten Ausprägungen der Schnelligkeit nützen dem Fußballer nichts, wenn die Aktionsschnelligkeit mit Ball nicht ausreichend entwickelt ist. In der Aktionsschnelligkeit mit Ball sind die Wahrnehmungs-, Antizipations-, Entscheidungs- und Reaktionsschnelligkeit sowie Bewegungsschnelligkeit ohne Ball vereint. Hinzu kommt noch das Ballgefühl und die technischen Fertigkeiten. Im Spiel ist es sehr wichtig, den Ball bei hoher Geschwindigkeit zu kontrollieren, zu dribbeln und zielgenau zu passen. Nur so können die anderen Ausprägungen der Schnelligkeit Erfolg versprechend eingesetzt werden.

Alle bisher aufgezählten Subkategorien der Schnelligkeit vereinen sich in der Handlungsschnelligkeit, die eine komplexe fußballspezifische Schnelligkeitsform darstellt. In ihr vereinen sich nicht nur die Schnelligkeitsformen, sondern auch kognitive und motorische Komponenten, sowie technisch-taktische Fähigkeiten. Dies zeigt, dass die Schnelligkeit nicht als eine ausschließlich konditionelle Fähigkeit bezeichnet werden kann.

Arbeit zitieren:
Stark, Sebastian April 2005: Der Stellenwert der motorischen Grundeigenschaften im Schul- und Jugendfußball unter besonderer Berücksichtigung der Schulung von koordinativen Fähigkeiten und deren didaktischen methodischen Transfermöglichkeiten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Motorik, Ausdauertraining, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Koordinationstraining

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