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Stellenwert der Ethik für unternehmerisches Handeln - in Theorie und Praxis

Stellenwert der Ethik für unternehmerisches Handeln  - in Theorie und Praxis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Antonius Keller
  • Abgabedatum: April 2007
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 537,5 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Deutschland
  • Originaltitel: Stellenwert der Ethik für unternehmerisches Handeln
  • Bibliografie: ca. 71
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0394-2
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0394-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Keller, Antonius April 2007: Stellenwert der Ethik für unternehmerisches Handeln - in Theorie und Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Unternehmensethik, Corporate Social Responsibility, CSR, Ethik-Kodex, Unternehmenskultur

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Diplomarbeit von Antonius Keller

Problemstellung:

Nachdem der Sanierungsplan des Renault Konzerns Anfang 2007 verkündet wird, nehmen sich drei Mitarbeiter des Renault Entwicklungszentrums das Leben, da sie mit dem Arbeitsdruck psychisch nicht mehr klarkommen. Seit Juli 2006 wird gegen Mitarbeiter des französischen Autozulieferers Faurecia und des Volkswagen Konzerns ermittelt. Um den Wettbewerb zu umgehen und einfacher Aufträge zu erhalten, sollen dabei 20 Angestellte von VW und Audi mit Zahlungen von bis zu 800.000 Euro pro Jahr bestochen worden sein.

Nach der amtlichen Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen für Januar 2005 von über fünf Millionen Arbeitslose, präsentiert die Deutsche Bank kurz darauf auf einer Pressekonferenz ihre Gewinnverdopplung auf 4,1 Mrd. Euro und gleichzeitig den Abbau von weltweit 6.200 Arbeitsplätzen, um die Eigenkapitalrendite von 17% auf 25% zu erhöhen. Durch undichte, veraltete und schlecht gewartete Ölpipelines der Shell AG wurde jahrelang die Umwelt des Niger-Delta verschmutzt. Daneben engagierte sich der Konzern für nigerianische Entwicklungsprojekte, die jedoch so mangelhaft umgesetzt wurden, dass das Unternehmen jetzt zugeben musste, dadurch gewalttätige Konflikte, Korruption und Armut verschärft zu haben.

Welchen Stellenwert spielen heute ethische Aspekte bei unternehmerischen Handlungen?

Gibt es Unternehmen, die ihr Handeln auch an ethisch-moralischen Maßstäben ausrichten?

Die Handlungen von Wirtschaftsakteuren haben nicht nur eine ökonomische, rationale, sondern immer auch eine ethische Dimension. Da wirtschaftliche Entscheidungen die legitimen Interessen anderer betreffen, darf und muss immer auch gefragt werden, ob sie umfassend, vernünftig und moralisch vertretbar sind. Die Wirtschaftsakteure, besonders die Entscheidungsträger in den Unternehmen, werden derzeit immer häufiger mit solchen Fragen der moralischen Verantwortbarkeit ihres Handelns konfrontiert - sei es durch eine kritischer werdende Öffentlichkeit oder durch andere Akteure.

Gang der Untersuchung:

Jemand, der nicht direkt im Unternehmensprozess mitwirkt, kann sich über ihn nur indirekt aufgrund der Maßnahmen, welche an die Öffentlichkeit dringen, ein Bild machen. Aus solch einer abstrahierten Momentaufnahme Aussagen über den Stellenwert der Ethik im Unternehmensprozess abzuleiten, ist meine Aufgabe.

Im ersten Teil der Arbeit steht der Betrachtungsgegenstand der Untersuchung, nämlich die Ethik und das ethisch unternehmerische Handeln, im Mittelpunkt. Im zweiten Teil werden die Merkmale festgelegt, aufgrund derer die „Vermessung“ des Betrachtungsgegenstands durchgeführt wird. Anbei werden Hinweise zu den zugehörigen Fragestellungen im Fragebogen gegeben (z.B. „FrgBg: 5.1.c“), welche den Stand der Realisierung in den Unternehmen erfassen.

Darauf aufbauend wird im dritten Teil die Durchführung der selbst konzipierten Unternehmensbefragung beschrieben und eine fragenbezogene Auswertung gemacht. Die Arbeit schließt mit der Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse aus der eigenen Untersuchung und verwandter Untersuchungen, welche in jüngster Zeit veröffentlicht wurden. Darauf aufbauend wird der Stellenwert der Ethik für unternehmerisches Handeln abgeleitet.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort II
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2. Ethik–Gegenstand der Betrachtung 3
2.1 Moral, Ethos und Ethik 3
2.2 Normen, Maxime, Güter und Werte 6
2.3 Verantwortung 7
3. Merkmale zur Bestimmung des Stellenwerts der Ethik für unternehmerisches Handeln 8
3.1 Ethik-Management 9
3.2 Unternehmensvorbild - Formale Werte und Normen 11
3.2.1 Unternehmensleitbild 11
3.2.2 Wertekanon / Corporate Values 11
3.2.3 Ethik-Kodex 12
3.2.4 Führungsgrundsätze / Leadership Values 14
3.3 Unternehmenskultur 15
3.3.1 Ethik Training / -Seminar / -Workshop 15
3.3.2 Leitfaden mit unternehmenstypischen Ethikfallstudien 17
3.3.3 Ethische Beurteilungsmaßstäbe im Personalmanagement 17
3.3.4 Maßnahmen zum Umgang mit Fehlern 19
3.3.5 Ethische Komponenten im Anreizsystem 19
3.4 Unternehmensstruktur 20
3.4.1 Kommunikationsmöglichkeiten / Dialogorgane 20
3.4.2 Ethik-Vorstand / Ethik-Direktor 22
3.4.3 Ethik-Beauftragter / Ethics Officer 22
3.4.4 Ethik-Kommission 23
3.4.5 Ethik-Controlling / Ethik-Audits 24
4. Empirische Untersuchung zur Bestimmung des Stellenwerts der Ethik für unternehmerisches Handeln 26
4.1 Methodisches Vorgehen und Datenbasis 26
4.1.1 Auswahl und Beschreibung der Stichprobe 26
4.1.2 Datenerhebung 28
4.2 Befragung und Ergebnisse 30
4.2.1 Detaillierte Auswertung des Antwortverhaltens 30
4.2.2 Welchen Stellenwert nehmen Ethikmaßnahmen generell in der Unternehmenspraxis ein ? 31
4.2.3 Legen Unternehmen viel Wert auf Maßnahmen, welche formal vorschreiben, wie die Unternehmensmitglieder ethisch zu handeln haben? 32
4.2.4 Legen die Unternehmen viel Wert auf die Maßnahmen, welche das Wissen und Wollen der Mitarbeiter fördern, wie man ethisch handelt? (Kultur des Unternehmens) 33
4.2.5 Welche strukturellen Maßnahmen spielen eine besondere Rolle? 36
4.2.6 Wie intensiv sind die Bemühungen der Unternehmen, mit der „nicht geschäftlichen“ Außenwelt eine gelungene Beziehung einzugehen? 39
5. Ergebnisse aus verwandten empirischen Untersuchungen 42
5.1 Vorstellung der Untersuchungen 42
5.2 Zusammenfassung der Ergebnisse 43
6. Fazit und Ausblick 46
Anhang 49
Literaturverzeichnis 55

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort II
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2. Ethik–Gegenstand der Betrachtung 3
2.1 Moral, Ethos und Ethik 3
2.2 Normen, Maxime, Güter und Werte 6
2.3 Verantwortung 7
3. Merkmale zur Bestimmung des Stellenwerts der Ethik für unternehmerisches Handeln 8
3.1 Ethik-Management 9
3.2 Unternehmensvorbild - Formale Werte und Normen 11
3.2.1 Unternehmensleitbild 11
3.2.2 Wertekanon / Corporate Values 11
3.2.3 Ethik-Kodex 12
3.2.4 Führungsgrundsätze / Leadership Values 14
3.3 Unternehmenskultur 15
3.3.1 Ethik Training / -Seminar / -Workshop 15
3.3.2 Leitfaden mit unternehmenstypischen Ethikfallstudien 17
3.3.3 Ethische Beurteilungsmaßstäbe im Personalmanagement 17
3.3.4 Maßnahmen zum Umgang mit Fehlern 19
3.3.5 Ethische Komponenten im Anreizsystem 19
3.4 Unternehmensstruktur 20
3.4.1 Kommunikationsmöglichkeiten / Dialogorgane 20
3.4.2 Ethik-Vorstand / Ethik-Direktor 22
3.4.3 Ethik-Beauftragter / Ethics Officer 22
3.4.4 Ethik-Kommission 23
3.4.5 Ethik-Controlling / Ethik-Audits 24
4. Empirische Untersuchung zur Bestimmung des Stellenwerts der Ethik für unternehmerisches Handeln 26
4.1 Methodisches Vorgehen und Datenbasis 26
4.1.1 Auswahl und Beschreibung der Stichprobe 26
4.1.2 Datenerhebung 28
4.2 Befragung und Ergebnisse 30
4.2.1 Detaillierte Auswertung des Antwortverhaltens 30
4.2.2 Welchen Stellenwert nehmen Ethikmaßnahmen generell in der Unternehmenspraxis ein ? 31
4.2.3 Legen Unternehmen viel Wert auf Maßnahmen, welche formal vorschreiben, wie die Unternehmensmitglieder ethisch zu handeln haben? 32
4.2.4 Legen die Unternehmen viel Wert auf die Maßnahmen, welche das Wissen und Wollen der Mitarbeiter fördern, wie man ethisch handelt? (Kultur des Unternehmens) 33
4.2.5 Welche strukturellen Maßnahmen spielen eine besondere Rolle? 36
4.2.6 Wie intensiv sind die Bemühungen der Unternehmen, mit der „nicht geschäftlichen“ Außenwelt eine gelungene Beziehung einzugehen? 39
5. Ergebnisse aus verwandten empirischen Untersuchungen 42
5.1 Vorstellung der Untersuchungen 42
5.2 Zusammenfassung der Ergebnisse 43
6. Fazit und Ausblick 46
Anhang 49
Literaturverzeichnis 55

Textprobe:

Kapitel 4.1.1, Auswahl und Beschreibung der Stichprobe:

Als Zielgruppe wurden Unternehmen mit Sitz in Deutschland ausgewählt. Selektiert wurde nach Branche, Mitarbeiteranzahl und ob das Unternehmen börsennotiert ist oder nicht.

Für die Klassifizierung der Unternehmen aufgrund ihrer Mitarbeiterzahl diente als Anhalt das Betriebsverfassungsgesetz (§ 9 BetrVG). Es schreibt ab einer bestimmten Menge von Mitarbeitern im Unternehmen eine gewisse Anzahl an Betriebsratsmitgliedern gestaffelt vor. Diese Mengenbildung hat mit dem Aufwand zu tun, welcher für die Betriebsratsräte durch die Mitwirkung bei sozialen und personellen Angelegenheiten, bei der Gestaltung von Arbeitsplatz, Arbeitsablauf und Arbeitsumgebung und in wirtschaftlichen Angelegenheiten entsteht. So sind für bis zu 1500 Mitarbeiter 15 Personalräte, für bis zu 9000 Mitarbeiter etwas mehr als das doppelte vorgesehen. Ab 9000 Mitarbeitern wird die Staffelung linear.

Aufgrund der Börsennotierung sollen Rückschlüsse gezogen werden können, inwieweit die Eigentümerproblematik eine Rolle spielt.

Es wurde angestrebt, die Auswahl der Unternehmen nach diesen Kriterien möglichst ausgewogen zu gestalten, wobei der Name des Unternehmens keine Rolle spielte.

Beim Sammeln der Adressaten fiel auf, dass speziell im Automobilbau wenige Hersteller, aber sehr viele Zulieferer existieren. Die Bauindustrie hat wenige sehr große eigenständige Unternehmen und viele Familienunternehmen. In der Chemiebranche existieren viele kleine Unternehmen, die von einem Großunternehmen gegründet oder aufgekauft wurden. Im Energiesektor ist die Konzentration auf wenige große Unternehmen sehr stark; es gibt nur noch wenige vereinzelt städtische Werke. Diese einschränkenden Marktgegebenheiten führten dazu, dass je mehr Testfirmen ausgewählt wurden, umso weniger die Ausgewogenheit der Klassen beibehalten werden konnten.

Als Quelle für die Firmenadressen dienten die Mitgliederlisten der Wirtschaftsverbände im BDI sowie Firmendatenbanken, die in Online-Portalen verfügbar waren. Ob die Unternehmen börsennotiert waren, musste jeweils extra über das „OnVista Finanzportal“ geprüft werden. Nur die börsennotierten Unternehmen wurden in der Auswertung mit „AG“ vermerkt.

Der Fragebogen wurde so entworfen, dass im bunten Wechsel ausgewählte Komponenten der Unternehmensstruktur und -kultur zu beantworten sind. Dabei wurde großen Wert darauf gelegt, dass der Befragte bei der Beantwortung der Fragen auch Gestaltungs- und Freiräume hat, indem er selbst zusätzliche Angaben machen kann. Dies ist auch notwendig, da Unternehmenskultur und -struktur unterschiedlich ausgestaltet und beeinflusst werden können.

Im Einzelnen liegen dem Aufbau des Fragebogens folgende methodische Überlegungen zugrunde:

Zu Beginn sollen Fragen zur Unternehmensgröße und Branche das Profil des Unternehmens erfassen (Fragen 1 - 4). An dieser Stelle ist bereits ein erster Eindruck über die Ernsthaftigkeit, bei Beantwortung des Fragebogens möglich.

Danach geht es in Frage 5 um konkrete Ethikmaßnahmen, die das Unternehmen betreffen. Hier findet eine Aufnahme und Einstellung gegenüber Ethikmaßnahmen statt. Bei der Erhebung zu den einzelnen Maßnahmen besteht ein methodisches Problem, da man sich bei dem Befragten nicht rückversichern kann, was er genau unter den Begriffen versteht.

Wie Unternehmen mit Fehlern von Mitarbeitern umgehen, wird in Frage 6 erfasst. Ein Unternehmen kann durch verschiedene Aktivitäten die Angst der Mitarbeiter nehmen, Fehler zu begehen und zuzugeben. Dies zeigt auch, ob Unternehmen aus ihren Fehlern ein Lernprozess in Gang setzen und Fehler als Chance verstehen.

Frage 7 beschäftigt sich mit der Zufriedenheit der Mitarbeiter, die man intern abfragen kann.

Zufriedene Kunden sind von hoher Bedeutung für Unternehmen, da ihr Geschäftserfolg maßgeblich von ihnen abhängt. Damit dieses Ziel gefördert und erreicht werden kann, können neben finanziellen Anreizen z.B. auch nicht-monetäre Aspekte eine Rolle spielen, die bei Frage 8 eingetragen werden können.

Eine Arbeitsgruppe kann sich am Ende von Projekten oder Arbeitsvorhaben die Zeit nehmen, die internen Arbeitsabläufe und Auswirkungen auf Betroffene kritisch und offen zu hinterfragen, damit ein Lernprozess in Gang gesetzt wird (Frage 9). War der Umgang unter den Mitarbeitern während des Projekts stets fair und angemessen ? Setzt man beim Umgang mit Kunden die Glaubwürdigkeit oder das Vertrauen aufs Spiel ?

Der Umfang des gesellschaftlichen Engagements wird in Frage 10 genauer untersucht. Hier zeigt sich, wer in Form von Spenden Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt.

Das ethische Engagement zeigt sich aber nicht nur finanziell, sondern auch in externen Kooperationen und Aktivitäten (Frage 11). Der Austausch mit externen Institutionen/Partnern, bezüglich ethischen Handelns, zeigt den hohen Stellenwert und den Willen des Unternehmens, sich ausführlicher mit dem Thema Ethik zu befassen.

Als Letztes wird in Frage 12 untersucht, ob und welche Organisationen von Unternehmen gefördert werden, die sich vor allem international für einen fairen, verlässlichen und verantwortungsbewussten Wertschöpfungsprozess von Unternehmen einsetzen.

Kapitel 4.1.2, Datenerhebung:

Zur Erhebung von Datenmaterial wurde das Instrument der schriftlichen Befragung ausgewählt, um auf diese Weise eine Vielzahl an Unternehmen in Deutschland erreichen zu können. Aufgrund des formalisierten Fragebogens besteht leicht die Möglichkeit zum Vergleichen und zur Verdichtung der Ergebnisse.

An die Unternehmen des ausgewogenen Adressclusters wurden 265 Fragebögen per Brief versendet. Der Brief enthielt auch einen voradressierten und frankierter Briefumschlag für die Rückantwort. Damit wurde der Rückantwort eine hohe Bedeutung gegeben. Die anderen 164 Fragebögen wurden aus Kostengründen per Fax übermittelt.

Die Adressaten der Befragung waren Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Bereichsvorstände, wobei die Befragung in anonymisierter Form erfolgte.

Befragungszeitraum war vom 14.03.07 bis 10.04.07. Befragt wurden 429 Unternehmen, davon 265 per Brief und 164 per Fax. Bei den Briefen wurde ein Response von 119 Rückmeldungen erzielt - dies entspricht einer Rücklaufquote von 45%. Bei den Fax Dokumenten kamen von den 164 Anfragen 30 Antworten zurück, was einer Rücklaufquote von 18% entspricht. Insgesamt beträgt die Rücklaufquote 35%. Die Verteilung der Antworten auf die jeweilige Branche und der jeweilige Rücklauf stellen sich folgendermaßen dar:

Wenn im weiteren Verlauf bei der Interpretation der Ergebnisse von „den Unternehmen“ gesprochen wird, beziehen sich diese Aussagen auf die 121 Unternehmen, die den Fragenkatalog ausgefüllt haben. Aufgrund dieser Erhebung kann nicht auf alle Unternehmen der BRD (ca. 3 Millionen) geschlossen werden. Diese Art der Verallgemeinerung lässt der Umfang der Untersuchung nicht zu. Sie liefert jedoch Indizien auf spezielle Zustände (z.B. Unternehmenskultur) im Jahr 2007, welche in umfangreicheren Untersuchungen noch zu verifizieren wären.

Kapitel 4.2, Befragung und Ergebnisse:

Kapitel 4.2.1, Detaillierte Auswertung des Antwortverhaltens:

Die meisten Antworten kamen aus der Branche der Energiewirtschaft (56%). Aufgrund der hohen Konzentration wurden dort nur 16 Anfragen verschickt - diese haben jedoch am klarsten Stellung bezogen auf die Thematik. Für die Finanzdienstleister war die Umfrage allerdings kaum eine Antwort wert (12%).

Insgesamt haben 31% der börsennotierten und 69% der nicht-börsennotierten Unternehmen auf den Fragebogen geantwortet. Scheinbar sind börsennotierte Unternehmen weniger an dem Thema interessiert.

Die Antworten je nach Mitarbeiterkategorie verteilen sich primär auf 50 Klein- (30% der Befragten), 38 Mittlere- (23%) und 32 Großunternehmen (30%). D.h. für diese Frage spielt es kaum eine Rolle, wie groß der Betriebsrat ist und damit indirekt auch, wie viele Mitarbeiter in der Unternehmung beschäftigt sind.

Unter den Absagen waren die zwei Hauptgründe, dass der Zeitaufwand für das Unternehmen zu groß sei oder dass sich das Unternehmen generell nicht an Umfragen beteiligt. Unter den Absagen gab es aber auch markante Begründungen, die Rückschlüsse auf den Stellenwert dieses Themas für das betroffene Unternehmen zulassen. Ein Handelsunternehmen schrieb: „Detaillierte Angaben zu diesem Thema können wir Ihnen leider nicht mitteilen, da Ihre Fragen Inhalten ansprechen, die wir nicht kommunizieren“.

Ein Großunternehmen aus der Grundstoffindustrie schrieb ohne Begründung: „Wir bitten um Verständnis, wenn wir von einer Beteiligung an ihrer Umfrage zum Stellenwert der Ethik absehen möchten“. Die einzelnen Fragebögen waren, wie das Ergebnis der Stichprobe zeigt, sehr gut ausgefüllt; lediglich bei „sonstiges“ wurden wenige Einträge gemacht.

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Arbeit zitieren:
Keller, Antonius April 2007: Stellenwert der Ethik für unternehmerisches Handeln - in Theorie und Praxis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Unternehmensethik, Corporate Social Responsibility, CSR, Ethik-Kodex, Unternehmenskultur

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