Stellenwert der Ethik und ethischen Kompetenzentwicklung in der Pflegeausbildung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Francisco Cazorla Albrecht
- Abgabedatum: Juni 2008
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 327,3 KB
- Note: 2,2
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Ludwigshafen am Rhein Deutschland
- Bibliografie: ca. 12
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4033-6
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Cazorla Albrecht, Francisco Juni 2008: Stellenwert der Ethik und ethischen Kompetenzentwicklung in der Pflegeausbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Landeslehrpläne, Marianne Rabe, Ethikunterricht, Moral, Ethos
28,00 €
PDF-eBook Download: 28,00 €
Diplomarbeit von Francisco Cazorla Albrecht
Einleitung:
Der Pflegeberuf hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Ein neues berufliches Selbstverständnis, begünstigt durch die Akademisierung, sorgt für neue Perspektiven und Blickwinkel im pflegerischen Alltag. Die Pflegenden fordern immer mehr als eigene Profession, mit allen Rechten und Pflichten, wahrgenommen zu werden und nicht als Anhängsel der Medizin. Durch das neue Krankenpflegegesetz welches 2004 in Kraft trat, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung erfolgt. Es werden dem Pflegeberuf eigenverantwortliche Handlungsbereiche zugeschrieben in denen er selbstbestimmt entscheiden kann und darf. Diese Möglichkeit, in ganz neuer Form für sein Handeln Verantwortung zu übernehmen, hat für mich der Betrachtung des pflegerischen Handelns aus ethischer Sicht eine neue Dimension verliehen. Dabei soll es nicht um das examinierte Personal gehen, sondern um den Stellenwert der Ethik und ethischen Kompetenzentwicklung in der Pflegeausbildung.
Die vorliegende Arbeit ist in erster Linie eine beschreibende Arbeit, die sich mit den Aussagen ausgewählter Literatur zu dem Bereich der Ethik bzw. Pflegeethik beschäftigt, sowie mit den Fragen der ethischen Kompetenzentwicklung. Weiter findet eine Betrachtung von 3 ausgewählten Landeslehrplänen statt, mit dem Ziel eine Aussage darüber geben zu können, in wie weit Ethik und eine ethische Kompetenzentwicklung in der Ausbildung eine Rolle spielt. Am Ende dieser Arbeit möchte ich meine eigenen Ideen zur Gestaltung des Ethikunterrichtes darstellen. Somit liegt der wesentliche Fokus der Arbeit auf der inhaltlichen Gestaltung der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitung | 4 | |
| 1 | Die Orientierung | 5 |
| 1.1 | Definitionen und Aussagen | 6 |
| 1.1.1 | Ethik | 6 |
| 1.1.2 | Pflegeethik | 10 |
| 1.1.3 | Ethische Kompetenz | 14 |
| 1.2 | Wie können Pflegende eine ethische Kompetenz entwickeln? | 15 |
| 1.3 | Wozu sollte der Ethikunterricht befähigen? | 19 |
| 1.4 | Wie kann eine ethische Kompetenz geschult werden? | 21 |
| 1.5 | Das Ausbildungsstufenmodell der ethischen Kompetenzentwicklung | 25 |
| 1.6 | Zusammenfassung | 30 |
| 2 | Welchen Stellenwert hat in den Landeslehrplänen die ethische Kompetenzentwicklung? | 31 |
| 2.1 | Lehrplan Bayern | 33 |
| 2.1.1 | Kurzportrait | 33 |
| 2.1.2 | Auflistung der Inhalte mit ethischem Bezug | 34 |
| 2.1.3 | Persönliche Einschätzung | 37 |
| 2.2 | Lehrplan Baden-Württemberg | 39 |
| 2.2.1 | Kurzportrait | 39 |
| 2.2.2 | Auflistung der Inhalte mit ethischem Bezug | 39 |
| 2.2.3 | Persönliche Einschätzung | 41 |
| 2.3 | Lehrplan Rheinland - Pfalz | 43 |
| 2.3.1 | Kurzportrait | 43 |
| 2.3.2 | Auflistung der Inhalte mit ethischem Bezug | 43 |
| 2.3.3 | Persönliche Einschätzung | 48 |
| 2.4 | Zusammenfassung | 49 |
| 3 | Modelle der ethischen Entscheidungsfindung | 50 |
| 3.1 | Reflexionsmodell von Marianne Rabe | 50 |
| 3.2 | Organisationsethische Modell der Entscheidungsfindung von Marion Großklaus-Seidel | 54 |
| 3.3 | Zusammenfassung | 56 |
| 4 | Persönliche Vorstellungen einer didaktischen Vermittlung des Themas Ethik im Pflegeunterricht | 58 |
| 4.1 | Stundenanzahl und deren Verteilung auf drei Ausbildungsjahre | 58 |
| 4.2 | Inhalte und Methoden | 70 |
| 4.2.1 | Weitere methodische Ideen zur Förderung der ethischen Reflexion | 77 |
| 4.3 | Probleme und Schwierigkeiten | 79 |
| Fazit | 81 | |
| Literaturverzeichnis | 82 | |
| Anhang | 84 |
Testprobe:
Kapitel 1.3, Wozu sollte der Ethikunterricht befähigen?
Betrachtet man die Definition der ethischen Kompetenz differenzierter, kommt man zu folgenden 6 Punkten zu denen der Ethikunterricht befähigen sollte:
zur Reflexion zur Formulierung und Begründung der eigenen moralischen Orientierung zum Erkennen moralischer Probleme in der eigenen Praxis zur Diskursfähigkeit zur Urteilsfähigkeit zur Wachheit und Mut, auch tatsächlich moralisch zu Handeln 1. Fähigkeit zur Reflexion In den Definitionen der Ethik wird die Reflexion als die bestimmende Fähigkeit benannt. Diese Fähigkeit sollte ein generelles Ziel der Pflegeausbildung sein, denn nicht nur für den Erwerb einer ethischen Kompetenz ist die Reflexionsfähigkeit von Bedeutung, sondern für die Arbeit als professionelle Berufsgruppe und für die Umsetzung des Pflegeprozesses ist diese Fähigkeit ebenso wichtig.
2. Fähigkeit zur Formulierung und Begründung der eigenen moralischen Orientierung Sich seiner eigenen Wertvorstellung bewusst zu sein und diese auch benennen zu können, ist ein wichtiger Aspekt, wenn es um die Betrachtung ethischer Problemsituationen geht. Denn nur wenn man sich über seine persönliche, moralische Orientierung bewusst ist, kann man an Hand dessen begründen was in der Situation für einen das ethische Problem darstellt.
3. Fähigkeit zum Erkennen moralischer Probleme in der eigenen Praxis Aufbauend auf den zuvor benannten Fähigkeiten und der parallel erworbenen fachlichen und erfahrenen praktischen Ausbildung, schließt sich die Fähigkeit des „Erkennens moralischer Probleme in der eigenen Praxis“ an. Hier werden die persönlichen, moralischen Wertvorstellungen in Beziehung zu den ethischen Ansprüchen der Berufsgruppe und dem Erlebten in der Praxis gebracht.
4. Fähigkeit zur Diskursfähigkeit Bei der weiteren Entwicklung der ethischen Kompetenz muss die Fähigkeit vermittelt werden, in einer passenden Art über moralische Probleme in der Praxis zu diskutieren. Diese Diskursfähigkeit profitiert zum Ersten von dem Verständnis der ersten drei Fähigkeiten und zum Zweiten von dem Ausbildungstand und den damit verbundenen Erfahrungen.
5. Fähigkeit zur Urteilsfähigkeit Ethische Problemsituationen sind häufig schwer zu bewerten (was ist das Richtige und was das Falsche). Eine Entscheidung zu treffen fällt oft sehr schwer, da ethische Problemsituationen meist Handlungen beinhalten, die einerseits die fachliche Kompetenz überschreitet und andererseits rechtliche Fragen aufwirft. Umso wichtiger ist es die ethische Urteilsfähigkeit zu fördern und zu entwickeln. Die Urteilsfähigkeit profitiert wie die Diskursfähigkeit von dem Verständnis der ersten drei Fähigkeiten, dem Ausbildungstand und den damit verbundenen Erfahrungen.
6. Fähigkeit zur Wachheit und Mut, auch tatsächlich moralisch zu Handeln Die Sicherheit das Handeln moralisch gegenüber anderen vertreten, begründen und verantworten zu können, resultiert aus den ersten fünf genannten Fähigkeiten. Sicherlich ist diese Fähigkeit als Anspruch an den Zeitrahmen eine Pflegeausbildung hoch gegriffen, dennoch sollte diese Fähigkeit den Auszubildenden als eine Qualität einer beruflichen Profession bewusst werden.
1.4 Wie kann eine ethische Kompetenz geschult werden?
Aufgrund des hohen praktischen Anteils der Ausbildung erleben Auszubildende schon früh ethischen Problemsituationen, auch wenn es ihnen nicht immer als solches Bewusst wird. „Persönliche, organisationsspezifische und gesellschaftliche Wertvorstellungen, die in Problemsituationen einfließen, lassen diese oft undurchschaubar erscheinen. Ethische Reflexion und differenzierte Begründungsmöglichkeiten werden deshalb für einen professionellen Umgang mit Konflikten zunehmend erforderlich.“ Daher ist es wichtig schon in der Ausbildung die ethische Reflexion zu fördern und die Auszubildenden mit differenzierten Begründungsmöglichkeiten vertraut zu machen.
Lehrmethoden für den Ethikunterricht Betrachtet man die Literatur zu den Lehrmethoden für den Ethikunterricht wird schnell erkennbar, dass ein Schwerpunkt bei allen Methoden die Fallorientierung ist. Diese können frei erfundene Fälle oder real erlebte Fälle sein. „Gerade Fallgeschichten bieten die Möglichkeit, induktiv zu lernen, indem anhand einer speziellen Situation auch das allgemeine gezeigt werden kann. Hierbei geht es vor allem um ethische Prinzipien, berufsethische Regeln, institutionelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der pflegerischen Arbeit sowie um anthropologische Konzepte.“ Es gibt verschiedene Methoden für die Ethikausbildung von Medizinstudenten, bei denen ebenfalls mit Fällen gearbeitet wird, wie etwa die „Ulmer Methode“ und die „Marburger Methode“. Orientiert an den Möglichkeiten der Schule und an den Fähigkeiten des Lehrenden gibt es eine Vielzahl an Präsentationsmöglichkeiten dieser Fälle.
28,00 €
PDF-eBook Download: 28,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836640336
Arbeit zitieren:
Cazorla Albrecht, Francisco Juni 2008: Stellenwert der Ethik und ethischen Kompetenzentwicklung in der Pflegeausbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Landeslehrpläne, Marianne Rabe, Ethikunterricht, Moral, Ethos



