Statistische Prozessregelung bei administrativen Prozessen im Rahmen eines ganzheitlichen Prozesscontrollings
- Art: Seminararbeit
- Autor: Thomas Gerboth
- Abgabedatum: August 2001
- Umfang: 127 Seiten
- Dateigröße: 902,8 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5017-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5017-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5017-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Gerboth, Thomas August 2001: Statistische Prozessregelung bei administrativen Prozessen im Rahmen eines ganzheitlichen Prozesscontrollings, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: SPC, Nichtproduktionsprozesse, Prozesskennzahlen
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Seminararbeit von Thomas Gerboth
Einleitung:
Der Wandel von der Funktionsorientierung hin zur Prozessorientierung muss sich auf sämtliche Prozesse im Unternehmen beziehen. Vor dem Hintergrund, dass der Anteil der Dienstleistungen bereits 70% des Bruttoinlandsproduktes ausmachen und auch innerhalb der Industrieunternehmen deren Anteil ständig zunimmt, rücken die entsprechenden administrativen Prozesse verstärkt in den Vordergrund. Diese Prozesse gilt es ebenso zu bewerten und zu überwachen, wie es bei den Produktionsprozessen bereits seit Jahrzehnten der Fall ist.
Mit der Statistischen Prozessregelung (engl.: Statistical Process Control – SPC) besteht eine Methode, die mit Prozessfähigkeitsindizes und Qualitätsregelkarten Instrumente dafür beinhaltet. Die Anwendung der SPC beschränkt sich bis heute jedoch nur auf Produktionsprozesse; eine Erweiterung auf Nichtproduktionsprozesse – und damit alle Geschäftsprozesse – hat bisher nicht stattgefunden.
Das Ziel dieser Arbeit ist aufzuzeigen, wie die Instrumente der SPC dazu eingesetzt werden können, auch administrative Prozesse kontrollieren zu können. Den Rahmen für eine solche Kontrolle von Geschäftsprozessen bildet ein ganzheitliches Prozesscontrolling, welches innerhalb der Dissertation entwickelt wird. Des Weiteren erfolgt eine Klassifizierung von Prozessen und prozessorientierten Kennzahlen. Dabei geht es darum, eine einheitliche Nomenklatur für die Arbeit festzulegen, aber auch neuartige Ansätze aufzuzeigen. Die praktische Anwendung des Konzepts eines ganzheitlichen Prozesscontrollings sowie auch des Einsatzes der Statistischen Prozessregelung bei administrativen Prozessen wird anhand von mehreren Fallbeispielen verdeutlicht.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 12 |
| 1.1 | Problemstellung | 13 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 14 |
| 2. | Klassifizierungen von Prozessen und prozessorientierten Kennzahlen | 16 |
| 2.1 | Prozessorientierung | 16 |
| 2.1.1 | Prozess | 17 |
| 2.1.2 | Allgemeines Prozessmodell | 18 |
| 2.2 | Klassifizierungen von Prozessen | 19 |
| 2.2.1 | Geschäfts-, Schlüssel- und Kernprozesse | 19 |
| 2.2.2 | Operative, Unterstützungs- und Managementprozesse | 20 |
| 2.2.3 | Haupt- und Teilprozesse sowie Tätigkeiten | 21 |
| 2.2.4 | Produktions- und administrative Prozesse | 22 |
| 2.3 | Klassifizierungen von prozessorientierten und Prozesskennzahlen | 24 |
| 2.3.1 | Kennzahlen, Kennzahlensysteme und Vergleiche | 24 |
| 2.3.2 | Klassifizierung von prozessorientierten Kennzahlen | 26 |
| 2.3.3 | Klassifizierungen von Prozesskennzahlen | 27 |
| 2.3.3.1 | Extrinsische Prozesskennzahlen | 27 |
| 2.3.3.2 | Intrinsische Prozesskennzahlen | 29 |
| 2.3.3.3 | Effektivitäts- und Effizienzgrößen | 30 |
| 2.3.3.4 | Kosten-, Zeit- und Qualitätsgrößen | 31 |
| 2.3.3.5 | Lage- und Streuungsgrößen | 33 |
| 2.3.3.6 | Universelle und spezifische Größen | 33 |
| 2.3.4 | Zuordnung von Prozesskennzahlen | 34 |
| 3. | Konzept eines ganzheitlichen Prozesscontrollings | 36 |
| 3.1 | Prozesscontrolling im Umfeld anderer Ansätze | 36 |
| 3.1.1 | Prozessmanagement | 36 |
| 3.1.2 | Business Process Reengineering | 37 |
| 3.1.3 | Controlling | 38 |
| 3.2 | Notwendigkeit eines Prozesscontrollings | 39 |
| 3.3 | Einordnung und Abgrenzung des Prozesscontrollings | 41 |
| 3.4 | Inhalte und Aufgaben des Prozesscontrollings | 42 |
| 3.4.1 | Planung von Prozessen | 43 |
| 3.4.1.1 | Planung von Prozessstruktur und Prozesszielen | 44 |
| 3.4.1.2 | Planung von Prozesskennzahlen und -zielwerten | 45 |
| 3.4.2 | Bereitstellung prozessrelevanter Informationen I: Dokumentation von Prozessen | 45 |
| 3.4.3 | Kontrolle von Prozessen | 47 |
| 3.4.3.1 | Bewertung von Prozessen | 48 |
| 3.4.3.2 | Initiierung von Prozessverbesserungen und Maßnahmencontrolling | 49 |
| 3.4.3.3 | Überwachung von Prozessen | 50 |
| 3.4.4 | Bereitstellung prozessrelevanter Informationen II: Erstellung von Prozessberichten | 51 |
| 4. | Statistische Prozessregelung bei Produktionsprozessen | 53 |
| 4.1 | Bewertung von Produktionsprozessen mittels Fähigkeitsindizes | 53 |
| 4.1.1 | Messgeräte-, Maschinen- und Prozessfähigkeitsindizes | 53 |
| 4.1.2 | Prozessfähigkeitsindizes bei nicht normalverteilten Daten | 56 |
| 4.1.3 | Einfluss der Streuung auf die Nomenklatur der Prozessfähigkeitsindizes | 59 |
| 4.1.4 | Vertrauensbereiche für Prozessfähigkeitsindizes | 59 |
| 4.1.5 | Prozessesfähigkeitsindizes in Theorie und Praxis | 61 |
| 4.2 | Überwachung von Produktionsprozessen mittels Qualitätsregelkarten | 62 |
| 4.2.1 | Ablauf bei der Anwendung von Qualitätsregelkarten | 63 |
| 4.2.2 | Einteilung von Qualitätsregelkarten | 65 |
| 4.2.3 | Gebräuchliche Qualitätsregelkarten | 66 |
| 4.2.4 | Weitere Qualitätsregelkarten | 69 |
| 5. | Statistische Prozessregelung bei administrativen Prozessen | 72 |
| 5.1 | Vorteile der Statistischen Prozessregelung bei administrativen Prozessen | 73 |
| 5.2 | Schwierigkeiten der Statistischen Prozessregelung bei administrativen Prozessen | 74 |
| 5.3 | Voraussetzungen für die Anwendung der Statistischen Prozessregelung bei administrativen Prozessen | 76 |
| 5.4 | Bewertung von administrativen Prozessen mittels Prozessfähigkeitsindizes | 77 |
| 5.5 | Überwachung von administrativen Prozessen mittels Prozessregelkarten | 79 |
| 5.6 | Zusammenfassung der Statistischen Prozessregelung für jegliche Art von Prozessen | 81 |
| 6. | Praktische Erprobung | 82 |
| 6.1 | Fallbeispiel 1: Controlling eines Entwicklungsprozesses in der Halbleiter-Industrie | 82 |
| 6.1.1 | Planung der Hauptprozesse | 82 |
| 6.1.2 | Dokumentation des Entwicklungsprozesses | 83 |
| 6.1.3 | Kontrolle des Entwicklungsprozesses | 85 |
| 6.1.3.1 | Bewertung des Entwicklungsprozesses | 86 |
| 6.1.3.2 | Maßnahmen zur Verbesserung des Entwicklungsprozesses | 87 |
| 6.1.3.3 | Überwachung des Entwicklungsprozesses | 89 |
| 6.1.4 | Projekt- und Prozessreporting | 90 |
| 6.2 | Fallbeispiel 2: Kontrolle eines Lieferprozesses in der Mobilfunk-Industrie | 91 |
| 6.2.1 | Darstellung des Lieferprozesses | 92 |
| 6.2.2 | Bewertung des Lieferprozesses im Geschäftsgebiet „Mobilfunkgeräte“ | 92 |
| 6.2.3 | Bewertung des Lieferprozesses im Geschäftsgebiet „schnurlose Telefone“ | 94 |
| 6.2.4 | Maßnahmen zur Verbesserung des Lieferprozesses | 95 |
| 6.2.5 | Überwachung des Lieferprozesses | 96 |
| 6.3 | Fallbeispiel 3: Kontrolle eines Auftragsannahmeprozesses in der Medizintechnik-Industrie | 97 |
| 6.3.1 | Darstellung des Auftragsannahmeprozesses | 97 |
| 6.3.2 | Bewertung des Auftragsannahmeprozesses | 98 |
| 6.3.3 | Maßnahmen zur Verbesserung des Auftragsannahmeprozesses | 100 |
| 6.3.4 | Überwachung des Auftragsannahmeprozesses | 100 |
| 6.4 | Fazit der Fallbeispiele | 101 |
| 7. | Zusammenfassung und Ausblick | 103 |
| Anhang | 106 | |
| Literatur | 109 |
Das Ziel von Fähigkeitsuntersuchungen in der Produktion ist zu überprüfen, ob der Prozess geeignet ist, ein Produkt zu erstellen, das die Qualitätsanforderungen an dieses Produkt erfüllt.54 Die Beurteilung erfolgt durch Gegenüberstellung der geforderten Toleranzgrenzen und der Streuung der inhärenten Merkmalswerte der Waren. Die Fähigkeitsuntersuchungen untergliedern sich bei Produktionsprozessen in eine Messgeräte-, eine Maschinen- und eine Prozessfähigkeitsuntersuchung. 4.1.1 Messgeräte-, Maschinen- und Prozessfähigkeitsindizes Bei der Messgerätefähigkeitsuntersuchung ist der Nachweis zu erbringen, dass die verwendeten Geräte in der Lage sind, die Messungen mit der notwendigen Genauigkeit (Faustregel: 1/10 der Toleranz), Wiederholpräzision und Vergleichbarkeit durchzuführen.55 Die Maschinenfähigkeit ist ein Maß für die maschinenbedingten Einflüsse auf den Produktionsprozess. Um eventuelle systematische Einflüsse auszuschalten, müssen die Randbedingungen und äußeren Faktoren während der Untersuchung konstant gehalten [...]
Die Statistische Prozessregelung (auch: Statistische Prozesslenkung; engl.: Statistical Process Control – SPC) liefert Informationen über den Zustand von Prozessen und deren Leistungsvermögen. Sie basiert auf statistischen Grundlagen und ermöglicht es, Prozesse zu bewerten, zu regeln und kontinuierlich zu überwachen. Als wichtige Instrumente dienen dabei verschiedene Typen von Fähigkeitsindizes und Regelkarten. Wie in der Einleitung bereits erwähnt beschränkt sich die Anwendung der Statistischen Prozessregelung bis heute nur auf Produktionsprozesse. Bevor in Kapitel fünf auf die Anwendung von Fähigkeitsindizes und Regelkarten bei administrativen Prozessen eingegangen wird, ist zuvor der Stand des Wissens bezüglich der Statistischen Prozessregelung bei Produktionsprozessen überblickartig darzustellen. Auf die in der Praxis bewährten Ansätze wird dabei genauer eingegangen. [...]
und welche Sofortmaßnahmen zu ergreifen sind. Die Prozessregelkarten lassen sich auch für das Prozessberichtswesen einsetzen. Die erfassten Istprozesse sind ebenso wie die Sollprozesse zu dokumentieren. Zusammen mit den von den Prozessbeteiligten erhobenen Istwerten bilden sie die Grundlage für die anschließende Prozessbewertung. Die Erfassung der Istdaten erfolgt durch die Abfrage von DV-Systemen, Interviews und Fragebögen. Die Überwachung der Bearbeitungszustände bei bestimmten Prozessen lässt sich mittels Workflowmanagement-Systemen durchführen. Damit lässt sich feststellen, an welcher Stelle im Prozess sich ein bestimmter Vorgang befindet. Insbesondere vor dem Hintergrund des EBusiness kommt der Transparenz und Überwachung der Prozesse eine besondere Bedeutung zu. Bestimmte Transaktionen innerhalb der entsprechenden Prozesse sollen über das Interbzw. Intranet nachvollziehbar oder sogar ausführbar sein (z. B. die Bestellung von Ware oder das Ausfüllen von Anträgen – online). 3.4.4 Bereitstellung prozessrelevanter Informationen II: Erstellung von Prozessberichten Neben der Dokumentation der Prozesse und der laufenden Bereitstellung von Informationen ist es im Rahmen der Informationsversorgung eine weitere Aufgabe des Prozesscontrollings, Transparenz bezüglich der Prozessleistungen (engl.: Process Performance) zu schaffen. Dafür sind klare, richtige, vollständige und rechtzeitige Berichte (engl.: Reports) bereitzustellen, die im Detaillierungsgrad den jeweiligen Adressaten entsprechen. Ausgehend von den Istdaten des Monitorings und deren Vergleich mit den Sollwerten sowie weiteren Input-Informationen sollen die Berichte über den aktuellen Stand der Zielerreichung sowie deren Entwicklung im zeitlichen Verlauf Auskunft geben. Eine mögliche Form des Reportings können neben den bereits erwähnten Regelkarten so genannte Cockpit-Charts sein, die die Soll- und Istgrößen im Zeitverlauf darstellen und um schriftliche Bemerkungen ergänzt werden, wie z. B. zum Grad der Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen (s. Abb. 23). Das prozessbezogene Berichtssystem hat sich idealerweise in das übergeordnete Berichtswesen, z. B. im Rahmen einer Balanced Scorecard, zu integrieren. Wissensmanagement gewinnt immer mehr an Bedeutung. Daher wird es zunehmend Aufgabe der Prozesscontroller sein, sowohl die Informationen der Dokumentation und [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832450175
Arbeit zitieren:
Gerboth, Thomas August 2001: Statistische Prozessregelung bei administrativen Prozessen im Rahmen eines ganzheitlichen Prozesscontrollings, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
SPC, Nichtproduktionsprozesse, Prozesskennzahlen



