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Statische und dynamische Berechnung eines Industrieschornsteines aus Stahlbeton im Vergleich zu Mauerwerk

Statische und dynamische Berechnung eines Industrieschornsteines aus Stahlbeton im Vergleich zu Mauerwerk
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Olhöft
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 3,1 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule Bremen, University of Applied Sciences Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8572-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8572-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8572-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Olhöft, Jan Januar 2005: Statische und dynamische Berechnung eines Industrieschornsteines aus Stahlbeton im Vergleich zu Mauerwerk, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Eurocode, Bauwerksschwingungen, Wärmeeinwirkungen, Rißbreitenbeschränkung, Gebrauchstauglichkeit

Diplomarbeit von Jan Olhöft

Zusammenfassung:

Mit der vorgelegten Diplomarbeit weist der Autor seine Kenntnisse und Fähigkeiten bei der wissenschaftlichen Herangehensweise an eine technische Aufgabenstellung in einem vorgegebenem Zeitrahmen nach.

Die Aufgabenstellung lautete, einen im Jahr 1959 errichteten Industrieschornstein aus Mauerwerk nach den im Jahr 2004 für massive freistehende Schornsteine gültigen Normen (DIN EN 13084, Eurocodes usw.) statisch nachzuweisen. Es sollte weiterhin eine Variante aus Stahlbeton mit den gleichen Außenabmessungen berechnet und die Unterschiede herausgearbeitet werden.

Ein besonders ausführlich behandelter Schwerpunkt sind die Windlastannahmen nach Eurocode 1 (DIN V ENV 1991-2-4:1996-12). Dabei werden die Windlasten nicht nur nach dem vereinfachten, sondern auch nach dem genaueren Verfahren ermittelt. Beide Verfahren arbeiten mit statischen Ersatzlasten und dem sog. dynamischen Beiwert. Im genaueren Verfahren wird der Themenbereich der böenerregten Bauwerksschwingungen erläutert, wobei die Ermittlung der Eigenfrequenz, der Erregerfrequenz und der Bauwerksdämpfung abgehandelt wird.

Da eine bemessungsmaßgebende Komponente die Temperaturdifferenz zwischen Tragrohrinnen- und Tragrohraußenwand darstellt, werden die daraus resultierenden Biegemomente ermittelt.

Die Schnittgrößenermittlung und die Superposition der angreifenden Lasten werden eingehend behandelt. Die Grenzzustände der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit nach Eurocode werden genauso ausführlich behandelt wie die aus der geforderten Dauerhaftigkeit resultierenden Anforderungen bezüglich der Begrenzung der Rissbreite und der notwendigen Betoneigenschaften.

Als Vorbetrachtung für die Bemessung des Stahlbetonquerschnitts ist es notwendig zu ermitteln, in welchem Zustand sich der Stahlbetonquerschnitt befindet. Es ist abzugrenzen zwischen dem ungerissenen Zustand (Zustand I), der Phase der Erstrissbildung und dem Bereich der abgeschlossenen Rissbildung (Zustand II). Es muss dann die der realen Belastung widerstehende Steifigkeit des Querschnitts in Form des Flächenträgheitsmoments 2. Grades berechnet werden.

Die Bemessung bzw. der Nachweis des Schornsteinquerschnitts wird rechnergestützt (XPLA 6.30 und XBEM 6.31 von D.I.E. Statiksoftware GmbH, INCA2 von Uwe Pfeiffer) durchgeführt. Die Nachweise der Kippsicherheit, der Schubspannungen und der Stabilität werden geführt.

Konstruktive Details wie die Fuchsöffnung, der Stahlbetonkonsolen und die Bewehrungsführung werden ausführlich besprochen. Der Nachweis des Innenrohrs aus Mauerwerk wird geführt. Zur abgelieferten Arbeit gehören 3 Plotdateien mit Konstruktionszeichnungen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 5
1. Vorbetrachtungen 6
1.1 Gültige Normen 6
1.2 Angaben zum bestehenden Bauwerk 7
1.3 Einwirkungen 8
1.3.1 Ständige Einwirkungen – Eigenlasten 8
1.3.2 Veränderliche Einwirkungen 10
1.3.3 Außergewöhnliche Einwirkungen 25
1.4 Imperfektionen 28
2. Berechnung des Mauerwerkschornsteines 29
2.1 Berechnungsgrundlagen 29
2.2 Grenzzustände der Tragfähigkeit 30
2.2.1 Bemessungssituationen, Kombinationsregeln für Einwirkungen 30
2.2.2 Ergebnisse der Schnittgrößenermittlung am globalen Tragsystem 32
2.2.3 Händische Vergleichsrechnung nach Theorie I. Ordnung 34
2.2.4 Nachweis der Bruchsicherheit 35
2.2.5 Nachweis der Kippsicherheit 36
2.2.6 Nachweis der Schubspannungen 37
2.2.7 Momente in Ringrichtung infolge Windlast 39
2.2.8 Nachweis der Schaftöffnung 40
2.3 Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit 41
2.4 Stabilitätsversagen 41
2.5 Bemessung des Innenrohres 42
2.5.1 Grenzzustand der Tragfähigkeit 43
2.5.2 Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit 44
3. Berechnung des Stahlbetonschornsteines 47
3.1 Bauliche Durchbildung 47
3.1.1 Mindestdicke des Tragrohres 48
3.1.2 Mindestbewehrung 48
3.1.3 Maximale Stababstände 48
3.1.4 Expositionsklassen 48
3.1.5 Mindestbetondeckung 49
3.1.6 Betoneigenschaften 49
3.1.7 Betonstahl 50
3.2 Bemessungswerte der Baustofffestigkeiten 50
3.3 Bemessung und Nachweis des Tragrohres 51
3.3.1 Bemessungssituationen, Kombinationsregeln für Einwirkungen 51
3.3.2 Schnittgrößenermittlung 51
3.3.3 Händische Vergleichsrechnung nach Theorie I. Ordnung 52
3.3.4 Biegebemessung in Ringrichtung 53
3.3.5 Bemessung der Querschnitte auf Biegung mit Längskraft 59
3.3.6 Begrenzung der Rissbreite 62
3.3.7 Querkraftbemessung in den Schnitten 65
3.4 Stabilitätsversagen 65
3.5 Bemessung der Konsolen 66
3.5.1 Biegebemessung 68
3.5.2 Querkraftnachweis 69
3.5.3 Biegebemessung in Ringrichtung 70
3.6 Bemessung und Nachweis der Fuchsöffnung 73
3.7 Bemessung und Nachweis der Wartungsöffnung 76
3.8 Bemessung des Innenrohres 77
3.8.1 Grenzzustand der Tragfähigkeit 77
3.8.2 Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit 78
3.9 Begrenzung der Verformungen 78
3.10 Verankerungslängen 79
3.11 Übergreifungslängen 81
4. Böenerregte Bauwerksschwingungen 82
4.1 Grundlagen und Vorgehensweise 82
4.1.1 Eigenfrequenz des Schornsteins 83
4.1.2 Dämpfung 85
4.1.3 Erregerfrequenz 87
4.1.4 Genaues Verfahren zur Bestimmung des dyn. Beiwertes 90
5. Zusammenfassung 92
5.1 Bestehender Mauerwerkschornstein 92
5.2 Stahlbetonschornstein 92
5.3 Vergleich der beiden Varianten 93
Eidesstattliche Versicherung 94
Copyright-Vermerk 94
Literaturverzeichnis 95
Anhang A Mauerwerkschornstein
1. Ausdrucke der Statikprogramme
2. Plan MW-1
Anhang B Stahlbetonschornstein
1. Ausdrucke der Statikprogramme
2. Schalplan SB-1
3. Bewehrungsplan SB-2

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bei der Planung des Schornsteines in Stahlbetonbauweise sind die folgenden Bauweisen bzw. Parameter in Betracht zu ziehen: a) benötigte Innenrohrabmessungen und Schornsteinhöhe in Abhängigkeit von den abzuführenden Gasen und Stoffen sowie der zulässigen Schadstoffkonzentration in der Schornsteinumgebung b) Art des Innenrohres (aus Mauerwerk, Stahlrohr, ohne Innenrohr) c) mit oder ohne begehbaren Innenraum zwischen Tragrohr und Innenrohr, falls es ein Innenrohr gibt d) mit oder ohne Wärmedämmung e) Etagen-Innenrohr oder durchgehendes Innenrohr Die in a) genannten Parameter wurden in der Aufgabenstellung bereits vorgegeben. Die Höhe soll 55 m betragen und der Querschnitt des Abgasrohres entspricht der Mauerwerksvariante. Wenn ein Innenrohr vorhanden ist, bietet sich ein begehbarer Innenraum zwischen Tragrohr und Innenrohr an. Die Vorteile schlagen sich vor allem bei den Instandhaltungskosten nieder, da Inspektionen, Wartungs- und Reparaturarbeiten an kritischen Konstruktionspunkten wie der Tragrohrinnenseite oder den Futterstößen mit Kompensatoren (druckdichte Fugenbänder) nur damit durchführbar sind. Dann sollte man auch eine ausreichende Wärmedämmung vorsehen, um die Temperaturen im Innenraum während dieser Arbeiten im laufenden Betrieb erträglich zu halten. Eine Wärmedämmung reduziert zusätzlich die auf das Tragrohr wirkenden Wärmeeinwirkungen und daraus resultierende Spannungen. Ein Schornstein kann aber auch gänzlich ohne ein Innenrohr errichtet werden, wenn die zu erwartenden chemischen und Temperaturbelastungen gering sind (siehe [9] Punkt 2.3 auf Seite 14). Bei modernen Verbrennungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und Filteranlagen sind bei kleinen bis mittelgroßen Kesseln die chemische Belastung und die Temperatur im Schornstein erträglich. [...]

Die Stöße des Innenrohrs sind für diese Längenänderung entsprechend auszuführen. Konstruktive Lösungen werden in [9] auf Seite 113 f erläutert. Ein ausreichendes Spiel zwischen Tragrohr und Innenrohr bei Relativverschiebungen muss sichergestellt sein. Das Tragrohr bewegt sich unter Windlast am Schornsteinkopf rechnerisch 6,2 cm seitwärts, das Innenrohr verschiebt sich jedoch nicht mit. Da die Luftschicht zwischen Innenrohr und Tragrohr 5 cm beträgt, das Innenrohr als Etagen-Innenrohr in Segmente unterteilt ist und es durch die direkte Auflagerung des Futters an den Segmentstössen des Tragrohrs keine Engstellen wie bei den Konsolen des Stahlbetonschornsteins gibt, ist ein ausreichendes Spiel sichergestellt. 2.5.2.2 RISSBILDUNG Es ist für die Begrenzung der Rissbreite nachzuweisen, dass die Zugbeanspruchungen die Zugfestigkeit des Mauerwerks nicht überschreiten. Die aufnehmbare Zugfestigkeit für den Mauerwerkstyp C beträgt nach Tabelle 3 auf Seite 14 der DIN EN 13084-4 [...]

Die Schaftöffnung im Tragrohr in der Höhe von 12,20 m hat einen lichten Durchmesser von 92 cm. Es existiert eine Pfeilervorlage aus Mauerwerk mit einer Dicke von 16 cm zur lokalen Verstärkung des Schaftquerschnitts. Die FEM-Berechnung vom 05.07.2001 durch Prof. Dr.-Ing. H.-J. Benz ergab, dass sogar eine Vergrößerung der Öffnung möglich wäre. Diese Berechnung erfolgte nach der alten DIN 1056 und DIN 1055, also nicht nach dem semiprobabilistischen Sicherheitskonzept. Es wird eine FEM-Berechnung des geschwächten Querschnitts mit und ohne Pfeilervorlage in Höhe 12,20 m mit den in Punkt 2.2.2 ermittelten Schnittgrößen (Nd=4433,59 kN, Md=4379,62 kNm) durchgeführt. Zu erwarten sind Spannungsspitzen vor allem im Bereich der seitlichen Öffnungskanten. Ohne Pfeilervorlage beträgt die maximale Spannung 2,24 MN/m² und überschreitet dabei die zulässige Spannung von 2,14 MN/m² geringfügig (siehe grafische Darstellung der FEM-Berechnung in Anhang A, Seite 19 f). Mit Pfeilervorlage beträgt die maximale Spannung 1,55 MN/m² und bleibt damit deutlich unter der zulässigen Spannung. Die Untersuchung der Normalspannungen im geschwächten Querschnitt ergibt, wie zu erwarten war, ähnliche Ergebnisse wie die Berechnung nach alter DIN. Torsionsmomente können im Bereich von Querschnittsöffnungen durch die Verschiebung der Schwerpunktlage aus dem Kreismittelpunkt entstehen. Bei Querschnitten im Bereich von Öffnungen können dadurch und durch die geringere Querschnittsfläche höhere Schubspannungen als im ungeschwächten Querschnitt auftreten. Beides wird hier nicht maßgebend, da die Pfeilervorlage den Schwerpunkt annähernd mittig hält und zusätzliche Querschnittsfläche den Querschnittsverlust durch die Öffnung ausgleicht. Die grafische Darstellung der FEM-Berechnung zeigt anschaulich, dass ein Klaffen der Fuge über die 2. Kernweite nicht erfolgt (siehe Anhang A, S. 19 f). [...]

Arbeit zitieren:
Olhöft, Jan Januar 2005: Statische und dynamische Berechnung eines Industrieschornsteines aus Stahlbeton im Vergleich zu Mauerwerk, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Eurocode, Bauwerksschwingungen, Wärmeeinwirkungen, Rißbreitenbeschränkung, Gebrauchstauglichkeit

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