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Stationäre Amphibienschutzanlagen (ASA) als Naturschutzmaßnahme im Regierungsbezirk Leipzig

Untersuchungen zur technischen Funktionstüchtigkeit sowie ihrer Perspektive in der Naturschutzarbeit

Stationäre Amphibienschutzanlagen (ASA) als Naturschutzmaßnahme im Regierungsbezirk Leipzig
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Lars Büttner
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 164 Seiten
  • Dateigröße: 11,5 MB
  • Note: 1,8
  • Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5646-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5646-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5646-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Büttner, Lars März 2002: Stationäre Amphibienschutzanlagen (ASA) als Naturschutzmaßnahme im Regierungsbezirk Leipzig, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Amphibienschutz, Artenschutz, Naturschutz, Landschaftsplanung, Landespflege

Diplomarbeit von Lars Büttner

Einleitung:

Durch die in den letzten Jahrzehnten zunehmenden Landnutzungsansprüche des Menschen, treten im Bereich des Straßennetzes verstärkt oftmals tragische Konflikte mit den Lebensraumansprüchen von Tieren auf. Insbesondere die hohen Verluste straßenquerender Amphibienpopulationen haben in den letzten 20 Jahren, teilweise begleitet von einem großem öffentlichen Interesse, zu vielfältigen ehrenamtlichen und amtlichen Naturschutzaktivitäten geführt.

In vielen Fällen soll aktuell durch stationäre Amphibienschutzanlagen (ASA) dauerhaft eine wesentliche Verringerung oder sogar Vermeidung von amphibischen Verkehrsopfern an erfassten Konfliktstellen gewährleistet werden. Dabei wird die Anwendung dieser aus naturschutzfachlicher Sicht zumeist sehr teuren Maßnahme von einer umfassenden Diskussion zur tatsächlichen Effizienz derartiger Anlagen für den Tier- und Artenschutz begleitet (Funktion). Darüber hinaus existieren neue grundlegende Untersuchungen, um die Funktionalität von stationären Amphibienschutzanlagen zu verbessern.

Die vorliegende Arbeit reflektiert vor diesem Hintergrund die Anwendung dieser Naturschutzmaßnahme in einem regionalen Maßstab (Regierungsbezirk Leipzig/ Sachsen). Hauptziel ist die Bewertung der technischen Funktionstüchtigkeit von 20 Amphibienschutzanlagen im Untersuchungsgebiet. Dabei wird zwangsläufig nicht der Weg über umfangreiche Fangkontrollen an den Anlagen beschritten, sondern vielmehr versucht, über die Entwicklung von Funktionalitätskatalogen zeitsparend Kartierungsergebnisse zum technischen Standard, der baulichen Umsetzung sowie zum Pflegezustand zusammenzutragen. Planerische Aspekte wurden vorab recherchiert und fließen in eine Analyse zur technischen Funktionstüchtigkeit ein. Die Arbeit umfasst fast alle existierenden Anlagen im Untersuchungsgebiet und analysiert sowohl sehr kleine Bauten an Kreisstraßen als auch eine sehr große Anlage an einer Autobahn. Die Betrachtung der Anlagen wird im Zusammenhang mit einer Analyse der Konfliktstellen von Amphibienwanderungen im regionalen Straßennetz vorgenommen.

Aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen werden grundsätzliche Probleme bei der Anwendung derartiger Anlagen aber auch Vorschläge zu einem verbesserten Einsatz in der Naturschutzarbeit benannt. Eine umfassende Betrachtung der biologischen, naturschutzfachlichen, rechtlichen und auch praktischen Teilaspekte des Amphibienschutzes, ermöglichte in Kombination mit Experteninterviews eine Perspektivendiskussion zum Stellenwert der Anlagen im Amphibienschutz.

Der Arbeit ist eine MS-Access-Datenbank beigefügt, welche die technischen Details und die Optimierungsvorschläge zu den einzelnen Anlagen enthält. Das ursprünglich zugehörige GIS-Arc-View Projekt sowie die komplette Konflikstellentabelle (MS-Excel-Datei) kann aus datenrechtlichen Gründen dem Kaufexemplar nicht beigelegt werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Problemstellung 1
2. UNTERSUCHUNGSGEBIET, UNTERSUCHUNGSZIELE UND METHODIK 4
2.1 Untersuchungsgebiet 4
2.2 Untersuchungsziele 5
2.3 Untersuchungsmethodik 6
3. AMPHIBIEN 9
3.1 Ausgewählte physiologische, ökologische und ethologische Merkmale der Amphibien 10
3.1.1 Das Amphibienbiotop 10
3.1.2 Zu den saisonalen Migrationen der Amphibien 11
3.1.2.1 Gefährdung von Amphibien während der Wanderungen durch den Straßenverkehr 13
3.1.2.2 Notwendigkeit und Effizienz von Schutzmaßnahmen an Straßen aufgrund von Wanderbewegungen der Amphibien 15
3.1.3 Zur Orientierung der Amphibien innerhalb der Wanderungen 16
3.1.4 Weitere ausgewählte physiologische und ethologische Aspekte der Amphibien 17
3.1.5 Ausgewählte ökologische Aspekte der Amphibien 18
3.2 Bestandssituation und Bestandsentwicklung 18
3.3 Gefährdungsursachen 21
3.3.1 Überblick zu den Gefährdungsursachen 21
3.3.2 Einwirkungen von Straßen auf Amphibienpopulationen 23
4. AMPHIBIENSCHUTZ AN STRAßEN 26
4.1 Rechtliche Grundlagen 26
4.2 Artenschutzprogramme als Basis des Amphibienschutzes 27
4.3 Schutzmöglichkeiten an Straßen 28
5. STATIONÄRE AMPHIBIENSCHUTZANLAGEN IM REGIERUNGSBEZIRK LEIPZIG 32
5.1 Konflikte durch Amphibienwanderungen an Straßen im Regierungsbezirk Leipzig 32
5.2 Zur Entwicklung einer Dringlichkeitsliste für Gefahrenstellen an Straßen im Regierungsbezirk Leipzig 35
5.3 Grundsätzliche Bemerkungen zu Stationären Amphibienschutzanlagen 38
5.3.1 Funktion und Funktionalität von stationären Amphibienschutzanlagen 38
5.3.2 Zur Entwicklung eines Kartierbogens zur Erfassung baulicher Eigenschaften und der technischen Tauglichkeit von stationären Amphibienschutzanlagen im RB Leipzig 42
5.4 Einschätzung bestehender stationärer Amphibienschutzanlagen im Regierungsbezirk Leipzig 46
5.4.1 Vorbemerkungen 46
5.4.2 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Pressel (Nr.1) 49
5.4.3 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Doberschütz (Nr.2) 53
5.4.4 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Krensitz (Nr.3) 57
5.4.5 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Kleinliebenau (Nr.4) 59
5.4.6 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Frankenheim (Nr.5) 62
5.4.7 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Störmthal/Oberholz (Nr.6) 65
5.4.8 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Schnaudertrebnitz (Nr.7) 69
5.4.9 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Cöllnitz (Nr.8) 73
5.4.10 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Borna - Am Wilhelmsschacht (Nr.9) 77
5.4.11 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Borna - Am Goethepark (Nr.10) 81
5.4.12 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Dittmannsdorf (Nr.11) 84
5.4.13 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Schönau (Nr.12) 86
5.4.14 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Prießnitz (Nr.13) 90
5.4.15 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage an der Lehmlache Lauer (Nr.14) 93
5.4.16 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Großbardau (Nr.15) 97
5.4.17 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Grimma (Nr.16) 100
5.4.18 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Posthausen (Nr.17) 103
5.4.19 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Brandis (Nr.18) 106
5.4.20 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Kühnitzsch (Nr.19) 110
5.4.21 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Mahlis (Nr.20) 113
5.4.22 Überblick zu weiteren stationären Amphibienschutzanlagen (Nr.23, 24, 25) 116
5.4.23 Überblick zu den kartierten Laichgewässern .120
5.4.24 Überblick und Schlussfolgerungen zu den stationären Amphibienschutzanlagen im Regierungsbezirk Leipzig 122
6. PERSPEKTIVENDISKUSSION: ZUM STELLENWERT STATIONÄRER AMPHIBIENSCHUTZANLAGEN IM AMPHIBIENSCHUTZ (AN STRAßEN) 128
6.1 Praxisprobleme und Vorschläge zu einem effizienten Einsatz 128
6.2 Einschätzung der Perspektive 132
7. Schriftenverzeichnis 135
8. ANHANG 141

Automatisiert erstellter Textauszug:

Positiv ist die Einbeziehung eines Gewässerdurchlasses zu vermerken, dessen Anbindung jedoch verbessert werden sollte. Eine Vergrößerung des Durchlasses und der Einbau einer Wanderebene beziehungsweise von Trockenbermen ist wünschenswert. Fallgitter Eingebaut wurden Materialien, die aufgrund ihrer Gitterweiten eine nur eingeschränkte Funktion gewährleisten. Die vier Fallgitter befinden sich in einem guten Pflegezustand. Innerhalb der Anlage wurden sämtliche Wegekreuzungen einbezogen. Fazit und Optimierungsvorschläge Aus baulicher Sicht sind an dieser ASA wesentliche Verbesserungsarbeiten notwendig. So ist die Tunnelanlage in ihrer Dimensionierung und in Bezug auf die Zuleitung wenig geeignet. Ein alternativer Einbau von ACO-KLD-400 (500) Durchlässen ist auch bei der derzeitigen straßenbaulichen Situation möglich. Optimal wären Stelztunnel, die jedoch weitere Arbeiten am Straßenkörper bedingen. Am Leitsystem sind kontinuierliche Pflegearbeiten notwendig, um Schäden durch Unterspülungen und Abtrag auszubessern. Die Anlage wird daher mit der Priorität 1,5 eingestuft. Nicht geklärt wurde eine Situation am Südost-Ende der Anlage: Ein sich dort befindliches Kleinstgewässer erscheint zumindest für den vor Ort vorkommenden Teichmolch als geeignet und sollte möglicherweise in die Anlage mit einbezogen werden. Die Lebensraumsituation könnte letztlich allgemein durch die Anlage weiterer Gewässer verbessert werden. Amphibienpopulationen mit guten Reproduktionsmöglichkeiten sind in der Lage Straßenverluste besser zu kompensieren. Diesbezügliche Maßnahmen wären bei Anwendbarkeit weiteren Verbesserungen der Anlage vorzuziehen. Die Entscheidungsbasis hierfür muss eine Untersuchung der Amphibienvorkommen und der Lebensraumsituation sein. [...]

Akzeptanz zu gewährleisten. Dies ist in Hinblick auf die Integration der Anlage im Rahmen eines Straßenausbaus besonders negativ zu werten (ABBILDUNG 35). Eingebaut wurden bei einer Einbautiefe von 0,3 m acht Kastentunnel, die mittels Stahlblechhauben überdacht sind. Ihre Dimensionierung ist sowohl im Verhältnis zur Tunnellänge als auch im Verhältnis zur Entfernung zwischen den Durchlässen ungeeignet. Die Zuleitung wird durch eine geringe Zutrichterung des Leitsystems zu den Durchlässen gefördert; es existieren allerdings keine Einleitsysteme. Teilweise sind die Eingänge verwachsen. Die schwache Tunnelabdeckung wirkt sich in Kombination mit dem Schwerlastverkehr sehr nachhaltig aus: Bei vier Tunneln sind Abdeckungen aus ihren Schraubverbindungen herausgerissen; die entstehenden Löcher wurden offensichtlich aus Verkehrssicherheitsgründen zugeschmiert. Auf eine Reparatur wurde verzichtet; die betroffenen Tunneleingänge sind teilweise mit Stahlklappen verschlossen worden. Die Positionierung der Durchlässe ist gelungen: So wurde DL 3 beispielsweise exakt im Bereich eines „Baumstreifens“ (Feldgehölz in Ackerfläche) angelegt, dem als Wanderkorridor eine große Bedeutung zukommt. Die Beachtung der Anwanderrichtung sollte hingegen überprüft werden (siehe Skizze). Aktuell existieren noch vier Durchlässe, so dass die Anlage größtenteils als reine Barriere wirkt. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sie deshalb zum Verschwinden der Amphibienpopulation am östlichen Schenkenteich beigetragen hat. [...]

5.4.13 Einschätzung der stationären Amphibienschutzanlage Schönau (Nr. 12) Die sich nördlich der „Schenkenteiche“ befindliche Anlage wurde 1995 nach Plänen eines Ingenieurbüros gebaut. Vorausgegangen waren temporäre Maßnahmen, die durch die Ökologische Station Birkenhain im Auftrag der Mitteldeutschen Braunkohle AG (MIBRAG) durchgeführt wurden. Im Rahmen eines Straßenausbaus erfolgte schließlich der Einbau der Anlage. Die Konfliktstelle befindet sich an einer Kreisstraße (K7933), die nördlich der „Schenkenteiche“ befindliche Lebensräume abtrennt. Sie wird verstärkt durch den Schwerlastverkehr tangiert. Aktuell sollen nur am westlichen Schenkenteich („A“ - siehe Skizze) Amphibien feststellbar sein, die in der Umgebung dieses Laichgewässers sehr gute Lebensbedingungen finden (HAGEMANN 2001 - mündliche Mitteilung). Als Leitanlage wurde ein dem Maibach-System ähnliches Stahlblechmaterial verwendet. Es wurden acht Tunnel und drei Fallgitter eingebaut. Leit-Sperrsystem Das verwendete Stahlblechmaterial entspricht in seiner Ausformung, Dimensionierung und Ausstattung im wesentlichen den Kriterien. Aufgrund seiner guten Integration in den Straßenkörper ergeben sich daher für die Sperr- und Leitfunktion positive Auswirkungen. Allein der hier vorkommende Springfrosch könnte das Material aufgrund [...]

Arbeit zitieren:
Büttner, Lars März 2002: Stationäre Amphibienschutzanlagen (ASA) als Naturschutzmaßnahme im Regierungsbezirk Leipzig, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Amphibienschutz, Artenschutz, Naturschutz, Landschaftsplanung, Landespflege

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