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Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen

Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Rzepka
  • Abgabedatum: April 2011
  • Umfang: 152 Seiten
  • Dateigröße: 13,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • Bibliografie: ca. 164
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-2019-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rzepka, Michael April 2011: Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Luftfracht, Wirtschaftsgeographie, Flughafen, Logistik, Luftverkehr

Diplomarbeit von Michael Rzepka

Einleitung:

Die Logistikbranche ist hinter der Automobilindustrie zweitstärkster Wirtschaftszweig nach Marktvolumen in Deutschland. Mit einem Umsatz von 210 Milliarden Euro ist die Logistik weiterhin auf Wachstumskurs und zählt damit zusammen mit der Automobilindustrie (ca. 266 Milliarden Euro) und Maschinenbau (ca. 170 Milliarden Euro) zu den führenden Wirtschaftsbereichen. Deutschland profitiert hierbei insbesondere von der zentralen Lage in Europa und von seiner Stellung als Exportnation. Mit 210 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2010 bleibt Deutschland damit das größte Logistikland in Europa, mit großem Vorsprung vor Frankreich und Großbritannien.

Das Luftfrachtaufkommen weist bereits seit Jahren enorme Wachstumsraten auf. Dabei wächst die Nachfrage nach Transportleistungen in der Luftfracht signifikant schneller als die allgemeine Entwicklung des globalen Bruttoinlandsproduktes. Zahlreiche Prognosen von Boeing, Airbus und IATA attestieren dem Luftverkehr in den kommenden 20 Jahren daher eine Verdopplung der Beförderungsleistung weltweit. Traditionell handelt es sich bei der Luft- wie auch Seefracht um exportabhängige Märkte. Mit der fortschreitenden Globalisierung, zunehmenden Arbeitsteilung und aufstrebenden Märkten, insbesondere in Asien, gewinnt die Beförderung von Waren mittels Verkehrsträger Flugzeug immer mehr an Bedeutung. Der Welthandel ist daher ohne den Luftfrachtverkehr nicht länger denkbar.

In der dezentralen deutschen Flughafenlandschaft dominieren die Flughäfen Frankfurt am Main und München, wo die führende Fluggesellschaft Deutsche Lufthansa AG ihre Drehkreuze nach dem Hub-and-Spoke-System unterhält. Dessen ungeachtet haben sich in Deutschland im Bereich der Luftfracht auch weitere Flughafenstandorte etabliert. Nennenswert in diesem Zusammenhang sind in erster Linie die Flughäfen Köln/Bonn mit den Drehkreuzen von Federal Express und UPS, der Flughafen Frankfurt-Hahn in Rheinland-Pfalz, sowie der aufstrebende Flughafen Leipzig/Halle, welcher durch die Ansiedlung von DHL in Zukunft eine beachtenswerte Rolle spielen wird. Das an allen deutschen Flughäfen umgeschlagene Luftfrachtaufkommen belief sich dabei im Jahr 2010 auf 4,2 Millionen Tonnen.

Die Anbieterstruktur im deutschen Luftfrachtmarkt ist ungleich diversifizierter. Neben dem traditionellen Geschäft bestehend aus der Kooperation zwischen Luftfrachtspediteuren und Fluggesellschaften, konnten sich aufgrund vielfältiger Deregulierungsmaßnahmen im Luftverkehr neue Wettbewerber im deutschen Luftfrachtmarkt erfolgreich positionieren. Hierzu gehören vornehmlich die Integratoren UPS, Federal Express, DHL und TNT. Diese Akteure bestimmen die deutsche Flughafenlandschaft hinsichtlich der regionalen Verteilung des Luftfrachtaufkommens entscheidend mit.

Das Thema der vorliegenden Arbeit hat das Standortwahlverhalten von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen zum Gegenstand. Grundsätzlich lassen sich Themen der Standortwahl von Unternehmen in das Forschungsfeld der Wirtschaftsgeographie einordnen. Die Wirtschaftsgeographie, als Teil der Humangeographie, setzt sich dabei mit ökonomischen Raumsystemen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen auseinander. Diese können weitergehend in eine einzelwirtschaftliche Ebene (Standorte und Standortsysteme) und eine gesamtwirtschaftliche Ebene (Räume und Raumsysteme) nach Kulke untergliedert werden, oder aber unter dem Gesichtspunkt der Verteilung ökonomischer Aktivitäten (Standort- und Regionalstruktur), der Bewegung von mobilen Produktionsfaktoren, Gütern und Dienstleistungen zwischen den Standorten bzw. Regionen, und deren Dynamik infolge von standort- bzw. regionsinternen Wachstumsdeterminanten nach Schätzl betrachtet werden. Die Hauptaufgabe der Wirtschaftsgeographie liegt somit in der Erklärung, Beschreibung und Gestaltung von ökonomischen Raumsystemen.

Die Standortwahl von Logistikunternehmen erfuhr seitens der Wirtschaftsgeographie in der Vergangenheit nur eine unzureichende Berücksichtigung, und das obwohl die allgemeine Entwicklung der Logistik in den vergangenen Jahren deutliche Implikationen auf die räumliche Ordnung der Wirtschaft in Deutschland und weltweit hatte. Nennenswerte Erkenntnisse zu diesem Themenfeld entstammen unter anderem den wissenschaftlichen Arbeiten von Hesse und Nuhn, sowie der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Technologien der Logistik-Dienstleistungswirtschaft und dem Beratungsunternehmen Jones Lang LaSalle. Letztere Studien haben die Analyse der wichtigsten und attraktivsten Logistikstandorte in Deutschland und zukünftige Trends und Anforderungen auf den Logistikimmobilienmarkt zum Inhalt. Abhandlungen zur räumlichen Organisation und Standortmustern von Logistikunternehmen mit entsprechendem Fokus bei der Beförderung von Luftfracht sind gleichsam seltener. In diesem Zusammenhang sind vordergründig die Arbeiten von Neiberger zu nennen, welche sich schwerpunktmäßig mit Forschungsfragen die Logistik betreffend, insbesondere im Luftfrachtsegment, auseinandersetzt.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine möglichst umfassende Darstellung der Luftfrachtbranche, deren Bedeutung und Organisation, sowie Standortmustern von Luftfrachtzentren in Deutschland. Der Fokus der eigenen empirischen Untersuchung liegt auf der Bestimmung von relevanten Standortfaktoren bei der Standortwahl von in der Luftfracht tätigen Logistikdienstleistern. Diese Untersuchung impliziert eine nähergehende Betrachtung branchenspezifischer Anforderungen an Logistikimmobilien, in erster Linie an deutschen Flughafenstandorten. Folgende zentrale Fragestellungen sollen dabei näher betrachtet werden:

- Welche Bedeutung hat die Logistikwirtschaft in Deutschland inne und was sind die treibenden Rahmenbedingungen dahinter?

- Welche Rolle nimmt dabei die Luftfrachtbranche ein und wie ist diese strukturiert?

- Wie äußert sich das Luftfrachtaufkommen an deutschen Flughäfen und kann von einem zunehmenden Konzentrationsprozess gesprochen werden?

- Welche Standortfaktoren begünstigen die Standortwahl von in der Luftfracht tätigen Logistikunternehmen?

- Sind die vorgefundenen operativen Rahmenbedingungen zufriedenstellend, und wie wirken sich diese auf die Attraktivität diverser Luftfrachtstandorte in Deutschland aus?

Der Inhalt der vorliegenden Arbeit unterteilt sich in zwei Themenblöcke. Im ersten Abschnitt wird ausführlicher auf die Logistikwirtschaft, die Luftfrachtbranche, und auf die deutschen Luftfrachtzentren eingegangen. Der darauf folgende Abschnitt setzt sich mit der Standortwahl von Unternehmen auseinander.

In Kapitel 2 wird zum näheren Verständnis der Grundlagen der Diplomarbeit eine Definition des Begriffs ‘Logistik’ vorgenommen. Gleichzeitig soll die Bedeutung und allgemeine Entwicklung der Logistikwirtschaft in Deutschland, sowie die bestimmenden Rahmenbedingungen herausgestellt werden. Kapitel 3 behandelt die Luftfrachtbranche in Deutschland. Als Teil der Logistikwirtschaft wird zuallererst eine Definition des Luftfrachtmarktes gegeben, bevor eine Darstellung des Markt- und Wettbewerbsumfeldes erfolgt. Zu diesem Zweck soll die Anbieterstruktur im deutschen Luftfrachtmarkt veranschaulicht werden. Das Kapitel schließt mit einer Darstellung der deutschen Luftfrachtzentren mit Hilfe einer sekundärstatistischen Analyse. Kapitel 4 befasst sich mit Standorttheorien und mit Ansätzen der Standortanalyse. Diesbezüglich werden zuallererst die Begriffe ‘Standort’ und ‘Standortfaktoren’ einer eingehenden Definition unterzogen. Daran anschließend folgt eine Erläuterung unterschiedlicher Standorttheorien und der betrieblichen Standortwahl, einschließlich einer Darstellung des Standortentscheidungsprozesses. Das Kapitel endet mit Ausführungen zu Standortbestimmungsmethoden. Die in Kapitel 4 gemachten Erörterungen zur Standortwahl von Unternehmen bilden gleichsam das Fundament für das darauf folgende Kapitel, welches die Dokumentierung der eigenen Ergebnisse im Rahmen der empirischen Erhebung zum Ziel hat. Zu Beginn des fünften Kapitels erfolgt die Vorstellung der methodischen Vorgehensweise. In aller Kürze soll aufgezeigt werden, welche Werkzeuge für die Umfrage und für die letztendliche Auswertung eingegangener Daten angewendet wurden. Hierauf folgt in Kapitel 5 die Darstellung der Ergebnisse und daraus gewonnener Erkenntnisse, unterteilt in drei Abschnitte, welche sich mit Fragen zu den beteiligten Unternehmen, den Standortanforderungen und mit dem Kooperationsverhalten auseinandersetzen. Die vorliegende Arbeit schließt in Kapitel 6 mit einer Schlussbetrachtung, in welcher die gemachten Erkenntnisse nochmals kurz zusammengefasst und einem kritischen Blick unterzogen werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 1
1.1 Abgrenzung und aktueller Forschungsstand 2
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung 2
2. Die Logistikwirtschaft in Deutschland 4
2.1 Definition 4
2.2 Zur Bedeutung der Logistik in Deutschland 5
2.3 Entwicklung der Logistikwirtschaft 7
2.4 Die Logistik bestimmende Rahmenbedingungen 11
2.4.1 Globalisierung von Produktionsnetzen und Lieferverflechtungen 11
2.4.2 Deregulierung und Liberalisierung der Märkte 13
2.4.3 Zunehmende Dynamik der Weltwirtschaft 15
2.4.4 Technologischer Fortschritt 17
2.4.5 Konzentration auf Kernkompetenzen und Outsourcing 18
3. Die Luftfrachtbranche in Deutschland 19
3.1 Definition Luftfrachtmarkt 20
3.2 Markt- und Wettbewerbsumfeld 21
3.3 Klassische Luftfracht 22
3.4 Schnittstellenproblematik in der klassischen Luftfracht 27
3.4.1 Der Speditionsverkehr ohne Selbsteintritt 28
3.4.2 Der Speditionsverkehr im Selbsteintritt 29
3.4.3 Die Rolle der Integratoren 31
3.5 Netzkonfigurationen 35
3.5.1 Vollständiges Netz (Point-to-Point) 36
3.5.2 Nabe-Speiche-System (Hub-and-Spoke) 37
3.6 Zentren der deutschen Luftfracht 39
3.6.1 Luftfrachtaufkommen der deutschen Flughäfen 40
4. Standorttheorien und Ansätze der Standortanalyse 54
4.1 Der Standort 56
4.1.1 Standort: Definition und Bedeutung 56
4.1.2 Standortfaktoren: Definition und Bedeutung 57
4.2 Standorttheorien 62
4.2.1 Reine Standortbestimmungstheorie 63
4.2.2 Empirisch-realistische Standortbestimmungslehre 64
4.2.3 Geometrische Standortbestimmungslehre 67
4.3 Ansätze der Standortanalyse 68
4.3.1 Der neoklassische Ansatz 68
4.3.2 Der behavioristische Ansatz 69
4.3.3 Der strukturelle bzw. institutionelle Ansatz 70
4.4 Ebenen der Standortwahl 72
4.5 Anlässe für neue Standortentscheidungen 73
4.6 Arten von Standortentscheidungen 74
4.7 Arten des Markteintritts 75
4.8 Phasen des Standortentscheidungsprozesses 77
4.9 Methoden zur Standortbestimmung 79
4.9.1 Qualitative Verfahren 80
4.9.2 Quantitative Verfahren 80
5. Standortentscheidungen von Logistikunternehmen 83
5.1 Methodische Vorgehensweise 83
5.1.1 Gegenstand der Untersuchung 83
5.1.2 Ansatz der Unternehmensbefragung 83
5.1.3 Aufbau des Fragebogens und der Onlineumfrage 85
5.1.4 Anschreiben und Durchführung der Befragung 86
5.1.5 Datenauswertung 86
5.2 Ergebnisse der empirischen Erhebung 87
5.2.1 Angaben zum Unternehmen 87
5.2.2 Standortanforderungen 95
5.2.3 Kooperationen 105
6. Schlussbetrachtung 107
Literaturverzeichnis VIII
Anlagen XVIII

Textprobe:

Kapitel 4, Standorttheorien und Ansätze der Standortanalyse:

Die Konkurrenzfähigkeit eines Unternehmens ist stark von dessen Standortwahl abhängig. Investitionen in attraktive Logistikstandorte sind eine unabdingbare Voraussetzung für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg und als Bedingung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit auf einem umkämpften Markt. Eine unter falschen Annahmen getroffene Standortwahl kann sich negativ auf die Akquise von Kundenaufträgen auswirken, sowie zu hohen Transportkosten, z.B. aufgrund einer ungeeigneten Lage, führen. Unzulängliche Standortentscheidungen sind nur noch unter hohen Kostengesichtspunkten revidierbar.

Aus diesem Grund muss der Unternehmer stets darum bemüht sein Überlegungen anzustellen, welcher Standort die für ihn geeignetsten Rahmenbedingungen bietet, welche Maßnahmen für eine erfolgreiche Umsetzung des Standortprojektes notwendig sind, und welche Konsequenzen letztendlich für ihn und seinen Betrieb daraus erwachsen. Zu diesem Zweck ist die permanente Abwägung von Vor- und Nachteilen unterschiedlicher Standorte unabdingbar. Dieser Abwägungsprozess impliziert nicht nur eine Auseinandersetzung mit Vor- und Nachteilen der Leistungserstellung am jeweiligen Ort, sondern weitergehend auch die der Beschaffungs- und Absatzmöglichkeiten.

Überlegungen zur Standortwahl von Logistikimmobilien bedürfen determinierter Feststellung, wo welche Lagereinrichtungen oder Umschlagpunkte innerhalb eines logistischen Netzwerks zu verorten sind, und wie der Güterfluss darin und zwischen diesen zu realisieren ist. Dabei ist die Festsetzung eines geeigneten Logistikstandortes das zentrale Problem der logistischen Systemgestaltung.

Standortentscheidungen erweisen sich aus mehreren Gründen als sehr komplex und problematisch. Der Unternehmer muss stets darum bemüht sein, einen hinsichtlich der unternehmensinternen Zielkriterien optimalen Betriebsstandort zu finden. Eine einmal getätigte Standortentscheidung hat sehr langfristige Implikationen, verbunden mit einem hohen Investitionsrisiko, zur Folge. Zu diesem Zweck errichtete Gebäude und Anlagen, sowie das hierfür eigens geschulte Personal und der langwierig aufgebaute Kundenstamm sind geradezu immobil bzw. räumlich verhaftet. Aus diesem Grund muss die Standortplanung, d.h. die Abwägung von Kosten- und Erlösströmen an einem Standort, auf die ökonomische Lebensdauer des Betriebes (ca. 10-15 Jahre) ausgelegt sein.

Hieraus erwächst jedoch bereits die hohe Planungsunsicherheit, da Standortfaktoren und -kriterien, welche für die Standortwahl zuvor noch ausschlaggebend waren, sowohl in zeitlicher als auch räumlicher Hinsicht, z.B. aufgrund des technologischen Fortschritts, einem stetigem Wandel unterzogen sind und somit nicht als fixes Faktum gelten können. Gerade die Vielzahl für eine erfolgreiche Unternehmensansiedlung möglicher Faktoren wirken sich auf den Standortplanungsprozess höchst diffizil aus, woraus sich wiederum besondere Anforderungen an die Such-, Analyse- und Planungstechniken des Unternehmens ergeben. Aus diesem Grund erfolgt die Standortwahl in aller Regel erst nach ausgiebigen Recherchen und Standortanalysen, in deren Rahmen die am jeweiligen Ort anzutreffenden Standortfaktoren untereinander verglichen und abgewogen werden.

Im Sinne einer sorgfältigen und fundierten Planung bieten sich unterschiedliche Modelle und Methoden an, welche ‘die Analyse, Simulation und Optimierung unterschiedlicher Szenarien und Parameterkonstellationen, die Eingrenzung von Parametersensitivitäten und die Ermittlung alternativ guter Lösungen’ zum Ziel haben. Ein mögliches Anwendungsfeld dieser Modelle liegt im Bereich der physischen Distribution, wie auch bei der Eingrenzung etwaiger Standorte von Verteilzentren, Lagern und Umschlagpunkten. An dieser Stelle muss jedoch angemerkt werden, dass Modelle und Methoden der Standortwahl und –bewertung nicht immer zwangsläufig Anwendung finden bzw. die Lösungen in einer fälschlichen Art und Weise interpretiert werden können. Darüber hinaus haben Untersuchungen gezeigt, dass große Unternehmen die Standortwahl systematischer angehen als etwa kleine und mittelständische Unternehmen.

Theoretische Grundlagen zur Standortwahl von Unternehmen werden in der Regionalwissenschaft und in der Wirtschaftsgeographie seit über hundert Jahren diskutiert. Ziel der verschiedenen Theorieansätze ist deren Auseinandersetzung mit dem Standortwahlverhalten von Unternehmen und der darin innewohnenden Entscheidungsdeterminanten. In der Literatur finden sich unterschiedliche Grundansätze der Standortanalyse. In den nachfolgenden Abschnitten sollen einige Standorttheorien, welche die Erklärung der unternehmerischen Standortwahl unter diversen Gesichtspunkten zum Ziel haben, aufgezeigt werden. Daran anschließend sollen Methoden der Standortbewertung erläutert, und deren Vor- wie auch Nachteile diskutiert werden. Abschließend gilt die Auseinandersetzung einer näheren Beleuchtung des Standortentscheidungsprozesses und der für die Logistik besonderen Anforderungen an die Faktorausstattung einer Region. Diesbezüglich soll die eigene Erhebung in Form einer quantitativen Befragung von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen herangezogen und vorgestellt werden. Ausgangspunkt, und zum näheren Verständnis der folgenden Erläuterungen, ist zuallererst eine eingehende definitorische Bestimmung der Begriffe ‘Standort’ und ‘Standortfaktoren’. Letztere sollen vorzugsweise unter besonderer Berücksichtigung der Arbeit von Grabow et al. herausgestellt werden.

Arbeit zitieren:
Rzepka, Michael April 2011: Standortentscheidungen von Logistikunternehmen an deutschen Flughäfen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Luftfracht, Wirtschaftsgeographie, Flughafen, Logistik, Luftverkehr

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