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Standortanalyse in Asien für die Gründung einer Produktionsstätte

Standortanalyse in Asien für die Gründung einer Produktionsstätte
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alain Rus
  • Abgabedatum: Dezember 2008
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 4,4 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Ludwigshafen am Rhein Deutschland
  • Bibliografie: ca. 100
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2889-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Rus, Alain Dezember 2008: Standortanalyse in Asien für die Gründung einer Produktionsstätte, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Standort, Asien, China, Indien, Investition

Diplomarbeit von Alain Rus

Einleitung:

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Suche nach einem Standort in den Regionen Asiens, der möglichst alle unternehmensspezifischen Anforderungen erfüllt. Durch eine genaue Standortanalyse soll nicht nur die marktstrategische Stellung des Unternehmens optimiert, die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöht, sondern auch eine Fehlinvestition vermieden werden Gang der Untersuchung:

Die Diplomarbeit ist in sieben Kapitel unterteilt Im Kapitel D werden die Vor- und Nachteile einer Investition in Malaysia und Vietnam aufgezeigt. Der eigentliche Hauptteil der Arbeit beginnt mit den Kapiteln E und F. Hier werden die Standorte Indien und die VR China sowohl nach quantitativen als auch nach qualitativen Standortfaktoren analysiert und miteinander verglichen. Die wichtigsten Standorte im jeweiligen Land werden einer detaillierten Analyse unterzogen. Im letzten Teil der Standortanalyse gibt eine Zusammenfassung die wichtigsten Kernpunkte und Ergebnisse wieder. Abgerundet wird das Ergebnis mit einer konkreten Standort- und Handelsempfehlung.

Zur Ausarbeitung der Standortanalyse wurden Daten und Informationen aus der Fachliteratur entnommen. Um ein aktuelles Bild über Investitionsmöglichkeiten im asiatischen Raum wiederzugeben, diente Literatur aus den Jahren 2007 und 2008 als Informationsbasis. Weiterhin beruhen die Ergebnisse dieser Analyse auf Einzelgesprächen mit Experten der Außenhandelskammern in Deutschland, aber auch aus China, Indien, Malaysia und Indien. Auch der Besuch und die Teilnahme an Veranstaltungen wie dem Asien-Pazifik-Forum 2008 in Nürnberg dienten der Informationssammlung. Um aktuelle, detaillierte Daten und einen persönlichen Eindruck über einzelne Investitionsstandorte zu erhalten, wurde im August 2008 eine Asienreise organisiert. In Indien gab es Aufenthalte in Chennai, Mumbai und Pune. Zur optimalen Standortanalyse dienten Gespräche mit Vertretern der jeweiligen AHK und lokalen deutschen Unternehmen. In der Volksrepublik China konzentrierte sich aufgrund einer vorangegangen Analyse, die Standortuntersuchung auf das Yangtze-Delta.

Inhaltsverzeichnis:

A. Einleitung 1
1. Ziel- und Problemstellung der Arbeit 1
2. Unternehmensvorstellung (nicht freigegeben) 1
3. Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise 2
4. Herkunft der Quellen 3
B. Standortentscheidung und Strategiewahl 4
1. Motive deutscher Unternehmen bei Standortentscheidungen 4
2. Strategie der Kostenreduktion 5
3. Strategie der Markterschließung 5
4. Strategische Passfähigkeit 5
5. Standortspezifische Strategie 6
C. Trends in der Unternehmensverlagerung und Entwicklung des Maschinenbaus 7
1. Trends in der weltweiten Unternehmensverlagerung 7
2. Entwicklung des deutschen Maschinenbaus 8
D. Standort Malaysia und Vietnam 10
1. Standort Malaysia 10
1.1 Wirtschaftsentwicklung und Industriestandorte 10
1.2 Vorteile des Standorts 11
1.3 Nachteile des Standorts 11
1.4 Fazit und Empfehlung 12
2. Standort Vietnam 12
2.1 Wirtschaftsentwicklung und Industriestandorte 12
2.2 Vorteile des Standorts 13
2.3 Nachteile des Standorts 13
2.4 Fazit und Empfehlung 14
E. Standortanalyse in Indien unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten 15
1. Politischer und volkswirtschaftlicher Überblick 15
1.1 Politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung 15
1.1.1 Aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung 15
1.1.1.1 Politik 15
1.1.1.2 Rechtssystem 15
1.1.1.3 Politische Konflikte 16
1.1.1.4 Wirtschaftliche Entwicklung 17
1.1.1.5 Inflation 19
1.1.2 Investitionsklima 20
1.1.2.1 Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für FDI 20
1.1.2.2 Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen 20
1.1.2.3 Sonderwirtschaftszonen 21
1.1.2.4 Korruption 24
1.2 Infrastruktur 25
1.2.1 Aktuelle Entwicklung der Infrastruktur 25
1.2.2 Straßeninfrastruktur und Investitionen 26
1.2.3 Eisenbahninfrastruktur und Investitionen 28
1.2.4 Schifffahrtsinfrastruktur und Investitionen 29
1.2.5 Luftverkehrsinfrastruktur und Investitionen 30
1.2.6 Energieversorgung und Investitionen 31
1.3 Logistik 31
1.4 Arbeitsmarkt 33
1.4.1 Verfügbarkeit von Arbeitskräften 33
1.4.2 Qualität der Ausbildung 33
1.4.3 Entwicklung der Lohnkosten 34
1.4.4 Aktuell Probleme der Arbeitgeber 34
1.4.4.1 Fluktuation 34
1.4.4.2 Managementgehälter 35
1.5 Beschaffung 35
1.5.1 Aktuelle Entwicklung des Beschaffungsmarktes 35
1.5.2 Aktuelle Probleme 35
1.5.3 Hauptbeschaffungsregionen 36
1.6 Steuern und Zölle 37
1.6.1 Gewinnbesteuerung 37
1.6.2 Umsatzsteuer 38
1.6.3 Einfuhrzoll 38
1.7 Freihandelsabkommen 39
2. Standorte in Indien 40
2.1 Standorte deutscher Unternehmen 40
2.2 Standorte der Unternehmenskunden (nicht freigegeben) 41
2.3 Standorte der Wettbewerber (nicht freigegeben) 42
2.4 Die wichtigsten Industrie- und Wirtschaftsgebiete 42
2.4.1 Regionale Struktur 42
2.4.2 Standort Kolkata 43
2.4.3 Standort Delhi 44
2.4.4 Standort Mumbai 45
2.4.5 Standort Pune 46
2.4.6 Standort Chennai 47
2.5 Zusammenfassung und Vorauswahl der besten Standorte 48
2.6 Detaillierte Standortanalyse Pune 49
2.6.1 Übersichtskarte Maharashtra und Pune 49
2.6.2 Geographie und Natur 50
2.6.2.1 Geographische Verhältnisse 50
2.6.2.2 Klimatische Verhältnisse 50
2.6.2.3 Naturkatastrophen 50
2.6.3 Infrastruktur 50
2.6.3.1 Verkehrsinfrastruktur 51
2.6.3.2 Energieversorgung 51
2.6.4 Arbeitsmarkt 52
2.6.4.1 Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte 52
2.6.4.2 Lohnkosten 53
2.6.5 Grund und Boden 54
2.6.5.1 Verfügbarkeit 54
2.6.5.2 Grundstückskosten 54
2.6.6 Fördermöglichkeiten und Subventionen 55
2.6.7 Logistik 55
2.6.7.1 Beschaffungslogistik 55
2.6.7.2 Absatzlogistik 56
2.6.8 Zusammenfassung und Empfehlung 57
2.7 Detaillierte Standortanalyse Chennai 58
2.7.1 Übersichtskarte Tamil Nadu und Chennai 58
2.7.2 Geographie und Natur 59
2.7.2.1 Geographische Verhältnisse 59
2.7.2.2 Klimatische Verhältnisse 59
2.7.2.3 Naturkatastrophen 59
2.7.3 Infrastruktur 60
2.7.3.1 Verkehrsinfrastruktur 60
2.7.3.2 Energieversorgung 61
2.7.4 Arbeitsmarkt 61
2.7.4.1 Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte 61
2.7.4.2 Lohnkosten 62
2.7.5 Grund und Boden 62
2.7.5.1 Verfügbarkeit 62
2.7.5.2 Grundstückskosten 62
2.7.6 Fördermöglichkeiten und Subventionen 62
2.7.7 Logistik 63
2.7.7.1 Beschaffungslogistik 63
2.7.7.2 Absatzlogistik 63
2.7.8 Investitionsstandorte 64
2.7.8.1 Mahindra World City 64
2.7.8.2 Sri City SEZ 65
2.7.8.3 Privatgrundstücke 66
2.7.9 Zusammenfassung und Empfehlung 68
F. Standortanalyse in der VR China (Hongkong und Macao) unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten 69
1. Politischer und volkswirtschaftlicher Überblick 69
1.1 Politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung 69
1.1.1 Aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklung 69
1.1.1.1 Politik 69
1.1.1.2 Rechtssystem 70
1.1.1.3 Politische Konflikte 71
1.1.1.4 Wirtschaftliche Entwicklung 72
1.1.1.5 Inflation 73
1.1.2 Investitionsklima 73
1.1.2.1 Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für FDI 73
1.1.2.2 Entwicklung der ausländischen Direktinvestitionen 74
1.1.2.3 Korruption 76
1.1.2.4 Plagiate 76
1.2 Infrastruktur 77
1.2.1 Aktuelle Entwicklung der Infrastruktur 77
1.2.2 Straßeninfrastruktur und Investitionen 78
1.2.3 Eisenbahninfrastruktur und Investitionen 79
1.2.4 Schifffahrtsinfrastruktur und Investitionen 79
1.2.5 Luftverkehrsinfrastruktur und Investitionen 80
1.2.6 Energieversorgung und Investitionen 81
1.3 Logistik 82
1.4 Arbeitsmarkt 83
1.4.1 Verfügbarkeit von Arbeitskräften 83
1.4.2 Qualität der Ausbildung 84
1.4.3 Entwicklung der Lohnkosten 84
1.4.4 Aktuelle Probleme der Arbeitgeber 85
1.4.4.1 Fluktuation 85
1.4.4.2 Managementgehälter 86
1.4.4.3 Arbeitsvertragsgesetz 86
1.5 Beschaffung 87
1.5.1 Aktuelle Entwicklung des Beschaffungsmarktes 87
1.5.2 Hauptbeschaffungsregionen 88
1.6 Steuern 89
1.6.1 Gewinnbesteuerung 89
1.7 Freihandelsabkommen 89
2. Standorte in China 91
2.1 Standorte deutscher Unternehmen 91
2.2 Standorte der Unternehmenskunden (nicht freigegeben) 92
2.3 Standorte der Wettbewerber (nicht freigegeben) 92
2.4 Die wichtigsten Industrie- und Wirtschaftsgebiete 93
2.4.1 Regionale Struktur 93
2.4.2 Standort Beijing-Tianjin-Hebei-Region 94
2.4.3 Standort Perlflussdelta 95
2.4.4 Standort Yangtze-Delta 98
2.5 Zusammenfassung und Vorauswahl der besten Standorte 99
2.6 Detaillierte Standortanalyse Yangtze-Delta 100
2.6.1 Übersichtskarte Yangtze-Delta 100
2.6.2 Geographie und Natur 100
2.6.2.1 Geographische Verhältnisse 100
2.6.2.2 Klimatische Verhältnisse 101
2.6.2.3 Naturkatastrophen 102
2.6.3 Infrastruktur 102
2.6.3.1 Verkehrsinfrastruktur 102
2.6.3.2 Energieversorgung 103
2.6.4 Arbeitsmarkt 103
2.6.4.1 Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte 103
2.6.4.2 Lohnkosten 103
2.6.5 Grund und Boden 104
2.6.5.1 Verfügbarkeit 104
2.6.5.2 Grundstückskosten 105
2.6.6 Fördermöglichkeiten und Subventionen 105
2.6.7 Logistik 106
2.6.7.1 Beschaffungslogistik 106
2.6.7.2 Absatzlogistik 106
2.6.8 Investitionsstandorte 107
2.6.8.1 Vorauswahl der besten Standorte im Yangtze-Delta 107
2.6.8.2 Taicang Economy Development Area 108
2.6.8.3 Changzhou Wujin Hi-Tech Industrial Zone 110
2.6.9 Zusammenfassung und Empfehlung 113
G. Zusammenfassung und Empfehlung 114
1. Zusammenfassung 114
1.1 Ländervergleich 115
1.2 Städtevergleich 117
2. Empfehlung 119

Textprobe:

Kapitel E, Standortanalyse in Indien unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten:

Politischer und volkswirtschaftlicher Überblick:

Logistik:

Die erstmals von der Weltbank 2007 durchgeführte Logistikuntersuchung gibt ein gutes Bild über die indische Logistik ab. Generell hätte Indien aufgrund seiner geographischen Lage durchaus die Voraussetzungen, ein wichtiger Standort für den internationalen Frachtverkehr zu werden, doch noch spielt das Land bei diesen Überlegungen eine untergeordnete Rolle. Zwar zeigt die Studie der Weltbank ‘Connecting to Compete: Trade Logistics in the Global Economy’, die insgesamt 150 Länder untersucht, eine gewisse Verbesserung der Logistikinfrastruktur. Aber wenn man sich das Ergebnis der Studie anschaut, so erreicht Indien nur den 39. Platz. Damit liegt der Subkontinent weit hinter anderen asiatischen Ländern wie Singapur (Platz 1), Hongkong (8), Malaysia (27), VR China (30) und Thailand (31). Durch das schnelle Wirtschaftswachstum der letzten Jahre hat sich auch das Frachtaufkommen erheblich gesteigert. Aber die Verkehrsinfrastruktur, die Vernetzung von Straße und Schiene und die Anbindung an Flug- und Seehäfen konnten mit dieser Entwicklung nicht mithalten. Da rund 70% des Güteraufkommens mit dem LKW befördert werden, wird ersichtlich welche negativen Folgen die mangelhafte Infrastruktur für die Logistik hat.Die dürftige Anbindung von Straße und Schiene kann zu mehreren Wochen Rückstau führen. Deshalb liegt Indien bei ‘Pünktlichkeit’ nur auf den 47. Rang. Verzögerungen bei der Abfertigung von Wareneinfuhren an indischen See- und Flughäfen stellen ein weiteres Problem dar. Während am Flughafen von Singapur Container in rund 12 Stunden den Zoll durchlaufen, braucht man in Indiens Hauptstadt durchschnittlich 160 Stunden. Einige Gründe hierfür sind die zeitaufwendige bürokratische Zollabwicklung, wie auch der hohe Anteil menschlicher Arbeitsleistung. Zusammenfassend zeigt die Analyse der Weltbank, dass Indien noch nicht über ein integriertes Logistikkonzept verfügt, um Wasser, Luft, Schiene und Straße miteinander zu verbinden. Einen großen Teil dazu tragen die unterschiedlichen Zuständigkeiten der einzelnen Transportsparten auf Regierungsebene bei. Kurze Entscheidungswege werden dadurch erschwert. Zukünftig werden vor allem Investitionen des Privatsektors zu einer kontinuierlichen Verbesserung führen. Man erhofft sich eine bessere Transportdauer und niedrigere Frachtkosten. Bereits jetzt investieren immer mehr Unternehmen in den Bau moderner Logistikparks mit Kühl- und Lagereinrichtungen, vor allem in der Nähe von See- und Flughäfen.

Im direkten Vergleich schneidet China in fast allen untersuchten Kriterien besser ab als Indien. Der Subkontinent punktet nur im Bereich der lokalen Logistikkosten. Lagerhaltungs- und Transportkosten sind laut Weltbankstudie in Indien niedriger (Indien: Rang 46; China: Rang: 72).

Standortanalyse in der VR China unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten:

Standort Perlflussdelta:

Das Wunder am Perlfluss nahm in den 1980er Jahren seinen Lauf. Dank Hongkonger und taiwanesischer Investoren und zahlreichen Wanderarbeitern aus dem Landesinneren wurde das Delta zur Exportschmiede und wichtigsten Wirtschaftsregion Chinas. Das Perlflussdelta besteht aus neun wohlhabenden Kreisen und Städten in der südchinesischen Provinz Guangdong, das wiederum in das westliche und das östliche Perlflussdelta unterteilt werden muss (Darstellung 65). Kaum eine andere Provinz vermag es, die Unterschiede zwischen modernen und rückständigen Regionen so deutlich hervorzubringen wie Guangdong. Während das östliche Delta, vor allem durch die beiden Metropolen Shenzhen und Guangzhou, hochmodern, wirtschaftlich und infrastrukturell gut entwickelt ist, konnten im westlichen Teil nicht alle Kreise und Städte vom Wirtschaftsboom profitieren.

Wirtschaftsstruktur: In Südchina dominiert weiterhin die exportorientierte Leichtindustrie. In Hongkong befindet sich kaum noch Industrie, lediglich drei Prozent hatte das verarbeitende Gewerbe 2007 zum BIP beigetragen. Auch weite Teile der taiwanesischen Fertigung wurden im Verlauf der 1990er Jahre ins Perlflussdelta verlagert. So ist Dongguan mittlerweile eine Art taiwanesische Kolonie geworden. Doch gegenwärtig unterzieht sich das Delta einem historischen Wandel. Bis zum Jahr 2000 war vergleichsweise wenig Schwerindustrie zu finden, doch diese Industrie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die lohnintensive Leicht- und Textilindustrie wandert wegen den steigenden Löhne (durchschnittlich 120 € Monatslohn) in das Pan-Perlflussdelta oder in Niedriglohnländer, wie Vietnam oder Kambodscha, ab. Vor allem Investoren aus den Industrieländern treiben diese Wandlung voran. Japanische Automobilkonzerne investieren große Summen, um Südchina zu einem weiteren Chinastandbein auszubauen. Aber auch britische, amerikanische und kuwaitische Unternehmen werden zunehmen im Petrochemiesektor aktiv.

Vor- und Nachteile: Die gesamte Region profitiert von der Sonderverwaltungszone Hongkong. Gemessen am Frachtumschlag findet sich hier nicht nur der zweitgrößte Flughafen der Welt, sondern auch der drittgrößte Containerhafen. Die ehemalige britische Kolonie verfügt über die schnellste und zuverlässigste Abwicklung, aber auch über merklich höhere Seefrachtkosten. Weiterhin ist hier auch das wichtigste Logistikzentrum vorzufinden. Während das östliche Perlflussdelta über eine hervorragende Infrastruktur verfügt, ist die verkehrstechnische Anbindung im westlichen Teil mangelhaft. Beispielsweise gibt es in der Sonderwirtschaftszone Zhuhai keinen Tiefseehafen oder einen Flughafen mit internationaler Flugverbindung. Zwar soll das Problem durch den Bau einer Autobahnbrücke zwischen Hongkong, Macao und Zhuhai behoben werden, doch mit einer Fertigstellung vor 2016 ist nicht zu rechnen. Die Lohnkosten sind hier wesentlich niedriger als in Shenzhen oder Guangzhou, aber dafür ist es schwierig, qualifizierte Fachkräfte, Ingenieure oder Manager für einen Einsatz in Zhuhai oder anderen Städten in der westlichen Region zu motivieren. Chinesen sehen hier erheblich schlechtere Karrierechancen. Im westlichen Delta gibt es sehr gut ausgebildetes Personal, jedoch sind die Lohnkosten vergleichsweise hoch und steigen weiterhin sehr stark an. Ein ernsthaftes Problem verursacht auch der Energiemangel in der gesamten Region. Regelmäßige Stromausfälle und Rationierungen bis zu drei Tagen in der Woche sind keine Seltenheit. Ein weiterer Grund, der gegen ein Engagement des Unternehmens im Perlflussdelta spricht, wird aus der Betrachtung der Darstellung 66 ersichtlich. Insgesamt haben sich nur wenige europäische bzw. deutsche Unternehmen in Südchina niedergelassen. Behörden haben dementsprechend mehr Erfahrung im Umgang mit asiatischen und amerikanischen Investoren und sind weniger auf die Bedürfnisse deutscher Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand, eingestellt.

Arbeit zitieren:
Rus, Alain Dezember 2008: Standortanalyse in Asien für die Gründung einer Produktionsstätte, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Standort, Asien, China, Indien, Investition

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