Standardisierte versus differenzierte Werbestrategien
Zur Bedeutung kultureller Einflussfaktoren auf die Entscheidung bei internationalen Werbestrategien
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Patrick Zenz-Spitzweg
- Abgabedatum: Februar 2005
- Umfang: 88 Seiten
- Dateigröße: 623,0 KB
- Note: 2,1
- Institution / Hochschule: European Business School Schloß Reichartshausen, Oestrich-Winkel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8714-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8714-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8714-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Zenz-Spitzweg, Patrick Februar 2005: Standardisierte versus differenzierte Werbestrategien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kultur, Internationales Marketing, Interkulturelles Marketing, Global Marketing, Marketingstrategien
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Diplomarbeit von Patrick Zenz-Spitzweg
Zusammenfassung:
Im Zuge internationaler Verflechtungen und allgemeiner Globalisierungsprozesse hat neben anderen betriebswirtschaftlichen Aspekten besonders die Rolle des Marketings im internationalen Kontext in den letzten Jahren besonders stark an Bedeutung gewonnen. Durch den gestiegenen Wettbewerb sehen sich Unternehmen dazu veranlasst, ihre Produkte auch auf ausländischen Märkten anzubieten. Hierfür bedarf es der Entwicklung entsprechender Marketingstrategien.
Bei der Wahl der Strategie bieten sich zwei Optionen: zum einen eine standardisierte Strategie, also eine identische Marktbearbeitung aller Märkte, zum anderen eine differenzierte Strategie, die die landesspezifischen Nebenbedingungen der jeweiligen Auslandsmärkte berücksichtigt. Hierbei hat sich gezeigt, dass neben anderen Einflussfaktoren des Mikro- und Makroumfelds eines Landes, besonders die Kultur starken Einfluss auf den Erfolg internationaler Marketingstrategien haben kann.
Vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Kultur auf die Entscheidung bei internationalen Marketingstrategien, wobei gezielt auf das Element der Werbung eingegangen wird. Im Mittelpunkt steht die Überlegung, inwieweit internationale Werbestrategien Standardisierungspotential besitzen oder ob differenziertes Vorgehen aufgrund kultureller Einflussfaktoren immer zwingend notwendig ist. Die Arbeit basiert dabei auf einem integrativ-prozessualen Marketingverständnis.
Problemstellung:
Ausgehend von einer Eingrenzung der Problemstellung auf das Konsumgütermarketing liegt das erste Schlüsselziel dieser Arbeit in der Untersuchung des Einflusses der Kultur auf die Umsetzung internationaler Werbestrategien. Es soll geklärt werden, wie stark und auf welche Weise die Kultur und ihre Elemente auf internationale Werbestrategien Einfluss ausüben. Hieraus leitet sich die Frage nach den Standardisierungspotentialen bzw. der Notwendigkeit landesspezifischer Differenzierungen ab.
Die Basis bildet hierbei das integrativ-prozessuale Marketingverständnis von Mattmüller. Aus den vier Elementen „Vorbereitung, Anbahnung, Abschluss, Realisierung“ wird hierbei gezielt auf die Anbahnungsphase, also die Marktkommunikation, eingegangen. Sie stellt die Basis der Werbestrategie dar und ist daher für diese Arbeit der zentrale Ausschnitt aus dem gesamten Marketingprozess. Untersucht werden sollen hierbei die wichtigsten Elemente der Marktkommunikation, angefangen bei der Konzeption und Planung, über die Umsetzung bis zur Kontrolle.
Gang der Untersuchung:
Zur Beantwortung der zentralen Frage dieser Arbeit, werden mehrere Teilschritte analysiert. Zunächst wird in Kapitel 1 die grundlegende Problematik bei der Entscheidung internationaler Werbestrategien aufgezeigt, ein allgemeiner Problemhintergrund gegeben und das Erkenntnisziel der Arbeit abgeleitet. Anschließend führt Kapitel 2 näher in die Thematik ein. Dabei werden zunächst das internationale Marketing und verschiedene strategische Optionen anhand des EPRG-Konzepts aufgezeigt. Nach einer allgemeinen Definition der Werbestrategie, folgt eine Diskussion zu den wichtigsten Aspekten zur Standardisierung und Differenzierung von Werbestrategien sowie deren jeweilige Vor- und Nachteile. Da die Wahl der Strategie von einer Vielzahl von landesspezifischen Faktoren beeinflusst wird, werden diese anschließend genauer erläutert. Dabei wird eine Trennung in die Einflussfaktoren des Mikro- und des Makroumfelds vorgenommen.
Der Aspekt der Kultur wird dabei bereits kurz beleuchtet, jedoch schwerpunktmäßig in Kapitel 3 bearbeitet. Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Elemente der Kultur und deren Einfluss auf die Wahl bei internationalen Werbestrategien. Aufbauend auf den vorgestellten Kulturtheorien von Hall und Hofstede werden erste Überlegungen zur internationalen Standardisierung und Differenzierung von Werbestrategien angestellt. Kapitel 4 greift diese Überlegungen auf und verbindet schließlich den theoretischen Bezugsrahmen aus Kapitel 2 mit den in Kapitel 3 dargestellten Aspekten der Kultur.
Es folgt eine Einordnung der Problematik in das Verständnis des integrativ-prozessualen Marketingansatzes nach Mattmüller. Im einzelnen werden hier die Phasen der Konzeption, Planung, Ausführung und Kontrolle einer internationalen Marktkommunikation diskutiert. Kapitel 5 fasst die gezogenen Schlüsse zusammen und gibt einen Ausblick in die Zukunft der behandelten Problematik.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | III | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemhintergrund | 1 |
| 1.2 | Problemstellung | 3 |
| 1.3 | Erkenntnisziel | 4 |
| 1.4 | Gang der Untersuchung | 4 |
| 2. | Theoretischer Bezugsrahmen | 5 |
| 2.1 | Internationales Marketing | 5 |
| 2.1.1 | Das EPRG-Konzept | 7 |
| 2.1.2 | Internationalisierungstrategien | 8 |
| 2.2 | Standardisierte versus differenzierte Werbestrategien | 10 |
| 2.2.1 | Definition der Werbestrategie | 11 |
| 2.2.2 | Standardisierte Werbestrategien | 12 |
| 2.2.3 | Differenzierte Werbestrategien | 14 |
| 2.3 | Einflussfaktoren internationaler Werbestrategien | 16 |
| 2.3.1 | Das nationale Mikroumfeld | 17 |
| 2.3.2 | Das nationale Makroumfeld | 18 |
| 2.4 | Zur Bedeutung der Kultur | 21 |
| 3. | Kultur und Internationale Werbestrategien | 23 |
| 3.1 | Elemente der Kultur und ihr Einfluss auf internationale Werbestrategien | 23 |
| 3.1.1 | Werte und Normen | 23 |
| 3.1.2 | Ästhetik | 25 |
| 3.1.3 | Verbale und Nonverbale Kommunikation | 26 |
| 3.1.4 | Religion | 27 |
| 3.1.5 | Gepflogenheiten | 28 |
| 3.1.6 | Bildung und soziale Institutionen | 29 |
| 3.2 | Ausgewählte Kulturtheorien | 30 |
| 3.2.1 | Kulturtheorie nach Hall | 30 |
| 3.2.2 | Kulturtheorie nach Hofstede | 31 |
| 3.3 | Kultur und Werbung | 34 |
| 4. | Interkulturelle Werbestrategien | 34 |
| 4.1 | Werbestrategien im internationalen Kontext | 34 |
| 4.2 | Konzeption und Teilfunktionen internationaler Werbestrategien | 35 |
| 4.3 | Planung der Werbestrategie | 38 |
| 4.3.1 | Werbeobjekt und Werbesubjekt | 38 |
| 4.3.2 | Werbemittel | 41 |
| 4.3.3 | Werbeträger | 41 |
| 4.3.4 | Gestaltung der Werbung | 44 |
| 4.4 | Ausführung und Kontrolle der internationalen Werbestrategie | 46 |
| 5. | Schlussfolgerungen und Resumé | 48 |
| Abbildungsverzeichnis | 51 | |
| Literaturverzeichnis | 71 |
Ästhetik umfasst die Einstellung einer Kultur gegenüber Schönheit und Güte von Musik, Kunst, Folklore und Drama. Für das Marketing spielt der Aspekt der Ästhetik eine wichtige Rolle, da Konsumenten aus unterschiedlichen Kulturen verschiedene Auffassungen in Bezug auf die Darstellung eines Produktes, dessen Markennamen, und die in der Werbestrategie verwendeten Farben und Symbole haben können. So scheiterte General Motors bei dem Versuch, den „Chevy Nova“ auf den spanischen Markt einzuführen. Der Fehler lag darin, dass der Markenname „no va“ im spanischen „es funktioniert nicht“ bedeutet, und so die potentiellen Kunden den Wagen ablehnten.115 Ähnlich verhält es sich mit Farben. Lange Zeit war man der Auffassung, dass das Farbempfinden der Menschen weltweit vergleichsweise ähnlich sei. Studien haben jedoch gezeigt, dass gerade dies nicht der Fall ist. So verbinden Amerikaner und Japaner die Farbe Braun mit dem Attribut „günstig“, wohingegen Chinesen die gleiche Farbe eher mit „wohlschmeckend“ verbinden.116 Ähnlich verhält es sich auch mit der Farbe Weiß. McDonald’s verfehlte in Japan mit der Werbefigur „Ronald McDonald“ seine Werbewirkung, da dort das weiß geschminkte Gesicht des Clowns mit dem Tod in Verbindung gebracht wird.117 Es ist also wichtig, das ästhetische Empfinden einer Kultur zu verstehen und richtig zu interpretieren, um keine fundamentalen Fehler bei der Werbestrategie zu begehen. Das Hauptproblem besteht hierbei, dass der Kunde sich nicht nur nicht angesprochen fühlt das Produkt zu kaufen, sondern sogar Abneigung und negative Ein- [...]
hen ist. Daraus leiten sich dann auch Einstellungen gegenüber bestimmten Objekten und Ereignissen ab und lassen einen Menschen auf eine bestimmte Art und Weise handeln. Dies wirkt sich schließlich auch auf das individuelle Konsumverhalten aus.108 Darum bestimmen Werte und Normen, ob ein Produkt in einem Land akzeptiert wird oder nicht. Für die Werbestrategie ist es entscheidend, diesen Aspekt bei der Wahl der Werbung mit einzubeziehen. So wurde beispielsweise aus allen Werbungen der Coca-Cola Corp. nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 in New York, der Satz „life tastes good“ entfernt, um auf die allgemeine Stimmung der amerikanischen Bevölkerung zu reagieren.109 Ferner besteht die Problematik internationaler Werbestrategien oftmals darin, dass die Kultur des Auslandsmarktes Produkte ablehnt, die nicht im eigenen Land hergestellt wurden. So gilt in manchen Ländern der Kauf ausländischer Produkte als unpatriotisch, und der Kunde entscheidet sich tendenziell eher für ein im Land gefertigtes Produkt.110 Dieser Effekt kann sich aber auch genau gegensätzlich einstellen, sodass Produkte gerade wegen ihrer ausländischen Herkunft gekauft werden, weil damit z.B. ein besonders hoher Qualitätsstandard verbunden wird. Diesen Zusammenhang bezeichnet man als „country-of-origin effect“111, und kann für die Werbestrategie von entscheidender Bedeutung sein. Besonders wenn keine weiteren Informationen verfügbar sind, neigen Konsumenten dazu, aufgrund des Herstellungslandes Rückschlüsse auf die Qualität und die Eigenschaften des Produktes zu ziehen.112 So wird „made in Germay“ oftmals mit sehr hoher Qualität, „made in Italy“ mit gutem Stil und „made in Taiwan“ mit eher minderer Qualität verbunden.113 Studien haben aber auch gezeigt, dass das Interesse des Konsumenten am Herstellungsland des Produktes, mit zunehmender Bekanntheit eines Markennamens abnimmt. Bei dem Markennamen „Sony“ beispielsweise spielt es keine Rolle, wo das Produkt hergestellt wird, da der Kunde es meist mit der gleichen Quali- [...]
Kultur ist in der Geschichte einer Gemeinschaft verwurzelt und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Da sich aber die Umwelt einer jeden Generation ändert, hat dies auch Einflüsse auf die Kultur, woraus sich die Charakteristika von Kulturen ableiten lassen: (I) Kultur ist erlernt. Das heißt der Mensch wird durch eigene Erfahrungen und durch das von älteren Generationen Weitergegebene an die Kultur herangeführt. (II) Kultur wird geteilt, da Kultur nie eine einzelne Person betrifft, sondern stets eine Gesellschaft oder Gruppe. (III) Kultur ist immer relativ, da keine Kultur besser oder schlechter als eine Andere zu werten ist. (IV) Kultur passt sich an, da es ein gelerntes Verhalten ist. (V) Kultur ist symbolisch, da sie auf Symbolen basiert, die jedes Mitglied der kulturellen Gruppe versteht. (VI) Kultur ist allgegenwärtig, da sie beinahe alles betrifft, was der Mensch sieht, fühlt oder macht.105 Die aufgezeigten Charakteristika verdeutlichen die Komplexität der Kultur, helfen jedoch auch beim tieferen Verständnis der Elemente der Kultur. Auch hier ist die Definition nicht eindeutig. Im Folgenden werden Werte und Normen, Ästhetik, verbale und nonverbale Kommunikation, Religion, Gepflogenheiten, Bildung und soziale Institutionen als wichtigste Elemente der Kultur betrachtet106, da diese in der Literatur am häufigsten zu finden sind und für die Fragestellung dieser Arbeit am gehaltvollsten scheinen.107 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832487140
Arbeit zitieren:
Zenz-Spitzweg, Patrick Februar 2005: Standardisierte versus differenzierte Werbestrategien, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kultur, Internationales Marketing, Interkulturelles Marketing, Global Marketing, Marketingstrategien



