Stand und Entwicklungstendenzen der Prozeßorganisation bei der Warenversorgung im Handel
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Friederike Renner
- Abgabedatum: Oktober 2003
- Umfang: 73 Seiten
- Dateigröße: 786,4 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8011-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8011-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8011-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Renner, Friederike Oktober 2003: Stand und Entwicklungstendenzen der Prozeßorganisation bei der Warenversorgung im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Logistik, Informations- und Kommunikationssysteme, 4 PL, Outsourcing
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Diplomarbeit von Friederike Renner
Zusammenfassung:
Für den Handel stellen aktuelle Entwicklungen wie eine hohe Veränderungsdynamik und eine Verschärfung des Wettbewerbs besondere Herausforderungen dar. Neben einem intensiven Preiswettbewerb bestimmen Konzentration und Marktmacht die Entwicklungen im Handel. Eine Organisationsform, die den neuen Herausforderungen der Handelsunternehmungen entgegenkommt, ist die Prozessorganisation als Erweiterung der traditionellen, funktionsorientierten Ablauforganisation.
Mit dem Übergang zu einem verstärkten Prozessdenken und zu prozessorientierten Organisationsformen kann eine funktionale Abschottung mit unzähligen Schnittstellen und defizitärer Kundenorientierung überwunden werden. Durch die Identifikation und effiziente Gestaltung wesentlicher Unternehmungsprozesse lassen sich außerdem Kosten-, Zeit- und Qualitätsziele verwirklichen.
Im Handel erweist sich insbesondere der Warenversorgungsprozess zwischen der Konsumgüterindustrie und dem filialisierten Einzelhandel als Quell für erhebliche Effizienz- und Kostenverbesserungen. Durch eine effiziente, funktionsübergreifende Gestaltung des Warenversorgungsprozesses lassen sich bspw. Lagerbestände verringern, Lieferzeiten verkürzen und Frische der Ware garantieren.
Ziel dieser Arbeit ist es, den Stand und die Entwicklungstendenzen des Warenversorgungsprozesses im Handel auf Basis einer Prozessanalyse theoretisch aufzuzeigen sowie aktuelle und zukünftige Möglichkeiten der Prozessoptimierung darzustellen. Dabei wird deutlich, welche Potenziale die Prozessorganisation dem Handel heutzutage und in der Zukunft bietet, in einem dynamischen Markt zu überleben und Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Nach einer umfassenden Behandlung der Grundlagen zur Prozessorganisation und zur Warenversorgung im Handel wird mit Hilfe einer Prozessanalyse der Stand der Prozessorganisation bei der Warenversorgung im Handel analysiert. Zur Optimierung des Warenversorgungsprozesses bieten sich spezielle technologie-, logistik- und organisationsorientierte Gestaltungskonzepte an. Hier wird insbesondere auf Informations- und Kommunikationstechnologien wie Scannertechnologie und EDI, Zentrallagerkonzepte und Outsourcingmöglichkeiten näher eingegangen.
Ausgehend von den aktuellen Trends und Entwicklungen im Handel und der Konsumgüterbranche werden mögliche zukünftige Auswirkungen auf den Warenversorgungsprozess ableitet. Auch in Zukunft lassen sich zur Optimierung des Warenversorgungsprozesses technologie-, logistik- und organisationsorientierte Gestaltungskonzepte unterscheiden. Dabei handelt es sich z.B. um die Radiofrequenztechnik, Just-in-Time-Konzepten wie z.B. Cross-Docking und „System-Outsourcing“ an 3 PL oder 4 PL.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | III | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | V | |
| 1. | Problemstellung, Ziel und Gang der Arbeit | 1 |
| 2. | Grundlagen | 4 |
| 2.1 | Grundlagen zur Prozessorganisation | 4 |
| 2.1.1 | Charakteristik und Stellenwert der Prozessorganisation | 4 |
| 2.1.2 | Ziele der Prozessorganisation | 6 |
| 2.1.3 | Aufgaben der Prozessorganisation | 9 |
| 2.2 | Grundlagen zur Warenversorgung im Handel | 11 |
| 2.2.1 | Charakteristik und Stellenwert des Handels | 11 |
| 2.2.2 | Warenversorgung als kritischer Geschäftsprozess des Handels | 14 |
| 3. | Stand der Prozessorganisation bei der Warenversorgung im Handel | 16 |
| 3.1 | Abgrenzung des Betrachtungsgegenstands | 16 |
| 3.2 | Analyse und Darstellung des Warenversorgungsprozesses | 18 |
| 3.2.1 | Analyse und Darstellung des Gesamtprozesses | 18 |
| 3.2.2 | Analyse und Darstellung der Teilprozesse | 21 |
| 3.2.2.1 | Beschaffungslogistik | 21 |
| 3.2.2.2 | Lagerhaltung | 23 |
| 3.2.2.3 | Distributionslogistik | 25 |
| 3.3 | Gestaltungskonzepte zur Optimierung des Warenversorgungsprozesses | 27 |
| 3.3.1 | Technologieorientierte Gestaltungskonzepte | 27 |
| 3.3.2 | Logistikorientierte Gestaltungskonzepte | 29 |
| 3.3.3 | Organisationsorientierte Gestaltungskonzepte | 31 |
| 4. | Entwicklungstendenzen der Prozessorganisation bei der Warenversorgung im Handel | 33 |
| 4.1 | Aktuelle Trends und Entwicklungen bei den beteiligten Partnern | 33 |
| 4.1.1 | Trends und Entwicklungen im Handel | 33 |
| 4.1.2 | Trends und Entwicklungen in der Konsumgüterindustrie | 34 |
| 4.2 | Auswirkung der Trends und Entwicklungen auf die Gestaltung des Warenversorgungsprozesses | 36 |
| 4.2.1 | Auswirkungen auf den Gesamtprozess | 36 |
| 4.2.2 | Auswirkungen auf die Teilprozesse | 39 |
| 4.2.2.1 | Beschaffungslogistik | 39 |
| 4.2.2.2 | Lagerhaltung | 41 |
| 4.2.2.3 | Distributionslogistik | 42 |
| 4.3 | Zuküftige Gestaltungskonzepte zur Optimierung des Warenversorgungsprozesses | 43 |
| 4.3.1 | Zukünftige technologieorientierte Gestaltungskonzepte | 43 |
| 4.3.2 | Zukünftige logistikorientierte Gestaltungskonzepte | 45 |
| 4.3.3 | Zukünftige organisationsorientierte Gestaltungskonzepte | 47 |
| 5. | Fazit und Ausblick | 49 |
| ANHANG | 51 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 53 | |
| EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG | 65 |
entnommen, handelt es sich um die physische Auslagerung der Ware. Meldet ein Regionallager Bedarf an einer spezifischen Ware, erfolgt eine Umlagerung der Ware vom Zentrallager in das jeweilige Regionallager. Als Umlagerung wird jeder physische Transport von Artikeln zwischen zwei Lagerstufen bezeichnet.142 Eine Umlagerung ist immer mit einer Auslagerung der gewünschten Warenmenge aus dem Zentrallager, einem innerbetrieblichen Transport der kommissionierten Ware und einer Einlagerung der Ware im Regionallager verbunden. Zu Planungs- und Bewertungszwecken sowie als Grundlage für die Bestellmengenrechnung ist es erforderlich, im Rahmen einer Bestandsführung sämtliche Warenbewegungen, d.h. Ein-, Aus- und Umlagerungen artikelgenau zu erfassen.143 Dadurch stehen den betrieblichen Einheiten der Handelsunternehmung jederzeit vollständige Informationen über die aktuellen Lagerbestände aller Zentral- und Regionallager zur Verfügung. 3.2.2.3 Distributionslogistik Die Distributionslogistik hat die Aufgabe der bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Versorgung der Filialen mit Waren.144 Spiegelbildlich zur Beschaffungslogistik stellt sie die Schnittstelle zwischen der Handelsunternehmung und den Kunden, d.h. im Falle des filialisierten Lebensmitteleinzelhandels den Filialen dar. Einen besonderen Stellenwert in der Distributionslogistik haben somit die Kundenorientierung und das damit verbundene Servicedenken.145 Eine optimale Distributionslogistik wirkt sich aus der Sicht der Filialen insbesondere positiv auf die Lieferzeit und die Lieferzuverlässigkeit aus.146 Das Kernziel der Distributionslogistik besteht deshalb darin, einen hohen Lieferservice sowie das generelle Ziel der Kostenminimierung in Einklang zu bringen.147 Der Distributionslogistikprozess umfasst die Vorgänge Tourenplanung, Kommissionierung, Verpackung, Warenausgang und Warentransport. Bei der Tourenplanung geht es darum, die geplanten Lieferungen so auf die verfügbaren Transportmittel zu verteilen, dass sie nicht nur termingerecht, sondern möglichst effizient, d.h. auf [...]
besteht das Kernziel der Lagerhaltung darin, einerseits eine hohe Lieferbereitschaft bei entsprechender Frische der Ware und andererseits eine Reduzierung der Lagerkosten in Einklang zu bringen.134 Die Mehrheit aller überregionalen deutschen Lebensmitteleinzelhandelsunternehmungen wie z.B. Tengelmann, Aldi und Rewe arbeitet mit mehrstufigen Lagersystemen.135 D.h. die Belieferung der Filialen erfolgt nicht direkt aus dem Hersteller- oder Großhandelslager (einstufiges Lagersystem), sondern wird von den Lagerstufen der Handelsunternehmung vorgenommen.136 Das Zentrallager führt im Rahmen einer zentralen Bestandsführung die gesamte Sortimentsbreite einer Handelsunternehmung und versorgt alle nachgelagerten Regionallager regelmäßig mit Waren.137 Die Regionallager sind meist über das ganze Bundesgebiet verteilt und halten nur Teile eines Sortiments, mit dem sie die Filialen einer bestimmten Absatzregion beliefern.138 Um Raumkapazitäten zu sparen, verfügen die Filialen im Lebensmitteleinzelhandel über keine oder nur sehr kleine Filiallager. Die Ware fließt also meistens direkt aus dem Zentral- bzw. Regionallager in die Regale der Filiale. Während sich bei einem mehrstufigen Lagersystem die Lagerhaltungs- und Kapitalbindungskosten mit der Anzahl der Lagerstufen sowie der Größe der einzelnen Lager erhöhen, verhalten sich die Transportkosten hierzu gegenläufig.139 So wird zunächst durch den Transport größerer Warenmengen vom Zentral- in die Regionalläger eine hohe Kapazitätsauslastung der Transportmittel erreicht. Vom Regionallager aus gelangt die Ware dann über verhältnismäßig kurze Transportwege in die jeweiligen Filialen. Der Lagerhaltungsprozess umfasst die Vorgänge Einlagerung, Auslagerung und Umlagerung der Waren sowie Bestandsführung. Die Wareneinlagerung bezeichnet den Vorgang der physischen Einlagerung der Ware auf einem Lagerplatz.140 Typisch für den Lebensmitteleinzelhandel ist eine Vielzahl an Warengruppen, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Handhabung (z.B. große und kleine Artikel) und verschiedenen Lagertemperaturen (z.B. Tiefkühlkost, Frischwaren) in warengruppenbezogene Lagerbereiche eingelagert werden.141 Wird die Ware wieder ihrem Lagerplatz [...]
dadurch erwartete Anlieferungsbündelung ist jedoch mit vielen Warenumschlägen und einer signifikanten Verlängerung der Lieferzeit verbunden.128 Aus diesem Grund muss unternehmungsspezifisch genau geprüft sein, ob die Kosten der Selbstabholung durch die Logistikrabatte der Lieferanten überkompensiert werden.129 Der Wareneingang bildet die Schnittstelle zwischen der Beschaffungslogistik und der Lagerhaltung. Um die Effizienz des Wareneingangs zu erhöhen, wird jeder Lieferung im Vorhinein ein Tor des zugehörigen Lagerkomplexes zugewiesen, über das die Vereinnahmung der Ware erfolgt. Dies ermöglicht sowohl eine beschleunigte Anlieferung als auch eine Erhöhung der Kapazitätsauslastung und eine Vermeidung von Engpässen bei den Rampen.130 Bevor die Ware eingelagert und die jeweiligen Warenbestände im System aktualisiert werden, erfolgt eine quantitative und qualitative Kontrolle der gelieferten Ware.131 Durch diese Kontrolle wird verhindert, dass für nicht erhaltene, nicht gewünschte oder qualitativ unzureichende Ware gezahlt wird. 3.2.2.2 Lagerhaltung Die Lagerhaltung ermöglicht der Handelsunternehmung die Erfüllung ihrer zeitlichen, qualitativen und quantitativen Überbrückungsfunktion.132 Aufgabe der Lagerhaltung ist es, die im Rahmen der Vorratsbeschaffung empfangenen Warenbestände bis zum Zeitpunkt ihres Bedarfs zu lagern. Dabei gilt ist es, durch einen ausreichend hohen Sicherheitsbestand eine hohe Lieferbereitschaft und somit kurze Lieferzeiten zu gewährleisten, um eine mangelnde Warenpräsenz in den Filialen zu vermeiden.133 Im Lebensmitteleinzelhandel ist jedoch zu berücksichtigen, dass eine Vielzahl an Waren (z.B. Obst, Gemüse und Backwaren) nicht bzw. kaum lagerfähig sind, da sie bei Ankunft in den Filialen frisch sein müssen. Da ein hoher Sicherheitsbestand zudem mit überproportional steigenden Lagerhaltungs- und Kapitalbindungskosten einhergeht, [...]
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Renner, Friederike Oktober 2003: Stand und Entwicklungstendenzen der Prozeßorganisation bei der Warenversorgung im Handel, Hamburg: Diplomica Verlag
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Logistik, Informations- und Kommunikationssysteme, 4 PL, Outsourcing



