Stand der Anwendung und Entwicklungsperspektiven der Kreditwürdigkeitsprüfung mit Neuronalen Netzen und Expertensystemen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Elke Lauckner
- Abgabedatum: September 1996
- Umfang: 67 Seiten
- Dateigröße: 909,6 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Rostock Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0762-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0762-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0762-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lauckner, Elke September 1996: Stand der Anwendung und Entwicklungsperspektiven der Kreditwürdigkeitsprüfung mit Neuronalen Netzen und Expertensystemen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Expertensysteme, Kreditwürdigkeitsprüfung, künstliche Intelligenz, Neuronale Netze, Bonität
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Diplomarbeit von Elke Lauckner
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit der Anwendung von Expertensystemen und Neuronalen Netzen in der Kreditwürdigkeitsprüfung von Banken. Der Verfasser konnte zwar umfangreiche Literaturquellen über Neuronale Netze und Expertensysteme nutzen, jedoch existieren über die Prüfung der Kreditwürdigkeit mit diesen Systemen bisher nur wenige Veröffentlichungen. Da sich dem Verfasser keine Möglichkeiten boten, eine praxisnahe Studie über Neuronale Netze oder Expertensysteme zu machen, wird darauf hingewiesen, daß diese Arbeit zum größten Teil auf bereits bestehende Literatur aufbaut.
Es werden zunächst einige herkömmliche Methoden der Kreditwürdigkeitsprüfung der Banken mit ihren Vor- und Nachteilen behandelt. Die im Anschluß näher erläuterten Begriffe Neuronales Netz und Expertensystem, die Darstellung ihres Aufbaus sowie ihrer Funktionsweisen sollen zur besseren Verständlichkeit dienen. Es wurde bei den unterschiedlichen Definitionen auf mehrere Autoren zurückgegriffen, um die Vielzahl der bestehenden Ansichten abzubilden.
Im 3. Abschnitt der vorliegenden Arbeit erfolgt eine Vorstellung einiger ausgewählter und bereits in der Praxis getesteter Bonitätsanalysen und Insolvenzprognosen mit Neuronalen Netzen und Expertensystemen sowie eine Analyse des gegenwärtigen Entwicklungsstandes und der möglichen Perspektiven dieser Systeme. Dabei wurde – soweit möglich – auch stets ein Vergleich zu anderen Tests und die Gegenüberstellung der entsprechenden Vor- und Nachteile erbracht.
Die am Ende des 3. Abschnittes zusammengefaßten Erkenntnisse aus den dargestellten Studien, die angesprochene Untersuchung von 1993 und die zusammenfassende Pro- und Contra- Analyse verbinden sich mit dem Resümee im 4. Abschnitt und der vom Verfasser durchgeführten Telefonumfrage bei zwölf Banken zu einem anschaulichen Bild über den aktuellen Stand der Anwendung von Neuronalen Netzen und Expertensystemen im Bereich der Kreditwürdigkeitsprüfung.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Begründung des Themas und Zielstellung | 1 |
| 1.1. | Kreditwürdigkeit - theoretische und rechtliche Hintergründe | 2 |
| 1.2. | Herkömmliche Methoden der Kreditwürdigkeitsprüfung und ihre Vor- und Nachteile | 3 |
| 1.3. | Die Suche nach fortschrittlichen Alternativen | 8 |
| 2. | Neuronale Netze und Expertensysteme | 10 |
| 2.1. | Neuronale Netze | 11 |
| 2.1.1. | Aufbau und Funktionsweise Neuronaler Netze | 12 |
| 2.1.2 | Lernfähigkeit | 16 |
| 2.1.3. | Arten von Neuronalen Netzen | 20 |
| 2.1.4 | Entwicklung und Simulation von Neuronalen Netzen | 21 |
| 2.1.5. | Beispiele für Neuronale Netze | 22 |
| 2.2. | Expertensysteme | 22 |
| 2.2.1. | Aufbau von Expertensystemen | 25 |
| 3. | Neuronale Netze und Expertensysteme in der Kreditwürdigkeitsprüfung von Banken | 29 |
| 3.1. | Neuronale Netze und Expertensysteme in der Kreditwürdigkeitsprüfung | 29 |
| 3.1.1 | Netz nach Odom / Sharda zur Insolvenzprognose | 31 |
| 3.1.2. | Insolvenzprognose mit Neuronalen Netzen nach Tam / Kiang | 33 |
| Kreditwürdigkeitsprüfung der Konsumenten nach Schumann / Lohrbach / Bährs | 36 | |
| 3.1.3. | Klassifikation von Unternehmen nach Erxleben / Baetge / Feidicker / Koch / Krause / Mertens | 40 |
| 3.1.5. | Test Neuronaler Netze in der Kreditwürdigkeitsprüfung im Vergleich zur Diskriminanzanalyse nach Krause | 42 |
| 3.1.6. | Kreditwürdigkeitsprüfung mit dem Expertensystem "CODEX" | 42 |
| 3.1.7. | Das Expertensystem "DAISY" | 43 |
| 3.1.8. | Das Expertensystem "LOAN RISK ADVISOR" | 44 |
| 3.1.9. | Weitere Tests Neuronaler Netze in der Kreditwürdigkeitsprüfung | 44 |
| 3.2. | Entwicklungsperspektiven | 47 |
| 3.2.1. | Erkenntnisse aus den Studien zur Kreditwürdigkeitsprüfung mit Neuronalen Netzen | 47 |
| 3.2.2. | Untersuchung zum Stand der Anwendung von Expertensystemen in Banken | 48 |
| 3.3. | Pro und Contra zur Anwendung von Neuronalen Netzen und Expertensystemen in der Kreditwürdigkeitsprüfung | 49 |
| 4. | Resumee | 51 |
Die Entwicklung und Simulation Neuronaler Netze erfolgt zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit Neuro Software, die in folgende Gruppen unterteilt werden können: Die erste Gruppe nennt sich Shells. Shells sind selbständige Programme, die oft mit einer graphischen Benutzeroberfläche arbeiten. Sie bieten eine bequeme Entwicklungsumgebung und ermöglichen in der Regel eine Visualisierung von Netzaufbau, Lernstand und Netzparametern. Die zweite Gruppe bezeichnet man als Add-ons. Add-ons sind sogenannte Aufsätze auf bereits bestehende Softwaresysteme, deren Funktionalität und Fähigkeiten dadurch erweitert werden und somit die Simulation der Neuronalen Netze ermöglichen. Die vorhandene Basissoftware kann dabei im Rahmen ihrer Möglichkeiten benutzt werden. Die dritte Gruppe sind Entwicklungssprachen. Hier unterscheidet man Toolboxen und Spezialsprachen. Toolboxen ermöglichen die Entwicklung der Neuronalen Netze mit Hilfe von bekannten und verbreiteten Programmiersprachen. Spezialsprachen sind unbekanntere Sprachen, sie stellen eine Schnittstelle zu einem Neuronalen Simulationsprogramm her. Der Benutzer von Spezialsprachen muß sich einer hohen Anforderung stellen, weil Spezialsprachen eine enorme Flexibilität beim Entwurf von Neuronalen Netzen besitzen. [...]
passung erfolgt, „...wenn das Produkt der Ausgabewerte der beiden Neuronen von Null verschieden ist...“. Die Verbindungsgewichte werden dann proportional zu diesem Produkt verändert, es sind auch kontinuierliche und negative Ausgabewerte erlaubt. Beim unüberwachten Lernen wird zwischen der Delta-Regel für Netze ohne Zwischenschichten und der generalisierten Delta-Regel für mehrschichtige Netze unterschieden. Nach der Delta-Regel erfolgt die Gewichtsanpassung in Abhängigkeit von der Differenz zwischen dem Sollausgabewert und dem Istausgabewert; bei der generalisierten Delta-Regel wird für die Berechnung der Gewichtsänderungen zusätzlich die Ableitung der Ausgabefunktion verwendet. Für die verdeckten Zwischenschichten werden die Gewichtsfaktoren rekursiv bestimmt, dieser Vorgang wird auch als Back Propagation Learning bezeichnet und funktioniert nach dem bereits erklärten Gradientenabstiegsverfahren. Von der Ausgabeschicht aus werden dabei die Gewichtungsfaktoren rückwärtsgerichtet berechnet; das gewünschte Ausgabesignal muß dabei jedoch bekannt sein.27 Bei einigen Neuronalen Netzen bleibt die Lernfähigkeit des Systems während der gesamten Nutzungsdauer des Netzes erhalten, ist also kein abgeschlossener Prozeß. Diese Systeme haben den Vorteil, daß sie in der Lage sind, bei einem teilweisen Ausfall des Netzes sich selbst wieder regenerieren zu können.28 [...]
Beim Lernen wird zwischen dem überwachten (supervised learning) und dem unüberwachten Lernen (unsupervised learning) unterschieden. Das überwachte Lernen kann entweder mit „Lehrer“, oder mit „Bewerter“ erfolgen. Lernt das Netz mit einem Lehrer, so wird ihm die richtige Lösung des Problems zum Vergleich bereitgestellt. Beim Lernen mit einem Bewerter erhält das System nach einem absolvierten Durchlauf nur eine Information über die Qualität des Ergebnisses. Bei selbstorganisierenden Netzwerken, die sich durch unüberwachtes Lernen auszeichnen, erfolgt die Anpassung der Gewichte nach der Hebbschen Regel.25 Hebb stellte 1949 die folgende These auf, welche zumindest teilweise experimentell belegt wurde. Die Wirksamkeit einer Synapse ändert sich „...in Abhängigkeit von der Korrelation zwischen den Aktivitäten ... des die Synapse ansteuernden und ... des von der Synapse angesteuerten Neurons...“. (Ritter, H.; Martinetz, T.; Schulten, K., 1991, S. 14) Die Hebbsche Regel, daß sich die Verbindungs25 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832407629
Arbeit zitieren:
Lauckner, Elke September 1996: Stand der Anwendung und Entwicklungsperspektiven der Kreditwürdigkeitsprüfung mit Neuronalen Netzen und Expertensystemen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Expertensysteme, Kreditwürdigkeitsprüfung, künstliche Intelligenz, Neuronale Netze, Bonität



