Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Stakeholder-Value

Ansatz für ein Leistungsmessungs- und Anreizsystem?

Stakeholder-Value
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Kleikamp
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 805,5 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9025-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9025-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9025-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kleikamp, Christian Mai 2005: Stakeholder-Value, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Leistungsorientierung, Balanced Scorecard, Partizipation, Zielvereinbarung, Motivation

Diplomarbeit von Christian Kleikamp

Einleitung:

Im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses in Deutschland steht derzeit die Kapitalismuskritik. Unternehmen wird vorgeworfen, sie würden sich hauptsächlich darum kümmern, für ihre Anteilseigner eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften, und das jeweilige Management sei in erster Linie an kurzfristiger Gewinnmaximierung interessiert, um so von umfangreichen Bonusprogrammen profitieren zu können. An diese Kritik schließt sich eine Ablehnung der Orientierung am Shareholder Value an.

Die vorliegende Arbeit soll untersuchen, ob es eine Alternative gibt, wie die Leistung von Führungskräften bez. der Unternehmensziele gemessen und die entsprechenden Manager durch Anreize zielgerichtet motiviert werden können, ohne dabei die Interessen anderer Anspruchsgruppen als der Aktionäre aus den Augen zu verlieren.

Zu diesem Zweck soll der Stakeholder-Ansatz, der neben den Aktionären weitere relevante Anspruchsgruppen eines Unternehmens betrachtet, als Ausgangspunkt für ein pluralistisches Zielsystem dienen, welches die Zielvorstellungen aller relevanten Stakeholder berücksichtigt. Der Grad, zu dem diese Zielvorstellungen erfüllt werden, ist der Stakeholder Value, der mit einem an dem Zielsystem anknüpfenden Leistungsmessungssystem erfasst werden soll. An die Leistungsmessung schließt sich dann ein Anreizsystem an, das langfristig ausgelegt ist und gleichzeitig nachvollziehbar belohnt.

In der Literatur finden sich zahlreiche Auseinandersetzungen mit z.T. sehr komplexen Systemen zur Leistungsmessung und einem sich anschließenden Anreizsystem, die sich auf ungezählte Indikatoren, Werttreiber, o.ä. stützen. Im Rahmen dieser Arbeit steht dagegen im Vordergrund, das Ziel der Erhöhung des Stakeholder Value mit einem möglichst einfachen System zu erreichen, um Schwierigkeiten bei der Implementierung und Unverständnis sowie mangelnde Akzeptanz bei den Betroffenen weitestgehend ausschließen zu können.

Die Ausgangsfrage der vorliegenden Arbeit ist, ob es möglich ist, den Stakeholder Value als Anknüpfungspunkt für ein Leistungsmessungs- und Anreizsystem zu nutzen. Ziel soll es sein, ein Leistungsmessungs- und Anreizsystem für die oberen Führungsebenen eines Unternehmens zu entwickeln, das den Stakeholder Value über Zielerreichungsgrade misst und Erfolge bei der Erhöhung des Stakeholder Value belohnt.

Dazu werden die abstrakten Ziele, die aus der Unternehmensstrategie und den Interessen der Stakeholder abgeleitet worden sind, auf die verschiedenen Hierarchieebenen heruntergebrochen und operationalisiert. An die entsprechenden Zielerreichungsgrade können dann Anreize geknüpft werden, die die Manager auf allen Stufen der Hierarchie auf lange Sicht dazu motivieren, sich für die Erhöhung des Stakeholder Value anzustrengen.

Sowohl das System zur Leistungsmessung als auch das Anreizsystem sollen auf eine Art und Weise konzipiert werden, die es den Betroffenen leicht macht, die Neuerungen zu verstehen und vor allem zu akzeptieren. Hierfür werden eine Reihe psychologischer Effekte bez. des menschlichen Verhaltens untersucht, damit im Rahmen einer Implementierung des Systems negative Konsequenzen für die Motivation und die Entscheidung zur Teilnahme an der Organisation vermieden werden können.

Gang der Untersuchung:

Auf die Einleitung folgt ein Grundlagenteil, der in Kapitel 2 eine Auseinandersetzung mit den zugrundeliegenden Wertkonzepten, also der Orientierung am Shareholder Value bzw. am Stakeholder Value, behandelt und anschließend in Kapitel 3 wissenschaftliche Hintergründe zu den Themenkreisen Motivation und Entscheidung beleuchtet. Dabei werden jeweils sowohl theoretische als auch empirische Erkenntnisse vorgestellt, um dann die Implikation für das Leistungsmessungs- und Anreizsystem aufzuzeigen.

Der Hauptteil behandelt in Kapitel 4 die Konzeption des Meßsystems und in Kapitel 5 die Ausgestaltung des Anreizsystems. In Kapitel 4 wird insbesondere auf die Aspekte Zielfindung und Zielvereinbarungen sowie die Operationalisierung der Messung und die Bemessungsgrundlage für das Anreizsystem eingegangen, um daran anschließend in Kapitel 5 das Anreizsystem so auszugestalten, dass es hinsichtlich der Erhöhung des Stakeholder Value zielführend wirken kann. Die Arbeit schließt in Kapitel 6 mit einer kritischen Würdigung des vorgestellten Systems und einem Fazit.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Verzeichnis der Abbildungen IV
Verzeichnis der Tabellen V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Ziel der Untersuchung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Zugrundeliegende Wertkonzepte 3
2.1 Shareholder Value-Ansatz 3
2.1.1 Ausrichtung des Unternehmens am Shareholder Value 3
2.1.2 Kritik am Shareholder Value-Ansatz 4
2.2 Stakeholder-Ansatz 5
2.2.1 Grundgedanken des Stakeholder-Ansatzes 7
2.2.1.1 Weiterentwicklung der Unternehmenswahrnehmung 7
2.2.1.2 Implizite und explizite Ansprüche von Stakeholdern 8
2.2.1.3 Segmentierung von Stakeholdern 8
2.2.1.4 Verständnis des Stakeholder Value 9
2.2.2 Stakeholder-Analyse 9
2.2.2.1 Scanning 10
2.2.2.2 Monitoring 11
2.2.2.3 Forecasting 11
2.2.2.4 Assessing 12
2.2.3 Stakeholder-Management 12
2.2.4 Stakeholder-Strategien 13
2.2.5 Kritik am Stakeholder-Ansatz 15
2.3 Auswahl eines Wertkonzeptes für das Mess- und Anreizsystem 16
3. Wissenschaftliche Hintergründe zu Motivation und Entscheidung 18
3.1 Motivationstheorie 18
3.1.1 Inhaltstheorien 20
3.1.2 Erwartungsvalenztheorien 23
3.1.3 Gleichgewichtstheorien 24
3.1.4 Arbeitsmotivation 25
3.2 Empirische Studien zur Motivation 26
3.2.1 Rückkoppelung extrinsischer zu intrinsischer Motivation 27
3.2.2 Zielsetzung, Partizipation und Feedback 29
3.2.3 Effekte einer Belohnung 30
3.3 Entscheidungstheorie 31
3.3.1 Anreiz-Beitrags-Theorie 31
3.3.2 Prospect Theory 32
3.3.3 Einfluss von Risiko und Unsicherheit auf Entscheidungen 33
3.3.4 Myopia, Exploitation und Exploration 36
3.3.5 Weitere Effekte im Rahmen individueller Entscheidungsprozesse 37
3.4 Empirische Studien zur Entscheidung 38
3.4.1 Wahrscheinlichkeit und Risiko als Entscheidungseinfluss 38
3.4.2 Leistungslevel als Referenzpunkt 39
3.4.3 Zeitpräferenzen als Entscheidungseinfluss 40
3.5 Übersicht offensiver und defensiver Schlüsse aus Theorie und Empirie 41
4. Konzeption des Systems zur Leistungsmessung 42
4.1 Strategische und strukturelle Vorüberlegungen 42
4.1.1 Unternehmensstrategie und ausgewähltes Wertkonzept 42
4.1.2 Zugrundeliegende Organisationsstruktur 43
4.1.3 Messkonzepte auf Basis von Kennzahlen 44
4.1.3.1 Economic Value Added (EVA) 44
4.1.3.2 Balanced Scorecard (BSC) 45
4.2 Vorbereitende Schritte für die Leistungsmessung 47
4.2.1 Grad der Partizipation 47
4.2.2 Identifikation relevanter Stakeholder und ihrer Interessen 48
4.2.3 Definition von Zielen für die verschiedenen Hierarchieebenen 49
4.2.3.1 Problematik von Zielkonflikten 50
4.2.3.2 Definition von Milestones 51
4.2.4 Zielvereinbarungen 51
4.2.5 Management by Objectives 52
4.3 Meßsystem zur Bildung einer Bemessungsgrundlage 53
4.3.1 Konzeptionelle Grundlagen der Messung 53
4.3.2 Messobjekte 54
4.3.3 Indikatoren zur Operationalisierung der Messung 55
4.3.3.1 Validität und Reliabilität 55
4.3.3.2 Ökonomische Ermittelbarkeit 56
4.3.3.3 Monetäre und nicht-monetäre Indikatoren 56
4.3.4 Stakeholder-Scorecard zur Ermittlung des Zielerreichungsgrades 56
4.3.5 Problemfelder der Messung 57
4.3.6 Die Messung am Beispiel der Stakeholdergruppe „Kunden“ 58
5. Ausgestaltung des Anreizsystems für das Management 60
5.1 Zweidimensionale Klassifikation von Anreizsystemen 60
5.1.1 Bemessungsgrundlage als Klassifikationsmerkmal 60
5.1.2 Inhaltskategorien als Klassifikationsmerkmal 61
5.1.3 Kritische Würdigung 63
5.2 Anforderungen an ein Anreizsystem 64
5.3 Konzeption eines zielführenden Anreizsystems 65
5.3.1 Ausgestaltungsmöglichkeiten eines Anreizsystems 66
5.3.1.1 Belohnungsarten 66
5.3.1.2 Belohnungshöhe 66
5.3.1.3 Belohnungszeitpunkte 67
5.3.2 Stakeholder-Scorecard als Bemessungsgrundlage 68
5.3.3 Konkrete Ausgestaltung des Anreizsystems 69
5.3.3.1 Zusammensetzung und Höhe der Anreize 70
5.3.3.2 Verteilungssystematik 71
6. Fazit 74
Anhang VII
Anhang A Ergänzungen zu den zugrundeliegenden Wertkonzepten VII
Anhang B Ergänzungen zu Theorie und Empirie der Motivation XV
Anhang C Ergänzungen zu Theorie und Empirie der Entscheidung XVII
Anhang D Ergänzungen zur Konzeption des Systems zur Leistungsmessung XVIII
Anhang E Ergänzungen zum Anreizsystem XXV
Literaturverzeichnis XXVIII
Ehrenwörtliche Erklärung XLVII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Unternehmen können zur Leistungsmessung auf eine Vielzahl von Kennzahlensystemen zurückgreifen. Dabei wird zwischen Systemen, die auf Kennzahlen aus dem Rechnungswesen zurückgreifen, und Systemen, die neben rechnungswesenorientierten auch nicht-monetäre Kennzahlen berücksichtigen, unterschieden. In den folgenden beiden Kapiteln werden der Economic Value Added (EVA) und die Balanced Scorecard (BSC) als Beispiel für die beiden Gruppen von Kennzahlensystemen dargestellt. 4.1.3.1 Economic Value Added (EVA) Das EVA-Konzept dient der Harmonisierung der Interessen von Managern und Aktionären und soll das Problem divergierender Interessen294 lösen, indem die Leistungsmessung nicht mehr von buchhalterischen Auslegungen im Rahmen der Berechnung eines Ertrags pro Aktie oder einer Kapitalrendite, sondern vom „tatsächlichen ökonomischen Gewinn“, der die Kosten des eingesetzten Kapitals berücksichtigt, abhängig gemacht wird.295 Der EVA einer Periode ergibt sich rechnerisch als „difference between the profits the company derives from its operations and the charge for capital incurred through the use of its credit lines”296. [...]

beziehen sich i.d.R. auf die Hierarchielinie vom Vorstandsvorsitzenden über den Vorstand Vertrieb hinweg bis zum Bereichsleiter B und dem ihm unterstehenden Team Y. Sie ließen sich im Rahmen einer Implementierung aber analog auf die jeweils angrenzenden Bereiche übertragen. Neben dieser permanenten Struktur können auch temporäre Strukturen z.B. in Form von Projekten oder Workshops gebildet werden. Eine Projektorganisation ermöglicht die zeitlich befristete Zusammenführung von Managern unterschiedlicher Bereiche und Verantwortungsebenen zur Erreichung eines bestimmten Ziels. Häufig handelt es sich bei einem solchen Ziel um die Entwicklung einer Innovation.292 Ein Workshop, in dem bspw. auf partizipative Art und Weise293 eine Stakeholder-Analyse durchgeführt wird, kann als kurzfristiges Projekt aufgefaßt werden. Ein solcher Workshop ermöglicht es, in kurzer Zeit den Input von Managern verschiedener Bereiche und Hierarchiestufen zusammenzutragen und ein ganzheitliches Ergebnis bzw. eine Lösung zu entwickeln. 4.1.3 Meßkonzepte auf Basis von Kennzahlen [...]

wünschte Eigenkapitalrentabilität oder ein jährlich zu erzielendes Wachstum, andererseits aber auch ein Ziel wie Markt- oder Technologieführerschaft und Wertvorstellungen in Form von Verhaltensregeln.286 Die Entwicklung einer Unternehmensstrategie aus einer allgemeinen Vision für das Unternehmen sowie daraus abgeleiteter Unternehmensziele ist nicht Bestandteil dieser Arbeit. Das Vorhandensein einer solchen Strategie und daraus resultierender Unternehmensinteressen wird als gegeben betrachtet. Für die Entwicklung des Meß- und Anreizsystems wird angenommen, daß Gewinn- und Absatzwachstum die hauptsächlichen strategischen Ziele des Unternehmens sind.287 Weiterhin wird für diese Arbeit angenommen, daß sich das Unternehmen der Einschätzung GRÜNINGs anschließt, daß eine alleinige Orientierung am Shareholder Value „das steuerungsrelevante Signalspektrum“288 nicht ausreichend abdeckt, und sich deshalb für eine Stakeholder-Orientierung und die Erhöhung des Stakeholder Value entscheidet.289 4.1.2 Zugrundeliegende Organisationsstruktur [...]

Arbeit zitieren:
Kleikamp, Christian Mai 2005: Stakeholder-Value, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Leistungsorientierung, Balanced Scorecard, Partizipation, Zielvereinbarung, Motivation

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren