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Städtische und branchenübergreifende Kundenbindungssysteme in Verbindung mit elektronischem Ticketing im ÖPNV

Städtische und branchenübergreifende Kundenbindungssysteme in Verbindung mit elektronischem Ticketing im ÖPNV
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Schuster
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 304 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8609-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8609-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8609-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schuster, Michael Juni 2004: Städtische und branchenübergreifende Kundenbindungssysteme in Verbindung mit elektronischem Ticketing im ÖPNV, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Öffentlicher Personennahverkehr, Citycard, Kundenkarte, Elektronisches Fahrgeldmanagement, Intermobil Region Dresden

Diplomarbeit von Michael Schuster

Einleitung:

Unternehmensübergreifende Kundenbindungssysteme werden derzeit v.a. als sog. CityCards bereits in verschiedenen Städten genutzt, um gezielt Einrichtungen wie den Einzelhandel oder auch Freizeitangebote etc. in der Innenstadt attraktiver zu gestalten sowie das Kaufpotenzial zu sichern und auszubauen. Sie können in Verbindung mit elektronischem Ticketing außerdem Anreize zur verstärkten Nutzung des ÖPNV bieten.

Damit soll u.a. ein Beitrag zur umweltfreundlicheren Gestaltung des Einkaufs- und Freizeitverkehrs sowie zur Mobilitätssicherung geleistet werden. Außerdem scheint es erforderlich, die Standortnachteile der Innenstädte im Hinblick auf Parkgebühren und überlasteter Infrastruktur des motorisierten Individualverkehrs auszugleichen. In Dresden werden derzeit mit dem Leitprojekt intermobil Region Dresden eine Reihe von Maßnahmen realisiert, um die Mobilitätsnachfrage zu steuern und insbesondere Verkehrsströme auf den ÖPNV umzulenken.

Ein geeignetes unternehmensübergreifendes Kundenbindungssystem könnte dazu ebenfalls beitragen. Ziel der Arbeit ist es daher, am Beispiel von Dresden ein Konzept für ein unternehmensübergreifendes Kundenbindungssystem unter Einbeziehung des ÖPNV im Verkehrsverbund Oberelbe zu erarbeiten und einen Vorschlag zu dessen schrittweiser Realisierung zu entwickeln.

Die Erkenntnisziele der vorliegenden Arbeit richten sich v.a. auf die Unterstützung bei der angestrebten Einführung eines lokal positionierten unternehmensübergreifenden Kundenbindungssystems, indem durch die Darstellung der grundsätzlichen konzeptionellen und technischen Möglichkeiten - auch bzgl. der Verknüpfung mit dem ÖPNV i.V. mit elektronischem Ticketing - mögliche Gestaltungsoptionen aufgezeigt werden.

In den Kapiteln 2 und 3 werden zunächst einige eher theoretische Betrachtungen zu den Begriffen „Kundenbindung“ und „Kundenbindungssysteme“ vorangestellt. Aufgrund der Vielzahl von Aspekten bei der Ausgestaltung eines Kundenbindungssystems folgt in Kapitel 4 eine Schilderung der diesbezüglichen Möglichkeiten. Aufbauend auf diesen Ausführungen werden in Kapitel 5 die sich aus der Einführung und dem Betrieb eines solchen Systems ergebenden Aufgaben und deren mögliche Verteilung unter den beteiligten Parteien beschrieben.

Anhand dieser Darlegungen wird in Kapitel 6 eine Übersicht über existierende, lokal positionierte Kundenbindungssysteme am Beispiel von CityCards und touristischen Karten gegeben. Im Anschluss folgt in Kapitel 7 eine ökonomische Betrachtung von Kundenbindungssystemen, insb. CityCards, wobei auch Erkenntnisse aus den Praxisrecherchen berücksichtigt werden. Die Erfolgsfaktoren von Kundenbindungssystemen sowie die kunden- und unternehmensseitigen Anforderungen an solche Systeme werden in Kapitel 8 ebenfalls am Beispiel von CityCards betrachtet.

In Kapitel 9 werden die Möglichkeiten der Attraktivierung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes im Rahmen von Kundenbindungssystem am Beispiel des ÖPNV untersucht. Dabei wird auch auf die zusätzlichen Potenziale in Verbindung mit elektronischem Ticketing im ÖPNV eingegangen sowie eine Betrachtung der verkehrlichen Auswirkungen eines Kundenbindungssystems unter ökologischen Gesichtspunkten vorgenommen.

Sämtliche Erkenntnisse münden schlussendlich in Kapitel 10 in einem Konzeptvorschlag für ein unternehmensübergreifendes, im Stadtkern von Dresden positioniertes Kundenbindungssystem.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis XI
Tabellenverzeichnis XI
Abkürzungsverzeichnis XII
1. Aufgabenstellung, Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit 1
1.1 Aufgabenstellung 1
1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit 1
1.3 Anmerkungen 2
2. Kundenbindung 3
2.1 Definitionen der Kundenbindung 3
2.2 Einflussgrößen, Operationalisierung und Messung der Kundenbindung 4
2.2.1 Verhaltensbezogene Operationalisierung 5
2.2.2 Einstellungsbezogene Operationalisierung 6
2.2.3 Messung der Kundenbindung 7
2.3 Wirkeffekte der Kundenbindung 8
2.4 Instrumente der Kundenbindung 8
2.5 Kundenbindungsprogramme und -systeme 9
3. Kartengestützte Kundenbindungssysteme (KKS) 10
3.1 Definition von Kundenkarten und KKS 10
3.2 Definition der möglichen Beteiligten 11
3.2.1 Zwei-, Drei- und Mehr-Parteien-Systeme 12
3.2.2 Unterscheidung in unternehmensindividuelle und unternehmens- bzw. branchenübergreifende KKS 13
4. Gestaltungsaspekte unternehmensübergreifender KKS 15
4.1 Initiierung, Trägerschaft und möglicher Einbezug von Akzeptanten 16
4.2 Positionierung 17
4.2.1 Themenbezogenheit 17
4.2.2 Räumliche Bezogenheit 18
4.2.3 Branding 18
4.2.4 Eintrittsbedingungen für Teilnehmer und Akzeptanten 18
4.3 Technologie (Einsatz von Hard- und Softwarekomponenten) 20
4.3.1 Kundenkarten 21
4.3.1.1 Mögliche Kartenelemente von Plastikkarten 21
4.3.1.2 Multifunktionsfähige Kartenelemente und sonstige multifunktionsfähige Trägermedien 23
4.3.1.3 Eigenständige und virtuelle Kundenkarten 24
4.3.1.4 Personalisierung von Kundenkarten 25
4.3.2 Terminals 26
4.3.2.1 Schnittstelle zur Karte 27
4.3.2.2 Schnittstelle zum Benutzer 27
4.3.2.3 Schnittstelle zum übergeordneten System 27
4.3.2.4 Funktionale Komponenten, Transaktionsdatenerhebung, Geräteausführungsformen, Ortsgebundenheit und Energieversorgung 28
4.3.3 Übergeordnetes System / Hintergrundsystem 30
4.4 Potenzielle Leistungen für Teilnehmer 31
4.4.1 Kontrahierungspolitik 32
4.4.1.1 Preisbündelung (Bündelungsfunktion) 32
4.4.1.2 Rabattierung (Rabattfunktion) 33
4.4.1.3 Bonifizierung / Bonusprogramm (Bonusfunktion) 34
4.4.1.4 Zahlungsfunktionen 38
4.4.2 Leistungs- bzw. Produktpolitik 39
4.4.3 Kommunikationspolitik 40
4.5 Datengewinnung, -analyse und -verwendung 40
4.6 Kommunikation des KKS 42
5. Aufgaben und Aufgabenverteilung bei unternehmensübergreifenden KKS 43
5.1 Trägerschaft 44
5.2 Kartenbeantragung, -emission, -distribution und -management 45
5.2.1 Kartenbeantragung 45
5.2.2 Emissions- und Distributionsmöglichkeiten bei eigenständigen Kundenkarten 45
5.2.2.1 Emission eigenständiger Kundenkarten 45
5.2.2.2 Distribution eigenständiger Kundenkarten 46
5.2.3 Emissions- und Distributionsmöglichkeiten bei virtuellen Kundenkarten 48
5.2.4 Kartenmanagement 49
5.3 Terminalvorhaltung, -installation, -konfiguration und -wartung 49
5.4 Vorhaltung und Betrieb des Hintergrundsystems 50
5.5 Bereitstellung der potenziellen Leistungen für Teilnehmer 50
5.5.1 Kontrahierungspolitik 52
5.5.2 Leistungs- bzw. Produktpolitik 55
5.5.3 Kommunikationspolitik 55
5.6 Datengewinnung, -analyse und -verwendung 55
5.7 Kommunikation des KKS 56
5.8 Betreiber- und Finanzierungsmodelle 56
5.8.1 Beteiligung der Akzeptanten 57
5.8.2 Vertragsbedingungen für Akzeptanten 59
5.8.3 Beteiligung der Teilnehmer 61
5.8.4 Vertragsbedingungen für Teilnehmer 61
6. Unternehmensübergreifende KKS in der Praxis 63
6.1 CityCards 63
6.1.1 Initiierung und Trägerschaft 65
6.1.2 Positionierung 66
6.1.2.1 Themenbezogenheit 66
6.1.2.2 Räumliche Bezogenheit 67
6.1.2.3 Branding 68
6.1.2.4 Eintrittsbedingungen für Teilnehmer und Akzeptanten 68
6.1.3 Technologie 68
6.1.4 Leistungen für Teilnehmer 72
6.1.5 Datengewinnung, -analyse und -verwendung 75
6.1.6 Kommunikation von CityCard-Projekten 76
6.1.7 Betreiber- und Finanzierungsmodelle 77
6.2 Touristische Karten 84
6.2.1 Initiierung und Trägerschaft 85
6.2.2 Positionierung 85
6.2.3 Technologie 86
6.2.4 Leistungen für Teilnehmer 88
6.2.5 Datengewinnung, -analyse und -verwendung 89
6.2.6 Kommunikation von touristischen Karten 90
6.2.7 Betreiber- und Finanzierungsmodelle 90
7. Ökonomische Betrachtung von KKS am Beispiel von CityCards 95
7.1 Kosten von Kundenbindungssystemen 95
7.1.1 Besonderheiten bei unternehmensübergreifenden KKS 96
7.1.2 Kosten von CityCards 97
7.2 Nutzen von Kundenbindungssystemen 100
7.2.1 Kategorisierung und Erfassung des Kundenbindungsnutzens 101
7.2.2 Allgemeine Erkenntnisse zum Nutzen von Kundenbindungssystemen 103
7.2.3 Nutzen von CityCards 104
8. Erfolgsfaktoren von KKS und Anforderungen an CityCards 108
8.1 Allgemeine Anforderungen an KKS und ihre möglichen Erfolgsfaktoren 108
8.2 Initiierung, Trägerschaft und Beteiligung von Akzeptanten 110
8.3 Positionierung 111
8.4 Technologie 112
8.5 Leistungen für Teilnehmer 114
8.5.1 Kontrahierungspolitik 114
8.5.2 Leistungs- bzw. Produktpolitik 117
8.5.3 Kommunikationspolitik 117
8.6 Datengewinnung, -analyse und -verwendung 117
8.7 Kommunikation des KKS 119
8.8 Betreiber- und Finanzierungsmodell 120
9. Attraktivierung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes im Rahmen eines KKS am Beispiel des ÖPNV 122
9.1 Argumente für die Förderung des Umweltverbundes im Rahmen eines innerstädtisch positionierten KKS 122
9.1.1 Stadt- und Umweltverträglichkeit des innerstädtischen Verkehrs 123
9.1.2 Interdependenzen zwischen der Erreichbarkeit und der Attraktivität von Innenstädten 125
9.1.3 Kommunaler Nutzen des ÖPNV am Beispiel des Einzelhandels 126
9.1.4 Interdependenzen zwischen der Verkehrsmittelwahl und dem Konsumverhalten von Kunden am Beispiel des Einzelhandels 127
9.2 Möglichkeiten zur Attraktivierung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes im Rahmen eines lokal positionierten KKS am Beispiel des ÖPNV in Verbindung mit elektronischem Ticketing 128
9.2.1 Elektronisches Ticketing im ÖPNV 128
9.2.2 Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen unternehmensübergreifenden Kundenbindungssystemen und dem ÖPNV mit und ohne Einbezug von EFM 133
9.2.2.1 Initiierung, Trägerschaft und möglicher Einbezug von Akzeptanten 134
9.2.2.2 Positionierung 135
9.2.2.3 Technologie 136
9.2.2.4 Leistungen für Teilnehmer seitens des ÖPNV als Akzeptanten 139
9.2.2.5 Leistungen für Teilnehmer seitens der sonstigen potenziellen Akzeptanten am Beispiel des Einzelhandels 143
9.2.2.6 Flankierende Maßnahmen zur Attraktivierung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes 146
9.2.2.7 Kommunikation des KKS 147
9.2.2.8 Datengewinnung, -analyse und -verwendung 147
9.2.2.9 Betreiber- und Finanzierungsmodell 147
9.3 Beispiele aus der Praxis zur Attraktivierung des ÖPNV im Rahmen von KKS 148
9.3.1 Kundenbindungsinstrumente und Kundenbindungssysteme in der ÖPNV-Praxis 148
9.3.2 Von Verkehrsunternehmen bzw. -verbünden in Zusammenhang mit EFM initiierte KKS 150
9.3.3 Partizipation des ÖPNV als Akzeptant an bestehenden KKS anderer Instanzen 152
9.3.3.1 CityCards 152
9.3.3.2 Touristische Karten 154
9.4 Betrachtung der möglichen verkehrlichen Auswirkungen von Kundenbindungssystemen unter ökologischen Gesichtspunkten 156
9.4.1 Vergleich der Umwelteinwirkungen verschiedener Einzelhandelsstandorte 156
9.4.2 Mögliche verkehrliche Auswirkungen der Attraktivierung des Umweltverbundes im Rahmen eines innerstädtisch positionierten KKS 159
10. Konzeptvorschlag für ein innerstädtisch positioniertes unternehmensübergreifendes KKS in Dresden 164
10.1 Vorschlag für ein Systemkonzept 164
10.1.1 Positionierung 164
10.1.2 Technologie 167
10.1.3 Leistungen für Teilnehmer 170
10.1.4 Datengewinnung, -analyse und -verwendung 172
10.1.5 Kommunikation 172
10.2 Betreiber- und Finanzierungsmodell 172
10.2.1 Bestandsaufnahme existierender unternehmensübergreifender Kundenbindungsinstrumente 173
10.2.2 Potenzielle Partner und Betreiber- bzw. Finanzierungsmodelle 179
10.3 Kosten-Nutzen-Abschätzungen 187
10.3.1 Kosten 187
10.3.2 Nutzen 189
10.4 Realisierbarkeit 190
10.5 Stufenkonzept 190
10.6 Attraktivierung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes am Beispiel der Integration des ÖPNV unter Nutzung des intermobilPASS-Systems 191
10.6.1 Kurzvorstellung des intermobilPASS-Systems 191
10.6.2 Möglichkeiten zur Attraktivierung des ÖPNV unter Nutzung des intermobilPASS-Systems 191
11. Resümee 195
Literaturverzeichnis 197
Anhangverzeichnis 208

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Barauszahlung ist dabei nur in der Stadtinformation (Geschäftstelle des bonuscard Bocholt) und in der Volksbank Bocholt möglich. Die jeweils angebotenen Prämien können der im Anhang befindlichen CityCard-Tabelle entnommen werden. Der Prämienkatalog wird am Beispiel der WeinstadtCard sowohl in physischer Form als auch per Internet kommuniziert, die Prämien können postalisch oder per Internet bestellt werden. Reichlich ein Drittel der recherchierten CityCards basiert auf kreditwirtschaftlichen Chipkarten, deren eigenständige Karten sind demzufolge stets mit einer Geldkartenfunktionalität ausgestattet. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich dabei jedoch nicht um eine exklusive Produktvariante, sondern um ein rabattiertes Standard-Angebot (Big Mäc Maxi-Menu für 3,99 Euro statt 4,60 Euro). [...]

bei den meisten Chipkarten-basierten Systemen jedoch i.F. einer geschlossenen elektronischer Geldbörse realisiert. Weniger häufig wird dagegen die Möglichkeit zur Barauszahlung (bspw. Bonuscard Bocholt248) und/oder zum Tausch gegen Prämien249 (bspw. WeinstadtCard250) angeboten. Bei einigen Systemen können mehrere Wege zur Einlösung parallel genutzt werden (bspw. MeißenCard Verrechnung und Prämien), oft besteht jedoch nur eine einzige Variante (bspw. WeinstadtCard nur Prämien, BonusCard Hameln nur Verrechnung). Für die Verrechnung und die Barauszahlung sind üblicherweise Mindestpunktstände definiert (bspw. bei der Bonuscard Bocholt 500 Punkte (entsprechen 5 Euro)). Abgesehen von der bei chipkartenbasierten Bonusprogrammen meist für die kundenseitige Bonuspunkte-Kontoführung genutzten geschlossenen elektronischen Geldbörse sind Zahlungsfunktionen mit einer CityCard i.d.R. nur bei auf kreditwirtschaftlichen Chipkarten basierenden Systemen i.F. einer offenen elektronischen Geldbörse (Geldkarte) verknüpft.251 Allein bei der Hersfeld CityCard wird eine weitere Zahlungsfunktion (geschlossene Kreditfunktion) angeboten. 6.1.4.2 Leistungs- bzw. Produktpolitik Punkteverlosungen, Gewinnspiele und ähnliche Aktionen werden bei vielen CityCards, so u.a. bei der CityCard Viersen und der BruchsalCard vom Anbieter durchgeführt. Darüber hinaus wird bspw. bei der TroCard von den McDonalds-„Restaurants“ ein TroCard-Menü angeboten.252 Bei der SoltauCard werden mehrere Services offeriert, u.a. ein Liefer- und Aufbewahrungsservice, kostenlose Getränke, Kinderspielecke, Taxiruf, Regenschirmverleih, jedoch werden keine Angaben zur Exklusivität der Leistungen für die Teilnehmer getroffen. Der Lieferservice wird von den einzelnen Akzeptanten selbst durchgeführt und kann ab einem Warenwert von 100 Euro beansprucht werden, die Zuzahlung beträgt 3 Euro, das Pfand für einen Regenschirm beläuft sich auf 5 Euro, die anderen Leistungen werden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ein (kostenloser) Aufbewahrungsservice wird auch bei der BonusCard Gaggenau angeboten. 6.1.4.3 Kommunikationspolitik Die Kommunikation mit den Teilnehmern besitzt bei vielen CityCards - u.a. vermutlich aus Kostengründen - einen eher untergeordneten Stellenwert. So wurde bspw. bei der BonnCard das erste Mailing vom Anbieter nach einem halben Jahr durchgeführt. Hotlines für Teilnehmer sind ebenso nur vereinzelt zu finden, so bspw. bei der Weyhe-Card. Dasselbe trifft auf auch Zeitschriften und Newsletter zu, welche bspw. bei der BonusCard Gaggenau [...]

prozentuale Höhe bzgl. der umsatzabhängigen Mengenbonifizierung (bspw. 2%) vorgegeben, wobei auch bei den genannten Beispielen Ausnahmen vereinbar sind. Mit diesem Vorgehen soll ein Wettbewerb der Akzeptanten untereinander bzw. eine eventuelle Beeinträchtigung der Gemeinschaft vermieden werden. Bei den meisten CityCards wird jedoch entweder ein Mindestsatz, der den Karteninhabern gewährt werden muss (bspw. AugsburgCard mind. 1%) festgelegt, oder gänzlich auf diesbezügliche Vorgaben verzichtet (bspw. LautrerCard). Beteiligen sich größere Unternehmen, wie bspw. Stadtwerke oder Verkehrsbetriebe als punktegewährende Akzeptanten, werden Umfang und Höhe der Bonifizierung stets individuell festgelegt. So können bspw. sich bei der SüCard Coburg Karteninhaber, die als Haushaltskunden von der SÜC Energie und H2O GmbH Strom beziehen, bei Vorlage der Jahresabrechnung 0,5% des Umsatzes im Kundenzentrum als Punkte gutschreiben lassen, bei Braunschweig Bonus bonifiziert die Braunschweiger Verkehrs-AG im Stadtbüro gekaufte Monatskarten mit 1% (siehe dazu auch Abschnitt 9.3.3.1.2). Darüber hinaus bietet bei einigen Systemen (u.a. Zweibrücken-Card) der Anbieter (bzw. Betreiber) solchen Betrieben mit nur geringen Gewinnspannen und/oder nicht rabattfähigen Produkten, wie bspw. Buch-, Zeitschriften- und Tabakhändlern, die Möglichkeit, Bonuspunkte nicht in Abhängigkeit von der Umsatzhöhe (Mengenbonifizierung), sondern eine Einzelbonifizierung je Kaufvorgang (Frequenzpunkte) zu gewähren.246 Bei einigen Systemen wird eine Einzelbonifizierung auch von Akzeptanten für zusätzliche Aktionen genutzt. So schreibt bspw. bei der PforzheimCard die Pforzheimer Zeitung Karteninhabern im Falle einer Abonnement-Vermittlung 20.000 Bonuspunkte gut (entspricht 50 Euro). Eine generell differenzierte Vergabe von Bonuspunkten wird bislang nur bei der BonnCard praktiziert, hier erhalten diejenigen Karteninhaber, auf deren Karte zusätzlich ein elektronischer Fahrschein (Jobticket, Jahreskarte, Abo-Monatskarte) der Stadtwerke Bonn bzw. des Verkehrverbunds Rhein-Sieg gespeichert ist, eine 20% höhere Bonifizierung (1,2% anstatt 1,0%) als Karteninhaber ohne entsprechendes Ticketmerkmal (siehe dazu auch Abschnitt 9.3.3.1.1). Die kundenseitige Abfrage des Punkteguthabens ist bei den meisten CityCards nur an den Akzeptanzstellen-Terminals möglich, vereinzelt werden diesbezüglich bei auf kreditwirtschaftlichen Chipkarten basierenden Systemen auch Serviceterminals bei den beteiligten Kreditinstituten (bspw. bei der CityCard plus Eichstätt in der Volksbank Eichstätt) bereitgestellt. Selten wird eine Internet-Bonusbabfrage (bspw. Weyhe-Card, GrünCard) oder eine Abfragemöglichkeit per Hotline (bspw. Weyhe-Card) angeboten. Hinsichtlich der Einlösung gesammelter Punkte besteht bei fast allen CityCards (außer GablenbergCard und WeinstadtCard) die Möglichkeit zur Verrechung beim Kauf von Waren bzw. der Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Die Verrechnung wird teilweise auf Gutscheinbasis (technologiebedingt bei den Barcode-basierten Systemen, wie bspw. der Weyhe-Card247), [...]

Arbeit zitieren:
Schuster, Michael Juni 2004: Städtische und branchenübergreifende Kundenbindungssysteme in Verbindung mit elektronischem Ticketing im ÖPNV, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Öffentlicher Personennahverkehr, Citycard, Kundenkarte, Elektronisches Fahrgeldmanagement, Intermobil Region Dresden

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