Städtetourismus in Freiburg
Positive Impulse durch Kooperation mit dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Fuchs
- Abgabedatum: Januar 2004
- Umfang: 191 Seiten
- Dateigröße: 4,5 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9187-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9187-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9187-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fuchs, Matthias Januar 2004: Städtetourismus in Freiburg, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Geografie, Tourismus, Fremdenverkehr, Marketing, Effekte
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Diplomarbeit von Matthias Fuchs
Einleitung:
Für den Städtetourismus in Deutschland wird es vor dem Hintergrund zunehmender Konkurrenz am Markt und zurückliegender Stagnationstendenzen zukünftig noch mehr als bislang darauf ankommen, das Angebotspotenzial einer Stadt in den Vordergrund zu rücken. Die touristischen Akteure der Städte sind in Kenntnis dessen aufgerufen, ihre bisherigen Marketingkonzepte zu überprüfen. Es wird daher in der touristischen Praxis zunehmend diskutiert und teilweise auch schon praktiziert, in Kooperation mit dem Umland und seinen Attraktionen am Markt zu agieren bzw. gemeinsam mit der umliegenden Region zu werben.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist daher vor allem:
- die aktuelle Situation und zukünftige Entwicklung des Städtetourismus in Deutschland ausführlich darzustellen und zu prognostizieren sowie das Angebotspotenzial von Städten im Allgemeinen zu untersuchen.
- das touristische Angebots- und Nachfragepotenzial der Stadt Freiburg und des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald zu eruieren.
- die Marketingkonzepte der Stadt Freiburg und des Landkreises aufzuzeigen und zu bewerten.
- die soziodemografischen Merkmale der Gäste in Freiburg und im Landkreis zu analysieren und deren mögliche Unterschiede aufzuzeigen.
- das Verhältnis zwischen Stadt und Landkreis im Hinblick auf Kooperation bzw. Konkurrenz zu untersuchen.
- die Impulse des Landkreises für den Städtetourismus in Freiburg herauszuarbeiten.
- Handlungsempfehlungen für die zukünftige Tourismuspolitik in Freiburg und im Landkreis auszusprechen.
In der nachfolgenden Ausarbeitung kamen als Verfahrensweisen der empirischen Sozialforschung sowohl die Primär- als auch die Sekundärerhebung zur Anwendung. Die Sekundärerhebung bestand größtenteils aus der Auswertung amtlicher und nicht amtlicher Statistiken, wobei primär die touristisch relevanten Aspekte, wie zum Beispiel die Anzahl der Übernachtungsgäste, im Vordergrund standen.
Da es nur von begrenzter Aussagekraft ist, die Bedeutung des Städtetourismus allein anhand sekundärstatistischer Materialien festzumachen, wurden im Rahmen der Primärerhebungen Gästebefragungen in der Stadt Freiburg und Expertengespräche sowohl bei der dafür verantwortlichen Institution in Freiburg (Freiburg Wirtschaft und Touristik GmbH, FWT) als auch in ausgewählten Ortschaften des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald durchgeführt.
Die Durchführung der Expertengespräche erfolgte anhand eines vorher erstellten und variabel handhabbaren Gesprächsleitfadens für die Stadt und die Landkreisgemeinden (Gesprächsleitfaden im Anhang II und Gesprächsprotokolle im Anhang III).
Bei den Fragen handelte es sich zum einen um „Leitfadenfragen“, d.h. um diejenigen Themen, die als wesentliche Fragestellungen im Interviewleitfaden festgehalten wurden, aber auch um so genannte, aus der Gesprächssituation entstandene „ad-hoc-Fragen“. Um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen, wurden die Expertengespräche mit den jeweiligen Geschäftsführern, Kurdirektoren oder Marketingleitern der Tourist-Informationen und der Freiburg Wirtschaft und Touristik GmbH geführt, unter Zuhilfenahme eines Tonbandgeräts aufgezeichnet und anschließend in nahezu wörtlicher Form transkribiert. Die Gesprächsergebnisse wurden dabei qualitativ analysiert und in die vorliegende Ausarbeitung integriert.
Die mündliche Befragung der Tages- und Übernachtungstouristen wurde mittels standardisierter Fragebögen (vgl. Anhang IV) in Form des so genannten „face-to-face-Interviews“ im Altstadtbereich Freiburgs durchgeführt. Der Befragungszeitraum erstreckte sich auf das letzte Augustwochenende (30.-31.08.03). Der Stichprobenumfang umfasste insgesamt 102 Gäste (n=102). Die anschließende Auswertung wurde mittels des SPSS-Statistik-Programms (Version 12.0) vorgenommen, um die Häufigkeitsverteilungen in grafischer Form darzustellen. Der so genannte „pre-test“ zur Verständnis-Überprüfung des Fragebogens wurde anhand zehn zufällig ausgewählter Probanden im Vorfeld zwei Wochen vor Beginn der Befragung durchgeführt. Die Auswertung der Gästebefragung wurde mittels erstellter Diagramme des Microsoft-EXCEL-Programms in die Ausarbeitung integriert, beschrieben und analysiert, um Rückschlüsse zu den theoretischen Darstellungen zu ermöglichen.
Gang der Untersuchung:
Nach einer einführenden Begriffsklärung zum Untersuchungsgegenstand des Städtetourismus (Kapitel 2.1) sollen zunächst dessen historische Entwicklung (Kapitel 2.2), die Charakteristika (Kapitel 2.3) sowie die allgemeinen Datengrundlagen und dessen Erfassungsprobleme einer näheren Betrachtung unterzogen werden (Kapitel 2.4). Die aktuelle Situation des Städtetourismus in Deutschland sowie die zukünftigen prognostizierten Entwicklungen und Trends werden daran anschließend ausführlicher behandelt (Kapitel 2.5), bevor das Spektrum der Einflussgrößen auf den Städtetourismus näher analysiert wird (Kapitel 2.6). Die soziodemografischen Merkmale privater und geschäftlicher Städtereisender sowie deren Ausgabeverhalten werden dabei im Mittelpunkt der Untersuchung stehen. Im Anschluss daran erfolgt die Darstellung ökonomischer Effekte des Städtetourismus (Kapitel 2.7) sowie eine Beispielrechnung für die touristische Wertschöpfung der Stadt Freiburg (Kapitel 2.8) und ein Gesamtüberblick über das städtetouristische Angebot (Kapitel 2.9).
Darauf aufbauend beschäftigt sich die Arbeit mit dem gesamten ursprünglichen und abgeleiteten Potenzial des Untersuchungsraums - der Stadt Freiburg im Breisgau und dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald - (Kapitel 3) sowie den dortigen Marketingkonzepten (Kapitel 3.5 u 3.9).
Die Nachfrageentwicklung des Übernachtungstourismus in Freiburg stellt einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit dar (Kapitel 4). Insbesondere die soziodemografischen Merkmale der Freiburger Städtetouristen sollen dabei einer vergleichenden Analyse mit den allgemeinen soziodemografischen Merkmalen von Städtetouristen unterzogen werden. Eine vergleichende Untersuchung soll die möglichen Unterschiede in der Gästestruktur zwischen Stadt und Landkreis aufzeigen. Mögliche Impulse und Synergieeffekte für den Freiburger Städtetourismus durch den Einfluss des Landkreises sollen daran anschließend die touristische Bedeutung des Umlands für die Stadt Freiburg veranschaulichen (Kapitel 5). Die zukünftigen touristischen Trends im Untersuchungsgebiet (Kapitel 5.3) werden diese Untersuchung vervollständigen, bevor abschließend Handlungsempfehlungen für die zukünftige Tourismuspolitik in Freiburg und den Landkreis ausgesprochen werden (Kapitel 6) und eine Schlussbetrachtung vorgenommen wird (Kapitel 7).
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | II | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| Tabellenverzeichnis | VIII | |
| Anhangsverzeichnis | IX | |
| Abkürzungsverzeichnis | X | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 2 |
| 1.2 | Methodik | 3 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 5 |
| 2. | Städtetourismus - eine theoretisch konzeptionelle Übersicht | 6 |
| 2.1 | Forschungsgegenstand und Begriffsbestimmung des Städtetourismus | 6 |
| 2.2 | Historische Entwicklung des Städtetourismus | 10 |
| 2.3 | Charakteristika des Städtetourismus | 11 |
| 2.4 | Datengrundlage und Erfassungsprobleme des Städtetourismus | 12 |
| 2.5 | Die aktuelle Situation des Städtetourismus in Deutschland und zukünftige Trends | 13 |
| 2.6 | Einflussgrößen, Effekte und Auswirkungen im Städtetourismus | 20 |
| 2.6.1 | Demografische Einflüsse | 20 |
| 2.6.2 | Soziodemografische Merkmale privater und beruflicher Kurz- und Städtereisender im Tages- und Übernachtungstourismus | 21 |
| 2.6.3 | Abhängigkeit des Ausgabeverhaltens vom Reiseanlass | 24 |
| 2.6.3.1 | Ausgabenhöhe und - struktur in Abhängigkeit vom Reiseanlass | 24 |
| 2.6.3.2 | Altersstruktur und Ausgabeverhalten in Abhängigkeit vom Ortstyp | 24 |
| 2.6.3.3 | Tagesausgaben der Übernachtungsgäste in Baden-Württemberg | 27 |
| 2.6.3.4 | Ausgaben der privaten Tagesausflugsgäste in den Großstädten Baden- Württembergs | 28 |
| 2.6.3.5 | Tagesausgaben im geschäftlich motivierten Reiseverkehr | 29 |
| 2.7 | Ökonomische Effekte des Städtetourismus | 30 |
| 2.8 | Beschäftigungseffekte des Fremdenverkehrs | 31 |
| 2.8.1 | Wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs für Freiburg | 31 |
| 2.8.2 | Schätzung der tourismusbedingten Wertschöpfung in Freiburg | 32 |
| 2.9 | Das städtetouristische Angebot | 33 |
| 2.9.1 | Überblick und Systematisierung | 33 |
| 2.9.2 | Das abgeleitete Angebot | 35 |
| 3. | Das Angebotspotenzial des Untersuchungsraums | 36 |
| 3.1 | Das ursprüngliche Angebot - naturräumliche Übersicht der Stadt Freiburg | 36 |
| 3.1.1 | Exkurs: Historische und stadtgeografische Entwicklung Freiburgs | 37 |
| 3.1.2 | Bevölkerungsentwicklung in Freiburg seit 1950 | 38 |
| 3.1.3 | Wirtschaftsstruktur | 39 |
| 3.1.4 | Flächennutzung und Bevölkerungsdichte | 40 |
| 3.1.5 | Verkehrserschließung | 42 |
| 3.1.6 | Öffentlicher Personennahverkehr | 43 |
| 3.1.7 | Verkehrspolitik und -konzepte der Stadt | 43 |
| 3.1.8 | Der Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) | 44 |
| 3.2 | Das abgeleitete touristische Angebot der Stadt Freiburg | 45 |
| 3.2.1 | Messe- und Kongresstourismus - die „Neue Messe Freiburg“ | 46 |
| 3.2.2 | Das Zeltmusikfestival (ZMF) | 47 |
| 3.2.3 | Der Sport-Club Freiburg als Wirtschafts- und Tourismusfaktor | 47 |
| 3.3 | Das Beherbergungsangebot der Stadt Freiburg | 48 |
| 3.4 | Gastronomie | 49 |
| 3.5 | Marketing der Freiburg Wirtschaft und Touristik GmbH - Freiburg ohne Konzept? | 50 |
| 3.6 | Bessere Vermarktungschancen für die Stadt Freiburg durch die Mitgliedschaft in Werbegemeinschaften? | 53 |
| 3.7 | Das Angebotspotenzial des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald | 55 |
| 3.7.1 | Exkurs: Historie des Landkreises | 55 |
| 3.7.2 | Natürliche Angebotsfaktoren des Landkreises | 57 |
| 3.7.3 | Verkehrserschließung | 58 |
| 3.7.4 | Größe und Einwohnerzahl | 58 |
| 3.7.5 | Flächennutzung | 59 |
| 3.7.6 | Wirtschaftsstruktur des Landkreises | 59 |
| 3.8 | Abgeleitete Angebotsfaktoren | 59 |
| 3.9 | Marketing der Landkreisgemeinden | 61 |
| 3.9.1 | Breisach | 61 |
| 3.9.2 | Titisee-Neustadt | 61 |
| 3.9.3 | Schluchsee | 62 |
| 3.9.4 | Badenweiler | 62 |
| 3.9.5 | Bad Krozingen | 62 |
| 3.9.6 | Feldberg | 62 |
| 3.9.7 | Lenzkirch | 63 |
| 3.9.8 | Glottertal | 63 |
| 3.9.9 | Hinterzarten | 63 |
| 4. | Die Nachfrageentwicklung des Tourismus in Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald | 65 |
| 4.1 | Die touristische Nachfrage in Freiburg - Gäste- und Übernachtungszahlen | 65 |
| 4.1.1 | Die Nachfrage in den Freiburger Beherbergungsbetrieben | 66 |
| 4.1.2 | Soziodemografie und Ausgabeverhalten der Freiburger Städtetouristen | 74 |
| 4.1.3 | Soziodemografische Unterschiede in der Gästestruktur zwischen der Stadt Freiburg und dem Umland | 82 |
| 4.1.4 | Räumliches Aktivitätenmuster der Freiburger Städtetouristen | 85 |
| 4.2 | Vergleich der Angebots- und Nachfrageentwicklung der Stadt Freiburg mit Heidelberg | 88 |
| 4.3 | Die touristische Nachfrageentwicklung im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und im Südlichen Schwarzwald | 93 |
| 4.4 | Räumliche Verteilung der Übernachtungsgäste im Umland | 96 |
| 5. | Positive Impulse für den Städtetourismus in Freiburg durch Kooperation mit dem Umland? | 99 |
| 5.1 | Die Freiburger Sichtweise | 99 |
| 5.2 | Die Sichtweise der Gemeinden | 108 |
| 5.2.1 | Breisach | 110 |
| 5.2.2 | Titisee-Neustadt | 112 |
| 5.2.3 | Schluchsee | 113 |
| 5.2.4 | Badenweiler | 115 |
| 5.2.5 | Bad Krozingen | 116 |
| 5.2.6 | Feldberg | 118 |
| 5.2.7 | Lenzkirch | 119 |
| 5.2.8 | Glottertal | 121 |
| 5.2.9 | Hinterzarten | 122 |
| 5.3 | Trends und Zukunftsperspektiven für den Tourismus im Untersuchungsgebiet | 123 |
| 5.3.1 | Die Stadt Freiburg | 124 |
| 5.3.2 | Trends und Perspektiven für den Landkreis | 125 |
| 6. | Handlungsempfehlungen für die zukünftige Tourismuspolitik in Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald | 128 |
| 7. | Schlussbetrachtung | 130 |
| Literaturverzeichnis | XLVIII | |
| Erklärung | LVIII |
M.F.: Gibt es aus Ihrer Sicht eine hinreichende Kooperation mit den zuständigen Tourismusstellen in Freiburg? S.M.: Natürlich kooperieren wir mit verschiedenen Partnern. Da ist zum einen der Heilbäderverband Baden-Württemberg, zum anderen der Schwarzwald Tourismus, dort als Ansprechpartner der Südliche Schwarzwald, schließlich die Neugründung der Schwarzwald Tourismus GmbH. Daneben arbeiten wir innerhalb des Werbeverbundes „Thermen des Südens“ mit den Bädern in Bad Krozingen, Bad Bellingen, Bad Säckingen und Freiburg zusammen. Wann immer es sinnvoll ist, eine breitere Plattform der Vermarktung zu finden, wird es dann von uns auch realisiert. Mit der Stadt Freiburg verbindet uns an sich nicht so viel. Man könnte eher mit einem Schmunzeln sagen, Freiburg ist ein Erholungsziel für Badenweiler. Sicher, die Übernachtungsgäste, die nach Badenweiler kommen, fahren selbstverständlich nach Freiburg Direkte Kooperationen mit Leistungsträgern aus Freiburg allerdings gibt es nicht. Wir werden uns künftig noch stärker darauf konzentrieren, die Freiburger Gäste nach Badenweiler zu locken. Mit der FWT direkt kooperieren wir nicht. Ich will mich da nicht verschließen, aber im Moment haben wir so gut wie keinen Kontakt. Das liegt einfach auch daran, dass es uns in Badenweiler schwer fällt, darin Vorteile für uns zu sehen. Deswegen würde auch ein gemeinsamer Werbeauftritt mit Freiburg derzeit keinen Sinn machen. M.F.: Haben Sie Verbesserungsvorschläge für die interkommunale Zusammenarbeit? S.M.: Im Moment gibt es ja leider noch sehr wenig direkte Zusammenarbeit. Ich würde es gutheißen, wenn man sich einfach mal zusammensetzt, im Sinne eines Brainstormings. M.F.: Sehen Sie Stadt und Landkreis eher in Konkurrenz oder in Kooperation zueinander und woran liegt das Ihrer Meinung? S.M.: In Kooperation. Ich blicke da auf den Übernachtungsgast. Der Tagestourist kann sicherlich, wenn er einen Tag Zeit hat, nach Freiburg fahren, oder ins Thermalbad zu uns. Die Bedürfnisse, die man hier in Badenweiler und auf der anderen Seite in Freiburg befriedigt, sind allerdings grundsätzlich unterschiedlich. S.M..: Herr Malinowski, ich danke Ihnen herzlich für das Gespräch. [...]
M.F.: Was vermuten Sie, wie hoch ist der prozentuale Anteil der Tages- und Übernachtungsgäste, die aus Freiburg zu Ihnen kommen? S.M.: Übernachtungsgäste sind eher zu vernachlässigen. Ich möchte das mal so sagen. Tagesgäste s e h e i c h v o r a l l e m i m B e r e i c h d e r T h e r m e . E s g i b t a l l e r d i n g s k e i n e E r hebung, wie viel Thermenbesucher aus Freiburg kommen. Dazu muss ich sagen, dass wir in der Vergangenheit den Freiburger Raum nicht so stark beworben haben. Dort gibt es ja ein eigenes Thermalbad. Wir werden aber ab nächstem Jahr verstärkt in Freiburg werben. M.F.: Welche zukünftigen Trends für den Landkreis Breisgau -Hochschwarzwald zeichnen sich für Sie ab? S.M.: Es gibt ja in letzter Zeit in der Presse Worte wie „Rückbesinnung“ und „Entschleunigung“, die sehr viel mit dem persönlichen Wohlbefinden zu tun haben. Wenn ich mir das Markgräfler Land anschaue, mit seiner Herzlichkeit, mit seiner Küche und seinen natürlichen Reizen, ist das sicherlich der Trend der Zukunft. Der Schwerpunkt unserer Werbung sollte in diese Richtung gehen. Wenn ich mir das Kulturangebot anschaue, ist Freiburg natürlich auch sehr interessant. Einen Eventtourismus wie in den Städten wird es hier im Markgräfler Land meiner Meinung nicht geben. M.F.: Wie informieren Sie die Öffentlichkeit über die Bedeutung des Tourismus für Ihren Ort? S.M.: Wir haben den klassischen Mix, angefangen mit Anzeigenwerbung im Bereich der Hotellerie bis hin zu mailings, Pressereisen und Messeauftritte. M.F.: Führen Sie Erfolgskontrollen durch? S.M.: Über unser örtliches zentrales Buchungssystem, das wir auch selbst unterhalten, haben wir schon einen gewissen Überblick auf unsere Leistungsträger. So wissen wir dann natürlich auch, welche einzelne Aktion Erfolg oder Misserfolg hat. M.F.: Welche Rolle spielt der Landkreis für den Freiburger Städtetourismus allgemein? S.M.: Freiburg spielt sicherlich eine wichtige Rolle Wenn ich unseren Übernachtungsgast sehe, . dann haben wir ganz sicher eine Situation der gegenseitigen Ergänzung, des Gebens und des Nehmens. Wir sind sogar sehr dankbar darüber, dass Freiburg vor unserer Haustür ist, denn natürlich gerade das kulturelle Angebot, das Shopping, das einfach sich in einer schönen Stadt Wohlfühlen, einfach als Ausflugsziel, das macht die Stadt schon sehr reizvoll. Unsere Gäste fahren sicher fast alle einmal nach Freiburg. Bei den Tagesgästen ist es sicherlich so, dass wir von Freiburg profitieren im Rahmen der Therme, gar keine Frage, aber Freiburg profitiert auch von uns im Rahmen des Tagesausflugsverkehrs. Wir brauchen die Angebote Freiburgs eher, als dass Freiburg einen Übernachtungsort wie Badenweiler direkt vor der Tür braucht. Es geht auch darum, den Gästen Badenweilers das kulturelle Angebot und die Erlebniskultur der Stadt nahe zu bringen. Es muss uns gelingen, Hürden im Bereich des Transfers nach Freiburg vor allem für ältere Gäste zu überwinden. Warum nicht unter dem Motto: „Freiburg Kennenlernen“ im Sinne einer geführten Gruppenreise. Das ist sicherlich auch interessant für unsere Gäste hier vor Ort. [...]
M.F.: Welche Arten des Tourismus sind in Badenweiler von besonderer Bedeutung und wie ist ihr jeweiliger prozentualer Anteil? S.M.: Badenweiler ist Heilbad mit gewachsenen Strukturen. Das wichtigste Angebot ist das Thermalwasser. Daher sind wir sehr stark im Gesundheitstourismus vertreten und zwar in allen Bereichen, die ein klassisches Heilbad bisher ausgemacht hat und immer noch ausmacht. Die Gäste, die zu uns kommen, nehmen neben diesem Hauptangebot noch die Dinge wahr, die sie interessieren. Das reicht von Golf spielen über Schwimmen, Wandern bis hin zur exzellenten Küche. Gleichzeitig sehen wir uns nicht als Ferienort für Familien, das ist ganz klar, denn wir können nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Das Tourismuskonzept des Ortes orientiert sich an diesen besonderen Strukturen des Ortes, das heißt von jeher streben wir eine Zielgruppe an, die ab Mitte 30 beginnt. Unsere Gäste kommen überwiegend aus den umliegenden Bundesländern. Das macht das Gros unserer Besucher aus, daneben wird die Schweiz als Markt zunehmend wichtiger. In Zahlen ausgedrückt stellt sich das so dar: Übernachtungsgäste haben wir derzeit ca. 422.000, zum anderen haben wir natürlich aufgrund [...]
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Arbeit zitieren:
Fuchs, Matthias Januar 2004: Städtetourismus in Freiburg, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Geografie, Tourismus, Fremdenverkehr, Marketing, Effekte



